Space Opera

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Die Space Opera (auch Weltraumoper) ist ein Genre der Science-Fiction mit stark handlungsorientierten Erzählungen, die im interplanetaren oder intergalaktische Raum spielen, häufig auch über Auseinandersetzungen zwischen Weltraumreichen.[1][2]

Geschichte des Genres[Bearbeiten]

Der Begriff Space Opera wurde vom US-amerikanischen Autor Wilson Tucker erstmals 1941 in dem Fanzine Le Zombie geprägt:[2][3]

„Western werden als Pferde-Opern bezeichnet, die morgendlichen Hausfrauen-Schnulzen als Seifen-Opern. Für das billige, mühsame ,stinkende, abgenutzte oder auch weltrettende Weltraumgarn schlagen wir die Bezeichnung Weltraum-Oper vor“

Wilson Tucker[4][2]

Alpers und andere sehen Die Abenteuer der Skylark, erschienen 1928 als The Skylark of Space, von E. E. "Doc" Smith als erste Space Opera an:

„... Gigantische Maschinen, kilometerlange Raumschiffe und riesige Entfernungen beeindruckten die jugendlichen Leser. Dieser, zwischen 1915 und 1919 geschriebene Roman, beeinflußte die Entwicklung in der SF nachhaltig und kann als erste reine Space Opera gelten (in Anlehnung an "Horse Opera" = Wildwestepos geprägt, was die Space Opera wiederum ungewollt als das bezeichnet, was sie ist: "Wildwest im Weltraum"), wenn man Kapitän Mors, den Luftpiraten, einmal außer Acht läßt ...“[5]

Weltraumopern waren fester Bestandteil des „Goldenen Zeitalters der Science-Fiction“, zu dem Adam Roberts formulierte: ... lineare Erzählungen, Helden lösen Probleme oder bekämpfen Bedrohungen in einer Space opera oder technologischem Abenteuer.[6] Auf wissenschaftliche Erklärungen, z.B. zu Raumschiffantrieben, wird dabei allgemein verzichtet. Im Vordergrund stehen romantische Abenteuer, fremde Welten und Völker, Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit und Raumschiffkämpfe.

In den 1970er Jahren erlebte die Space Opera eine Renaissance. Häufig waren die Werke als Zyklen oder Serien angelegt. Die ersten Space Operas im Science-Fiction-Film bilden die Serien um Flash Gordon (USA 1936–1940) und Buck Rogers (USA 1939). Das Genre wurde auch parodiert.

Bekannte Beispiele[Bearbeiten]

In der Literatur[Bearbeiten]

Amazing stories 193008

In Film und Fernsehen[Bearbeiten]

In Video- und Computerspielen[Bearbeiten]

Autoren[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Unterkapitel: "Up, Up and Away": Space Opera, in: Hans Joachim Alpers/Werner Fuchs/Ronald M. Hahn/Wolfgang Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur, Bd. 1, München (Heyne) 1980, S. 55-64. ISBN 3-453-01063-9.
  • David Pringle: What is this thing called Space Opera? In: Gary Westfahl (Hrsg.): Space and Beyond: The Frontier Theme in Science Fiction. Greenwood Press, Westport 2000, S. 35-47 (Contributions to the study of science-fiction and fantasy 87, ISSN 0193-6875). (Online-Kopien:Questia, Auszug (Google))
  • Kathryn Cramer, David G. Hartwell: The Space Opera Renaissance. Macmillan, 2007
  • Edward James, Farah Mendlesohn: The Cambridge Companion to Science Fiction. Cambridge University Press, 2003, S. 197-208
  • M. Keith Booker, Anne-Marie Thomas: The Science Fiction Handbook. Wiley, 2009, S. 40-52
  • Andy Sawyer: Space Opera. In: The Routledge Companion to Science Fiction. Routledge, 2009, S. 505-510

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Clute: Science Fiction – The Illustrated Encyclopedia. Dorling Kindersley, London 1995, ISBN 0-7513-0202-3, S. 306 (Glossary).
  2. a b c Jeff Prucher: Brave Worlds: The Oxford Dictionary of Science Fiction. Oxford University Press, 2007, S. 205
  3. Telepolis, Die Geburt der Space Opera aus dem Geiste des Imperialismus, 22. Juni 2003.
  4. Le Zombie, Nr. 36, Januar 1941. Zitat, ungezählte Seite 7: In these hectic days of phrase-coining, we offer one. Westerns are called "horse operas", the morning housewife tear-jerkers are called "soap-peras". For the hacky, grinding, stinking, outworn space-ship yarn, or world-saving for that matter, we offer "space opera".
  5. "Up, Up and Away": Space Opera, in: Hans Joachim Alpers/Werner Fuchs/Ronald M. Hahn/Wolfgang Jeschke: Lexikon der Science Fiction Literatur, Bd. 1, Heyne, München 1980, ISBN 3-453-01063-9, S. 59.
  6. Adam Roberts: The History of Science Fiction. Palgrave Macmilan, New York 2006, ISBN 0-333-97022-5, S. 195. (... linear narratives, heroes solving problems or countering threats in a space-opera or technological-adventure idiom).