Sowjetarmee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Rote Armee und Sowjetarmee überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Rita2008 (Diskussion) 19:28, 2. Mai 2014 (CEST)
Red Army flag.svg
Sowjetarmee
(Sowjetskaja Armija)
Red army conscript hat insignia.jpg
Mützenemblem für Wehrpflichtige – 1973[1]
Aktiv 26. Februar 1946 bis 25. Dezember 1993
Land SowjetunionSowjetunion Sowjetunion
Streitkräfte Streitkräfte der Sowjetunion
Teilstreitkraft
Stärke (gesamte Streitkräfte)
1955: 5.763.00 Mann
1960: 3.623.000 Mann[2]
Unterstellung Ministerium für Verteidigung/Generalstab
Bekannteste Oberbefehlshaber
u. a. Schukow, Konew, Rokossowski, Woroschilow, Tuchatschewski, Budjonny, Baghramjan und Ustinow

Sowjetarmee (russisch Советская Aрмия (CA) / Sowjetskaja Armija) war die offizielle Bezeichnung für den Großteil der Streitkräfte der Sowjetunion von 1946 bis 1991.

Nach eigenem Verständnis galt die Sowjetarmee als das wichtigste bewaffnete Machtorgan der Sowjetunion. Sie war im Kalten Krieg Bestandteil sowie Hauptkraft des bzw. der Warschauer Vertragsorganisation und damit des Ostblocks. Die umfasste die vier Teilstreitkräfte Strategische Raketentruppen, Truppen der Luftverteidigung, Landstreitkräfte und Luftstreitkräfte der UdSSR.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläuferorganisation der Sowjetarmee war die gemäß Dekret des Rates der Volkskommissare vom 15. Januar 1918 nach dem Freiwilligenprinzip, ab Mai 1918 abgelöst durch die allgemeine Wehrpflicht, aufgestellte Rote Arbeiter- und Bauernarmee (kurz: Rote Armee (RA)).[3] Als Gründungstag feierte sie den 23. Februar 1918, an dem die junge Armee der Legende nach bei Narva und Pskow die Truppen des deutschen Ostheeres bei ihrem Vormarsch gegen St. Petersburg zum Stehen gebracht haben soll.[4]

Führung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die spezielle Verantwortung für alle Belange der Landesverteidigung sowie den Aufbau und die Führung der Sowjetarmee trug das Ministerium für Verteidigung der UdSSR, an dessen Spitze der „Minister für Verteidigung“ stand. Ihm waren der Generalstab sowie die Haupt- und Zentralverwaltung der Streitkräfte unterstellt. Der Chef des Generalstabs war auch zugleich erster Stellvertreter des Ministers.[5]

Symbole der Sowjetarmee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ärmelabzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ärmelabzeichen symbolisierten die Zugehörigkeit zu Waffengattungen, Spezialtruppen, Diensten oder Verwendungen. Die Trageerlaubnis beschränkte sich auf die Dienstgradgruppen der Unteroffiziere, Kursanten und Fähnriche (Praporschtschik/Mitschman). Ärmelabzeichen wurden als Aufnäher am Uniformmantel, der Ausgang- oder Paradeuniform, aber auch an bestimmten Felddienstuniformen (beispielsweise: Grenzdienstuniform, Afghanistaneinsatz etc.) getragen. An der Spezialbekleidung, wie beispielsweise dem Overall der Panzerbesatzungen, oder Fallschirmjäger, wurden spezielle Ärmelabzeichen getragen.

Auswahl von Ärmelabzeichen

Auflösung der Sowjetarmee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit Ende 1991 wurden Teile der Sowjetarmee auf das Territorium der RSFSR verlegt. Die in der Ukraine und Weißrussland stationierten Truppen wurden in nationale Streitkräfte überführt. Den Berufssoldaten wurde der Verbleib in der Sowjetarmee oder die Übernahme in die nationale Streitkräfte freigestellt.

Nach Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 wurden bis 1993 die letzten Strukturen der Sowjetarmee außer Dienst gestellt. Rechtsnachfolger wurden die Streitkräfte der Russischen Föderation. Die auf den Territorien der betreffenden ehemaligen Sowjetrepubliken dislozierten Streitkräfte verblieben in der Regel an den jeweiligen Standorten, wurden umstrukturiert und waren fortan Verbände nationaler Streitkräfte.

Bis 1994 wurden die im Ausland stationierten Streitkräfte, wie beispielsweise die Westgruppe der Truppen in Deutschland, zurückgeführt und größtenteils aufgelöst. Die Berufssoldaten wurden bis auf wenige Ausnahmen entlassen. Hiervon waren auch Soldaten in Spitzenverwendungen nicht ausgenommen. Grundsätzlich entlassen wurden alle Soldaten, die im Rahmen der Abzugsverhandlungen Kontakte zum westlichen Militärbündnis hatten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anlage № 1 zum Befehl № 250 des Verteidigungsministeriums der UdSSR aus dem Jahre 1973 bezüglich Trageweise der Uniform. Teil III. – Trageweise von Uniform-Bestandteilen. Kapitel 1 – Kopfbedeckung. Archivierung unter Quellennachweis 30. Mai 2013.
  2. Sándor Radó (Bearb.): Welthandbuch. Internationaler politischer und wirtschaftlicher Almanach. Corvina, Budapest 1962. S. 1120.
  3. Siehe Dekret des Rates der Volkskommissare über die Gründung der Roten Arbeiter- und Bauernarmee, 15. Januarjul./ 28. Januar 1918greg. Januar 1918, Information unter Schlüsseldokumente zur russischen und sowjetischen Geschichte bei 1000dokumente.de.
  4. Kollektiv der Militärakademie „Friedrich Engels“ der Nationalen Volksarmee (Hrsg.): Deutsches Militärlexikon. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1973, 2. Aufl., S. 356.
  5. Wörterbuch zur deutschen Militärgeschichte, 1. Aufl. (Liz.5, P189/84, LSV:0547, B-Nr. 746 635 0), Militärverlag der DDR (VEB) – Berlin, 1985, S. 931.