Spaghetti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Spaghetti
Spaghetti alle vongole
Spaghettiesser, Genrephotographie aus Neapel, vor 1886

Spaghetti [ʃpaˈɡɛti], italienische Standardaussprache [spa'get-ti], (gem. neuer Rechtschreibung auch Spagetti) sind eine Form von Teigwaren und Nudeln aus Hartweizen mit rundem Querschnitt, etwa zwei Millimeter Durchmesser (gekocht) und etwa 25 cm Länge. Sie stammen aus Italien.

Die Bezeichnung Spaghetti wurde aus dem Italienischen übernommen (lat. spacus „Bindfaden“ → ital. spago „Schnur“ → Diminutiv spaghettoPlural spaghetti „Schnürchen“). Besonders dicke Spaghetti werden Spaghettoni genannt, besonders dünne Spaghettini. Noch dünner als Spaghettini sind Capellini.

In Deutschland werden Spaghetti teilweise auch unter Zusatz von Eiern als Eierteigwaren angeboten. Ähnlich geformt, aber meist kürzer als Spaghetti, sind Eiernudeln, die es auch als Bandnudeln gibt. Fadennudeln sind kürzer und dünner und werden meist als Suppeneinlage verwendet. Eine Art Fadennudel gab es nach neuesten Funden bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. im heutigen China. Sie wurden allerdings aus Hirsemehl hergestellt.

Spaghetti gelten als schwierige Speise in Bezug auf die Einhaltung der Tischsitten.

Bekannte Spaghetti-Gerichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruchverhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spagetti können Mechanisch als elastischer Stab mit sprödem verhalten angenommen werden. Um das Mechanische Bruchverhalten zu beschreiben hat sich die Kirchhoff Gleichungen durchgesetzt.

Ein lange ungelöstes physikalisches Rätsel um die Spaghetti war die Tatsache, dass trockene Spaghetti für gewöhnlich nicht in zwei Stücke zerbrechen, wie es die klassische Festigkeitslehre (Elastostatik) vermuten lässt, sondern in mehrere Teile. Audoly und Neukirch zeigten 2004 eine Erklärung des Phänomens über Biegewellen auf.[1] Ein wichtiger Werkstoffparameter in diesem Falle ist der Elastizitätsmodul (Biegemodul). Spaghetti haben bei 100 % Hartweizengrießanteil im trockenen Zustand und einer Luftfeuchtigkeit von 50 % einen Elastizitätsmodul von 4,3 kN/mm2.

Um trotzdem beim Bruch zwei Teile zu erhalten kann man die Spagetti verdrehen und es entsteht eine Torsion. Beim Bruch wird dann zusätzliche Energie mit der Auflösung der Verdrehung verbraucht, welche dann einen zweiten Bruch der Spagetti verhindert.[2]

Man kann eine trockene Spaghetti (Marke Barilla No 1, No 3, No 5) mit der Dichte ρ=1,5±0,1 g/cm3 den E-Modul E=3,8±0,3GPa, den Schubmodul G=1,5±0,2GPa beschreiben und der Poissonzahl ν=0,3±0,1.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fragmentation of Rods by Cascading Cracks: Why Spaghetti Does Not Break in Half (PDF; 375 kB) Phys. Rev. Lett. 95, 095505 (2005), englisch, aufgerufen am 28. Juli 2012.
  2. a b Ronald H. Heisser, Vishal P. Patil, Norbert Stoop, Emmanuel Villermaux, Jörn Dunkel: Controlling fracture cascades through twisting and quenching. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. 2018, doi:10.1073/pnas.1802831115.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikiquote: Spaghetti – Zitate
 Wiktionary: Spaghetti – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Spaghetti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien