SoundCloud

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SoundCloud
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Rechtsform Limited
Gründung August 2007
Sitz London (juristischer Sitz)
Berlin (Zweigniederlassung Deutschland)

Leitung

  • Alexander Ljung (Gründer & Geschäftsführer)
  • Eric Wahlforss (Gründer & Technischer Leiter)
  • Dave Haynes (Business Development)
  • Jamie Kantrowitz (Vorstandsdirektorin)
  • David Noël (Marketing)
Mitarbeiter 236 (2014)[1]
Umsatz 17,4 Mio. EUR (2014)[1]
Branche Musik
Website soundcloud.com
Stand: 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014

SoundCloud ist ein Online-Musikdienst zum Austausch und zur Distribution von Audiodateien. Er dient als Kooperations- und Werbeplattform für Musiker.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ersten Anfängen in Stockholm starteten der Audio-Designer Alexander Ljung und der Musiker Eric Wahlforss alias Forss[3] das SoundCloud-Projekt im August 2007 in Berlin.[4] Es sollte Musikern einen Austausch von Aufnahmen ermöglichen. Bald entwickelte sich SoundCloud zu einer Plattform, mit der die angebotene Musik interessierten Internetnutzern weltweit ohne Log-in zur Verfügung steht.

Schon nach ein paar Monaten begann SoundCloud mit Myspace zu konkurrieren, da es den Künstlern eine schnellere Kommunikation mit den Fans erlaubte.[5]

2009 sagte der Mitgründer Alexander Ljung in einem Interview mit Wired:

“We both came from backgrounds connected to music, and it was just really, really annoying for us to collaborate with people on music — I mean simple collaboration, just sending tracks to other people in a private setting, getting some feedback from them, and having a conversation about that piece of music. In the same way that we’d be using Flickr for our photos, and Vimeo for our videos, we didn’t have that kind of platform for our music.”

„Wir haben beide einen Musik-Hintergrund und die musikalische Zusammenarbeit mit anderen Leuten war einfach extrem nervig für uns – ich meine eine einfache Zusammenarbeit, einfach Stücke an Leute in einem privaten Umfeld schicken zu können, Feedback von ihnen zu bekommen, und ein Gespräch über dieses Musikstück zu führen. In der gleichen Weise wie wir Flickr für unsere Fotos und Vimeo für unsere Videos nutzen, hatten wir keine Plattform dieser Art für unsere Musik.“

Alexander Ljung[5]

Im April 2009 investierte Doughty Hanson Technology Ventures 2,5 Millionen Euro in SoundCloud.[2] Im Mai 2010 gab SoundCloud an, eine Million Benutzer zu haben.[2] Im Januar 2011 wurde eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 10 Millionen USD durch Union Square Ventures und Index Ventures bestätigt.[6] Im Monat darauf soll die Plattform drei Millionen Nutzer verzeichnet haben.[7] Im Juni 2011 verkündete das Unternehmen auf fünf Millionen Nutzer gewachsen zu sein und weitere Investitionsgelder von Ashton Kutchers und Guy Osearys A-Grade Fund erhalten zu haben.[8]

Im Januar 2012 lag die Nutzerzahl bei 10 Millionen.[9] Im selben Monat erhielt SoundCloud eine weitere Finanzierung in Höhe von 50 Millionen Euro von den kalifornischen Investmentfirmen Kleiner Perkins Caufield & Byers und GGV Capital.[10] Im Gegenzug räumte das Startup der Finanzanalystin Mary Meeker einen Beobachterposten im SoundCloud-Vorstand ein.[11] Im August 2012 wurde SoundCloud in Berlin vom Weltwirtschaftsforum zu den Technology Pioneers 2013 gewählt.[12]

Twitter verkündete im März 2013 mit SoundCloud und iTunes seine Musikapp bauen zu wollen. Zu dieser Zusammenarbeit kam es allerdings nicht. Ein Grund hierfür sollen fehlende Abkommen mit Musiklabels für lizenzierte Titel gewesen sein.[13] Im April 2013 wurden Alexander Ljung und Eric Wahlforss von SoundCloud in Amsterdam mit dem „Europioneer Award“ als Unternehmer des Jahres von der Europäischen Kommission ausgezeichnet.[14] Im Juli 2013 verzeichnete der Musikdienst 40 Millionen Nutzer, die Hälfte davon nutzte den Dienst monatlich.[15]

Januar 2014 wurde eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 60 Millionen USD bei einer Bewertung von 700 Millionen USD bekannt gegeben. Diese Gelder sollten für das Zustandekommen der Deals mit den Musiklabels eingesetzt werden.[13] Im Mai desselben Jahres soll sich Twitter dann für den Kauf des Unternehmens zum Preis von zwei Milliarden USD interessiert haben. Der Kauf kam nicht zustande.[16]

Von 2014 bis 2016 erreichte SoundCloud mit verschiedenen Labels, unter anderem dem Merlin Network[17] und der Universal Music Group[18] und Sony Music Entertainment Lizenzabkommen. Im März 2016 startete SoundCloud seinen Bezahldienst.[19]

Im Juni 2016 investierte Twitter 70 Millionen USD im Rahmen einer 100 Millionen USD-schweren Finanzierungsrunde in das Unternehmen.[20]  

Mittlerweile gilt SoundCloud als ein wichtiger Knotenpunkt für den musikalischen Austausch im Netz.[21]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit SoundCloud können Musiker ihre Stücke zum Herunterladen anbieten und in Websites einbetten. Die Audio-Dateien werden bei SoundCloud grafisch in Waveform angezeigt. Auf einer Kommentarleiste können Nutzer ihre eigenen Tracks oder die anderer Nutzer kommentieren.

Mit sogenannten Widgets und Apps wird Nutzern angeboten, die Musik auf ihren Webseiten anzuzeigen.[2] Es besteht die Möglichkeit, neue Tracks automatisch per Twitter zu bewerben (falls ein Twitter-Account besteht).[5] Über eine Programmierschnittstelle können mittels anderer Programme oder auch Smartphones Musikdateien hoch- und heruntergeladen werden. Die Programmierschnittstelle wurde bereits in mehrere Programme integriert, so auch in die Pro-Version von PreSonus Studio One,[22] Logic Pro X[23] und Cubase 6.5.[24]

Es gibt eine Reihe von Web-Playern, die auf das Angebot von SoundCloud zugreifen.[25][26] Die maximale Uploadgröße für Dateien liegt bei 5 GB. Dateien länger als 6 Stunden und 45 Minuten können von SoundCloud nicht verarbeitet werden. Die von SoundCloud unterstützten Dateiformate sind AIFF, WAVE (WAV), FLAC, ALAC, OGG, MP2, MP3, AAC, AMR und WMA.[27] Mit dem kostenlosen Basisangebot ist es möglich, bis zu drei Stunden Musik hochzuladen. Zwei verschiedene Bezahlangebote (Pro und Pro Unlimited) ermöglichen die Erweiterung auf sechs Stunden oder unbegrenzt Musik hochzuladen.[28]

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SoundCloud ist Mitglied des Kooperationsnetzwerkes der Berliner Musikwirtschaft Berlin Music Commission.[29]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b gruenderszene.de: SoundCloud machte 2014 fast 40 Millionen Euro Verlust
  2. a b c d Mike Butcher: Now a million on SoundCloud – This startup is scaling globally. TechCrunch, 18. Mai 2010, abgerufen am 13. Dezember 2010 (englisch).
  3. Forss. In: sonarkollektiv.com. Sonar Kollektiv, abgerufen am 3. Januar 2016 (amerikanisches englisch).
  4. proud works. In: proud.de. Abgerufen am 3. Januar 2016.
  5. a b c Eliot Van Buskirk: SoundCloud Threatens MySpace as Music Destination for Twitter Era. Wired, 6. Juli 2009, abgerufen am 13. Dezember 2010 (englisch).
  6. Mike Butcher: Confirmed: SoundCloud takes funding from Index and Union Square. In: TechCrunch. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  7. neumusik.com – SoundCloud verkündet 3 Millionen Mitglieder. Abgerufen am 15. Februar 2011 (deutsch).
  8. Ashton Kutcher und weitere Geldgeber investieren in Gidsy. In: Gründerszene Magazin. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  9. thenextweb.com – SoundCloud hits 10 million users, adding 1 million more per month. Abgerufen am 10. September 2013 (englisch).
  10. heise online: Große Kapitalspritze für deutsches Startup SoundCloud. In: heise.de. heise online, abgerufen am 3. Januar 2016 (de-de).
  11. Felix Knoke: Netzwelt-Ticker: Soundcloud bekommt neue Millionen. In: Spiegel Online. 3. Januar 2012, abgerufen am 3. Januar 2016.
  12. Presse. In: berlin.de. 23. Juli 2015, abgerufen am 3. Januar 2016.
  13. a b Peter Kafka: SoundCloud Has a New Pile of Cash, and Wants to Cut Deals With Big Music. In: Recode. 24. Januar 2014, abgerufen am 20. Juni 2016.
  14. European Commission – PRESS RELEASES – Press release – SoundCloud und SwiftKey gewinnen Preis als europäische Web-Unternehmer des Jahres. In: europa.eu. Abgerufen am 3. Januar 2016.
  15. Who's listening to SoundCloud? 200 million. In: USA TODAY. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  16. Nathan Ingraham: Twitter's plans to purchase SoundCloud have evaporated, claims report. In: The Verge. 20. Mai 2014, abgerufen am 20. Juni 2016.
  17. Janko Roettgers: Soundcloud Signs Indie Labels As It Preps Subscription Service. In: Variety. 4. Juni 2015, abgerufen am 20. Juni 2016 (amerikanisches englisch).
  18. Micah Singleton: Soundcloud strikes licensing deal with Universal Music Group. In: The Verge. 13. Januar 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  19. Sarah Perez: SoundCloud confirms its deal with Sony Music, paving the way for its subscription service’s launch. In: TechCrunch. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  20. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Streamingdienst: Twitter steigt bei Soundcloud ein. In: SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  21. Christoph Twickel: Elektro global: Bastards mit fetten Bässen. In: Spiegel Online. 12. Januar 2012, abgerufen am 3. Januar 2016.
  22. Musikmesse 2010: PreSonus launches major enhancements to Studio One. MusicRadar, 22. März 2010, abgerufen am 13. Dezember 2010 (englisch).
  23. Logic Pro X: Bereitstellen von Projekten für SoundCloud. 30. August 2013, abgerufen am 11. September 2014.
  24. Cubase 6.5 Released – With Built-In SoundCloud Export! Abgerufen am 31. Januar 2015.
  25. My Cloud Player – The SoundCloud Organizer. In: mycloudplayers.com. Abgerufen am 3. Januar 2016.
  26. thecloudplayer.com (setzt für vollen Funktionsumfang ein Google-Konto voraus)
  27. SoundCloud: What types of files can I upload? Abgerufen am 20. Mai 2015.
  28. Go Pro on SoundCloud – Listen to music. In: soundcloud.com. SoundCloud, abgerufen am 3. Januar 2016.
  29. SoundCloud – Berlin Music Commission. In: berlin-music-commission.de. www.berlin-music-commission.de, abgerufen am 3. Januar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]