Spanischer Bürgerkrieg

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Spanischer Bürgerkrieg
Ausbildung spanischer Soldaten durch die „Legion Condor“
Ausbildung spanischer Soldaten durch die „Legion Condor“
Datum 17. Juli 1936 bis 1. April 1939
Ort Spanien, Spanisches Kolonialreich
Ausgang Sieg der Putschisten
Folgen Ende der Zweiten Spanischen Republik

Beginn der Diktatur Francos

Konfliktparteien
Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Republikaner

Unterstützt durch

Spanien 1938Spanien Nationalisten

Unterstützt durch

Befehlshaber
Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Frente Popular Manuel Azaña

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Frente Popular Julián Besteiro

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Francisco Largo Caballero

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Frente Popular Juan Negrín

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Indalecio Prieto

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Vicente Rojo Lluch

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik José Miaja

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Frente Popular Juan Modesto

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Juan Hernández Saravia

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Confederación Nacional del Trabajo/Federación Anarquista Ibérica Buenaventura Durruti

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Lluís Companys i Jover

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik José Antonio Aguirre

Spanien Zweite RepublikZweite Spanische Republik Alfonso Daniel Rodríguez Castelao

NationalistenNationalisten Carlisten Emilio Mola

NationalistenNationalisten AlfonistenAlfonisten José Sanjurjo

NationalistenNationalisten Falange Francisco Franco

NationalistenNationalisten Miguel Cabanellas

NationalistenNationalisten Manuel Goded Llopis

NationalistenNationalisten Gonzalo Queipo de Llano

NationalistenNationalisten Falange Juan Yagüe

NationalistenNationalisten Falange José Antonio Primo de Rivera

NationalistenNationalisten Falange Manuel Hedilla

NationalistenNationalisten Carlisten Manuel Fal Condé

NationalistenNationalisten José María Gil-Robles y Quiñones

NationalistenNationalisten AlfonistenAlfonisten Antonio Goicoechea Cosculluela

Der Spanische Bürgerkrieg wurde zwischen Juli 1936 und April 1939 zwischen der demokratisch gewählten Volksfrontregierung der Zweiten Spanischen Republik und den rechtsgerichteten Putschisten unter General Francisco Franco ausgetragen. Er endete mit dem Sieg der Anhänger Francos und der bis zum Tode Francos 1975 anhaltenden Diktatur in Spanien, dem sogenannten Franquismus.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ursachen[Bearbeiten]

Die Ursachen für den Ausbruch des Krieges sind in den extremen sozialpolitischen und kulturellen Verwerfungen in der spanischen Gesellschaft sowie in regionalen Autonomiebestrebungen, etwa im Baskenland und in Katalonien, zu finden. Spanien erlitt seit Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche gewalttätige Konflikte, die ungelöst blieben. Sie häuften und verschärften sich, als nach der Niederlage im Spanisch-Amerikanischen Krieg 1898 das Ansehen der alten Institutionen weitgehend verloren gegangen war. Den wenigen Anhängern der Zweiten Spanischen Republik war es weder gelungen, die gravierenden sozialen Missstände zu verbessern, noch den Verfechtern einer autoritären Staatsordnung etwas entgegenzusetzen.

Spanien war von mehreren strukturellen Brüchen betroffen:

  • der völlig unterprivilegierten Stellung der Land- und Industriearbeiterschaft, die zum Teil radikale gesellschaftliche Umbrüche anstrebte
  • der Auseinandersetzung um das kulturelle Monopol der römisch-katholischen Kirche
  • dem auf heftigen Widerstand treffenden Bestreben der Basken und Katalanen, sich von der Zentralregierung zu emanzipieren
  • der mangelnden Kontrolle des Militärs durch die Regierung, seiner Entfremdung von weiten Teilen der Gesellschaft und seiner Rolle als „Staat im Staate“.

In der neueren spanischen Geschichte hatten friedliche Lösungen kaum eine Tradition. So standen sich katholisch-nationalistische, bürgerlich-liberale und sozialrevolutionäre Gruppierungen in langer Feindschaft gegenüber. Wegen der wirtschaftlichen Krise in Spanien und der sich verändernden Lage in Europa durch das Aufkommen des Faschismus verschärfte sich die Situation zusehends.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Nach anfänglicher Begeisterung verlor die 1931 gegründete Zweite Republik rasch an Unterstützung. Die traditionellen Eliten aus den Zeiten von Diktatur und Monarchie fürchteten eine Gefährdung ihrer Privilegien und ihres kulturellen Selbstverständnisses. Die laizistische Orientierung der ersten Regierung und die von einem radikalen Antiklerikalismus inspirierten Übergriffe gegen kirchliche Einrichtungen bestärkten sie in dieser Haltung. Sie wandten sich gegen sämtliche Reformen, die eine Verbesserung der allgemeinen Lebensumstände in Aussicht stellten.

Rasch wandte sich auch die Arbeiterschaft gegen die Republik. Nachdem sich die sozialen Reformen als nicht durchsetzungsfähig erwiesen und 1934 die neue Rechtsregierung einen harten Kurs eingeschlagen hatte, sahen die organisierten Arbeiter in der neuen parlamentarischen Staatsform nichts weiter als eine Fortsetzung der alten Politik der Unterdrückung.

Die Anarchisten hatten fast von Anfang an die Republik bekämpft; die zuvor reformistische sozialistische Gewerkschaft UGT schwenkte aus Enttäuschung über das Regierungsbündnis mit den Republikanern ab 1933 auf einen revolutionären Kurs um und propagierte die Diktatur des Proletariats. Maßgebliche Teile der sozialistischen Partei PSOE setzten dagegen weiterhin auf eine Kooperation mit den Liberalen.

Die Republikaner, die sich anschickten Spanien umzugestalten, setzten viele wichtige Reformen nur halbherzig um. Weite Teile des Bürgertums fürchteten trotzdem eine Dominanz der Arbeiterschaft und waren daher bereit, eine Diktatur zu unterstützen. Hinzu kamen die Bestrebungen des katalanischen und baskischen Bürgertums, den kastilisch dominierten Zentralstaat zu verlassen.

1932 fand ein erster Militärputsch statt, der nur schlecht ausgeführt und durch einen anarchistischen Generalstreik vereitelt wurde. Ende 1933 zerbrach die erste Koalition, der eine von den rechten Parteien tolerierte und gewählte Zentrumsregierung nachfolgte. Sie amnestierte die Putschisten, machte die Reformen rückgängig und verschärfte die Situation der Lohnabhängigen. Die Linken wie auch die Liberalen verstanden dies als Kriegserklärung. Im Oktober 1934 riefen Sozialisten sowie die bürgerliche katalanische Regierung den Aufstand aus. Wegen unzureichender Vorbereitungen und der Absage der Anarchisten scheiterte dieser Versuch. Einzig in Asturien konnte der Aufstand sich halten; die Regierung rief das Kriegsrecht aus. Unter dem Oberkommando des späteren Diktators Francisco Franco wurde die Erhebung brutal niedergeschlagen. Es gab über 1.300 Tote, davon 78 % Zivilisten. Es folgte eine breite Verhaftungswelle, die auch liberale und sozialistische Spitzenpolitiker erfasste, und eine Zensur, von der die linken Zeitungen betroffen waren. Die CEDA, die katholizistische Sammlungsbewegung, die in Teilen mit dem europäischen Faschismus sympathisierte, drängte an die Macht, scheiterte aber am Staatspräsidenten. Währenddessen konspirierten die Offiziere, um einen neuen Putsch vorzubereiten.

Ende 1935 war auch die zweite Koalition wegen interner Querelen und eines Finanzskandals am Ende. Um das Mehrheitswahlrecht diesmal für sich zu nutzen, bildeten Sozialisten, Republikaner, liberale Katalanisten, der stalinistische Partido Comunista de España (PCE) und der linkskommunistische Partido Obrero de Unificación Marxista (POUM) ein Volksfront-Bündnis, die Frente Popular. Unterstützt wurden sie von den baskischen Nationalisten und den Anarchisten, die diesmal keinen Wahlboykott formulierten. Dagegen stand die Frente Nacional aus CEDA, Monarchisten, einer Grundbesitzer-Partei und den Karlisten. Dazwischen standen die Parteien der Mitte, die kaum mehr Bedeutung besaßen.

Am 16. Februar 1936 gewann die Volksfront die Wahlen; auch die parlamentarische Opposition erkannte ihren Sieg an. Den meistzitierten Angaben Javier Tussells zufolge erhielten die Parteien der linken Volksfront im ersten Wahlgang 4.654.116 Stimmen, diejenigen der rechten Nationalen Front 4.503.505 Stimmen und sonstige Parteien (darunter Zentrum, baskische Nationalisten und der Partido Republicano Radical) 562.651 Stimmen. Dies führte nach dem zweiten Wahlgang am 1. März und dem Agieren einer von der neuen Regierung eingesetzten Mandatsüberprüfungskommission zu folgender Sitzverteilung: Volksfront 301 Sitze (davon PSOE 99 und Izquierda Republicana 83), Nationale Front 124 (davon CEDA 83), andere 71. Die Angaben verschiedener Historiker zum seinerzeit nicht im Detail veröffentlichten Ergebnis der Stimmenauszählung, jedoch nicht der Sitzverteilung, weichen heute zum Teil voneinander ab. Einige konservative Historiker betonen zusätzlich, dass durch Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung Wahlergebnis und Verteilung der Parlamentssitze zugunsten der Volksfront beeinflusst worden seien.

Durch den Sieg der Volksfront hatte für Teile der Rechten die Republik aufgehört zu existieren. Ungeachtet des moderaten Reformprogramms der neuen Regierung unter Azaña kam es zu spontanen Landbesetzungen, die Streikaktivität stieg stark an und Straßenkämpfe zwischen Extremisten beider politischer Lager, die von bewaffneten Ordnungskräften zum Teil gewaltsam unterdrückt wurden, nahmen deutlich zu. Die faschistische Falange übte gezielten Terror aus, gegen den der Staat sich machtlos zeigte.

Währenddessen planten die Offiziere nahezu öffentlich den Putsch. Ihre Aktivitäten wurden von der Regierung, die nur aus Liberalen bestand, weitgehend ignoriert oder nur geringfügig geahndet. Bei einem Kampf gegen die Putschisten hätte sie die Gewerkschaften bewaffnen müssen, was sie möglichst verhindern wollte.

Auf dem Höhepunkt der Unruhen wurde am 13. Juli der monarchistische Oppositionsführer José Calvo Sotelo durch Angehörige der Guardia de Asalto und der Zivilgarde ermordet. Sein Tod bewog die Karlisten, den Putsch mit ihren paramilitärischen Verbänden zu unterstützen.

Als der Aufstand begann, leisteten vor allem die Arbeiter Widerstand. Wo sie erfolgreich waren, reagierten sie mit einer Revolution, die hauptsächlich von den Anarchisten getragen wurde. Dies rettete der Republik vorläufig die Existenz. Aus dem Putsch wurde ein Bürgerkrieg, der schon bald in das internationale Beziehungsgeflecht Europas geriet, was den Verlauf der Ereignisse entscheidend beeinflussen sollte.

Internationale Dimension[Bearbeiten]

Ein während der Schlacht von Guadalajara zerstörtes Wegwärterhäuschen

Der Spanische Bürgerkrieg besaß einen gewichtigen internationalen Aspekt. Da er die ideologischen Konfliktlinien Europas widerspiegelte und die kontinentale Machtkonstellation in Bewegung brachte, hingen der Kriegsverlauf und das Schicksal der Republik entscheidend von der Haltung der anderen europäischen Mächte ab. Diese bildeten unter der Ägide des Völkerbundes das Nichteinmischungskomitee, welches bereits am 9. September 1936 zum ersten Mal zusammentrat. Obwohl die wichtigsten Akteure mit Ausnahme Portugals formell Mitglied des Komitees waren, stellte sich bald heraus, dass das Prinzip der Nichteinmischung nicht ernsthaft verfolgt wurde.

Auf der einen Seite unterstützten die faschistischen Mächte Italien und Deutschland offen die Putschisten, während die liberalen Demokratien Frankreich und Großbritannien eine Nichteinmischungspolitik praktizierten und damit den Siegeszug der Aufständischen begünstigten. Die Sowjetunion dagegen belieferte die Republik bis 1938 mit Waffen und Beratern. Dadurch konnte sie die Madrider Regierung maßgeblich beeinflussen und die Stellung der zuvor unbedeutenden spanischen Partido Comunista de España (PCE) ausbauen. Außerdem betrieb die Sowjetunion entschieden den Rückgang der Sozialen Revolution. Letzteres geschah sowohl aus Machtinteresse als auch aus strategischen Gründen. Man wollte die Gunst der liberalen kapitalistischen Mächte gewinnen, die Stalin in der zu erwartenden Auseinandersetzung mit dem Faschismus auf seine Seite zu ziehen versuchte. So wurde Spanien zu einem militärischen und politischen Labor für die schwelende Systemkonkurrenz in Europa, die in den Zweiten Weltkrieg mündete. Die gewählte spanische Regierung wurde zu einem frühen Opfer der Appeasement-Haltung der führenden Demokratien, die nicht zuletzt einem antikommunistischen Kalkül geschuldet war. Die Putschisten wären ohne das Eingreifen Mussolinis und Hitlers nie so weit gekommen, konnten aber ihre vollständige Instrumentalisierung durch Rom und Berlin vermeiden.

Unterstützer der Putschisten/Nationalisten[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Nach einem dringlichen Hilfegesuch Francos hatte Hitler die Putschisten spontan mit den notwendigen Mitteln unterstützt. Für das NS-Regime war der Bürgerkrieg ein neues Schlachtfeld im weltweiten Konflikt gegen den „Bolschewismus“. Neben der offen vorgetragenen ideologischen Komponente taten sich vor allem strategische und militärische Gründe für das NS-Engagement auf. Spanien sollte von keinem Regime regiert werden, das dem Deutschen Reich feindlich gegenüberstehen würde. Hier spielten schon Hitlers Kriegsvisionen eine Rolle. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass Frankreich seit Juli 1936 ebenfalls eine Volksfront-Regierung besaß, deren Vorgängerin bereits erste Annäherungen zur Sowjetunion betrieben hatte – was aber auf britischen und innenpolitischen Druck hin bald ein Ende fand. Hinzu kamen wirtschaftliche Motive: Spanien besaß eine Reihe von Rohstoffen, die für die Rüstungsindustrie relevant waren und die man sich per Abkommen mit dem Franco-Regime aneignen wollte. Konkurrent hierbei war Großbritannien. Bereits unmittelbar nach dem Putsch verließen sämtliche Angestellte von deutschen Konzernen die von der Republik kontrollierten Gebiete. Sie begaben sich entweder in die von Franco kontrollierten Gebiete oder verließen per Schiff Spanien, wobei einige der Angestellten der IG-Farben als Transportmittel das Panzerschiff Deutschland benutzt haben dürften.[1] Wahrscheinlich kämpften insgesamt 16.000 deutsche Staatsbürger in Spanien auf Seiten Francos. Im Maximum betrug ihre Anzahl etwa 10.000. Die Anzahl der getöteten deutschen Staatsbürger wird mit 300 angegeben.

Finanzielle Beihilfen[Bearbeiten]

Die finanziellen Beihilfen Deutschlands zugunsten der Nationalisten betrugen im Jahr 1939 etwa £ 43.000.000 ($  215.000.000). Diese Beihilfen wurden zu 15,5 % für die Gehälter und Ausgaben, 21,9 % für Waffenlieferungen und 62,6 % für die Legion Condor verwendet.[2]

Waffenlieferungen[Bearbeiten]

Die sehr prompte Lieferung von Waffen über den Seeweg legt nahe, dass Waffen schon vor dem Militäraufstand von den Putschisten in Deutschland geordert wurden. Bereits einige Tage nach dem Militärputsch, am 22. Juli 1936, war das deutsche Dampfschiff Girgenti im Hafen von Valencia von republikanischen Kräften nach Waffen durchsucht worden. Das deutsche Außenministerium protestierte bei der republikanischen Regierung in Madrid. Kurz darauf wurde die Girgenti von Joseph Veltjens gechartert und am 22. August 1936 in Hamburg erneut mit Waffen für die putschenden Militärs in der Region La Coruña beladen. Zudem lieferte Joseph Veltjens am 14. August 1936 an den spanischen General und Hauptakteur des Putsches Emilio Mola sechs He 51. Bei einer Verhandlung mit dem diktatorisch regierenden portugiesischen Ministerpräsidenten A. Salazar erreichte am 21. August 1936 Johannes Bernhardt, dass Kriegsmaterial und Treibstoff über den Hafen von Lissabon eine Blockade des spanischen Hafens von Cádiz durch die republikanische Marine umgehen konnte.[3] Der Anfangs mit der wirtschaftlichen Koordination beauftragte Walter Warlimont regte an, ein Unternehmen nach dem Montan-Schema zu gründen. Als Ergebnis eines Treffens am 2. Oktober 1936 entstand als Pendant zu der in Spanien operierenden HISMA in Deutschland die Rohstoff- und Wareneinkaufsgesellschaft mbH (ROWAK). Geschäftsführer der ROWAK wurde Eberhard von Jagwitz, ein Freund von Johannes Bernhardt. Weil die Putschisten nicht über genug Währungsreserven verfügten, wurde mit dem Deutschen Reich ein Verrechnungssystem etabliert, in dem Kriegsgerät etwa gegen Bergbau-Konzessionen verrechnet wurde. Laut dem Historiker Hugh Thomas bereiste Friedrich Bethke direkt nach der Einnahme Bilbaos im Juni 1937, über 14 Tage lang sämtliche Erzbergwerke, Hochöfen und Walzwerke in dieser Region.[4] Bereits 1937 verfügte die ROWAK über 73 Minenrechte, und 1938 über 135 Minenrechte. Die Minenrechte bezogen sich auf strategische Güter wie: Eisen, Kupfer, Blei, Wolfram, Zinn, Zink, Kobalt und Nickel. Später überschrieb Franco zur Zahlung seiner Kriegsschulden sogar sechs Minen dem Deutschen Reich, in Höhe von 480 Millionen Reichsmark.

Deutsche Unternehmen[Bearbeiten]

Als deutsches Unternehmen spendete z.B. die IG-Farben mehrmals während des Spanischen Bürgerkrieges Beträge in Höhe von 100.000 Peseten und bedachte auch militärische Erfolge Francos mit Sonderprämien. Sie unterstützte auch gemeinsam mit Siemens und anderen deutschen Unternehmen die Legion Vidal, eine Sanitätstruppe der Putschisten. Zudem lieferte die IG-Farben wichtige Rohstoffe zur Erzeugung von Kriegsgütern. Des Weiteren lieferte die Gesellschaft für die Legion Condor die Elektron-Thermit-Stabbrandbombe B 1 E, die bei dem Luftangriff auf Gernika und andere baskische Städte eingesetzt wurde. Nachweislich erstellte die Gesellschaft auch Schwarze Listen und Berichte über Belegschaftsangehörige der IG-Farben in den Gebieten der Republik. Laut diesen Berichten standen zwei Drittel der Belegschaftsangehörigen auf der Seite der Spanischen Republik. Diejenigen Mitarbeiter, die den Putsch Francos begrüßten, erhielten Anweisungen zur Sabotage. Einige dieser Mitarbeiter gelangten sogar in Führungspositionen, wie zum Beispiel Juan Trilla Buxeda, der einen Betriebsrat der IG-Farben leitete. Laut einem US-Regierungsbericht konnten insgesamt 104 Personen identifiziert werden, die als Spitzel für die IG-Farben sowie andere deutsche Firmen tätig waren.[5] Ab 1938 erfolgte in Spanien der Aufbau eines der vier weltweiten Zentren des Etappendienstes außerhalb des Deutschen Reichs. Im Juni 1938 inspizierte Hellmuth Heye die Standorte in Spanien, die in den ersten Jahren des Bürgerkrieges stillgelegt worden waren.

Kriegsmateriallieferungen organisierte Hans Eltze für das Exportkartell Ausfuhrgemeinschaft für Kriegsgerät.

Unternehmen Feuerzauber[Bearbeiten]

Die erste rein militärische Unterstützung Francos durch das nationalsozialistische Deutschland erfolgte schon zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges. Am 27. Juli 1936 wurde, um die militärische Hilfe für Franco zu organisieren und die verschiedenen Waffengattungen zu koordinieren, der Sonderstab W unter Hermann Göring gebildet, welcher von Helmut Wilberg und Erhard Milch geleitet wurde. Das erste Projekt des Sonderstabs W wurde nach dem 3. Akt, 3. Szene aus Wagners Walküre, Unternehmen Feuerzauber benannt. Es war die Luftbrücke mit Flugzeugen der Deutschen Lufthansa AG, durch welche Truppen der Putschisten, darunter auch Fremdenlegionäre, von Spanisch-Marokko auf das Festland nach Cádiz und Malaga verlegt wurden. Die Verlegung dauerte vom 28. Juli bis Oktober 1936, dabei transportierten 20 Ju 52 in mehr als 800 Flügen etwa 14.000 Fremdenlegionäre und 500 Tonnen Material. Als Begleitschutz entsandte das Deutsche Reich zudem sechs Heinkel-51-Kampfflugzeuge. Technischer Koordinator der Luftbrücke an der Seite Francos war der deutsche Hauptmann Heinichen.[6]

Zudem sicherten die deutschen Panzerschiffe Deutschland und Admiral Scheer als Begleitschutz nationalistische Schiffe, die über die Straße von Gibraltar Truppen aus Spanisch-Westafrika nach Südspanien transportierten.[7] Ohne dieses Eingreifen wäre vermutlich der Militärputsch bereits in den ersten Tagen gescheitert. Einer der Verantwortlichen war Johannes Bernhardt. Er organisierte auch Tetraethylblei zur Herstellung von Flugzeugbenzin aus Portugal, Gibraltar und Tanger. Zur weiteren Unterstützung des putschenden Generals Franco entsandte Hitler als Geschäftsträger der Reichsregierung Wilhelm Faupel, einen ehemaligen Militärberater in Argentinien und Generalinspekteur der peruanischen Armee. Die geleistete deutsche Militärhilfe war ausschließlich für Francos-Einheiten, der Spanischen Legion, bestimmt.[8]

Legion Condor[Bearbeiten]
Hauptartikel: Legion Condor

Am 16. November 1936 trafen die ersten 5.000 deutschen Soldaten und am 26. November 1936 weitere 7.000 der Legion Condor in Cádiz ein.[9] Die Legion Condor, die nach Spanien entsandt wurde und offiziell nur aus Freiwilligen bestand, verfügte bereits nach einigen Monaten über 100 Flugzeuge. Trotz der deutschen Unterzeichnung einer Nicht-Interventions-Vereinbarung im September 1936 griff die Legion Condor in alle wichtigen Schlachten ab 1937 ein: Bilbao, Brunete, Teruel, Ebro-Bogen. Von besonderer – auch symbolischer – Tragweite war der Luftangriff auf Gernika am 26. April 1937, bei dem die religiöse Hauptstadt des Baskenlandes fast vollständig zerstört wurde. Die Legion Condor war auch am Massaker von Málaga beteiligt, bei dem etwa 10.000 Menschen ums Leben kamen. Im Januar 1937 wurde zudem die Legion Condor durch eine Panzerabteilung mit 100 Panzern vom Typ Panzerkampfwagen I unter dem Befehl von Oberstleutnant Wilhelm Ritter von Thoma verstärkt, die aber nur zu Ausbildungszwecken verwendet wurden. Während des spanischen Bürgerkrieges hatte die Legion Condor keinerlei Versorgungproblem mit Erdölprodukten, da Royal Dutch Shell, Texas Oil Company und die Standard Oil Company lieferten. Neben der Unterstützung Francos durch die Legion Condor und motorisierten Verbänden lieferte Deutschland regelmäßig Waffen, Munition und weiteres Kriegsmaterial, die in Hamburg zur Tarnung auf zivile Frachtschiffe verladen wurden. Die ersten zivilen Frachter, die Kamerun und Wigbert, trafen bereits am 22. August 1936 ein.

Kriegsmarine[Bearbeiten]
Übersichtskarte über die Operationsgebiete zur Durchsetzung des beschlossenen Waffenembargos (Gebiet der deutschen Kriegsmarine ist in grau)

Im Februar 1937, während der Schlacht von Malaga, beschoss die Admiral Graf Spee Malaga.[10] Mit Seestreitkräften Großbritanniens, Italiens und Frankreichs beteiligte sich die Kriegsmarine auch an der internationalen Seeblockade zur Durchsetzung eines Waffenembargos gegen Spanien, wobei ihr ein Küstenbereich im Mittelmeer etwa zwischen Almería und Valencia zugewiesen war. Faktisch diente dieser Einsatz der Unterstützung der putschenden spanischen Nationalisten unter Franco. Befehlshaber der Seestreitkräfte waren Wilhelm Marschall und Rolf Carls. Die Kriegsmarine entsandte die Panzerschiffe Admiral Scheer und Deutschland. Bis Mitte Oktober wurden des Weiteren der Leichte Kreuzer Köln und vier Torpedoboote nach Spanien entsandt. Am 29. Mai 1937 wurde das Panzerschiff Deutschland vor Ibiza bombardiert und beschädigt. Der Angriff der republikanischen Luftwaffe forderte 31 Tote und 75 Verwundete. Nach dem Angriff erhielt die Admiral Scheer den Befehl, einen Vergeltungsschlag gegen den befestigten Hafen von Almería, dem Liegeplatz der republikanischen Flotte, durchzuführen. Da viele Granaten ihre Ziele verfehlten und in der Stadt einschlugen, war der Einsatz wenig erfolgreich. 21 Bewohner kamen bei dem Beschuss ums Leben, weitere 55 wurden verletzt.[11] Beteiligt an den Operationen der Kriegsmarine waren in den Jahren 1936 bis 1939 zwölf Torpedoboote, sechs Leichte Kreuzer und drei Panzerschiffe.[12]

U-Boot-Waffe[Bearbeiten]

Bei der Operation Ursula (benannt nach der Tochter von Karl Dönitz), unter dem Oberkommando von Hermann Boehm, entsandte die Kriegsmarine am 20. November 1936 die U-Boote U 33 und U 34 in das Mittelmeer.[13] Um die Mission geheim zu halten, wurden alle hoheitlichen Zeichen der U-Boote unkenntlich gemacht.[14] Ziel der Operation war es, die republikanischen Nachschubwege abzuschnüren. Die U-Boote erreichten das Mittelmeer in der Nacht vom 27. auf den 28. November und übernahmen Patrouillen von italienischen U-Booten, die bereits republikanische Häfen blockierten. Ende November hielten sich die beiden deutschen U-Boote im Seeraum zwischen Cartagena und Almeria auf.

Am 1. Dezember 1936 eröffneten die deutschen U-Boote im Mittelmeer einen völkerrechtswidrigen Unterwasserkrieg gegen die Spanische Republik mit der Torpedierung eines republikanischen Zerstörers. U 33 versuchte am 2. Dezember einen Schiffskonvoi zu torpedieren. Aufgrund eines voranlaufenden republikanischen Zerstörers konnte der Konvoi nicht torpediert werden. Am nächsten Tag versuchte U 33 erneut den Konvoi anzugreifen. Dieser Angriff wurde durch die Anwesenheit eines britischen Zerstörers gestört. Nach einem Fehlschuss auf einen Frachter brach U 34 den Angriff ab. Francos Flottenchef Admiral Moreno wusste von einem weiteren, für den 7. bis 9. Dezember geplanten Konvoi mit vier republikanischen Dampfern und drängte das Deutsche Reich erneut zum Angriff. Am 8. Dezember feuerte U 34 seinen dritten Torpedo gegen einen Begleitzerstörer des Konvois, traf diesen aber nicht. Am 9. Dezember 1936 erhielten die beiden U-Boote den Befehl, das Operationsgebiet binnen drei Tagen zu verlassen. Auf der Fahrt in den atlantischen Ozean sichtete Kapitänleutnant Grosse von U 34 am 12. Dezember vor der Hafeneinfahrt von Málaga das republikanische U-Boot C-3 und versenkte es. Am 13. Dezember 1936 passierten die beiden deutschen U- Boote ungesehen die Straße von Gibraltar. Die Rückkehr der U-Boote nach Wilhelmshaven im Dezember markiert das offizielle Ende der Operation Ursula. Verschiedene Gründe, wie zum Beispiel die Schwierigkeiten der eindeutigen Identifizierung von Zielen, sowie Bedenken über die Enttarnung der Mission, begründeten den Abbruch der Operation Ursula.[14] Der Kapitänleutnant Harald Grosse von U 34 erhielt 1939 als einziger Angehöriger der Kriegsmarine das Spanienkreuz in Gold. Der Kommandant von U 33, Kapitänleutnant Kurt Freiwald, nur das sehr häufig verliehene Spanienkreuz in Bronze.[15]

Unmittelbar nach dem Bombenangriff republikanischer Flugzeuge gegen das Panzerschiff Deutschland am 29. Mai 1937 wurden vier U-Boote der 2. Flottille in spanische Gewässer geschickt, um an der internationalen Seekontrolle teilzunehmen. Ihr Kontrollgebiet war die spanische Atlantikküste. Eines dieser vier U-Boote, U 35, sichtete am 3. Juni 1937 vor Santander einen Konvoi, der von zwei republikanischen Zerstörern begleitet wurde. Als einer der Zerstörer das U-Boot erkannte und abdrehte, tauchte U 35 auf und versuchte den Zerstörer zu versenken.

Nachdem der deutsche Kreuzer Leipzig mit vier Torpedos am 15. Juni 1937 angegriffen wurde,[16] bereitete Hermann von Fischel eine neue geheime U-Boot-Aktion im Mittelmeer vor, einem Gebiet in dem sich deutsche U-Boote nicht aufhalten durften. Vor der Durchfahrt der Straße von Gibraltar übermalten U 28, U 33 und U 34 ihre Nummern- und Neutralitätszeichen. Zu dieser Zeit hielt sich bereits U 14 ohne Kennzeichen und Flagge im Mittelmeer auf. Der Einsatzbefehl zum Angriff auf republikanische Schiffe wurde aus unbekannten Gründen nicht erteilt. Offiziell beendete die deutsche Kriegsmarine ihre Tätigkeit in Spanien Ende 1938. Als letztes U-Boot verließ U 35 Ferrol am 5. Januar 1939 das Mittelmeer in Richtung Brunsbüttel.

Details der beiden Operationen sind nur zum Teil bekannt.[14] Es existiert aber ein 55 Seiten langer Abschlussbericht über die geheimen und völkerrechtswidrigen Operationen deutscher U-Boote. Verfasst wurde der Bericht von dem damaligen Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte Hermann Boehm. Er war vom 14. November bis 15. Dezember 1936 Seebefehlshaber.

Konzentrationslager/Gestapo[Bearbeiten]
Reichsführer-SS Heinrich Himmler mit Karl Wolff bei einem Treffen mit Francisco Franco in Spanien (25. Oktober 1940).

1937, während des Spanischen Bürgerkrieges, errichteten die Putschisten in Miranda de Ebro ein Konzentrationslager nach deutschem Vorbild. Dieses Lager wurde von dem SS- und Gestapo-Mitglied Paul Winzer geführt. Nach einem Gestapo-Bericht vom August 1939[17] befanden sich Gestapo-Beamte in Spanien, die Gefangene vernahmen. Nach dem Polizeiabkommen vom 31. Juli 1938 zwischen Heinrich Himmler und Severiano Martínez Anido wurde von SS-Sturmbannführer Winzer neben dem bestehenden Abwehrnetz ein SD-Netz in Spanien aufgebaut. Zahlreiche SD-Mitarbeiter waren bei deutschen Unternehmen in Spanien beschäftigt.[3] Die Zusammenarbeit beinhaltete auch die gegenseitige Auslieferung von „politischen Verbrechern“.[18] Im Jahre 1940 besuchte zudem Heinrich Himmler mit Karl Wolff Spanien. Das Treffen hatte zwei Hauptziele: die Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen und potenziellen alliierten Spionen in Spanien habhaft zu werden. Heinrich Himmler besuchte auch das Konzentrationslager Miranda de Ebro bei Burgos.

Propaganda-Hilfe[Bearbeiten]

Zudem leistete das Deutsche Reich Propaganda-Hilfe. Die Deutschen richteten in Salamanca eine Presse- und Propagandastelle ein, die dem Regime Franco die erprobten Techniken des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda vermittelte. Zu den Aufgaben des Propaganda-Büros gehörte auch die Vermittlung der spanischen Ereignisse im Deutschen Reich.[19]

Geheime Operationen[Bearbeiten]

Vor dem Verbot der irischen Regierung, am Kriegsgeschehen teilzunehmen, begaben sich schätzungsweise 700 irische Freiwillige nach Spanien. Die Verschiffung der irischen Freiwilligen von der Irish Brigade wurde von Joseph Veltjens, der im Auftrag des Deutschen Reiches handelte, organisiert.

Diplomatie[Bearbeiten]

Nach dem Franco sich zum Staatsoberhaupt erheben ließ, erkannten Deutschland und Italien am 18. November 1936 das putschende Militär als rechtmäßige Regierung Spaniens an.[8] Geschäftsträger der Reichsregierung in Salamanca war Wilhelm Faupel. In dieser Funktion war er für die Beziehungen zu Franco zuständig. Von Februar bis Oktober 1937 war er Botschafter des Deutschen Reiches in Spanien. Des Weiteren wurde Oberstleutnant Walter Warlimont als Militärischer Bevollmächtigter des Reichskriegsministers nach Spanien kommandiert. Göring gab in den Nürnberger Prozessen an, Hitler auf die Erprobung der neuen Luftwaffe gedrängt zu haben. Die Luftwaffe unterstützte von 1937 an sämtliche Militäroperationen der Rebellen mit ihren verheerenden Angriffen und erprobte Flächenbombardierungen. Den bekanntesten Fall bildet die Stadt Gernika.

Italien[Bearbeiten]

Hauptartikel: Corpo Truppe Volontarie

Neben dem Deutschen Reich mischte sich auch Italien ins spanische Kriegsgeschehen ein, und zwar in weit größerem Umfang als die deutsche Seite, womit sich für Mussolini nach dem Abessinienkrieg eine neue Bühne für militärische Kraftproben darbot. Das passte wiederum in Hitlers Kalkül, gewann er doch hiermit einen größeren Spielraum in Mitteleuropa, vor allem in Österreich. Tatsächlich beschleunigte der Bürgerkrieg das Zusammengehen der beiden faschistischen Staaten (Achsenmächte). In Rom hatte man, anders als in Deutschland, schon im Vorfeld über die Absichten der spanischen Generäle Bescheid gewusst. Mussolini war allerdings nicht eingeweiht und zögerte zunächst mit einer Unterstützung, bis ihm die Reaktionen der Westmächte ein Eingreifen als ungefährlich erscheinen ließen. In der ersten Phase, als sie noch mit einem schnellen Sieg rechneten, sandten die Italiener weniger reguläre Truppen als vielmehr faschistische Milizionäre nach Spanien, die die Schlagkraft von Mussolinis Regime demonstrieren sollten. Bereits vor Beginn des Spanischen Bürgerkrieges, am 18. November 1936, erkannte Italien mit Deutschland das Franco-Regime als rechtmäßige Regierung Spaniens an. Mussolini stellte Franco außerdem vier Zerstörer und im weiteren Verlauf des Jahres 1938 auch noch den alten Kreuzer RN Taranto zur Verfügung.[20] Im Juli 1938, während der Schlacht am Ebro, griffen italienische U-Boote zahlreich sowjetische und britische Schiffe mit Kriegsmaterial für die Republik an und versenkten viele von ihnen.[21] Italienische U-Boote führten von November 1936 bis Februar 1938 insgesamt 108 Angriffe gegen Kriegs- und Handelsschiffe. Nach vorsichtigen Schätzungen wurden elf Handelsschiffe versenkt und drei Kriegsschiffe beschädigt.[12]

Portugal[Bearbeiten]

Als in Spanien 1936 der Bürgerkrieg ausbrach, unterstützte der portugiesische „Estado Novo“ den Putsch Francos. Zudem erfolgte die Versorgung der Nationalisten mit Kriegsmaterial über Portugal. Bereits in den ersten Wochen des Krieges sollte eine Legion, die Legion Viriato, aufgestellt werden und nach Spanien entsandt werden. Nach pro-republikanischen Unruhen in Portugal beschloss die Regierung Salazar Abstand von einem direkten Eingriff auf das Kriegsgeschehen zu nehmen. Bevor überhaupt eine Mitgliederwerbung für die Legion stattfinden konnte, wurde diese aufgelöst. Unter dem Deckmantel der Neutralität autorisierte die portugiesische Regierung die Rekrutierung von Freiwilligen für die Spanische Legion. Portugiesische Freiwillige, die durch eine groß angelegte Öffentlichkeitskampagne angeworben wurden und für die spanischen Nationalisten kämpften, wurden deshalb als Viriatos bezeichnet. Bis zu 12.000[22] portugiesische Freiwillige kämpften während des Krieges auf Seiten Francos. Während des Spanischen Bürgerkrieges gab es im Gegensatz zu den faschistischen Staaten Deutschland und Italien nie eine autonome portugiesische Kommandostruktur. Bei der Siegesparade Francos in Madrid, am 19.Mai 1939, bildete die portugiesische Legion Viriato mit der deutschen Legion Condor die Nachhut.[23]

Bereits im März 1939, kurz vor dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges im April 1939, unterzeichnete Portugal einen Freundschafts- und Nichtangriffspakt mit Spanien.

Nichtspanische faschistische Brigaden[Bearbeiten]

Hauptartikel: Irish Brigade

Während des Spanischen Bürgerkrieges kämpften schätzungsweise 700 irische Freiwillige in der Irischen Brigade unter der Führerschaft von Eoin O'Duffy auf der Seite Francos. Am 12. Dezember 1936 verschiffte im Auftrag des deutschen Reiches Joseph Veltjens insgesamt 600 irische Freiwillige von Galway in den spanischen Marine-Hafen El Ferrol. Nach der Verschiffung erfolgte in Cáceres, dem Hauptquartier Francos, die militärischen Ausbildung der Freiwilligen. Die Iren wurden ein Teil des XV Bandera Irlandesa del Terico der Spanischen Legion. Mit Ihrer Stärke war die Irische Brigade die größte ausländische Einheit in der spanischen Legion. Am 17. Februar erfolgte die Verlegung der Brigade nach Ciempozuelos, einem Ort 35 Kilometer südlich von Madrid am Fluss Jarama. Die Schlacht von Jarama war die letzte Schlacht, an der die Irische Brigade teilnahm. Im Juni 1937 wurden sie via Lissabon nach Irland verschifft. Von den schätzungsweise 700 irischen Freiwilligen starben nach nicht offiziellen Angaben 77 Brigadisten.

Unterstützer der legitimen Spanischen Republik[Bearbeiten]

Sowjetunion[Bearbeiten]

Die Sowjetunion hatte 1935 ihren über die Komintern in den Westen exportierten Konfrontationskurs aufgegeben und strebte nun, in die geostrategische Defensive überwechselnd, eine Allianz mit den europäischen Demokratien an (Volksfrontpolitik). Die offene Unterstützung für die Republik kam darum erst dann ins Rollen, als sich abzeichnete, dass die Westmächte sich nicht für die spanische Republik einsetzen würden und die faschistischen Staaten in kleinerem Umfang schon längst ihre Mittel ins Spiel gebracht hatten. Auch spätere Vorstöße der Sowjetunion, London und Paris zu einem Vorgehen gegen Italien und Deutschland zu bewegen, scheiterten und isolierten Moskau zusehends. Am 28. Oktober 1936 erklärte der sowjetische Botschafter Iwan Maiski in London, zugleich Repräsentant in dem Nichteinmischungskomitee, die Sowjetunion fühle sich dem Nichteinmischungsabkommen nicht stärker gebunden als Deutschland, Italien und Portugal.[24] Diese Entwicklung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Zustandekommen des so genannten Hitler-Stalin-Paktes von 1939.

Am 3. August 1936 beschloss die Komintern eine allgemein gehaltene Resolution zur Aufstellung einer Internationalen Brigade. Erst am 18. September 1936, nachdem Stalin einen Entschluss gefasst hatte, wurde in Paris eine Sitzung einberufen, in der Eugen Fried den Beschluss Stalins zur Aufstellung einer Internationalen Brigade verkündete. Hieraufhin organisierten Kommunistische Parteien verschiedener Länder die Rekrutierung von Freiwilligen.[25]

Die Sowjetunion blieb (neben Mexiko) der einzige nennenswerte Bündnispartner für Madrid; die Republik geriet somit faktisch in die Abhängigkeit von Moskau. Das fast exklusive sowjetische Engagement hatte außerdem gravierende innenpolitische Konsequenzen für die Republik. Es folgte der Aufstieg der spanischen kommunistischen Partei PCE. Durch die Einflussnahme der Sowjetunion wuchs die Zahl der PCE-Parteimitglieder ab 1936 innerhalb eines Jahres von 5.000 auf 100.000 bis 300.000.[26] Der PCE traten vornehmlich Spanier bei, die der Sozialen Revolution feindlich gesinnt waren. Sie gewann vor allem Mitglieder in der Mittelschicht und im Kleinbürgertum, die befürchten müssten, ihre Privilegien zu verlieren.

Das Militärwesen wurde von den Kommunisten und ihren politischen Kommissären aufgrund der sowjetischen Waffenlieferungen völlig dominiert. Mit der Hilfe des Generalkommissars Alvarez del Vayo gelang es bis zum Frühjahr 1937, das Militärwesen so weit zu dominieren, dass 125 der 168 Bataillonskommisare Parteigänger der PCE und PSUC oder Mitglieder der Vereinigung der kommunistischen Jugendverbände Spaniens waren.[27]

Die sowjetischen Behörden versuchten die Zahl der Fachleute der Roten Armee in Spanien zu verheimlichen. Aus diesem Grund meldeten sich sowjetische Fachleute bei den Internationalen Brigaden als Freiwillige. Laut dem Historiker Antony Beevor entsandte die Sowjetunion 30 sowjetische Offiziere, die als Kommandeure in den Internationalen Brigaden dienten. Zum Beispiel kommandierte der sowjetische Major Ferdinand Tkatschow das Palafox-Bataillon. Drei der vier Kompanien unterstanden Leutnants der Roten Armee. Die genaue Zahl der sowjetischen Fachleute wird mit maximal 2150 angegeben, wobei sich zu keiner Zeit mehr als 800 sowjetische Fachleute in Spanien aufhielten. Unter sowjetischen Fachleuten waren 20 bis 40 NKWD-Mitarbeiter und 20 bis 25 Diplomaten. Der oberste sowjetischer Militärberater in Spanien war Jan Bersin. Darüber hinaus erfolgte in Tiflis, in einem Ausbildungszentrum mit einer Kapazität von 60 Infantieroffizieren und 200 Piloten, die Ausbildung von Angehörigen der Internationalen Brigaden.[28]

Die ersten sowjetischen Waffenlieferungen trafen im Oktober 1936 in Spanien ein. Die Lieferung umfasste 42 Doppeldecker vom Typ Polikarpow I-15 und 31 Polikarpow I-16 Jagdflugzeuge. Bereits am 29. Oktober 1936 griffen sowjetische Tupolew SB-2-Bombenflugzeuge Sevilla an und am 3. November waren die ersten Polikarpow I-16 über Madrid zu sehen. Die Sowjetunion gewährte der Spanische Regierung aber kaum Kredite, so dass die sowjetischen Waffenlieferungen mit bedeutenden Teilen der spanischen Goldreserven vergütet wurden. Organisiert wurden die sowjetischen Waffenlieferungen vom sowjetischen Marineattaché in Spanien Nikolai Kusnezow. Die sowjetischen Schiffe liefen unter falscher Flagge. Auf der Höhe von Algerien nach Norden mit Kurs auf die Spanische Mittelmeerküste, 48 Stunden vor dem Zielhafen organisierte der Stab von Kusnezow eine Eskorte von republikanischen Kriegsschiffen. Der Frachter „Campeche“ erreichte am 4. Oktober 1936 Cartagena und der Frachter „Komsomol“, beladen mit T-26 Panzern, am 12 Oktober den Hafen von Cartagena.

Mit der sowjetischen Waffenlieferungen verschob sich das Kräfteverhältnis hin zu einer autoritären Machtkontrolle durch die sowjetisch dominierte PCE. Durch den Zuwachs des stalinistischen Einflusses auf das republikanische Spanien, konnten Angehörige des sowjetischen Geheimdienstes NKWD und Angehörige der Komintern eine massive Terrorwelle gegen die anarchistische CNT, die marxistische POUM oder echte und vermeintliche Trotzkisten lostreten. Sie wurden als faschistisch-trotzkitische, als „fünfte Kolonne Francos“ oder als Defätisten diffamiert. Die Auseinandersetzungen gipfelten in den Maiereignissen von Barcelona, einem „Bürgerkrieg im Bürgerkrieg“ – ein interner Konflikt, der die Republik zusätzlich schwächte. Der sowjetische Geheimdienst NKWD ermordete im Namen des Antifaschismus missliebige Mitkämpfer, die tatsächlich oder vermeintlich von der Moskauer Linie abwichen. Deutsche Spanienkämpfer, wie Artur Becker, fielen auf Grund gezielter Hinweise aus den eigenen Reihen den Leuten Francos in die Hände.[29]

Der sowjetische Militärgeheimdienst GRU führte in Spanien neben reinen Aufklärungsmissionen auch im Hinterland der Nationalisten Sabotageakte aus. Verantwortliche waren Alexander Orlow und Hadschi-Umar Mamsurow. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg behauptete Orlow, dass in Ausbildungszentren 1.600 Partisanen ausgebildet wurden. Laut seinen Angaben kämpften 14.000 Republikaner als Partisanen.[30]

In der Forschung ist bis heute unklar, weshalb Stalin ab 1938 seine Unterstützung fast gänzlich einstellte. Insgesamt kann über die Absichten Stalins in Zusammenhang mit seiner Spanienpolitik nur spekuliert werden.

Der militärische Anteil der Sowjetunion wurde in kommunistischen Darstellungen bis in die 1950er-Jahre hinein weiter geleugnet. Erst seit dem XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 änderte sich die Betrachtungsweise. Sowjetische Offiziere und Diplomaten, die als ehemalige Spanienkämpfer den Stalin-Säuberungen zum Opfer gefallen waren, wurden postum rehabilitiert.[31]

Mexiko[Bearbeiten]

Die republikanische Regierung erhielt auch Hilfe aus Mexiko. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und wichtigen lateinamerikanischen Staaten, den ABC-Staaten und Peru, unterstützte die mexikanische Regierung die Republikaner. Mexiko weigerte sich, die Nicht-Interventions-Vereinbarung vom September 1936 zu befolgen und unterstützte die Republikaner mit über 2.000.000 $, sowie mit 20.000 Gewehren mit 20 Millionen Patronen. Mexikos wichtigste Beiträge für die spanische Republik waren die diplomatische Hilfe und die Aufnahme von rund 50.000 republikanischen Flüchtlingen. Darunter waren viele spanische Intellektuelle sowie verwaiste Kinder von republikanischen Familien.

Neutrale Staaten[Bearbeiten]

Großbritannien[Bearbeiten]

Großbritannien spielte schon seit Anfang des 18. Jahrhunderts im Mittelmeerraum eine bedeutende Rolle, etwa im Spanischen Erbfolgekrieg. Aufgrund der Probleme des Empire und der Verringerung seiner militärischen Kraft nach dem Ersten Weltkrieg wollte man sich auf den Kontinent konzentrieren. Zudem war die 1931 gegründete spanische Republik bei den britischen wie auch US-amerikanischen Eliten nicht sehr angesehen, da man sie sozialistischer Tendenzen verdächtigte und die Soziale Revolution die Interessen britischer Geschäftsleute unmittelbar berührten. So hegten die konservativen Eliten Sympathien für die Putschisten, da diese die Eigentumsverhältnisse unangetastet ließen. Mit der Nichteinmischungspolitik sollte Spanien „neutralisiert“, der Konflikt auf die Iberische Halbinsel beschränkt und das Land weder „kommunistisch“ noch zu einem militärischen Aktivposten der faschistischen Konkurrenten werden, die die kontinentale Ordnung in Frage stellten. Franco kam den Briten hier entgegen, indem er 1938 vorsorglich die spanische Neutralität in einem möglichen europäischen Konflikt erklärte. So intensivierten sich trotz bedeutender Spannungen die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Franco-Regime, vor allem nach der Einnahme des Baskenlandes.

Frankreich[Bearbeiten]

60 % aller Auslandsinvestitionen in Spanien kamen aus Frankreich. In Paris herrschte im Juli 1936 mit der sozialistischen Regierung von Léon Blum eine ähnlich gestaltete Regierung, sodass sich das Nachbarland als Bündnispartner für Spanien geradezu anbot. Tatsächlich war die von einer pazifistischen Strömung mitgeprägten Dritten Französischen Republik in ähnlicher Weise gespalten wie die spanische und darum stark geschwächt. Weite Teile des bürgerlichen Lagers waren eindeutig auf Seiten der Putschisten. Zudem kämpfte eine kleine Abteilung von rechtsgerichteten Franzosen in der spanischen Fremdenlegion unter Franco.[22] Hingegen sympathisierte die Linke mit der legitimen Spanischen Regierung. Um den Bürgerkrieg nicht im eigenen Land austragen zu müssen, unterließ Paris schnell offene materielle Hilfeleistungen, zumal man sich außenpolitisch eng an Großbritannien gebunden hatte. Die Kontroverse ging quer durch die Regierung und spaltete die gesamte öffentliche Meinung. Sie spiegelte – stärker noch als in Großbritannien – die gesellschaftliche Polarisierung im Lande wider. Neben der strategischen Schwäche machte es diese innere Blockade der Regierung Blum letztlich unmöglich, der benachbarten parlamentarischen Republik zu Hilfe zu kommen.

Ausgangssituation[Bearbeiten]

Staatsstreich des Militärs[Bearbeiten]

Initiiert durch eine Militärrevolte in Spanisch-Marokko begann am 17. Juli 1936 der Staatsstreich des Militärs gegen die Zweite Spanische Republik. Die Putschisten, die von Anfang an bei Teilen des spanischen Militärs auf der iberischen Halbinsel Sympathie fanden, stützten sich vor allem auf die spanischen Kolonialtruppen in Spanisch-Marokko (die Regulares, ein Heer marokkanischer Söldner, sowie die Spanische Legion) und hofften, schnell die Kontrolle über die Hauptstadt Madrid und alle wichtigen Städte zu erlangen. In den darauffolgenden Tagen wurde jeder Soldat vor die Entscheidung gestellt, für welche Seite er kämpfen wolle. 80 % des unteren und mittleren Offizierskorps, die Mehrheit der Unteroffiziere, aber nur vier Divisionsgeneräle, entschieden sich für den Putsch. Die Putschisten errangen bald die Kontrolle über die Städte Sevilla, Cádiz, Jerez de la Frontera, Córdoba, Saragossa, Oviedo sowie über Galicien, Mallorca und das carlistische Navarra; sie scheiterten jedoch in den Provinzen Madrid, Valencia und Barcelona, Sitz von 70 % der spanischen Industrie und der Mehrheit der Bevölkerung.

Anführer des Militärputsches war General Sanjurjo, der bereits 1932 mit einem Putsch gescheitert war und sich deshalb zu jener Zeit im portugiesischen Exil befand. Auf dem Rückflug aus dem Exil verunglückte der General tödlich, was zu einem Machtvakuum bei den Nationalspaniern führte. Dieses wurde durch ein Triumvirat der Generäle Mola, Franco und Queipo de Llano gefüllt.

Ein Bomber der Legion Condor auf einem spanischen Flugplatz im Jahr 1939

Auf der Seite der Nationalisten kämpften große Teile der Armee, darunter viele maurische Söldner, die carlistischen Milizen (Requeté) und die Falange, die bis 1937 noch relativ unabhängige Befehlsstrukturen behielten. Unterstützung erhielten die Nationalisten bereits zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges von Italien und dem Deutschen Reich. Die Italiener schickten mit dem C.T.V. auch ein eigenes, 70.000 Mann starkes Unterstützungskorps, die Deutschen das Fliegerkorps Legion Condor mit 19.000 Mann. Entscheidenden Einfluss besaßen die deutschen Ausbilder an den Infanterie- und Offiziersschulen. Es kämpften aber auch Portugiesen, Franzosen (Bataillon Jeanne d’Arc), Rumänen der Eisernen Garde sowie Iren der Irish Brigade unter Eoin O’Duffy auf der nationalspanischen Seite.

In der republikanischen Zone wurde Regierungschef Casares bereits zu Beginn des Putsches am 19. Juli durch den moderaten Martínez Barrio ersetzt, der den Aufständischen politische Mitsprachemöglichkeiten und die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung versprach, die die konservative Opposition in den vorhergehenden fünf Monaten vergeblich im Parlament eingefordert hatte. Dieser wurde jedoch schon einen Tag danach durch den radikaleren Giral ausgetauscht, als die Bemühungen um Vermittlung gescheitert waren. Treu zur Republik blieb die Mehrheit der Generäle, zwei Drittel der Marine und die Hälfte der Luftwaffe, doch konnten sie das Fehlen eines intakten Offiziers- und Unteroffizierskorps in den entscheidenden ersten Monaten nicht kompensieren. Die loyal gebliebenen Truppen mit der paramilitärischen Guardia Civil und der Guardia de Asalto bildeten mit Milizgruppen der Sozialdemokraten, der Kommunisten, der Sozialisten und den Anarchosyndikalisten zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges das militärische Rückgrat der Republik. Eine wesentliche Unterstützung erhielt die Republik zudem durch internationale Freiwillige.

Internationale Freiwillige[Bearbeiten]

Internationale Milizionäre[Bearbeiten]

Hauptartikel: Internationale Milizionäre

Die ersten internationalen Milizionäre zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges waren vornehmlich Teilnehmer der Volksolympiade in Barcelona und politische Emigranten, die in Spanien lebten. Dabei handelte es sich um 300 Milizionäre, die sich nach dem Militärputsch in Barcelona in Gruppen (spanisch Grupo) organisierten. Sie bildeten mit den ersten internationalen Freiwilligen, die über Frankreich nach Spanien kamen, Gruppen von internationalen Milizionären. Diese Gruppen gingen in Hundertschaften (spanisch Centuria) auf, die zu Beginn des Bürgerkrieges vornehmlich an der Aragon-Front kämpften. Kommunistische internationale Freiwillige kämpften vornehmlich in PSUC-Milizeinheiten, sozialistische internationale Freiwillige vornehmlich in POUM-Milizeinheiten und anarchistische vornehmlich in CNT-Milizeinheiten. Bei den internationalen Milizionären gab es viele bekannte Personen wie George Orwell und André Malraux.

Internationale Brigaden[Bearbeiten]

Hauptartikel: Internationale Brigaden
Flagge der Interbrigaden

Am 3. August 1936 beschloss die Komintern eine allgemein gehaltene Resolution zur Aufstellung einer kommunistisch geführten Internationalen Brigade. Erst am 18. September 1936, nachdem Stalin einen Entschluss gefasst hatte, wurde in Paris eine Sitzung einberufen, in der Eugen Fried den Beschluss Stalins zur Aufstellung einer Internationalen Brigade verkündete. Hieraufhin organisierten Kommunistische Parteien verschiedener Länder die Rekrutierung von Freiwilligen.[25] Zum Zeitpunkt der größten Beteiligung gehörten der Internationalen Brigade 25.000 Kämpfer an. Insgesamt waren es 59.000 Menschen, die in den Internationalen Brigaden gedient haben. Die größten Kontingente stellten Franzosen, Deutsche und Italiener.

Partisanen[Bearbeiten]

Eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielte der Partisanenkampf im Hinterland der Front, der zum Beispiel von Ernest Hemingway in seinem Roman Wem die Stunde schlägt beschrieben wird.

Waffenlieferungen[Bearbeiten]

Die republikanische Seite, die einem materiell unterlegenen, aber besser ausgebildeten Gegner gegenüberstand, wurde von der Sowjetunion mit umfangreichen Materiallieferungen und 2000 Bewaffneten unterstützt. Mit fortschrittlichen I-16-Jagdflugzeugen und circa 600 T-26-Kampfpanzern hatte sie lange Zeit eine Überlegenheit an schwerem Material inne. Das restliche Kriegsgerät bestand allerdings zu weiten Teilen aus einem Sammelsurium veralteter Waffen: zehn verschiedene Gewehrtypen unterschiedlicher Kaliber aus acht Herkunftsländern, die wegen ihres Alters von 50 bis 60 Jahren schon museumsreif waren. Diese Waffenkäufe wurden mit dem spanischen Goldvorrat, der vom NKWD in die Sowjetunion verbracht wurde, verrechnet, wobei die Sowjetunion alleine durch den Umrechnungskurs des Rubels einen Gewinn von 25 % erzielte.

Besondere Bedeutung für den Kriegsverlauf hatte die umfangreiche Unterstützung durch deutsche und italienische Kampfflieger für die nationale Seite, wobei sich nach Eintreffen der Legion Condor das Blatt wendete. Im gesamten Krieg standen 1533 deutschen und italienischen Maschinen nur 806 sowjetischen gegenüber. Die sonstige Materialhilfe des Deutschen Reichs und Italiens fiel im Vergleich mit der Sowjetunion geringer aus, doch überstieg die Zahl gerade der italienischen Freiwilligen weit das von der Sowjetunion geschickte militärische Personal. Die demokratischen Länder Europas beriefen sich auf ihre Neutralität, lediglich Frankreich öffnete bei zwei Gelegenheiten seine Grenze, um die Frente Popular mit Material zu unterstützen. Polen unterstützte zwar die Putschisten nicht offiziell, lieferte aber Waffen an sie. Jedem Polen, der in die Internationalen Brigaden der Republik eintrat, wurde die polnische Staatsbürgerschaft entzogen. Dies war auch der Grund, wieso das franquistische Spanien nach dem Zweiten Weltkrieg zu den wenigen Ländern zählte, welche die Polnische Exilregierung weiterhin anerkannten. Die Volksfront musste sich schließlich an internationale Waffenhändler wenden. Das militärische Gerät, das sie zur Verteidigung der Zweiten Republik verwendete, stammte schließlich aus über dreißig Ländern, allerdings wurde auf Seiten Francos erbeutetes oder anders erstandenes veraltetes Material genauso genutzt wie von den Republikanern. Die Gründe der Unterlegenheit der republikanischen Verbände sind daher nicht ausschließlich beim Kriegsgerät zu suchen, sondern nicht zuletzt bei dessen Anwendung durch oft unerfahrene und schlecht ausgebildete Offiziere und Soldaten.

Kriegsverlauf[Bearbeiten]

Vier Stadien des Frontverlaufs bis Oktober 1937

1936[Bearbeiten]

Die letzten Hoffnungen auf ein schnelles Ende wurden am 21. Juli, dem fünften Tag des Aufstandes, zerstört, als die Nationalisten die Marinebasis Ferrol in Nordwestspanien eroberten und dort zwei fabrikneue Kreuzer erbeuteten. Des Weiteren half Franco die erste Luftbrücke der Geschichte, Truppen aus den spanischen Kolonien aufs Festland zu verschieben und so die republikanische Marineblockade in der Straße von Gibraltar zu umgehen und das von ihnen kontrollierte Gebiet zu konsolidieren. Das ermutigte die faschistischen Länder Europas zur Unterstützung Francos, der bereits am Tag zuvor Kontakt zu Deutschland und Italien aufgenommen hatte. Am 26. Juli beschlossen die Achsenmächte den Nationalisten beizustehen, die Hilfe lief dann Anfang August an.

Die Achsenmächte leisteten Franco von Anfang an finanzielle Hilfe. Seine nationalistischen Kräfte errangen mit der Eroberung Toledos am 27. September und der Beendigung der Belagerung des Alcázars von Toledo einen weiteren wichtigen propagandistischen Sieg. Zwei Tage später erklärte sich Franco selbst zum Generalísimo (Generalissimus) und Caudillo (Führer). Die Nationalisten begannen im Oktober bei einem Kräfteverhältnis von 1:3 eine Großoffensive Richtung Madrid. Der zunehmende Widerstand durch die Regierung, die Mobilisierung der Bevölkerung sowie der Eingriff von Verstärkungen (u. a. der XI. und XII. Internationalen Brigade sowie der anarchistischen Kolonne Durruti) brachte den Vormarsch aber am 8. November zum Stehen. Inzwischen hatte sich die Regierung am 6. November von Madrid, heraus aus der Kampfzone, nach Valencia zurückgezogen.

Die Achsenmächte erkannten das Francoregime nach der Befreiung der in der Festung von Toledo eingeschlossenen nationalspanischen Soldaten am 18. November offiziell an und am 23. Dezember schickte Italien eigene Freiwillige, um für die Nationalisten zu kämpfen.

1937[Bearbeiten]

Das von der deutschen Legion Condor zerstörte Guernika

Mit durch die italienischen Truppen und Kolonialtruppen aus Marokko verstärkten Kräften versuchte Franco im Januar und Februar 1937 nochmals Madrid zu erobern, scheiterte jedoch erneut. Málaga wurde am 8. Februar erobert und am 28. April betraten Francos Truppen Guernica, zwei Tage nach der Bombardierung durch die Legion Condor. Danach begann aber die Regierung, sich mit steigender Effizienz zu wehren.

Im Mai begann die Regierung eine Kampagne zur Rückeroberung Segovias, um Franco zu zwingen, Truppen von der Madridfront abzuziehen und so deren Vormarsch zu stoppen. Mola, Francos stellvertretender Kommandeur, wurde am 3. Juni bei einem Flugzeugabsturz getötet und Anfang Juli begann die Regierung sogar eine starke Gegenoffensive bei Brunete im Gebiet von Madrid, um die Hauptstadt zu entlasten. Die Nationalisten konnten diese jedoch mit einigen Schwierigkeiten und unter Einsatz der Legion Condor abwehren.

Danach konnte Franco die Initiative zurückerlangen. Er konnte nach Kantabrien und Asturien vordringen und eroberte die Städte Santander und Gijón, was die Eliminierung der Nordfront bedeutete. Am 28. August erkannte der Heilige Stuhl Franco an, unter dem Druck Mussolinis. Ende November ging die Regierung, als die Nationalisten bedrohlich nahe an Valencia herankamen, nach Barcelona.

1938[Bearbeiten]

Im Januar und Februar kämpften die beiden Parteien um den Besitz der Stadt Teruel, wobei die Nationalisten sie ab dem 22. Februar endgültig halten konnten.

Am 6. März entschied die republikanische Seite das größte Seegefecht des gesamten Bürgerkrieges für sich und versenkte den Schweren Kreuzer Baleares in der Schlacht von Cabo de Palos. Der Ausgang des Gefechtes hatte keinen Einfluss auf den Verlauf des Krieges.

Am 14. April brachen die Nationalisten zum Mittelmeer durch, und zwar an derselben Stelle, an der die spanische Sagengestalt El Cid einst im Kampf gegen die Mauren das Mittelmeer erreicht haben soll. Das republikanische Gebiet wurde somit in zwei Teile geteilt. Im Mai bat die Regierung um Frieden, doch Franco verlangte die bedingungslose Kapitulation, und so ging der Krieg weiter.

Die Regierung begann jetzt eine Großoffensive, um ihre Gebiete wieder miteinander zu verbinden: Die Ebroschlacht begann am 24. Juli und dauerte bis zum 26. November. Die Offensive war ein Misserfolg und legte den endgültigen Ausgang des Krieges fest. Acht Tage vor Jahresende schlug Franco zurück, indem er starke Kräfte für eine Invasion Kataloniens aufbot.

1939[Bearbeiten]

Franco unterzeichnete in Burgos am 1. April 1939 das Ende des Bürgerkriegs

Die Nationalisten eroberten Katalonien während der ersten zwei Monate des Jahres 1939. Tarragona fiel am 14. Januar, Barcelona am 26. Januar und Girona am 4. Februar. Fünf Tage danach wurde der letzte Widerstand in Katalonien gebrochen.

Am 27. Februar erkannten die Regierungen von Großbritannien und Frankreich die Franco-Regierung offiziell an.

Nur noch Madrid und einige andere Hochburgen verblieben den Regierungskräften. Am 28. März fiel Madrid, mit Hilfe von Franco-freundlichen Kräften (die berüchtigte „fünfte Kolonne“), an Franco. Am folgenden Tag gab Valencia ebenfalls auf, das fast zwei Jahre unter dem Beschuss der Nationalisten ausgehalten hatte. Als die letzten republikanischen Kräfte aufgegeben hatten, verkündete Franco am 1. April den Sieg.

Repressionen und politische Morde[Bearbeiten]

Alle Historiker sind sich einig, dass die franquistische Repression, die sich vor allem gegen republikanische Soldaten, Gewerkschafter und Mitglieder linker Parteien richtete, deutlich mehr Opfer kostete als die republikanische Repression, die sich vor allem gegen Geistliche, Mitglieder der rechten Parteien und Falangisten richtete. Die Kirche schätzt, dass zwischen 1931 und 1939 fast 7.000 Geistliche getötet wurden.[32] Erschießungen waren auf beiden Seiten vor allem in den ersten Wochen und Monaten des Krieges an der Tagesordnung, später kam es zu verschiedenen Rot-Kreuz-Abkommen. Die Angaben über die Zahl der Ermordeten gehen allerdings sehr weit auseinander; für die nationalistische Zone lagen die Schätzungen bisher zwischen 75.000 und 200.000 (gegenwärtig wird die Zahl der „Verschwundenen“ allerdings stark nach oben korrigiert, so dass dies auch erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtopferzahl haben wird),[33] in der republikanischen Zone zwischen 35.000 und 65.000 Opfern. Antony Beevor schrieb dazu in Der Spanische Bürgerkrieg:

„Das Morden lief auf beiden Seiten nicht in gleicher Weise ab. Während die grausamen Säuberungen von ‚Roten und Atheisten‘ auf dem Gebiet der Nationalisten Jahre lang anhielt, waren die Gewalttaten auf Seiten der Republikaner in der Hauptsache spontane und hastige Reaktionen auf unterdrückte Ängste, verstärkt durch den Wunsch nach Vergeltung für Gräueltaten des Gegners.“[34]

César Vidal, ein prominenter Vertreter des spanischen Geschichtsrevisionismus,[35] verwirft jedoch diese Annahme und weist auf die aktive und andauernde Verwicklung republikanischer Institutionen in auf republikanischem Gebiet begangene Verbrechen hin.[36]

Beim Massaker von Málaga an der fliehenden Bevölkerung von Málaga wurden etwa 10.000 Menschen von den Nationalisten ermordet. In den während des Krieges errichteten franquistischen Konzentrationslagern wurden an den republikanischen Häftlingen – mit nationalsozialistischer Unterstützung – auch rassenideologisch motivierte medizinische Versuche durchgeführt, die angebliche körperliche und psychische Deformationen, die bei Anhängern des „Marxismus“ vorkämen, erforschen sollten.[37] Nach dem Krieg gelangten die gesamte republikanische Armee und andere namhafte Persönlichkeiten in Gefangenschaft, die nochmals viele Menschenleben kostete. Insgesamt waren nach Kriegsende etwa 275.000 Menschen unter größtenteils unwürdigen Bedingungen etwa in Stierkampfarenen und Fußballstadien gefangen. Bis Ende der 1940er Jahre verringerte sich die Zahl auf etwa 45.000.

Im Februar 1939 gab es fast 500.000 Kriegsflüchtlinge. Sie wurden anfangs zumeist in Südfrankreich interniert. Mehr als die Hälfte kehrte in den nächsten Monaten nach Spanien zurück. Einige politisch verfolgte Spanier wanderten in verschiedene Länder aus, insbesondere nach Lateinamerika. In Frankreich blieben ungefähr 150.000. Einige Tausende Spanier wurden nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht als Kriegsgefangene in verschiedene Stammlager gesandt und seit dem 6. August 1940 in das KZ Mauthausen. Dort gab es über 7.000 spanische Häftlinge, von denen 5.000 starben. Einige Spanier wurden von der Gestapo aus Frankreich an Franco ausgeliefert, wie Companys, Zugazagoitia oder Cruz Salido. Andere, wie der ehemalige Regierungschef Francisco Largo Caballero, wurden in andere deutsche Konzentrationslager verschleppt, wo es auch einige hunderte Spanier gab, die wegen ihres antifaschistischen Widerstands in Frankreich festgenommen worden waren.

Bis etwa 1945 fanden Massenerschießungen als Vollzug von Kriegsgerichten verhängter Todesstrafen, aber vielfach auch „spontan“ und ohne Urteil statt. Der Repression dieser Jahre, deren Erforschung noch lange nicht abgeschlossen ist, sind vermutlich nochmals weit mehr als 100.000 Regimegegner zum Opfer gefallen.

Bis vor kurzem ging man davon aus, dass mindestens 30.000 bis 35.000 ermordete Anhänger der Republik, die außerhalb der Dörfer und Städte verscharrt worden waren, bis heute in zumeist ungekennzeichneten Massengräbern liegen. Laut jüngsten Forschungsergebnissen dürfte die Zahl deutlich höher liegen, allein für Andalusien wird neuerdings die Zahl der „verschwundenen“ Republikaner mit 70.000 angegeben.[38] Zuletzt wurde seitens der Hinterbliebenenverbände als vorläufige Zwischenbilanz die konkrete Zahl von 143.353 „Verschwundenen“ genannt. In einem Bericht des Deutschlandfunks vom September 2008 heißt es dazu:

„Es ist keine zehn Jahre her, da bezifferte man die Erschossenen und Verschwundenen auf etwa 30.000. In jüngster Zeit vermuteten Historiker bereits 100.000 Opfer. Jetzt wurde der erste Versuch einer tatsächlichen und gründlichen Zählung vorgestellt. Sie ergab eine schockierende, dabei auch nur vorläufige Zahl. 143.353 Fälle nennt Empar Salvador, Sprecherin eines Zusammenschlusses von Hinterbliebenenverbänden, die seit Jahren in allen Regionen Spaniens nach Massengräbern forschen und sie ausheben.“

Deutschlandfunk, 2008[39]

Seit dem Jahr 2000 bemüht sich die Organisation ARMH (Asociación para la Recuperación de la Memoria Histórica, Vereinigung zur Rückgewinnung des historischen Gedächtnisses) um Exhumierung und würdige Neubestattung. Eines der vermutlich größten Massengräber wurde 2003 in El Carrizal bei Granada entdeckt; dort waren 5000 Hinrichtungsopfer vergraben worden.[40] Seit 2007 sieht ein Gesetz der sozialistischen Regierung vor, dass die Kommunen die private Initiative der Exhumierungsarbeiten unterstützen. In vielen Gemeinden und Regionen stellt sich, auch heute, der konservative Partido Popular gegen die Auffindung und Umbettung der ermordeten Franco-Opfer.[41]

Soziale Revolution[Bearbeiten]

Hauptartikel: Anarchismus in Spanien

Zwei Augenzeugen über ihre Eindrücke der sozialen Revolution:

„Und dann, als wir um die Ecke in die Ramblas (die Hauptverkehrsader Barcelonas) einbogen, kam eine gewaltige Überraschung: schlagartig breitete sich die Revolution vor unseren Augen aus. Es war überwältigend. Es war, als wären wir auf einem Kontinent gelandet, der sich von allem unterschied, was ich bisher gesehen hatte.“

Franz Borkenau

„Man hatte das Gefühl, plötzlich in einer Ära der Gleichheit und Freiheit aufgetaucht zu sein. Menschliche Wesen versuchten, sich wie menschliche Wesen zu benehmen und nicht wie ein Rädchen in der kapitalistischen Maschine.“

George Orwell
Mujeres Libres, Fotografie von Gerda Taro, 1936

In den zumeist von in der Confederación Nacional del Trabajo (CNT) organisierten Anarchisten und Anarchistinnen, sowie den 20.000 Frauen der Mujeres Libres und den von POUM-Anhängern der Linken Opposition kontrollierten Gebieten (Aragonien, Katalonien) fand, zusätzlich zu den militärischen Erfolgen, eine umfangreiche soziale Revolution statt. Für die knapp zwei Millionen Anarchisten konnte es keinen Sieg der regierungstreuen Truppen ohne die soziale Revolution geben, während des Bürgerkrieges musste die soziale Revolution stattfinden. Arbeiter und Landarbeiter kollektivierten Landbesitz und Industrie, verwalteten diese selbst und setzten Räte ein – parallel zur (nicht funktionierenden) Regierung.

Sowohl der PCE als auch die demokratischen Parteien waren gegen diese Revolution. Für sie sollte erst der Bürgerkrieg gewonnen werden und danach ein Umsturz der Verhältnisse stattfinden. Mit Fortschreiten des Krieges gelang es der Regierung und der kommunistischen Partei über ihren Zugang zu sowjetischen Waffen, die Kontrolle über die kriegswichtige Produktion zurückzuerlangen. Dies geschah sowohl diplomatisch als auch mit Gewalt. Gleichzeitig führten die kommunistischen Truppen von Stalin befohlene politische Säuberungen durch. Ziel war es, die Anarchisten der CNT und die Links-Marxisten des POUM zu zerschlagen. Nach der Zerschlagung der sozialen Revolution brach auch der Widerstand in den von Anarchisten kontrollierten Regionen ein.

Während der berüchtigten Maitage 1937 töteten hunderte oder tausende republikanische Spanier einander beim Kampf um die Kontrolle strategischer Punkte in Barcelona. Eine Schlüsselfigur der Anarchisten war der Metallarbeiter Buenaventura Durruti, der schon 1936 erschossen wurde.

Francos Rolle[Bearbeiten]

Vor dem Kriegsausbruch hätte wohl auch im nationalen Lager niemand damit gerechnet, dass General Franco für 39 Jahre dem spanischen Staat vorstehen würde.

Die politischen Ansichten von Katholiken, den beiden monarchistischen Strömungen (Alfonsinos, Carlistas), konservativen Republikanern, Falangisten und Kleinbauern waren in der Tat sehr unterschiedlich und deshalb war der Aufstand zunächst auch als rein militärische Erhebung geplant, ohne Einbeziehung politischer Gruppen außer den Carlisten. Dies ließ sich nicht mehr aufrechterhalten, als der Putsch in den Bürgerkrieg überging. Nach dem Tod von General Sanjurjo bildete sich so unter dem Vorsitz der Generäle Franco, Mola und Queipo de Llano eine aus Militärs bestehende Verteidigungsjunta mit Sitz in Burgos, während Monarchisten und Falange ihre eigenen Kommandostrukturen, Milizeinheiten, Akademien und Propagandaorgane behielten oder neu gründeten.

Dies war für die Fortführung des Krieges nicht ungefährlich, denn die konservativen Monarchisten, Katholiken und Agrarier hatten mit der sozialrevolutionären Falange nicht viel gemein und es kam sowohl zu schweren Differenzen in der Führungsebene als auch zu Ausschreitungen gegen die jeweils andere Seite. In dieser Situation entschied sich die Junta, einen provisorischen Staatschef und Oberkommandierenden zu ernennen, General Franco. Um die Gegensätze zu überwinden, vereinigte dieser 1937 die Traditionalisten und die Falange zur Falange Española Tradicionalista, der spanischen Einheitspartei bis 1975. Wer sich gegen diese Vereinigung aussprach, fand sich nicht selten im Exil oder in einer spanischen Botschaft irgendwo in Lateinamerika wieder. Ab 1937 gab es auch eine technische Junta, eine Art Zivildirektorium, welche sich den nicht-militärischen Aufgaben widmete.

General Franco verstand es, anders als die Republikspanier, die verschiedenen Parteien auf sich zu vereinigen. Auch wenn viele enttäuscht waren – die Monarchisten wegen des Ausbleibens der Restauration, die Falange wegen der ausbleibenden sozialen Revolution, die konservativen Republikaner wegen der sich abzeichnenden Diktatur –, konnte Franco doch alle auf den kleinsten gemeinsamen Nenner vereinigen: Stellenwert der Kirche, Privateigentum, staatlich gelenkter Ausgleich zwischen Arbeitgebern und -nehmern, autoritär-korporative Strukturen, Übernahme der Traditionen des Spaniens der katholischen Könige.

Für dies stand Franco. Weitergehende Schritte wären nicht möglich gewesen, ohne eine Gruppe, die das nationale Lager unterstützt hatte, zu verprellen.

Rezeption[Bearbeiten]

Während der auf den Bürgerkrieg folgenden Diktatur Francos galt der Spanische Bürgerkrieg offiziell als ein Befreiungskrieg nationaler Kräfte gegen einen internationalen Kommunismus, der Spanien zerstören wolle. Diese Sichtweise wurde auch in den Jahren der Transición nicht revidiert, da viele Eliten nicht ausgetauscht wurden. In den 1980er Jahren herrschte weiterhin ein ungeschriebenes Gesetz der Verschwiegenheit über die eigene Vergangenheit. Zu Beginn der 2000er Jahre regten einige Ereignisse, wie der Prozess gegen den chilenischen Ex-Diktator Augusto Pinochet, die Bemühungen um die Exhumierung Federico García Lorcas aus einem Massengrab (fosa) oder die öffentliche Auseinandersetzung mit der ETA, die Debatte um die spanische Vergangenheit wieder an. Das führte zum 2007 verabschiedeten Ley de Memoria Histórica, einem Gesetz, das die Opfer der franquistischen Gewaltherrschaft anerkennt und die Diktatur öffentlich als solche benennt.[42] Im Mai 2011 veröffentlichte die Regierung eine Karte mit Informationen zu anonym begrabenen Opfern des Bürgerkrieges.[43] Trotz der offiziellen Bekenntnisse der spanischen Regierung fällt die historische Bewertung des Spanischen Bürgerkrieges heute sehr unterschiedlich aus.

Für die Verteidiger der Spanischen Republik mag ein auf Spanisch, Englisch und Französisch verlesener Aufruf stehen, den der Cellist Pau Casals während eines Konzerts in Barcelona am 17. Oktober 1938 über das Radio an die Weltöffentlichkeit richtete:

„Machen Sie sich nicht des Verbrechens schuldig, dem Mord an der Spanischen Republik tatenlos zuzusehen. Wenn Sie es zulassen, dass Hitler in Spanien siegt, werden Sie die nächsten sein, die seinem Wahnsinn zum Opfer fallen werden. Der Krieg wird ganz Europa, wird die ganze Welt erfassen. Kommen Sie unserem Volk zu Hilfe!“

Auf der anderen Seite stehen apologetische Bewertungen wie die des US-amerikanischen Historikers Stanley G. Payne, dessen Buch The Spanish Civil War, the Soviet Union and Communism Antony Beevor wie folgt zusammenfasste:

„Das Buch liefert eine Neueinschätzung des […] großen Mythos, nach welchem der spanische Bürgerkrieg ein Kampf zwischen Demokratie und Faschismus gewesen sei. […] [Der wichtigste Aspekt …] ist die abschreckende Mahnung, dass viele linke Führer die Aussichten auf einen Bürgerkrieg begrüßt haben. Sie glaubten irrtümlich, dass ein Konflikt zu einem wesentlich schnelleren Sieg der Revolution führen würde als der russische Bürgerkrieg, vor allem, weil sie annahmen, dass sie Hilfe von außen bekämen. Waren sie gedankenlos gegenüber dem erwartbaren schrecklichen Leiden, oder war es revolutionäre Besessenheit? Auf jeden Fall war es eine schreckliche Fehleinschätzung, die zu einer fundamentalen Unehrlichkeit führte. Der Krieg in Spanien war nie ein Krieg zwischen liberaler Demokratie und Faschismus […] Es gab nur zwei Möglichkeiten: eine stalinistische Diktatur, die all ihre Rivalen innerhalb der Linken zerschmettert hätte, oder das grausame – reaktionäre, militärische und klerikale – Regime mit oberflächlich faschistischem Putz, das der siegreiche Franco zuwege brachte.“[44]

Aus sowjetischer Sicht wurde hier erstmals das Konzept der Volksfront, das die Komintern 1935 beschlossen hatte, angewandt, indem der Faschismus in Europa gestoppt werden sollte durch die Zusammenarbeit kommunistischer, sozialistischer sowie nicht-faschistischer bürgerlicher Kräfte unter Zurückstellung der sozialen Revolution bei Ausbau reformerischer Politik.

Von Seiten der Anhänger des Anarchosyndikalismus, der linksmarxistischen POUM oder trotzkistischer Gruppen lag gerade darin der Fehler, dass die Vorstände dieser Gruppen die Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Kräften suchten statt konsequent auf eine sozialrevolutionäre Politik zu setzen. So gab es kurzzeitig anarchistische Minister in der Madrider Regierung. In Spanien wurde das erste Mal in der Geschichte eine anarchistische soziale Revolution durchgeführt. Da diese Revolution sich aber nicht autark erhalten konnte und die Verbündeten der Anarchisten und der POUM, nämlich die gemäßigten Sozialisten, Kommunisten und bürgerliche Republikaner, die Revolution ablehnten, hatte sie keine Chance auf längeres Bestehen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Allgemein
Erlebnisberichte
  • Georges Bernanos: Die grossen Friedhöfe unter dem Mond. Mallorca und der Spanische Bürgerkrieg. Ein Augenzeuge berichtet, Zürich 1983
  • Willi Bredel: Spanienkrieg, 2 Bd., Band 1: Zur Geschichte der 11. Internationalen Brigade, Band 2: Begegnung am Ebro. Schriften, Dokumente. Berlin: Aufbau-Verl., 1977, ISBN 3-351-00035-9
  • Gert Hoffmann Barcelona, Gurs, Managua - Auf holprigen Straßen durch das 20. Jahrhundert, Karl Dietz Verlag, Berlin, 2009, ISBN 978-3-320-02179-5.
  • Hans Hutter: Spanien im Herzen: Ein Schweizer im Spanischen Bürgerkrieg, Rotpunktverlag, 1. Aufl. 1996, ISBN 3-85869-134-8
  • Arthur Koestler: Ein spanisches Testament, Zürich: Europa Verl., 2005, ISBN 3-85665-516-6
  • Arthur Koestler: Menschenopfer unerhört – Ein Schwarzbuch über Spanien, Paris: Ed. du Carrefour, 1937
  • Mary Low, Juan Brea: Rotes Notizbuch, Hamburg 2002, ISBN 3-89401-394-X
  • George Orwell: Mein Katalonien (Homage To Catalonia). Bericht über den Spanischen Bürgerkrieg, 1. Aufl. 1938
Belletristik

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spanischer Bürgerkrieg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Zahlreiche mehrsprachige Volltexte (PDF) aus der Sammlung FES-Netz-Quelle der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die IG FARBEN im Spanischen Bürgerkrieg, Abschnitt: Die IG flieht, Abgerufen 24. April 2012
  2. Christopher Othen: Franco’s International Brigades: Foreign Volunteers and Fascist Dictators in the Spanish Civil War (Reportage Press, 2008)
  3. a b Birgit Aschmann, treue Freunde S. 25 f.
  4. Hugh Thomas: Der spanische Bürgerkrieg, Verlag Ullstein, 1967, Seite 346
  5. Die IG FARBEN im Spanischen Bürgerkrieg, Abschnitt: Die IG flieht, Abgerufen 24. April 2012
  6. Hugh Thomas: Der spanische Bürgerkrieg, Verlag Ullstein, Berlin West 1962, Seite 194
  7. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, 2. Auflage, ISBN 978-3-442-15492-0, Seite 101
  8. a b General Francos „neuer Staat“: Der Spanische Bürgerkrieg, Eine Chronologie (PDF; 432 kB), abgerufen am 18. Mai 2012
  9. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, ISBN 978-3-442-15492-0, 2. Auflage, Seite 255
  10. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, ISBN 978-3-442-15492-0, 2. Auflage, Seite 256
  11. Henrik Eberle, Matthias Uhl: Das Buch Hitler. Bastei Lübbe, 4. Auflage, 2007. ISBN 978-3-404-64219-9. Seite 65
  12. a b Bodo Herzog: Piraten vor Malaga [1], Die Zeit, Nr. 49/1991
  13. The Wehrmacht’s Training Ground, Ian Allan publishing, 2004, Seite 58, ISBN 978-0-7110-3043-5
  14. a b c The Wehrmacht’s Training Ground, Ian Allan publishing, 2004, ISBN 978-0-7110-3043-5
  15. Julio de la Vega: Operation Ursula" and the sinking of the submarine C-3,Abgerufen 26. März 2012
  16. Laut der Times hielten wahrscheinlich italienische U-Boote den Kreuzer Leipzig für einen republikanischen Kreuzer
  17. Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933–1945. Droste-Verlag, Düsseldorf 1991, ISBN 3-7700-5162-9, S. 109.
  18. Fremde Freiheit. In: Die Zeit, Nr. 20/1992
  19. Patrik von zur Mühlen: Spanien war ihre Hoffnung (Linke im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939), Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn, Verlag Neue Gesellschaft, 1983, ISBN 3-87831-375-6, Seite 41
  20. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, 2. Auflage, ISBN 978-3-442-15492-0, Seite 407
  21. Arno Lustiger: Schalom Libertad, Juden im Spanischen Bürgerkrieg, ISBN 3-7466-8059-X, Seite 32
  22. a b Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, 2. Auflage, ISBN 978-3-442-15492-0, Seite 253
  23. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, 2. Auflage, ISBN 978-3-442-15492-0, Seite 501
  24. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, ISBN 978-3-442-15492-0, 2. Auflage, Seite 224
  25. a b Antony Beevor, Der Spanische Bürgerkrieg, 2. Auflage, ISBN 978-3-442-15492-0, Seite 203.
  26. 1936 Bürgerkrieg in Spanien Anarchisten Kommunisten [2], youtube, Sequenz 6:06, abgerufen am 24. Oktober 2012
  27. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg. 2. Auflage, ISBN 978-3-442-15492-0, S. 260.
  28. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, 2. Auflage, ISBN 978-3-442-15492-0, Seite 210
  29. Walter Janka: Spuren eines Lebens. Berlin 1991, S. 170–172.
  30. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg, 2. Auflage, ISBN 978-3-442-15492-0, Seite 264
  31. Walter L. Bernecker: Die internationale Dimension des Spanischen Bürgerkrieges: Intervention und Nichtintervention. (PDF; 68 kB) S. 23. Abgerufen am 16. August 2011.
  32. Handelsblatt: Vatikan spricht fast 500 Märtyrer selig abgerufen: 28. Oktober 2007
  33. Vgl. dazu Gregor Ziolkowski: Das dunkelste Kapitel der Franco-Diktatur. Bericht des Deutschlandfunks, 23. September 2008.
  34. Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg. In: Die Zeit, 13. Juli 2006.
  35. Vgl. dazu Javier Tusell: El revisionismo histórico español. Juli 2004.
  36. Entgegen der von der Frente Popular vorgetragenen Behauptung, die Morde seien ein spontaner Ausbruch des Volkszorns gewesen (…), waren sie vielmehr eine geplante und von den Staatsorganen selbst durchgeführte Operation. César Vidal: La guerra que ganó Franco. Barcelona 2007, S. 246.
  37. Javier Bandrés, Rafael Llavona: La psicología en los campos de concentración de Franco. In: Psicothema, ISSN 0214-9915, Vol. 8, Nº. 1, 1996, S. 1–11.
  38. Walther L. Bernecker, Sören Brinkmann: Kampf der Erinnerungen. Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936-2006. Münster 2006.
  39. Gregor Ziolkowski: Das dunkelste Kapitel der Franco-Diktatur. Bericht des Deutschlandfunks, 23. September 2008.
  40. Der Spiegel, 1. September 2003: Wo Franco 5000 Opfer verscharren ließ. online
  41. W. Bernecker, S. Brinckmann: Zwischen Geschichte und Erinnerung. Zum Umgang mit der Zeitgeschichte in Spanien. In: A. Nützenadel u. a. (Hrsg.): Zeitgeschichte als Problem. Nationale Traditionen und Perspektiven der Forschung in Europa (Geschichte und Gesellschaft Sonderheft 20), Göttingen 2004, 78–106, 105; Guardian: A painfull past uncovered. 21. August 2008; siehe zum Beispiel: El Periódico de Aragón, 5. September 2008: Republicanos muertos en Albalate: [3], Canarias 24 horas, 12. Juni 2008: PP y CC rechazan realizar una de ley de exhumación de desaparecidos en Canarias durante la Guerra: [4], PoblacionPress, Tenemos un problema en Monroyo 22. Mai 2007: [5], La Voz de asturias, 2. August 2007, La exhumación cuenta con el apoyo de la alcaldía: [6]; vgl. auch die Stellungnahme der konservativen Bürgermeisterin von Santa Cruz im Dokumentarfilm Santa Cruz por ejemplo… – Der Mord von Santa Cruz von H. Peseckas/G. Schwaiger.
  42. Artikel vom 1. November 2007 in El País
  43. Pressemeldung der afp vom 5. Mai 2011, abgerufen am 5. Mai 2011
  44. In: The Times Literary Supplement vom 11. März 2005, zit. in der „Welt“ vom 15. März 2005.