Sparda-Bank West

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Sparda-Bank West eG
Logo
Zentrale der Sparda-Bank West in Düsseldorf
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Düsseldorf
Rechtsform eG
Bankleitzahl 330 605 92[1]
BIC GENO DED1 SPW[1]
Gründung 2002
Website www.sparda-west.de
Geschäftsdaten 2017[2]
Bilanzsumme 9,252 Mrd. Euro
Einlagen 8,339 Mrd. Euro
Kundenkredite 4,571 Mrd. Euro
Mitarbeiter 829
Geschäftsstellen 67
Mitglieder 486.485
Leitung
Vorstand Manfred Stevermann (Vors.)
Andreas Lösing (stv. Vors.)
Michael Dröge
Dominik Schlarmann
Aufsichtsrat Johannes Houben (Vors.)
Liste der Genossenschaftsbanken in Deutschland
Geschäftsgebiet

Die Sparda-Bank West eG ist ein genossenschaftliches Kreditinstitut für Privatkunden mit Sitz in Düsseldorf. Sie entstand 2002 aus der Fusion der bis dahin selbständigen Sparda-Banken in Essen (gegründet 1905), Wuppertal (gegründet 1907) und Köln (gegründet 1922). Die Sparda-Bank West betreibt insgesamt 67 Filialen sowie sechs spezialisierte Immobilienfinanzcenter (IFCs) in Nordrhein-Westfalen.

Geschäftsprinzipien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sparda-Bank West ist eine der zwölf deutschen Genossenschaftsbanken, die im Verband der Sparda-Banken e. V. zusammengeschlossen sind. Sie alle sind traditionell stark spezialisiert auf das Privatkundengeschäft. Die Kunden erwerben mindestens einen Genossenschaftsanteil (die Höhe und die maximale Anzahl von zeichenbaren Anteilen werden von jeder Sparda-Bank individuell durch die Satzung festgelegt) und sind dadurch zusammen mit anderen Kunden Mitglieder und Miteigentümer der Bank. Auf die Genossenschaftsanteile wird eine jährliche Dividende ausgezahlt. Für die Sparda-Bank West beträgt sie derzeit (2017) 2,00 Prozent. Dieser an sich günstigen Rendite steht entgegen, dass jedes Mitglied nur maximal drei Anteile à 52 Euro erwerben darf; die höchste Beteiligungssumme beträgt also 156 Euro. Das liegt weit unter dem Durchschnitt anderer Genossenschaftsbanken.[3] Das erste Girokonto war für Mitglieder bis März 2016 kostenlos. Seitdem wird eine Gebühr für die BankCard von zehn Euro pro Jahr berechnet.[4]

Bankleitzahl und BIC[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der Fusion der drei Sparda-Banken Essen, Köln und Wuppertal im Jahre 2002 verwendet die vereinigte Bank weiterhin alle drei Bankleitzahlen der Vorgängerinstitute.[5] Eine einheitliche Bankleitzahl wurde bislang nicht eingeführt, so dass die Filialen der Sparda-Bank West weiterhin die Bankleitzahl entsprechend ihrer früheren Zugehörigkeit zu den Vorgängerbanken führen. Die Bankleitzahlen sowie die dazugehörigen BIC der Sparda-Bank West lauten:

BLZ BIC ehem. Sparda-Bank
360 605 91 GENODED1SPE Essen
370 605 90 GENODED1SPK Köln
330 605 92 GENODED1SPW Wuppertal

Verbund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sparda-Banken sind im Verband der Sparda-Banken e. V. zusammengeschlossen, der für diese die Pflichtprüfungen als Prüfungsverband im Sinne des Genossenschaftsgesetzes vornimmt. Die Sparda-Banken sind ferner Mitglied im Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) und dessen Sicherungseinrichtung. Sie gehören wie viele andere Genossenschaftsbanken dem CashPool an.

Fusion mit der Sparda-Bank Münster eG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Bekanntgabe des geplanten Zusammenschlusses der Sparda-Bank West mit der Sparda-Bank Münster Ende November 2017 haben die ordentlichen Vertreterversammlungen beider Genossenschaftsbanken im Juni 2018 der Verschmelzung zugestimmt. Das neue Institut trägt den Namen Sparda-Bank West. Rund 630.000 Mitglieder machen die Bank zur mitgliederstärksten Kreditgenossenschaft in Deutschland. Rechtswirksam wird die Fusion mit öffentlicher Bekanntmachung der Eintragung im Genossenschaftsregister voraussichtlich Mitte August 2018.[6]

Vertreterversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Satzung der Sparda-Bank West sieht in § 26c vor, dass alle fünf Jahre auf schriftlichem Weg in allen fünf Wahlbezirken in Form einer Listenwahl die Wahl der Vertreterversammlung stattfindet. Zuletzt fand diese Wahl am 4. April 2018 statt. Von den 487.753 wahlberechtigten Mitgliedern stimmten dabei laut dem Kundenmagazin sparda aktuell (Heft 2/2018) 61.131 ab; das entspricht einer Beteiligung von rund 12,53 Prozent. Von den 56.098 gültigen Stimmen entfielen auf die vom Wahlausschuss vorgeschlagenen 305 Mitgliedervertreter sowie die 48 Ersatzvertreter 52.832 Ja-Stimmen.

Über die Vertreterversammlung und deren Aufgaben, Befugnisse etc. können sich die Wahlberechtigten in der Satzung der Sparda-Bank West[7] unter „Punkt C Die Vertreterversammlung“ informieren. In der Satzung steht ebenfalls die Wahlordnung zur Vertreterversammlung. Sie beschreibt detailliert die Regelungen zum Abhalten der Wahl der Vertreter. Jedes Mitglied der Genossenschaftsbank kann sich bei der Sparda-Bank West für das Vertreteramt bewerben. Der Wahlausschuss prüft nach § 4 der Wahlordnung die Wählbarkeit des Bewerbers. Selbst innerhalb der Frist der öffentlichen Auslegung der Wahlvorschläge können laut § 8 der Wahlordnung weitere Vorschläge eingebracht werden. Grundsätzlich können die Wahlberechtigten von den gewählten Vertretern erwarten, dass diese die Rechte der Mitglieder in Angelegenheiten der Genossenschaft vertreten und dafür sorgen, dass diese bei den Leistungen und der Gestaltung der Genossenschaft gewahrt werden.

Bei der Wahl zur Vertreterversammlung erfahren die Wahlberechtigten jedoch zum Teil gar nicht, zum Teil nur durch schwer zugängliche Informationen (aber nicht durch die Wahlunterlagen),

  • wie die bereits feststehende Einheitsliste mit den Namen der Bewerber zustande gekommen ist,
  • unter welchen Umständen alle bzw. welche Bewerber gewählt werden,
  • welche Positionen die Bewerber vertreten und für welche Interessen sie stehen.

Somit handelt es sich hier um eine Entscheidung aufgrund einer einzigen und unveränderbaren Liste, die keine Alternativen zulässt und in vielen Punkten intransparent ist. Die Wahlberechtigten können nicht einmal ansatzweise wissen, was sie mit ihrer Wahl bewirken. Die Statuten sagen auch nichts dazu, was im Fall einer erfolgreichen Wahlanfechtung geschieht.

Unterlassungsklage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sparda-Bank West darf ihr Girokonto nicht mehr als „kostenlos“ bewerben, da sie für die zugehörige Girocard im April 2016 ein jährliches Entgelt von 10 Euro eingeführt hat. Das entschied das Landgericht Düsseldorf mit Urteil vom 6. Januar 2017 (Aktenzeichen 38 O 68/16) auf Antrag der Wettbewerbszentrale. Die Sparda-Bank West hatte argumentiert, dass mittels einer Whitecard für den Geldautomaten am Schalter Geld abgehoben werden könne. Dies hielt das Gericht für irreführend, da ein Verbraucher davon ausgehe, mit einem Girokonto eine Girocard zu erhalten. Ohne eine Girocard sind Kontoauszugsdrucker und SB-Terminals nicht nutzbar.[8][9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sparda-Bank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Geschäftsbericht des Geschäftsjahres 2017
  3. Öko-Test, Ausgabe Oktober 2013, Seiten 112–119.
  4. Sparda-west.de
  5. Vgl. auch Impressum der Bank auf deren Website
  6. Pressemeldung der Sparda-Bank West vom 27. Juni 2018
  7. Satzung der Sparda-Bank West
  8. Gericht untersagt irreführende Werbung. In: Handelsblatt. 10. Januar 2017, abgerufen am 11. Januar 2017.
  9. LG Düsseldorf: Jährliches Entgelt für "Girocard" steht Werbung mit kostenlosem Girokonto entgegen. In: beck-aktuell. 10. Januar 2017, abgerufen am 11. Januar 2017.
  10. Christian Siedenbiedel: Die Tricks mit den kostenlosen Girokonten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Januar 2017, abgerufen am 22. Januar 2017.

Koordinaten: 51° 13′ 10,1″ N, 6° 47′ 48,4″ O