Sparfunktion (Volkswirtschaft)

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Eine Sparfunktion ist eine Verhaltensgleichung und beschreibt, wovon die Ersparnis abhängt. Je nach theoretischen Annahmen beschreibt sie die Abhängigkeit der Ersparnis innerhalb einer Periode vom Einkommen oder vom Zinssatz oder auch von anderen Größen.

Unter „klassischer Sparfunktion“ versteht man die Annahme, dass die Bezieher von Lohneinkommen ihr gesamtes Einkommen konsumieren und nicht sparen, während die Gewinneinkommensbezieher einen großen Teil ihres Einkommens, vereinfachend auch alles, sparen.[1][2][3]

Nicholas Kaldor unterscheidet eine Sparquote der Lohneinkommensbezieher von einer der Gewinneinkommensbezieher, wobei letztere größer als erstere ist. Damit ist die gesamtwirtschaftliche Sparquote umso niedriger, je niedriger die Gewinneinkommen am Volkseinkommen (Lohneinkommen plus Gewinneinkommen) sind.

Ebenfalls als klassische Sparfunktion wird auch eine Funktion bezeichnet, in der die Höhe der geplanten Ersparnis durch den Zinssatz bestimmt wird.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. R. G. D. Allen: Macro-Economic Theory : A Mathematical Treatment. Macmillan, St. Martin's Press, London/ Melbourne/ Toronto 1968, S. 30.
  2. Fritz Söllner: Die Geschichte des ökonomischen Denkens. Springer, 2001, ISBN 3-540-41342-1, S. 246.
  3. Eckhard Hein: Money, Distribution Conflict and Capital Accumulation. Contributions to ‚Monetary Analysis‘. Palgrave Macmillan, 2008, ISBN 978-0-230-52157-5, S. 83, 103.
  4. Heinz-Dieter Hardes, Frieder Schmitz: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2002, ISBN 3-486-25919-9, S. 403.