Spöl

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Spöl
Italienischer Teil früher: Aqua Granda
Einmündung des Spöl in den Lago di Livigno, bei Livigno, Blick nach Süden46.55558510.147569

Einmündung des Spöl in den Lago di Livigno, bei Livigno, Blick nach Süden

Daten
Gewässerkennzahl CH: 50
Lage Provinz SondrioKanton Graubünden, Livigno-Alpen
Flusssystem Donau
Abfluss über Inn → Donau → Schwarzes Meer
Quelle im Val Ursera oberhalb des Forcola di Livigno in der Gemeinde Poschiavo
46° 25′ 34″ N, 10° 4′ 4″ O
Quellhöhe 2637 m ü. M.[1][2]
Mündung Inn bei ZernezKoordinaten: 46° 41′ 38″ N, 10° 5′ 19″ O; CH1903: 802662 / 174819
46° 41′ 38″ N, 10° 5′ 19″ O
Mündungshöhe 1470 m ü. M.[1]
Höhenunterschied 1167 m
Sohlgefälle 28 ‰
Länge 42 km[1]
Einzugsgebiet 433,64 km²[3]
Abfluss am Pegel Punt da Gall[4]
AEo: 295 km²
NNQ (März 2013)
MNQ 1974–2016
MQ 1974–2016
Mq 1974–2016
MHQ 1974–2016
HHQ (Juli 2010)
330 l/s
910 l/s
1,04 m³/s
3,5 l/(s km²)
1,2 m³/s
70,3 m³/s
Abfluss[5] MQ
10,8 m³/s
Linke Nebenflüsse Federia, Ova da Cluozza
Rechte Nebenflüsse Tresenda, Vallaccia, Ova dal Gall, Ova dal Fuorn, Ova Spin, Ova da Laschadura
Durchflossene Stauseen Lago di Livigno, Lai da Ova Spin
Gemeinden Livigno

Der Spöl (dt. und rät., im italienischen Sprachraum Spöl oder Spol geschrieben und früher Aqua Granda genannt) ist ein 42 Kilometer langer Fluss in Italien und in der Schweiz. Sein Tal wird auf Rätoromanisch Val dal Spöl genannt.[6]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spöl entspringt knapp auf Schweizer Territorium im Val Ursera oberhalb der Forcola di Livigno in den westlichen Livigno-Alpen, fließt durch Livigno und mündet bei Zernez in den Inn. Auf diesem Weg durchquert er die Stauseen Lago di Livigno und Lai da Ova Spin und fließt teilweise auf dem Gebiet des Schweizer Nationalparks.

Der Oberlauf verläuft im breiten, teilweise ebenen Talboden eines von eiszeitlichen Gletschern geformten Trogtales, wogegen die zweite Hälfte seines Laufes nahezu ausschließlich in unwegsamen Schluchten verläuft. Das obere Tal mit der lang gestreckten Ortschaft Livigno war seit jeher über die leicht passierbare Forcola di Livigno von Süden wesentlich einfacher zu erreichen als vom Inntal her, was sich auch in der Zugehörigkeit des oberen Tals zu Italien ausdrückt. Über die steilen nördlichen Talhänge des Unterlaufes führt die Ofenpass-Straße nach Osten zum Val Müstair und nach Südtirol.

Schlammflut im Mai 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch einen Zwischenfall bei den Engadiner Kraftwerken, begünstigt durch den außergewöhnlich tiefen Wasserstand im Lago di Livigno, wurde am 30. März 2013 der Spöl-Bach unterhalb der Staumauer Punt dal Gall bis zum Ausgleichsbecken Ova Spin auf einer Länge von etwa sechs Kilometern mit Schlamm zugedeckt. Tausende von Bachforellen und andere Wasserlebewesen verendeten.[7] Im oberen Drittel der betroffenen Strecke kamen praktisch alle Tiere um, während weiter unten einige Tiere sich in Seitenbäche oder in den Lai da Ova Spin retten konnten. Mittels eines künstlichen Hochwassers wurde das Bachbett im folgenden Sommer vom Schlamm befreit. Solche Hochwasser wurden seit dem Jahr 2000 zwei Mal jährlich veranlasst, um die verfestigte Bachsohle aufzulockern und den Forellen einen geeigneten Untergrund zum Laichen zu schaffen. Etwas mehr als ein Jahr nach dem Zwischenfall hatte sich die Bachforellenpopulation wieder deutlich erholt, war aber noch immer nur halb so groß wie vor dem Fischsterben.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spöl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Geoportale Nazionale
  3. Topographische Einzugsgebiete der Schweizer Gewässer: Teileinzugsgebiete 2 km². Abgerufen am 9. Juni 2019.
  4. Messstation Punt da Gall 1974–2016 (PDF) Bundesamt für Umwelt BAFU
  5. Hydrologischer Atlas der Schweiz des Bundesamtes für Umwelt BAFU, Tafel_54
  6. @1@2Vorlage:Toter Link/www.livigno.eu(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: livigno.eu)
  7. Bach galt als Beispiel für die Vereinbarkeit von Stromproduktion und Natur. In: Tagesanzeiger. Abgerufen am 1. April 2013.
  8. Lukas Denzler: Die Forellen kommen zurück. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 138, 18. Juni 2014, S. 55.