Spanischer Name

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Spanische Namen: Häufigster Familienname nach Provinz
Die Konzentrationen bestimmter spanischer Nachnamen in den einzelnen Provinzen: Anteil der Bevölkerung mit den zehn meist genannten Nachnamen für jede Provinz. (Quelle: Instituto Nacional de Estadística 2006)

Ein spanischer Personenname besteht aus einem oder mehreren Vornamen, nombre oder nombre de pila und meist zwei Nachnamen, apellidos. Der spanische Nachname, el apellidos setzt sich aus zwei Anteilen zusammen, die ohne Bindestrich aber meist mit der Konjunktion y („und“) zusammengefügt werden. Insbesondere im Adel, wird zwischen den ersten und den zweiten Teil des Nachnamens ein y gestellt, so ist etwa „Jaime de Marichalar y Sáenz de Tejada“ der Sohn von Herrn de Marichalar y Bruguera und Frau Sáenz de Tejada y Fernández de Bobadilla.

Im katalanischen Sprachgebiet wird grundsätzlich das katalanische i („und“) zwischen den Nachnamensteilen geführt, siehe etwa bei Jordi Pujol i Soley. Anders als bei deutschen Doppelnamen verwendet man im Spanischen aber keinen Bindestrich.

Im Alltag wird zumeist nur der erste Name, der des Vaters, verwendet. In formellen Angelegenheiten und im Schriftverkehr werden stets beide Namensteile benutzt. Ausnahmen bilden ferner Personen, deren erster Familienname sehr häufig ist. Zum Zwecke der besseren Identifizierung werden diese meist mit ihrem zweiten Namensteil bezeichnet, etwa der ehemalige spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero: Da Rodríguez in Spanien ein Allerweltsname ist, verwendet er selbst ebenso wie die Medien im Alltag Zapatero.

Traditionell erhält man den ersten Nachnamen aus der väterlichen Line des Vaters und den ersten, aus deren väterlichen Linie stammende Nachnamen der Mutter. Die Namensgebung findet in dieser Reihenfolge statt. Unabhängig von Veränderungen im Familienstand wird dieser Doppelnamen beibehalten. Hieraus folgt, dass es keinen gemeinsamen Familiennamen für Ehepaare und deren Kinder gibt. Dies ist allerdings seit 1999 in Spanien nicht mehr zwingend. Die Eltern können auch bestimmen, dass der erste Teil des Nachnamens der Mutter vorangestellt wird, was damit dann auch der Namensteil ist, den das Kind später an seine Kinder weitergibt. Eheleute behalten nach der Heirat ihre Geburtsnamen. Wobei dies jedoch bei allen Kindern in einer Familie identisch gehandhabt werden muss. Nach erlangter Volljährigkeit, mit dem 18. Lebensjahr, kann eine Änderung der Reihenfolge beantragt werden.

Die Kinder von Herrn „Méndez Aznar“ und Frau „Sánchez Hernández“ erhalten also den persönlichen Nachnamen „Méndez Sánchez“. Die Nachnamen werden somit patrilinear weitergegeben, ein Namensteil der Mutter geht zwar noch auf ihre Kinder, aber nicht mehr auf ihre Enkel über.

Schon zu römischen Zeiten gab es die Dreinamigkeit. Ab etwa 200 v. Chr. trat das Cognomen als drittes Element hinzu, da die Kombination von praenomen und nomen gentile keine Eindeutigkeit mehr gewährleistete. Immer mehr Römer trugen somit drei Namen. Die „typische“ Namensform war dann etwa 300 Jahre lang die der tria nomina („drei Namen“), zum Beispiel: Marcus (praenomen) Tullius (nomen gentile) Cicero (cognomen). Ursprünglich waren Cognomina wohl den einzelnen Träger charakterisierende Bei- oder Spottnamen (z. B. Cicero, abgeleitet von cicer „Kichererbse“; Crassus von crassus „fett“), wurden später aber teilweise innerhalb einer Familie (gens) erblich, wobei meist nur der älteste Sohn das Cognomen des Vaters übernahm. Ein jüngerer Sohn musste sein Cognomen dann vom Namen der Mutter oder anderswie ableiten.

Vorname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weibliche Vornamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der verbreitetste weibliche Vorname ist María (baskisch auch: Miren). Über ein Viertel der weiblichen Bevölkerung Spaniens führt diesen Vornamen, meist in Verbindung mit verschiedenen Marientiteln oder Gnadenorten der Muttergottes Maria ab, z. B.: María Carmen (nach Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel), María Dolores (nach der Mater Dolorosa), María Pilar (nach der Unserer Lieben Frau auf dem Pfeiler), María (de los) Ángeles (Unsere Liebe Frau von den Engeln), María Concepción (Mariä Empfängnis oder María Inmaculada nach der Unbefleckten Empfängnis), María Mercedes (Maria vom Loskauf der Gefangenen), María Rosario (nach Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz), María Encarnación oder María Anunciación (nach der Verkündigung des Herrn), María Montserrat (nach Unserer Lieben Frau von Montserrat), María Lourdes oder María Fátima (nach den Marienerscheinungen in Lourdes und Fátima).

Überwiegend kommen diese Zusätze in Verbindung mit dem ersten Vornamen María vor, sie werden aber heute oft auch als eigenständige Vornamen vergeben. So führten zum 1. Januar 2012 ca. 670.000 Mädchen und Frauen den Doppelnamen María Carmen, aber auch ca. 440.000 den Einfachnamen Carmen. Als Rufname wird – der besseren Unterscheidung wegen – oft auch bei Trägerinnen von Doppelnamen nicht María, sondern der jeweilige Zusatz verwendet.

Die zehn häufigsten weiblichen Vornamen sind (Stand: 1. Januar 2012):

Genauer Name
(Einfachname oder
bestimmte Namenskombination)
Einzelner Name
(als Einfachname oder
als Bestandteil einer Namenskombination verwendet)
Name Häufigkeit Name Häufigkeit
absolut relativ (in ‰) absolut relativ (in ‰)
María Carmen 677.777 28,3 María 6.398.966 267,0
María 660.385 27,6 Carmen 1.269.989 53,0
Carmen 439.387 18,3 Ana 824.301 34,4
Josefa 318.980 13,3 Isabel 692.137 28,9
Isabel 291.919 12,2 Dolores 535.145 22,3
Ana María 280.799 11,7 Pilar 490.145 20,5
María Dolores 271.184 11,3 Josefa 447.440 18,7
María Pilar 270.853 11,3 Teresa 443.098 18,5
María Teresa 261.597 10,9 Rosa 420.612 17,5
Ana 260.060 10,9 Cristina 335.410 14,0

Die zehn beliebtesten Namen für Neugeborene im Jahr 2011 waren in Spanien (in dieser Reihenfolge): Lucía, Paula, María, Sara, Daniela, Carla, Sofía, Alba, Claudia, Martina.

Männliche Vornamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den männlichen Vornamen kommen in Spanien die Entsprechungen von Josef (spanisch: José; katalanisch: Josep; galicisch: Xosé; baskisch: Joseba) am häufigsten vor. Etwa 13 % der männlichen Bevölkerung führt diesen Namen (davon etwa ein Viertel allein, der Rest als einen Bestandteil des Vornamens, z. B. José Antonio, José Luis, etc.).

Genauer Name
(Einfachname oder
bestimmte Namenskombination)
Einzelner Name
(als Einfachname oder
als Bestandteil einer Namenskombination verwendet)
Name Häufigkeit Name Häufigkeit
absolut relativ (in ‰) absolut relativ (in ‰)
Antonio 752.596 32,3 José 2.897.410 124,4
José 689.554 29,6 Antonio 1.527.877 65,6
Manuel 648.131 27,8 Juan 1.383.489 59,4
Francisco 561.332 24,1 Manuel 1.356.733 58,2
Juan 388.323 16,7 Francisco 1.225.169 52,6
David 354.156 15,2 Luis 857.437 36,8
José Antonio 321.317 13,8 Javier 741.054 31,8
José Luis 309.769 13,3 Miguel 720.948 30,9
Javier 299.226 12,8 Ángel 655.975 28,2
Jesús 292.893 12,6 Carlos 643.344 27,6

Die zehn beliebtesten Namen für männliche Neugeborene im Jahr 2011 waren in Spanien (in dieser Reihenfolge): Alejandro, Daniel, Pablo, Hugo, Álvaro, Adrián, David, Diego, Javier, Mario.[1]

Hypokoristika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele spanische Vornamen haben eine Kurz- oder Koseform (Hypokoristikum), die im vertrauten Kreis (etwa innerhalb der Familie) verwendet wird und in einigen Fällen stark vom eigentlichen Namen abweicht. Beispiele hierfür sind:

Vorname Rufname deutsche Entsprechung
(María) Dolores Lola, Loli
Enrique Quique Heinrich
Francisca Paca (diminutiv Paquita), Curra (in Andalusien), Kika (dieser Name kam mit den heimkehrenden
Nachfahren der kanarischen Auswanderungswellen nach Venezuela zurück.)
Franziska
Francisco Paco, Pancho, Curro (in Andalusien), Kiko (dieser Name kam mit den heimkehrenden
Nachfahren der kanarischen Auswanderungswellen nach Venezuela zurück.); baskisch: Patxi
Franz, Frank
Jesús Chucho, Chus Jesus
José María Chema, Coté Josef Maria
José Pepe; katalanisch Pep Josef („Sepp“)
(María) Concepción Concha, Conchi
Ignacio Nacho Ignaz
(María) Rosario Charo
Joaquín Chimo Joachim
Sebastián Chano Sebastian

Der Legende nach leitet sich der Rufname Paco für Francisco vom hl. Franziskus ab. Dieser unterzeichnete Dokumente mit Padre compania („Vater der Bruderschaft“).

Regionale Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl der Vornamen existieren ausgeprägte regionale Besonderheiten, insbesondere in den Landesteilen mit einer eigenen Regionalsprache. So lagen etwa in Katalonien und im Baskenland im Jahr 2011 bei den männlichen Neugeborenen ausschließlich katalanische bzw. baskische Vornamen auf den ersten zehn Plätzen, wobei es sich teilweise um die Formen in der jeweiligen Regionalsprache handelt (z. B. katalanisch Martí statt spanisch Martín oder baskisch Mikel statt spanisch Miguel).

Ein weiteres Phänomen sind die auf regionale oder lokale Schutzpatrone zurückgehenden Namen. So kommt der weibliche Vorname Montserrat (bzw. Maria Montserrat), der auf die Schutzheilige von Katalonien zurückgeht, in dieser Region fünfmal häufiger vor als im gesamtspanischen Durchschnitt. Der Frauenname Candelaria (bzw. Maria Candelaria, zurückgehend auf die Jungfrau von Candelaria) ist in der Provinz Santa Cruz de Tenerife sogar 14-mal häufiger als im gesamtspanischen Durchschnitt.

Auf Antrag des Namensträgers ersetzt der Standesbeamte den Vornamen durch dessen Entsprechung in einer Regionalsprache oder im Spanischen. Ein José (spanisch) kann also seine Umbenennung in Joseba (baskisch), Josep (katalanisch) oder Xosé (galicisch) verlangen. Für den Nachnamen gibt es dieses Recht jedoch nicht.

Nachname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Nachnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spanier haben in der Regel zwei Nachnamen (span. apellido(s)) wie beispielsweise Federico García Lorca.

Bei einer Heirat behalten beide Ehepartner ihren vollständigen Nachnamen. So kann man allein aufgrund der Nachnamen einfache und eindeutige Familienbindungen über Generationen erkennen.

Der erste Nachname ist auch heute noch meistens der erste Nachname des Vaters, der zweite Nachname der erste Nachname der Mutter. Die Reihenfolge dieser beiden Namen kann manchmal auch umgekehrt werden. Die Tradition stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde mit dem Standesregistergesetz von 1870 zur Pflicht, wo man vor allem Verwechslungen zwischen Personen mit gleichem Vor- und Nachnamen verringern wollte.[2]

Beispiel:

  • Vater: Juan García Díaz - (Vorname - Vater/1.Nachname - Vater/2.Nachname)
  • Ehefrau 1. Ehe: María Álvarez Sánchez - (Vorname - 1. Ehefrau/1.Nachname - 1. Ehefrau/2.Nachname)
  • Ehefrau 2. Ehe: Dolores Fernández Jiménez - (Vorname - 2. Ehefrau/1.Nachname - 2. Ehefrau/2.Nachname)
  • Sohn aus 1. Ehe: Pedro García Álvarez - (Vorname - Vater/1.Nachname - 1. Ehefrau/1.Nachname)
  • Tochter aus 1. Ehe: Carmen García Álvarez - (Vorname - Vater/1.Nachname - 1. Ehefrau/1.Nachname)
  • Sohn aus 2. Ehe: Pablo García Fernández - (Vorname - Vater/1.Nachname - 2. Ehefrau/1.Nachname)

Seit 1999 können die Elternteile in Spanien bei der Eintragung ihres ersten Kindes in das Standesregister (registro civil) gemeinsam bestimmen, ob der erste Nachname des Vaters oder der der Mutter der erste Nachname des Kindes sein soll. Der erste Nachname des anderen Elternteils wird dann zweiter Nachname des Kindes. Wird eine solche Bestimmung nicht vorgenommen, gilt die traditionelle Regelung (Nachname des Vaters zuerst). Alle weiteren Kinder desselben Paares erhalten die gleiche Nachnamenreihung wie das erste. Wird das Kind volljährig, kann es die Umstellung der Reihenfolge beantragen. Seit 2007 hat man bei der Einbürgerung einen doppelten Nachnamen anzunehmen.[3]

Im Jahre 2011 erfolgte eine Reform des Standesregistergesetzes. Nach Artikel 49 dieses Gesetzes soll künftig für den Fall, dass die Eltern bei der Eintragung des Kindes keine Bestimmung über die Reihung der Nachnamen treffen, nicht mehr die traditionelle Regelung (Nachname des Vaters zuerst) gelten, sondern der Standesbeamte hat die Reihenfolge "am Kriterium des Kindeswohls orientiert" festzulegen. Die Neufassung des Standesregistergesetzes trat jedoch erst im Juli 2014 in Kraft.

Dies alles gilt auch für nichteheliche Kinder, wenn die Vaterschaft anerkannt bzw. festgestellt ist. Bei unbekanntem Vater erhält das Kind die beiden Nachnamen der Mutter.

Häufig wird zum Zwecke der Verkürzung nur einer der beiden Nachnamen einer Person verwendet. Welcher dies ist, richtet sich nicht unbedingt nach der Reihenfolge, sondern hängt auch von anderen Kriterien ab (Vorliebe des Namensträgers, Unterscheidbarkeit usw.). So werden etwa der frühere spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero oder sein Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba in der Presse - insbesondere in Überschriften - oft mit ihrem zweiten Nachnamen bezeichnet, was einfach daran liegt, dass die Nachnamen Zapatero bzw. Rubalcaba seltener sind als Rodríguez oder Pérez. Ein weiteres Beispiel ist der Maler Pablo Ruiz Picasso, der seine frühen Werke noch mit "Ruiz" signierte.

Manche verbinden ihre Nachnamen im nicht-spanischsprachigen Ausland bisweilen mit einem Bindestrich, um klarzustellen, dass beide Namen zum Nachnamen gehören und der erste Nachname kein weiterer Vorname ist. Selten (beispielsweise im Adel) gibt es auch original spanische Doppelnamen mit Bindestrich. So heißt ein ehemaliger spanischer Justizminister Alberto Ruiz-Gallardón Jiménez, wobei Ruiz-Gallardon der erste und Jiménez der zweite Nachname ist.

Die Tradition mit den zwei Nachnamen gibt es in vielen spanischsprachigen Ländern. Namentlich in Bolivien, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador (zwingend), Guatemala, Honduras, Kolumbien (Vaterteil sicher, Mutterteil in der Regel), Kuba, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay (Reihenfolge beim ersten Kind verbindlich für die weiteren Kinder), Peru, Uruguay, Venezuela. Dies gilt jedoch nicht für Argentinien, das vor allem italienische Einwanderer hat und wo nur der Nachname des Vaters genommen wird. In portugiesischsprachigen Ländern gibt es eine ähnliche Tradition, dort jedoch in der Reihenfolge Mutter–Vater. (Brasilien, Guinea-Bissau, São Tomé und Príncipe (Vater, gewohnheitsrechtlich Mutter davorgestellt)) und in Portugal selbst maximal vier Namensbestandteile.[4]

Früher war es in einigen Gegenden üblich, dass verheiratete, insbesondere aber verwitwete Ehefrauen ihrem amtlichen Nachnamen mit de (von) noch den Nachnamen ihres Ehemanns bzw. Witwers anfügten. Im obigen Beispiel hieße das für die 2. Ehefrau: Dolores Fernández Jiménez de García.

Nach heutigem Recht kann beantragt werden, dem ersten Nachnamen ein de voranzustellen, wenn dieser gleichzeitig auch ein geläufiger Vorname ist. Das de hat dann die Funktion anzuzeigen, wo der Nachname beginnt (z. B. José de Martín González statt José Martín González).

Weiter kann beantragt werden, ein y oder i ("und" auf Spanisch bzw. Katalanisch) zwischen die beiden Nachnamen zu setzen. Dies ist insbesondere in Katalonien üblich.

Nachnamen mit Endung auf -ez, -iz, -az, -oz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Bedeutung der meisten spanischen Nachnamen, die auf -ez enden (eine Ausnahme ist z. B. Chávez), ist „Sohn von“, (Patronym) ähnlich wie bei nordischen Namen wie Peters oder Petersen. Somit bedeutet Pérez „Sohn von Pe(d)ro“, Sánchez „Sohn von Sancho“, Álvarez „Sohn von Álvaro“ usw. Auch einige Namen mit der Endung -iz, -az und -oz haben diese Bedeutung (z. B. Ruiz von Rodrigo, Díaz von Diego oder Santiago, Muñoz von Muño).

Dass es sich bei diesen Namen um patronymisch gebildete Familiennamen handelt, ist in der Wissenschaft unbestritten. Zur genauen Herkunft gibt es allerdings verschiedene Hypothesen. Eine ist, dass das Phänomen auf die Herrschaft der Westgoten auf der iberischen Halbinsel in der Spätantike zurückgeht. Auch Vornamen wie Rodrigo (Roderich) und dessen Pendant als Nachname, Rodríguez (Roderichs Sohn), stammen aus dem Westgotischen.

Aufgrund der Regeln für die Akzentsetzung im Spanischen tragen solche Namen in der Regel einen Akzent auf der betonten Silbe; dies ist im Normalfall die zweitletzte (Díaz, Hernández, Rodríguez etc.), bei Ableitung von einem schon mit Akzent versehenen Namen (z. B. Álvaro/Álvarez) die dort betonte (meistens drittletzte) Silbe.

Häufigste Familiennamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 14 häufigsten Familiennamen sind sämtlich patronymischen Ursprungs (die meisten mit Endung auf -ez). Es sind in dieser Reihenfolge: García, González, Rodríguez, Fernández, López, Martínez, Sánchez, Pérez, Gómez, Martín, Jiménez, Ruiz, Hernández und Díaz.

Expósito[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In früheren Zeiten erhielten Kinder unbekannter Abstammung, die ausgesetzt aufgefunden wurden, den Nachnamen "Expósito" (übersetzt: "ausgesetzt"). Da dieser Nachname als diskriminierend empfunden wird, kann seine Änderung noch heute unter erleichterten Voraussetzungen erfolgen.

Orthographische Korrektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Antrag sind in der jeweiligen Sprache falsch eingetragene Nachnamen durch die korrekte Form zu ersetzen. Wer also mit dem katalanischen Nachnamen Marti eingetragen ist, kann dessen Änderung in die orthographisch korrekte Schreibweise Martí (mit Akzent auf dem i) verlangen. Es besteht jedoch kein Recht auf Übersetzung in eine andere spanische Amtssprache, also etwa den spanischen Nachnamen Martín durch dessen katalanische Version Martí oder Etxebarria (baskisch: "neues Haus") durch Casanueva (spanisch: "neues Haus") zu ersetzen oder umgekehrt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. El Instituto Nacional de Estadística, Datos procedentes de la Estadística de Nacimientos 2015 (23 junio 2016)
  2. Mariela Sagel: Los apellidos compuestos. In: marielasagel.com. 20. April 2008, abgerufen am 28. Dezember 2012 (HTML, spanisch).
  3. Spanien ändert Namensrecht bei Annahme der Staatsangehörigkeit. In: spanien-bilder.com. Juli 2007, abgerufen am 28. Dezember 2012 (HTML, deutsch).
  4. Familienname des Kindes nach ausländischem Recht. Bundesministerium des Inneren (Deutschland), 22. November 2010, abgerufen am 28. Dezember 2012 (HTML, deutsch).