Spanische Eroberung Perus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der Eroberungszug der Spanier nach Peru

Die spanische Eroberung Perus 1532 bis 1536 beendete die Herrschaft des Reiches der Inka über große Teile des westlichen Südamerika und machte Spanien zusammen mit der Eroberung Mexikos endgültig zu einer Weltmacht der Frühen Neuzeit.

Ausgangssituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den zwanzig Jahren nach der Entdeckung Amerikas 1492 durch Christoph Kolumbus hatte das Königreich Spanien in der Neuen Welt umfangreiche Besitzungen erworben. Die bedeutendste Erwerbung war die Eroberung Mexikos (1519 bis 1521) mit seinen reichen Silberminen. Angesichts der erlangten Schätze wuchs die Gier der Konquistadoren nach Edelmetallen immer mehr an, weshalb die Entdeckungsreisen immer intensiver fortgeführt wurden.

Zeitgleich mit Hernán Cortés’ Krieg gegen die Azteken hatte die Erkundung des nordwestlichen Südamerika begonnen. Die Expedition unter der Führung von Pascal de Andagoya gelangte 1522 bis zum Río San Juan in Kolumbien, musste dann aber die Reise beenden, da Andagoya ernsthaft erkrankte. Seine Schiffe wurden schließlich von zwei Männern gekauft: Francisco Pizarro und Diego de Almagro. Sie fuhren zweimal zu Expeditionen nach Süden aus.

Das Reich der Inka, Tahuantinsuyu genannt, erstreckte sich zu diesem Zeitpunkt über das Gebiet der heutigen Staaten Peru, Ecuador und Bolivien sowie Teile von Kolumbien, Chile und Argentinien. Obwohl sich die Inka technologisch etwa auf einer bronzezeitlichen Entwicklungsstufe befanden – wenn sie auch keine Verarbeitung von Eisen kannten – besaß das Reich durch sein Straßennetz eine hervorragende Infrastruktur und war sogar gemessen an damaligen europäischen Verhältnissen ausgezeichnet organisiert. Das gesamte Reich war auf seine Hauptstadt Cusco ausgerichtet, doch Huayna Cápac, der das Reich seit 1493 regierte, bevorzugte als seine Hauptresidenz das erst unter seinem Vorgänger eroberte Quito. Zur Jahreswende 1527/28 änderten sich die Dinge jedoch, denn die Pockenepidemie, die zuvor auch den Ureinwohnern der karibischen Inseln und Mexikos schwer zugesetzt hatte, griff nun auch auf Tahuantinsuyu über. Viele einfache Leute aus dem Volk, aber auch hochgestellte Persönlichkeiten, wie einige Generäle und der Gouverneur von Cuzco fielen der Seuche zum Opfer. (Insgesamt sollten mindestens drei Viertel aller indigenen Bewohner Amerikas den von den Europäern mitgebrachten Krankheiten erliegen[1]).

Zu diesem Zeitpunkt tauchten die Spanier erstmals direkt im Reich der Inka auf und zwar in Tumbes im heutigen Nordperu. Die Bevölkerung begrüßte die Ankömmlinge überaus freundlich, aber nicht als Götter, wie ein weitverbreiteter Irrtum besagt. Der dortige Statthalter schickte schnell Boten zu Huayna Cápac, um ihn von der Begegnung mit den seiner Ansicht nach vernünftigen Gästen zu unterrichten. Doch als er im Lager des Sapa Inka, des Inka-Königs ankam, musste er feststellen, dass Huayna Cápac bereits selbst an Pocken erkrankt war. Da sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechterte, wurde er gedrängt, einen seiner Söhne als Nachfolger einzusetzen. Da die spanischen und die Inka-Quellen hier sehr voneinander abweichen, ist es heute nur noch sehr schwer möglich festzustellen, welche Wahl der Inkaherrscher getroffen hat oder ob er überhaupt noch zu einer Entscheidung in der Lage war. Jedenfalls erlag Huayna Cápac im Mai 1528 der Epidemie, ohne dass die Nachfolge eindeutig geklärt war. Die Folge war ein erbittert geführter Bürgerkrieg zwischen seinem Sohn Huáscar, dessen Mutter die Schwester des Königs war, wie es die Tradition verlangte, und Atahualpa, der von einer ecuadorianischen Prinzessin geboren worden war.

Die Spanier waren bereits zur Zeit des Todes von Huayna Cápac zum Río Santa in Peru weitergefahren und hatten von dort Inka-Keramik, Kleidungsstücke und metallene Gefäße nach Panama mitgebracht.

Bei einer Audienz in Madrid bei Kaiser Karl V., dem spanischen König Karl I., zeigte Pizarro diese vor, um von ihm die Mittel für einen Feldzug gegen die Inka zu erhalten. Im Juli 1529 unterschrieb der König mit ihm und Diego de Almagro eine Capitulación, einen Geschäftsvertrag, der sie zur Eroberung und Besetzung von Tahuantinsuyu ermächtigte und ihnen finanzielle Unterstützung zusicherte.

Tahuantinsuyu wird spanischer Marionettenstaat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zug der Spanier nach Cajamarca[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1530 verließ Francisco Pizarro mit einer kleinen Flotte Spanien. Seine Brüder Juan, Gonzalo und Hernando Pizarro waren zusammen mit 17 anderen Männern aus ihrer Heimat, der Extremadura, der Kern der nur 180 Mann umfassenden Truppe, die im Norden des heutigen Ecuador an Land ging. Die Einheimischen scheinen jedoch gespürt zu haben, dass die Spanier diesmal nicht in Frieden gekommen waren, denn es kam zu mehreren kleinen Scharmützeln. Die genauen Gründe für die Kämpfe sind jedoch erneut unklar.

April 1532 erreichten die Spanier erneut Tumbes, doch der Ort war völlig zerstört worden. Die Einheimischen sagten aus, dass dies eine Folge des Bürgerkriegs sei, der immer noch zwischen Atahualpa und seinem Halbbruder Huáscar tobte. Pizarro sah durch den Bürgerkrieg seine Chance gekommen und befahl dem Trupp am 16. Mai, nach Süden zu marschieren. Der Weg der Spanier führte entlang der alten Königsstraße der Inka über den Río Chira ins Piura-Tal. Unterwegs kam es immer wieder zu Kämpfen mit einheimischen Häuptlingen. Trotzdem schaffte es Pizarro, wie schon Cortés vor ihm in Mexiko, viele kleinere Stämme für sich zu gewinnen, die zum Teil erst einige Jahre zuvor ihre Unabhängigkeit verloren hatten.

Vom Piura-Tal zog es die Spanier im Oktober und November weiter nach Süden. Sie mussten mehrere Male Andenpässe überwinden, die aber zu ihrer Überraschung unverteidigt waren. Trotz dieser Strapazen und obwohl einige Soldaten an der Höhenkrankheit litten, erreichte Pizarros Trupp am 14. November 1532 die Stadt Cajamarca.

Atahualpas Gefangennahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schlacht von Cajamarca in einer künstlerischen Darstellung

Außerhalb von Cajamarca lagerte Atahualpa mit seinem rund 30.000 Mann umfassenden Heer. Er hatte kurz zuvor seinen Bruder und Widersacher Huáscar besiegt, dessen nächste Verwandte und viele Anhänger töten lassen und ihn selbst gefangengenommen. Nun war er auf dem Weg in die Hauptstadt Cusco. Atahualpa wurde laufend von der Ankunft und den Bewegungen des spanischen Trupps unterrichtet und hielt sich in Cajamarca auf, um nach erfolgreichem Kampf dort die Schwefelbäder von Pultamarca in Anspruch zu nehmen. Francisco Pizarro lud Atahualpa zu einem Treffen auf dem Hauptplatz von Cajamarca ein. Er sah darin eine willkommene Möglichkeit, Atahualpa in einen ähnlichen Hinterhalt zu locken. Er verteilte seine Begleiter in drei Schuppen in der weitläufigen Palastresidenz, die den Platz umgaben und ließ sie sich dort in der Deckung in aller Stille auf den Kampf vorbereiten.

Atahualpa wurde in einer langen, Stunden dauernden Prozession von seinen wichtigsten Adeligen in einer goldenen Sänfte in die Stadt getragen. Auf dem Hauptplatz war kein Spanier zu sehen. Dann trat der spanische Priester Vicente de Valverde vor ihn und forderte ihn auf, die Herrschaft des spanischen Königs anzuerkennen und zum christlichen Glauben überzutreten. Der Inkamonarch – gewohnt, dass sich alle seiner Herrschaft unterwerfen mussten – fragte ihn, worauf er seinen Glauben stütze und der Priester hielt ihm seine Bibel hin. Atahualpa sah sie sich sorgfältig an und hielt sie an sein Ohr, um zu sehen, ob das Buch zu ihm spräche. Doch als er nichts hörte, warf er das Buch achtlos auf den Boden.

In diesem Moment gab Pizarro den Befehl zum Angriff. Die Spanier eröffneten mit ihren Gewehren und ihrer Artillerie das Feuer auf die unbewaffnete Menge. Durch die berittenen Soldaten und die lauten Schüsse entstand eine Massenpanik. Wer nicht von den Spaniern erschossen oder mit Schwerthieben niedergemacht wurde, den trampelte die angstvolle Menschenmenge zu Tode. Bei diesem Gemetzel, das später die Schlacht von Cajamarca genannt wurde, starben Berichten zufolge zwischen 2.000 und 10.000 Indios, während die Spanier keine Verluste zu beklagen hatten. Atahualpa wurde von Pizarros Soldaten gefangengenommen.

Die Plünderung Perus und Atahualpas Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cuarto del Rescate in Cajamarca, wo Atahualpa gefangengehalten wurde

Mit Atahualpa hatten die Spanier den entscheidenden Machtfaktor in der Hand. Der König saß nun gefangen in einer Zelle, doch er hatte tatsächlich noch immer die Befehlsgewalt über seine Generäle und sein Volk. Da er die große Gier der spanischen Invasoren nach Gold erkannte, schlug er ihnen vor, sich freikaufen zu lassen. Seine Untertanen sollten seine Zelle bis zu der Höhe mit Gold füllen, die er selbst mit der Hand auf Zehenspitzen erreichte. Als Francisco Pizarro überrascht zögerte, bot er ihm zwei weitere Räume voller Silber an. Pizarro akzeptierte, und auf Atahualpas Befehl wurden im ganzen Land Tempel und Paläste geplündert, um das Lösegeld beizubringen. Als aber das versprochene Gold und Silber ausgehändigt und eingeschmolzen war, wurde Atahualpa nicht freigelassen sondern am 26. Juli 1533 aufgrund einer fadenscheinigen Anklage öffentlich hingerichtet. Für diesen Königsmord wurde Francisco Pizarro später selbst von spanischen Chronisten, wie etwa Pedro de Cieza de León stark kritisiert, der diese Tat als „das Widerwärtigste, was wir Spanier in Westindien je taten“ bezeichnete.

Die Machtübernahme in Cusco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod Atahualpas befahl Francisco Pizarro seinen Soldaten den Marsch auf die Hauptstadt des Inka-Reiches, Cusco, wo sie im November 1533 eintrafen. Atahualpas General Quizquiz hatte vergeblich versucht ihn aufzuhalten und die Stadt verlassen. Der dort ansässige Adel hatte zuvor fast ausschließlich Huáscar unterstützt, und die meisten waren auf Atahualpas Befehl mit ihren Frauen und Kindern niedergemetzelt worden. Die überlebenden Adeligen begrüßten die Spanier freundlich, aber doch zurückhaltend. Zusammen einigten sich Pizarro und die Adeligen auf die Einsetzung von Manco Cápac, einen weiteren Sohn des Huayna Cápac, als neuen Sapa Inka. Manco schwor bei seiner Krönung einen Eid, der Tahuantinsuyu faktisch zu einem spanischen Marionettenstaat machte. Die Spanier plünderten die Goldschätze der Hauptstadt, soweit sie nicht schon als Lösegeld nach Cajamarca gebracht worden waren.

Eroberung von Quito[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Pizarro sich in Cusco etablierte, zog Sebastián de Belalcázar, den Pizarro als Statthalter in seinem Stützpunkt San Miguel (Piura) an der Küste gelassen hatte, auf eigene Faust in die Anden, um Quito, die Hauptstadt des Nordens zu erobern. Atahualpa hatte Quito, seine Heimat und Machtbasis, seinem General Rumiñahui unterstellt. Unterstützt vom Volk der Kañari gelang es Belalcázar, Rumiñahui zur Aufgabe Quitos zu zwingen. Als Quizquiz sich nach seinem Rückzug aus Cusco dem heimatlichen Quito näherte, hatten die Spanier die Stadt schon eingenommen.

Gründung von Lima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da das im Hochland gelegene Cusco nur schwer von Panama zu erreichen war, reiste Pizarro an die Küste und gründete 1535 Ciudad de los Reyes, das heute Lima, als neue Hauptstadt der nun „Neukastilien“ genannten Kolonie.

Almagros Zug nach Chile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1535 traf dann ein Erlass Karls V. ein, der dem unzufriedenen Diego de Almagro ein eigenes Eroberungsrecht „Neutoledo“ südlich von Pizarros Herrschaftsgebiet einräumte. Unterstützt von Manco Cápac zog Almagro in Richtung Chile, das an der Südgrenze des Inkareichs lag.

Manco Cápacs Aufstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz nachdem Almagro zu seiner Expedition nach Chile aufgebrochen war, kam es zum offenen Aufstand der Inka.

Manco Cápac, der die Spanier zunächst beim Kampf gegen Atahualpas General Quizquiz und bei der Expedition nach Chile unterstützt hatte, wurde von den Spaniern immer schlechter behandelt. Schon Ende 1535 hatte er zu fliehen versucht, doch die Spanier hatten ihn wieder in seinen Palast zurückbringen können und danach keine Milde mehr gezeigt. Man legte Manco in Ketten und ließ ihn öffentlich demütigen. Eine weitere Düpierung der Inka war die offene Begierde, die Gonzalo Pizarro gegenüber Mancos Schwesterfrau Coya Occlo an den Tag legte; doch erst die Tötung mehrerer Inka-Generäle und Statthalter brachte das Fass zum Überlaufen.

Der Aufstand war bereits seit einiger Zeit von Manco Cápacs übrigen Generälen vorbereitet worden. Sie wussten, dass ihre traditionellen Waffen denen der Spanier weit unterlegen waren, doch sahen sie keine Alternative. Manco sandte danach Boten durch das ganze Reich, um überall Vorbereitungen treffen zu lassen. Man begann mit der geheimen Herstellung europäischer Waffen und der Organisation der Soldatentrupps, die gleichzeitig Lima und Cusco angreifen sollten.

Die Festung Sacsayhuamán oberhalb von Cusco heute

Der Beginn des Aufstandes war absichtlich auf Ostern 1536 festgesetzt worden. Eine Woche zuvor gelang Manco die Flucht vor seinen Bewachern zu einem vorbereiteten Versteck im Norden, wo sich seine Truppen sammeln sollten. Aufgrund von Verzögerungen konnte der Angriff allerdings erst Anfang Mai beginnen, nachdem es Meinungsverschiedenheiten zwischen den Generälen über den genauen Angriffszeitpunkt gegeben hatte.

Als die Inka-Armee in Cusco ankam, waren etwa 200 Spanier sowie mehrere tausend indigene Soldaten in der Stadt stationiert. Unter diesen waren viele Kañaris und Chachapoyas aus dem Norden, welche in der späten Inkazeit umgesiedelt worden waren und dort eine wichtige Rolle als Elitetruppen spielten, bis sie sich den Spaniern anschlossen. Mancos Armee umfasste vermutlich mehrere Zehntausend Krieger (Augenzeugen sprechen von bis zu 30.000). Nachdem die Wasserversorgung unterbrochen worden war, begannen sie die Belagerung der Stadt. Obwohl ihre Niederlage fast sicher schien, kämpften die Spanier erbittert um ihr Leben – sie wussten, dass sie von den Inka keine Gnade zu erwarten hatten. Es gelang ihnen, die vorgelagerten Festung Sacsayhuamán zu erobern, wobei Juan Pizarro getötet wurde.

Zeitgleich begannen die Inka die Belagerung von Lima, was Francisco Pizarro veranlasste, Hilfegesuche nach Panama, Mexiko und Guatemala zu schicken. Pizarro schickte er Entsatztrupps nach Cusco, die aber alle von den Inka vernichtet wurden, wobei über dreihundert Spanier den Tod fanden. Der Kampf um Cusco endete, als Diego de Almagro von der Chile-Expedition zurückkehrte und die Stadt mit seinen Truppen besetzte. Dabei nahm er die in der Stadt befindlichen Pizarro-Brüder gefangen.

Das Reich im Exil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine der vielen Terrassen, die Manco Capac zur Versorgung seiner Soldaten in Ollantaytambo anlegen ließ

Manco Cápac zog sich noch während der Kämpfe um Cusco und Lima mit den überlebenden Soldaten zu seiner Festung Ollantaytambo zurück, wo er die Anlage neuer Terrassen und den Bau von Unterkünften für seine Truppen befahl. Bald wurde er aber von 70 Konquistadoren unter Hernando Pizarro bedrängt, die ihm aus Cusco gefolgt waren. Obwohl Manco die folgende, erbittert geführte Schlacht für sich entscheiden konnte, erkannte er, dass er auch in seiner neuen Residenz nicht sicher war. Somit brach er sein Lager in Ollantaytambo ab und marschierte mit seiner verbliebenen Armee Mitte 1537 ins Antisuyu, jenem im Osten des Reiches gelegenen Teil an den Hängen der Anden zum Amazonasurwald.

Hier ließen ihm die Konquistadoren eine Verschnaufpause, denn Diego de Almagro und die Brüder Pizarro waren in Streit über die Verteilung der Beute geraten und bekämpften einander, bis Almagro unterlag und hingerichtet wurde. Nach dem Ende der Kämpfe jedoch eröffneten die Spanier erneut die Jagd auf Manco Cápac.

Gonzalo Pizarros Expedition fand die verbliebenen Rebellen schließlich in einer Stadt, die die Spanier Espiritú Pampa nannten, die Ebene der Geister. Bei der folgenden Schlacht erlitten die Konquistadoren ihre einzige Niederlage gegen die Inka in einer offenen Feldschlacht. Obwohl sie Manco nicht gefangen nehmen konnten, gelang den Spaniern die Plünderung der Stadt. Der letzte Zufluchtsort des Sapa Inka hieß nun Vilcabamba.

Vilcabamba blieb lange unberührt von spanischen Übergriffen. Francisco Pizarro wurde 1541 ermordet und starb damit noch vor Manco Cápac, der 1544 von Anhängern Almagros ermordet wurde, die bei ihm Zuflucht gesucht hatten. Nach Manco Cápacs Tod leisteten die Inka Widerstand und führten immer wieder kleinere Überfälle durch, unterbrochen durch Zeiten relativen Friedens. Erst im Mai 1572 beendeten die Spanier die Existenz des Exilreiches von Vilcabamba durch einen Großangriff auf die Stadt. Vilcabamba wurde nahezu kampflos eingenommen, da viele Krieger in die umliegenden Wälder geflohen waren. Der letzte Sapa Inka Túpac Amaru, Manco Cápacs jüngster Sohn, wurde gefangen genommen und am 24. September 1572 in Cusco öffentlich hingerichtet. Mit der Eroberung Vilcabambas erlosch das zuvor so mächtige Reich der Inka endgültig.

Chronologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1513 Vasco Núñez de Balboa überquert Landenge von Panamá und entdeckt das Südmeer (Pazifik).
1519 15. August: Gründung der Stadt Panama am Pazifik.
1524 November: Ausfahrt zur ersten Expedition von Francisco Pizarro und Diego de Almagro, Erforschung der Westküste Kolumbiens.
1526 10. März: Ausfahrt zu Pizarros zweiter Expedition. Im April 1528 wird Tumbes erreicht.
um 1527 Tod des Inka-Herrschers Huayna Cápac. Erbstreitigkeiten zwischen seinen Söhnen Huáscar und Atahualpa führen zum Bürgerkrieg.
1529 25. Juli: Capitulación de Toledo: Pizarro erhält die königliche Erlaubnis für die Eroberung von Peru.
1530 Januar: Pizarro bricht von Sevilla nach Amerika auf.
27. Dezember: Pizarros dritte Expedition verlässt Panama in Richtung Tumbes.
1532 April: Atahualpas Feldherr Chalcuchímac nimmt Huáscar gefangen. Quizquiz nimmt Cusco ein und lässt den Adel niedermetzeln.
Mai: Pizarro gründet mit San Miguel de Piura den ersten Stützpunkt im heutigen Peru.
24. September: Pizarro zieht von der Küste in die Anden.
16. November: Schlacht von Cajamarca, Pizarro nimmt Atahualpa gefangen.
1533 Februar(?): Huáscar wird ermordet (vermutlich auf Befehl Atahualpas).
26. Juli: Pizarro lässt Atahualpa hinrichten.
15./16. November: Pizarro erobert Cusco und setzt Manco Cápac als Vasallenherscher ein.
1534 Juli: Sebastián de Belalcázar erobert Quito von Atahualpas Feldherr Rumiñahui.
August: Pedro de Alvarado erscheint in Quito. Almagro und Belalcázar kaufen ihm Heer und Material ab.
1535 18. Januar: Pizarro gründet Ciudad de los Reyes, das heutige Lima.
Juli: Almagro bricht zur Expedition nach Chile auf. 1537 kehrt er gescheitert zurück.
1536/37 Mai 1536 – April 1537: Aufstand des Manco Cápac, Belagerung von Cusco und Lima. Nach Scheitern des Aufstands zieht sich Manco nach Vilcabamba zurück.
1538 26. April: Almagro unterliegt in der Schlacht von Las Salinas gegen Pizarro und wird hingerichtet.
1540 Januar: Pedro de Valdivia zieht nach Chile und gründet 1541 Santiago.
Dezember: Erfolglose „Zimtland-Expedition“ des Gonzalo Pizarro ins Amazonas-Tiefland (bis 1542). Francisco de Orellana befährt den Amazonas bis zur Mündung.
1541 26. Juni: Anhänger Almagros unter Führung seines Sohnes Diego ermorden Francisco Pizarro.
1542 20. November: Das Vizekönigreich Peru und die Real Audiencia von Lima werden gegründet. Verkündung der Leyes Nuevas (Neuen Gesetze) zum Schutz der Indianer.
1544 Manco Cápac wird von geflohenen Anhängern Almagros ermordet.
Die encomenderos, angeführt von Gonzalo Pizarro, rebellieren gegen die Durchsetzung der Leyes Nuevas.
1548 9. April: Pizarro wird in der Schlacht von Jaquijahuana besiegt und hingerichtet.
1572 Zerschlagung des Rumpfstaats der Inka in Vilcabamba, Gefangennahme und Hinrichtung des letzten Inka-Herrschers, Túpac Amaru.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lieselotte und Theodor Engl: Die Eroberung Perus in Augenzeugenberichten. 2. Aufl., Dt. Taschenbuch-Verl., München 1977. ISBN 3-423-01100-9.
  • John Hemming: The Conquest of the Incas. Pan, London 2004, ISBN 0-3304-2730-X.
  • Hugh Thomas: Rivers of Gold. The Rise of the Spanish Empire. London 2003 (ND New York 2005).
  • Hugh Thomas: The Golden Empire. Spain, Charles V, and the Creation of America. New York 2010.
  • Hugh Thomas: World Without End. Spain, Philip II, and the First Global Empire. New York 2014.
  • Michael Wood: Auf den Spuren der Konquistadoren. Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-010515-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Charles C. Mann, 1493.Uncovering the New World Columbus Created, Vintage Books New York, 2011, S. 14