Spardorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Spardorf
Spardorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Spardorf hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 11° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Uttenreuth
Höhe: 312 m ü. NHN
Fläche: 3,22 km2
Einwohner: 2227 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 691 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91080
Vorwahl: 09131
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 154
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der Verbandsverwaltung: Erlanger Straße 40
91080 Uttenreuth
Webpräsenz: www.spardorf.de
Bürgermeisterin: Birgit Herbst (Neue Liste)
Lage der Gemeinde Spardorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Spardorf ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spardorf liegt etwa fünf Kilometer nordöstlich von Erlangen im Tal der Schwabach und unterhalb der Höhe von Marloffstein. Spardorf ist eine beliebte Wohngemeinde im Erlanger Umland.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Marloffstein, Uttenreuth, Buckenhof, Erlangen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Spardorf finden sich Siedlungsspuren, die auf eine vorchristliche Besiedlung hindeuten.[2]

Der erste Teil des Ortsnamens leitet sich höchstwahrscheinlich vom mittelhochdeutschen Wort "spar(we)" = Spatz, Sperling ab.[3][4]

Die älteste urkundliche Erwähnung des Namens Spardorf stammt aus dem Jahr 1305. Im Handlungsbuch der Nürnberger Patrizier Holzschuher steht der Eintrag „Sibito de Spardorf 1305“. Mindestens seit dem 15. Jahrhundert besaßen die Herrn von Streitberg in Spardorf einige Güter und Wälder als kaiserliche Lehen.[5]

Seit 1978 bildet die Gemeinde gemeinsam mit drei anderen Gemeinden die Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

CSU SPD Freie Wähler Unser Spardorf Neue Liste Gesamt
2002 4 2 6* 2 n.a. 14 Sitze
2008 3 2 4 1 2 12 Sitze
2014 2 3 3 1 3 12 Sitze

* Freie Wähler 2002 angetreten als Freie Wählergemeinschaft

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Birgit Herbst (Neue Liste).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Gespalten von Silber und Rot, am Spalt überdeckt von einem von Schwarz und Silber gespaltenen Dachziegel, vorne ein schwarzes Deichselkreuz, hinten eine silberne Hirschstange mit aufgesteckter silberner Lilie.“

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Schwabachtal auf Spardorf mit der ehemaligen Ziegelei Schultheiß in der Bildmitte, 2011

Größter Betrieb war die ehemalige Ziegelei Schultheiß, die 1804 gegründet wurde.[6] 2001 wurde die Produktion vom österreichischen Wienerberger-Konzern übernommen und 2005 geschlossen. Das angemietete Gelände wurde noch bis 2008 als Lager genutzt, die Maschinen abgebaut[7][8]. Im Winter 2011/2012 wurden fast alle Gebäude abgerissen. Den westlichen Schornstein erhielt man als Industriedenkmal. 2016 wurde der Schornstein um 15 m gekürzt[9] und die Mobilfunkantennen abgebaut. 2017 begann dann die Neubebauung des Ziegeleigeländes u. a. mit Supermärkten, die im Herbst 2018 eröffnet wurden.[10][11]

Daneben existierte bis 2003 der Klimatechnik-Betrieb Jackson Lufttechnik. [12] Dort befindet sich jetzt ein Ärztehaus. Es sind noch weitere Unternehmen ansässig, insbesondere hat die Landwirtschaft in Spardorf einige Bedeutung, 2014 wurden noch 44 % der Gemeindefläche landwirtschaftlich genutzt.[13]

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spardorf ist direkt über die Buslinie 208 des Verkehrsverbundes im Großraum Nürnberg (VGN) an Erlangen angebunden, am Busbahnhof im Schwabachtal verkehren zudem die Linien 209 und 280 (Mo–Fr) sowie einige weitere Linien, die nur selten fahren. Früher lag Spardorf an der Sekundärbahn Erlangen–Gräfenberg.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Spardorf befinden sich das Emil-von-Behring-Gymnasium, eine Grundschule, die Ernst-Penzoldt-Hauptschule, die Erich-Kästner-Schule zur individuellen Lernförderung und zwei Kindergärten (Spatzennest und Buntspecht).

Die Verwaltung der Akademie Faber-Castell hat ihren Sitz in Spardorf. Angeboten wird ein Vollzeitstudium Bildende Kunst.

Freizeit und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der örtliche Sportverein trägt den Namen VdS Spardorf (Verein der Sportfreunde). Es werden Fußball, Tennis, Tischtennis, Turnen, Volleyball, Basketball, FitBoxing, Zumba und andere Sportarten angeboten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth mit ihren Mitgliedsgemeinden Buckenhof, Marloffstein, Spardorf, Uttenreuth. 3., erg. Auflage. Verwaltungs-Verlag, München 1988.
  • Bertold Frhr. von Haller: Spardorf. In: Christoph Friederich, Bertold Freiherr von Haller, Andreas Jakob (Hrsg.): Erlanger Stadtlexikon. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 3-921590-89-2 (Gesamtausgabe online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spardorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. nordbayern.de, Nürnberg, Germany: Äußerst ungewöhnlicher Fund für die Region. (nordbayern.de [abgerufen am 28. September 2017]).
  3. SPARDORF. aus der Geschichte unserer Gemeinde. Woher kommt der Name Spardorf? - PDF. Abgerufen am 28. September 2017.
  4. Univ.-Prof. Dr. Gerhard Köbler: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Abgerufen am 1. Oktober 2017.
  5. Dieter Zöberlein: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie. Selbstverlag, Burggrub 2018.
  6. 100 Jahre Ziegelarchitektur in Bayern - PDF. Abgerufen am 4. Oktober 2017.
  7. Siegfried Balleis: Chronik 2001: www.balleis.de. Abgerufen am 4. Oktober 2017.
  8. Siegfried Balleis: Chronik 2005: www.balleis.de. Abgerufen am 5. Oktober 2017 (englisch).
  9. nordbayern.de, Nürnberg, Germany: Alte Ziegelei bei Erlangen um 15 Meter gekürzt. (nordbayern.de [abgerufen am 5. Oktober 2017]).
  10. nordbayern.de, Nürnberg, Germany: Spatenstich auf dem Ziegeleigelände in Spardorf. (nordbayern.de [abgerufen am 28. September 2017]).
  11. ᐅ Neueröffnung: Lidl in Spardorf | Eröffnungsdatum. Abgerufen am 26. Oktober 2018.
  12. Handelsregisterauszug des Amtsgericht Fürth. Abgerufen am 5. Oktober 2017.
  13. Bayerisches Landesamt für Statistik: Statistik kommunal 2015 Gemeinde Spardorf. Bayerisches Landesamt für Statistik, 30. Juni 2016, abgerufen am 4. Oktober 2017.
  14. Dr. Helmut Haberkamm