Sparda-Bank West

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sparda-Bank West eG
Logo
Zentrale der Sparda-Bank West in Düsseldorf
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Düsseldorf
Rechtsform eG
Bankleitzahl 330 605 92[1]
BIC GENO DED1 SPW[1]
Gründung 2002
Website www.sparda-west.de
Geschäftsdaten 2020[2]
Bilanzsumme 13,147 Mrd. Euro
Einlagen 11,893 Mrd. Euro
Kundenkredite 6,662 Mrd. Euro
Mitarbeiter 885
Geschäftsstellen 59
Mitglieder 577.727
Leitung
Vorstand Manfred Stevermann (Vors.)
Andreas Lösing (stv. Vors.)
Michael Dröge
Dominik Schlarmann
Aufsichtsrat Anke Beckemeyer (Vors.)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland
Geschäftsgebiet der Sparda-Bank West

Die Sparda-Bank West eG ist ein genossenschaftliches Kreditinstitut für Privatkunden mit Sitz in Düsseldorf. Sie betreibt aktuell insgesamt 43 Filialen (Stand Oktober 2021). Die Sparda-Bank West ist nach Bilanzsumme die zweitgrößte in der Sparda-Bank-Gruppe in Deutschland und ein Akteur am Finanzplatz Düsseldorf.

Geschäftsprinzipien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sparda-Bank West ist eine der elf deutschen Genossenschaftsbanken, die im Verband der Sparda-Banken e. V. zusammengeschlossen sind. Sie alle sind traditionell stark spezialisiert auf das Privatkundengeschäft. Die Kunden erwerben mindestens einen Genossenschaftsanteil (die Höhe und die maximale Anzahl von zeichenbaren Anteilen werden von jeder Sparda-Bank individuell durch die Satzung festgelegt) und sind dadurch zusammen mit anderen Kunden Mitglieder und Miteigentümer der Bank. Auf die Genossenschaftsanteile wird eine jährliche Dividende ausgezahlt. Für die Sparda-Bank West beträgt sie derzeit (für das Geschäftsjahr 2020) 1,5 Prozent. Mitglieder können bis zu 200 Genossenschaftsanteile à 52 Euro zeichnen.[3] Das erste Girokonto war für Mitglieder bis zur Gebühreneinführung für die BankCard im März 2016 kostenlos. Am 1. Juli 2018 führte die Bank neue Girokontomodelle ein, bei denen teilweise ebenfalls Kontoführungsgebühren berechnet werden.[4] Seit dem 1. April 2020 können für die Kontoführung zusätzliche Kosten anfallen: Für SpardaGiro Flex wird ein pauschaler Basispreis für die Kontoführung von 6 Euro pro Monat erhoben; weitere Gebühren fallen nur selten an. Für SpardaGiro Online gibt es bei Gehalts- und Renteneingängen keinen Basispreis, jedoch bei Nicht-Online-Zahlungsaufträgen wie Überweisungen, Umbuchungen und Einrichtung/Änderung von Daueraufträgen Kosten von 5 Euro pro Auftrag.

Bankleitzahl und BIC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nach der Fusion der Sparda-Banken Essen, Köln und Wuppertal im Jahr 2002 sowie der Fusion mit der Sparda-Bank Münster im Jahr 2018 verwendet die vereinigte Bank weiterhin alle vier Bankleitzahlen der Vorgängerinstitute.[5] Eine einheitliche Bankleitzahl wurde bislang nicht eingeführt, so dass die Filialen der Sparda-Bank West weiterhin die Bankleitzahl entsprechend ihrer früheren Zugehörigkeit zu den Vorgängerbanken führen. Die Bankleitzahlen sowie die dazugehörigen BIC der Sparda-Bank West lauten:

BLZ BIC ehem. Sparda-Bank
360 605 91 GENODED1SPE Essen
370 605 90 GENODED1SPK Köln
330 605 92 GENODED1SPW Wuppertal
400 605 60 GENODEF1S08 Münster

Verbund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sparda-Banken sind im Verband der Sparda-Banken e. V. zusammengeschlossen, der für diese die Pflichtprüfungen als Prüfungsverband im Sinne des Genossenschaftsgesetzes vornimmt. Die Sparda-Banken sind ferner Mitglied im Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und dessen Sicherungseinrichtung. Sie gehören wie viele andere Genossenschaftsbanken dem CashPool an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. Juli 1905 wurde in der Generalversammlung des Verbandes der Eisenbahnvereine des Direktionsbezirks Essen beschlossen, eine eigene Spar- und Darlehnskasse zu gründen. Am 20. August 1905 gründeten 22 Eisenbahner die Kreditgenossenschaft, die am 25. Oktober 1905 als "Spar- und Darlehnskasse des Bezirksverbandes der Staats-Eisenbahn-Beamten- und Arbeitervereine im Eisenbahndirektionsbezirk Essen (Ruhr) e.G.m.b.H." ins Genossenschaftsregister der Stadt Essen eingetragen wurde. Damit bildete die Essener Sparda-Bank das älteste Vorgängerinstitut der heutigen Sparda-Bank West.[6] Ihren Hauptsitz hatte die Bank zu diesem Zeitpunkt in einem Gebäude der Eisenbahndirektion Essen am Bismarckplatz. Die Genossenschaftsbank wechselte mehrfach ihren Namen, wurde von Kunden vielfach nur "Sparda" genannt. Im Zweiten Weltkrieg verlegte die Sparda Teile ihrer Büros nach Lippstadt, bevor nach Kriegsende der Kassenbetrieb in Essen nur beschränkt hochgefahren werden konnte. Zum Zeitpunkt der Währungsreform 1948 wies die Sparda Essen eine Bilanzsumme von rund 3 Mio. DM aus. 1950 änderte die Bank die Firmenbezeichnung in "Eisenbahn-Spar- und Darlehnskasse Essen eGmbH in Essen". 1955 bezog die Sparda zu ihrem 50. jährigen Jubiläum Geschäftsräume in der Essen Kruppstraße 39. In den 1970er Jahren weitete die Sparda den Personenkreis der Mitglieder auf Beschäftigte im übrigen öffentlichen Dienst aus. Wachstumsbedingt zog die Sparda 1978 in einen Neubau an der Kruppstraße 41. Seit 1979 lautete die Firmenbezeichnung "Sparda-Bank Essen eG".[6] Das Geschäftsgebiet der Sparda-Bank Essen erstreckte sich im Jahr 1980 von Emmerich über das Ruhrgebiet bis nach Paderborn und bildete das kleinste Geschäftsgebiet, gleichzeitig verfügte die Sparda-Bank Essen mit 720 Mio. DM Aktiva über das höchste Geschäftsvolumen aller damals 16 Sparda-Banken. Die Bank unterhielt Zweigstellen in Dortmund, Duisburg und Bochum.[6]

Die Sparda-Bank West eG entstand 2002 aus der Fusion der bis dahin selbständigen Sparda-Banken in Essen (gegründet 1905), Wuppertal (gegründet 1907) und Köln (gegründet 1922).

Im Jahr 2018 wurde die Sparda-Bank Münster auf die Sparda-Bank West verschmolzen.[7] Rund 630.000 Mitglieder machen die Bank zur mitgliederstärksten Kreditgenossenschaft in Deutschland.[8]

Vertreterversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Satzung der Sparda-Bank West sieht in § 26c vor, dass alle fünf Jahre auf schriftlichem Weg in allen fünf Wahlbezirken in Form einer Listenwahl die Wahl der Vertreterversammlung stattfindet. Zuletzt fand diese Wahl am 4. April 2018 statt. Von den 487.753 wahlberechtigten Mitgliedern stimmten dabei laut dem Kundenmagazin sparda aktuell (Heft 2/2018) 61.131 ab; das entspricht einer Beteiligung von rund 12,53 Prozent. Von den 56.098 gültigen Stimmen entfielen auf die vom Wahlausschuss vorgeschlagenen 305 Mitgliedervertreter sowie die 48 Ersatzvertreter 52.832 Ja-Stimmen.

Über die Vertreterversammlung und deren Aufgaben, Befugnisse etc. können sich die Wahlberechtigten in der Satzung der Sparda-Bank West[9] unter „Punkt C Die Vertreterversammlung“ informieren. In der Satzung steht ebenfalls die Wahlordnung zur Vertreterversammlung. Sie beschreibt detailliert die Regelungen zum Abhalten der Wahl der Vertreter. Jedes Mitglied der Genossenschaftsbank kann sich bei der Sparda-Bank West für das Vertreteramt bewerben. Der Wahlausschuss prüft nach § 4 der Wahlordnung die Wählbarkeit des Bewerbers. Selbst innerhalb der Frist der öffentlichen Auslegung der Wahlvorschläge können laut § 8 der Wahlordnung weitere Vorschläge eingebracht werden. Grundsätzlich können die Wahlberechtigten von den gewählten Vertretern erwarten, dass diese die Rechte der Mitglieder in Angelegenheiten der Genossenschaft vertreten und dafür sorgen, dass diese bei den Leistungen und der Gestaltung der Genossenschaft gewahrt werden.

Bei der Wahl zur Vertreterversammlung erfahren die Wahlberechtigten jedoch zum Teil gar nicht, zum Teil nur durch schwer zugängliche Informationen (aber nicht durch die Wahlunterlagen),

  • wie die bereits feststehende Einheitsliste mit den Namen der Bewerber zustande gekommen ist,
  • unter welchen Umständen alle bzw. welche Bewerber gewählt werden,
  • welche Positionen die Bewerber vertreten und für welche Interessen sie stehen.

Somit handelt es sich hier um eine Entscheidung aufgrund einer einzigen und unveränderbaren Liste, die keine Alternativen zulässt und in vielen Punkten intransparent ist. Die Wahlberechtigten können nicht einmal ansatzweise wissen, was sie mit ihrer Wahl bewirken. Die Statuten sagen auch nichts dazu, was im Fall einer erfolgreichen Wahlanfechtung geschieht.

Unterlassungsklage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sparda-Bank West darf ihr Girokonto nicht mehr als „kostenlos“ bewerben, da sie für die zugehörige Girocard im April 2016 ein jährliches Entgelt von 10 Euro eingeführt hat. Das entschied das Landgericht Düsseldorf mit Urteil vom 6. Januar 2017 (Aktenzeichen 38 O 68/16) auf Antrag der Wettbewerbszentrale. Die Sparda-Bank West hatte argumentiert, dass mittels einer Whitecard für den Geldautomaten am Schalter Geld abgehoben werden könne. Dies hielt das Gericht für irreführend, da ein Verbraucher davon ausgehe, mit einem Girokonto eine Girocard zu erhalten. Ohne eine Girocard sind Kontoauszugsdrucker und SB-Terminals nicht nutzbar.[10][11][12]

SpardaSpendenWahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SpardaSpendenWahl ist ein jährlicher Förder-Wettbewerb der Sparda-Bank West, an dem Schulen aus dem Kerngeschäftsgebiet der Bank mit ihrem Projekt teilnehmen können. Dabei können die Schulen bis zu 6.000 € gewinnen. Bei ihrer Bewerbung werden alle teilnehmenden Schulen in eine der vier Größenkategorien „sehr kleine Schulen“, „kleine Schulen“, „mittelgroße Schulen“ und „große Schulen“ eingeteilt. Je Größenkategorie findet eine eigene Abstimmung statt, in der jeweils die 50 Schulen, die nach Ende der Abstimmung die meisten Stimmen aufweisen, aus den Reinerträgen des Gewinnsparvereins bei der Sparda-Bank West e.V. mit insgesamt 100.000 Euro gefördert werden.[13] Die Abstimmung erfolgt über SMS.

Schließung von Filialen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2022 sollen 43 von 82 Filialen geschlossen werden. Die Mitarbeiter wurden darüber im November 2019 auf einer Betriebsversammlung in Dortmund informiert.[14] Zur Schließung von Filialen hatten vor allem die Bilanzen der vergangenen Zeit mit sehr geringen Überschüssen, hohen Zinsaufwendungen und niedrigen Zinserträgen beigetragen. Zum Teil sind dies offenbar Folgen der Niedrigzinspolitik der EZB. Zur Schließung vieler Filialen erklärte Manfred Stevermann, der Vorstandsvorsitzende der Sparda-Bank West: „Aktuelle Analysen zeigen, dass unsere Kunden immer seltener eine Filiale besuchen und stattdessen andere Kontaktmöglichen bevorzugen. Als eine Genossenschaftsbank, die sich an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder und Kunden orientiert, müssen wir darauf reagieren und unser Angebot an die Wünsche und Erwartungen unserer Kunden anpassen.“[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sparda-Bank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Geschäftsbericht 2020
  3. sparda-west.de/mitgliedschaft
  4. sparda-west.de/girokonto
  5. Vgl. auch Impressum der Bank auf deren Website
  6. a b c Sparda-Bank Essen eG: 75 Jahre Sparda-Bank Essen eG 1905-1980. Essen.
  7. Amtsgericht Düsseldorf GnR 473 am 17. August 2018
  8. Pressemeldung der Sparda-Bank West vom 17. August 2018
  9. Satzung der Sparda-Bank West
  10. Gericht untersagt irreführende Werbung. In: Handelsblatt. 10. Januar 2017, abgerufen am 11. Januar 2017.
  11. LG Düsseldorf: Jährliches Entgelt für „Girocard“ steht Werbung mit kostenlosem Girokonto entgegen. In: beck-aktuell. 10. Januar 2017, abgerufen am 11. Januar 2017.
  12. Christian Siedenbiedel: Die Tricks mit den kostenlosen Girokonten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Januar 2017, abgerufen am 22. Januar 2017.
  13. Teilnahmebedingungen (AGB) | SpardaSpendenWahl: Wir fördern Schulen mit 400.000 Euro. Abgerufen am 27. Juni 2019 (deutsch).
  14. a b Ankea Janßen: Umstrukturierung – Radikales Sparprogramm: Diese Filialen macht die Sparda-Bank dicht. In: Neue Osnabrücker Zeitung, 17. November 2019. Auf NOZ.de, abgerufen am 30. November 2020.

Koordinaten: 51° 13′ 10,1″ N, 6° 47′ 48,4″ O