Soziologische Gesellschaft in Wien

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Die Soziologische Gesellschaft in Wien wurde 1907 auf Initiative von Rudolf Goldscheid gegründet und existierte bis 1934. Anliegen der Vereinigung war, Soziologie als akademisches Studienfach zu etablieren und sie an den Schulen zum Bestandteil der politischen Bildung zu machen. Gründungsmitglieder waren neben Goldscheid Max Adler, Carl Grünberg, Wilhelm Jerusalem, Karl Renner, Ludo Moritz Hartmann, Lujo Brentano und Josef Redlich. Später traten auch Hans Kelsen, Ferdinand Tönnies und Alfred Vierkandt der Gesellschaft bei.

Nachweisbare Aktivitäten entfaltete die Gesellschaft bis 1927. Es wurden 160 Vortragsabende abgehalten, bei denen neben den Mitgliedern der Gesellschaft bedeutende Vertreter der frühen Sozialwissenschaften zu Wort kamen, wie Georg Simmel, Eduard Bernstein und Joseph Schumpeter. Nur zwei Jahre (1926/27) konnte die Gesellschaft eine eigene Schriftenreihe herausgeben, es erschienen insgesamt acht Hefte.[1] Die Gründung der Gesellschaft gilt als „Initialzündung“, auch wenn in Österreich die Professionalisierung der Soziologie erst nach dem Zweiten Weltkrieg gelang.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gudrun Exner: Die "Soziologische Gesellschaft in Wien" (1907-1934) und die Bedeutung Rudolf Goldscheids für ihre Vereinstätigkeit. new academic press, Wien 2012, ISBN 978-3-7003-1840-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Reinhold Knoll u. a.: Der österreichische Beitrag zur Soziologie von der Jahrhundertwende bis 1938, in: M. Rainer Lepsius (Hg.): Soziologie in Deutschland und Österreich 1918-1945. Sonderheft 23 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Westdeutscher Verlag, 1981, ISBN 3-531-11575-8, S. 59–101, hier S. 61.