Sozialversicherungsnummer

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Eine Sozialversicherungsnummer ist ein aus Buchstaben oder Ziffern bestehendes Personenkennzeichen zur Identifikation im Sozialversicherungswesen.

Grundsätzlich werden in allen Staaten mit funktionierenden Sozialversicherungssystemen auch Sozialversicherungsnummern verwendet. Aufbau und Verwendungszwecke unterscheiden sich allerdings voneinander.

Deutschsprachiger Raum[Bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten]

e-card Österreich

In Österreich wird eine Nummer gefolgt vom sechsstelligen Geburtsdatum verwendet (Beispiel: 123X 01 01 80). Sie wird seit den 1990er Jahren bereits bei der Geburt vergeben, davor erst bei der ersten Ausstellung. Die Nummer umfasst in den ersten drei Stellen eine laufende Nummer (Laufnummer), welche ab 100 beginnt. Die vierte Stelle, im obigen Beispiel das X, ist eine Prüfziffer, die sich aus den anderen Stellen errechnet. Es ergeben sich pro Geburtstag etwa 800 Sozialversicherungsnummern, welche im Normalfall für Österreich pro Tag ausreichend viele Kombinationen zur Verfügung stellt. In speziellen Situationen kann dieser Nummernumfang pro Tag allerdings nicht ausreichen und in diesen Fällen wird ein Geburtsdatum mit Tagen über 31 und Monaten über 12 eingetragen, was manchmal zu Verwirrungen führt. Diese Situationen betreffen vor allem Zuwanderer, welche ihr genaues Geburtsdatum nicht kennen bzw. nicht belegen können und daher deren Geburtstag auf den 1. Jänner bzw. 1. Juni des jeweiligen Geburtsjahres festgelegt wird. Da es dann an diesen Tagen zu Überläufen bei der Nummer in den ersten drei Stellen kommt, werden bei jenen Personen diese speziellen Datumseinträge in der Sozialversicherungsnummer vorgenommen.

Diese Nummer wird nicht nur von den Sozialversicherungsträgern und der e-card verwendet, sondern wird vermehrt auch in anderen staatlichen Bereichen herangezogen, da sie einen eindeutigen Schlüssel für alle Einwohner darstellt.

Die Prüfziffer kann wie folgt errechnet werden:

  1. Jede einzelne Ziffer der Versicherungsnummer wird mit einer bestimmten Zahl multipliziert:
    • Laufnummer mit 3, 7, 9
    • Geburtsdatum mit 5, 8, 4, 2, 1, 6
  2. Die Prüfziffer errechnet sich aus dem Divisionsrest der Summe der einzelnen Produkte geteilt durch 11.

Wenn der Divisionsrest 10 ergibt, so wird die Laufnummer um 1 erhöht und eine neue Berechnung durchgeführt.

Beispiel:

123X 010180
X=(1×3 + 2×7 + 3×9 + 0*5 + 1×8 + 0×4 + 1×2 + 8×1 + 0×6) mod 11
X=7
Die Sozialversicherungsnummer lautet somit 1237 010180.

Schweiz[Bearbeiten]

AHV-Nummer[Bearbeiten]

In der Schweiz existierte bis etwa 2009 die so genannte AHV-Nummer, die vor allem zur Verwaltung der Altersvorsorge diente, aber beispielsweise auch als Matrikelnummer in der Schweizer Armee eingesetzt wurde.

Versichertennummer[Bearbeiten]

Die AHV-Nummer wurde ab 2008 nach und nach durch eine neue Versichertennummer (französisch: NSS, numéro de sécurité sociale) in Form einer verwaltungs- und registerübergreifenden Personenidentifikationsnummer abgelöst, die nicht nur bei der AHV, sondern in allen bundesrechtlich geltenden Sozialversicherungen verwendet werden kann. Die Versichertennummer setzt sich zusammen aus einer führenden dreistelligen Länderkennung, einer achtstelligen Zufallszahl, die jede Person lebenslang eindeutig identifiziert, aber anonym ist, sowie einer abschließenden Prüfziffer. Damit wird vermieden, dass der Name in der Nummer mitverschlüsselt ist, wie das bei der AHV-Nummer der Fall war (was nicht nur datenschutzrechtlich problematisch war, sondern auch bei Namenswechsel einen Nummernwechsel zur Folge haben müsste, was das ganze System inkonsequent machte). Die resultierende 13-stellige Zahl ist wie folgt aufgeteilt:

  • 1. bis 3. Stelle: Ländercode (Schweiz = 756);
  • 4. Stelle: Punkt;
  • 5. bis 8. Stelle: vierstellige Zahl;
  • 9. Stelle: Punkt;
  • 10. bis 13. Stelle: vierstellige Zahl;
  • 14. Stelle: Punkt;
  • 15.-16. Stelle: zweistellige Zahl.

Die Prüfziffer errechnet sich gemäß der EAN-13 Norm.

Bis Mitte 2009 sollten alle Einwohner der Schweiz, die eine AHV-Nummer haben, einen neuen Versicherungsausweis mit der Versichertennummer erhalten haben. Bedenken seitens des Datenschutzes wurden durch die gesetzliche Einschränkung der Verwendung Rechnung getragen. Neben dem Bereich der bundesrechtlich geregelten Sozialversicherungen wie AHV, IV oder obligatorischer Kranken- und Unfallversicherung kann die Versichertennummer zusätzlich für private Kranken- und Unfall-Zusatzversicherungen, bei Bundessteuern, der Militärverwaltung und bei der ETH verwendet werden. Kantone und Gemeinden können die 13-stellige Nummer auch für Steuern, Bildung oder Sozialhilfe nutzen.

Deutschland[Bearbeiten]

In der Bundesrepublik Deutschland existiert aus datenschutzrechtlichen Gründen keine für alle Sozialversicherungssysteme gültige Sozialversicherungsnummer. Deshalb werden beispielsweise in der Krankenversicherung und der Rentenversicherung unterschiedliche Versicherungsnummern verarbeitet. Im begrenzten Umfang wird allerdings die Rentenversicherungsnummer, die im Sozialversicherungsausweis vermerkt ist, (Beispiel: 65 170839 J 003) wie eine Sozialversicherungsnummer verwendet.

In der DDR wurde die zwölfstellige, rein numerische Personenkennzahl auch zur Identifikation im Sozialversicherungswesen genutzt.

Angelsächsischer Raum[Bearbeiten]

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

Die in den Vereinigten Staaten verwendete neunstellige Social Security Number (Beispiel: 306-30-2348) wird nicht nur von der Sozialversicherung und im Gesundheitswesen genutzt, sondern auch von anderen Behörden, beispielsweise den Finanzbehörden (siehe Taxpayer Identification Number) und privaten Unternehmen. Die Sozialversicherungsnummer hat somit die Funktion eines allgemeinen Personenkennzeichens.

Vereinigtes Königreich[Bearbeiten]

Die Sozialsysteme des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland arbeiten mit der National Insurance number. Sie besteht aus zwei Buchstaben gefolgt von sechs Ziffern und einem dritten Buchstaben (Beispiel: AB-123456-C). Die UK-Sozialversicherungsnummer wird ausschließlich von den staatlichen Sozialversicherungssystemen verwendet.

Kanada[Bearbeiten]

In Kanada bekommt jeder Arbeitsberechtigte eine Social Insurance Number, Numéro d'Assurance Sociale auch SIN und NAS, jedoch passiert dies nicht automatisch. Bevor ein Bürger zum ersten Mal von einem Arbeitgeber eingestellt wird, muss er die SIN beantragen. Obwohl die überwiegende Mehrheit nur eine SIN im Leben benutzt, muss die SIN nicht unbedingt lebenslang gelten. Insbesondere bei Einwanderern und Gastarbeitern werden befristete SIN-Nummern erstellt. Sobald der Antragssteller eine Niederlassungserlaubnis erhält, wird die befristete SIN storniert und durch eine neue, permanente ersetzt.

Ähnlich wie in den Vereinigten Staaten wurde im Privatgeschäft häufig die SIN-Karte als Identifikationsnachweis verlangt, obwohl dies explizit gesetzwidrig war (es dürfen in der Regel nur Banken, Arbeitgeber, und Bundesbehörden die SIN von einem Bürger verlangen). Aufgrund wiederholter Aufklärungskampagnen des Datenschutzkommissars ist aber dieser Handelsbrauch stark zurückgegangen.

Frankreich[Bearbeiten]

Die Sozialversicherungsnummer hat 15 Stellen, von denen die ersten 13 relevant sind; die zwei letzten sind eine Prüfziffer. Im Mittelteil besteht die Nummer aus dem fünfstelligen Code Insee, mit dem das Departement (oder Land) der Geburt bezeichnet wird. Davor werden Geschlecht und Jahr (zweistellig) und Monat der Geburt und danach eine laufende Nummer und eine Prüfziffer angegeben. Personen, die in Frankreich oder in seinen Überseedepartements geboren werden, erhalten mit der Geburt automatisch eine Nummer.

Italien[Bearbeiten]

In Italien ist die Sozialversicherungsnummer identisch mit der Steuernummer (codice fiscale). Beispiel: MST MAX 90A01 A000A

Weblinks[Bearbeiten]