Soylent

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Dieser Artikel behandelt das Lebensmittel Soylent. Für andere Bedeutungen siehe Soylent Green
Soylent 1.4
Soylent 2.0

Soylent ist ein flüssiges Nahrungsmittel, ähnlich der Sondennahrung oder Astronautenkost. Beworben wird es als Grundnahrungsmittel, das laut Herstellerangaben den Nährstoffbedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen vollständig decke.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soylent geht auf den Softwareentwickler Rob Rhinehart zurück, der das Produkt als Selbstexperiment entwickelte. Im Februar 2013 veröffentlichte er Details zu einem einmonatigen Selbstversuch How I Stopped Eating Food ("Wie ich aufhörte, Speisen zu essen").[2] Zudem veröffentlichte er die Zutatenliste und Nährwerttabellen. Das Rezept stellte er unter einer Open Source-Lizenz bereit, sodass Feedback aus der Community in das Rezept einfließen konnte.

Rhinehart gründete das Unternehmen Rosa Labs, das über die Crowdfunding-Plattform „Tilt“ ein Kapital von 3 Millionen US-Dollar lukrierte, um Soylent kommerziell herzustellen. Damit handelt es sich um das erfolgreichste Crowdfunding-Projekt für ein Nahrungsmittel.[3] Nach der Kampagne wurden weitere 1,5 Millionen US-Dollar von Risikokapitalgebern lukriert, um das Produkt weiterzuentwickeln.

Im April 2014 begann Rosa Labs mit einer Ausrüstung im Wert von 500 US-Dollar mit der Auslieferung von Soylent im Wert von 2,6 Millionen US-Dollar.[4]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name geht auf ein fiktives Nahrungsmittel aus dem 1966 erschienenen Roman Make Room! Make Room! von Harry Harrison zurück, der 1973 mit dem wesentlich bekannteren Kinoklassiker Soylent Green verfilmt wurde. Es handelt sich hierbei um die Kombination von „Soy“ (engl. „Soja“) mit „Lentil“ (engl. „Linse“), einer Reihe von industriellen Massenprodukten für die Ernährung der stark überbevölkerten Erde, welche aus diversen pflanzlichen Quellen gewonnen wurden.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesundheitlichen Langzeitfolgen von Soylent sind noch nicht ausreichend erforscht. Vor allem die Vitaminzusätze könnten einen negativen gesundheitlichen Einfluss aufweisen. Einige Hersteller bieten daher Vollwerternährungs-Alternativen an, welche allerdings ebenfalls nicht erforscht sind. Kritiker räumen ein, dass eine kurzzeitige Einnahme von Soylent oder ähnlichen Nahrungsmitteln vorteilhafter sein könnte als der herkömmliche Ernährungsstil vieler US-Amerikaner.[5] Viele Quellen behaupten das Gegenteil.[6][7][8][9]

Der gesellschaftliche Aspekt gemeinsamer Mahlzeiten entfällt bei Soylent aufgrund der kurzen Zubereitungs- und Konsumdauer. Auch die geschmackliche Vielfalt geht beim ausschließlichen Konsum von Soylent verloren. Die meisten Konsumenten nutzen es daher als Convenience Food und nicht als alleiniges Nahrungsmittel.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susan Scutti: Eat All A Healthy Body Needs For $9/Day. Medical Daily. 18. Februar 2014. Abgerufen am 28. April 2016.
  2. Rob Rhinehart: How I Stopped Eating Food. 13. Februar 2013, abgerufen am 24. Oktober 2015 (englisch).
  3. Stand vom Jahr 2015
  4. Alando Ballantyne: How We Spent $500 on Tech to Ship $2.6M of Soylent. 3. Juni 2015, abgerufen am 24. Oktober 2015 (englisch).
  5. Gregory Ferenstein: Soylent-style powdered food shows bad long-term consequences in mice. Venture Beat, 27. März 2014, abgerufen am 24. Oktober 2015.
  6. Soylent Review: Why It Can’t Replace Regular Food. Alpha Efficiency. 16. Januar 2015. Abgerufen am 28. April 2016.
  7. Eat Real Food - Not Soylent 2.0. Fix Your Gut. 7. August 2015. Abgerufen am 28. April 2016.
  8. Chris Ziegler: Soylent survivor: one month living on lab-made liquid nourishment. The Verge. 17. Juli 2014. Abgerufen am 28. April 2016.
  9. Gesundheit: Neue Studien zeigen den großen Schwindel mit den teuren Vitaminpillen. profil.at. 28. Januar 2006. Abgerufen am 28. April 2016.