Sparsbach

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde im Elsass, die Ortschaft von Kammern im Liesingtal, Steiermark, siehe Sparsbach (Gemeinde Kammern).
Sparsbach
Wappen von Sparsbach
Sparsbach (Frankreich)
Sparsbach
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Saverne
Kanton Ingwiller
Koordinaten 48° 53′ N, 7° 25′ OKoordinaten: 48° 53′ N, 7° 25′ O
Höhe 197–387 m
Fläche 13,58 km²
Einwohner 252 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 19 Einw./km²
Postleitzahl 67340
INSEE-Code

Sparsbach ist eine französische Gemeinde mit 252 Einwohnern (1. Januar 2014) im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Saverne, zum Kanton Ingwiller und zum Gemeindeverband Pays de La Petite-Pierre.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Sparsbach liegt in den Vogesen und ist Teil des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord.

Durch die Gemeinde fließt der Meisenbach, der im nahen Ingwiller in die Moder mündet.

Nachbargemeinden von Sparsbach sind Wimmenau im Norden, Weinbourg und Ingwiller im Osten, Weiterswiller im Süden, La Petite-Pierre im Südwesten und Erckartswiller im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Sparsbach gehörte als Allod[1] zunächst zum Amt Buchsweiler der Herrschaft Lichtenberg, als dieses sich im 13. Jahrhundert bildete. Aufgrund des großen Gebietszuwachses der Herrschaft in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde das Amt Buchsweiler um 1330 geteilt und das Amt Ingweiler ausgegliedert. Sparsbach wurde als Teil der Büttelei Ingweiler dem Amt Ingweiler zugeschlagen.[2] Anlass für die neue Organisation können die beiden Landesteilungen gewesen sein, die im Haus Lichtenberg um 1330 und im Jahr 1335 stattfanden. 1335 wurde eine Landesteilung zwischen der mittleren und der jüngeren Linie des Hauses Lichtenberg durchgeführt. Sparsbach fiel dabei an die Nachkommen des früh verstorbenen Johann III. von Lichtenberg, die die mittlere Linie des Hauses begründeten.[3]

1480 verstarb mit Graf Jakob das letzte männliche Mitglied der Familie derer von Lichtenberg, sein Erbe und die Herrschaft wurde geteilt. Das Amt Ingweiler gehörte zu dem Teil des Erbes, der an die Grafschaft Zweibrücken-Bitsch fiel.[4] Diese rechneten es ihrer Herrschaft Oberbronn zu.[5]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Zweibrücken-Bitsch gelangte die Herrschaft Oberbonn – und mit ihr Sparsbach – 1551 als Mitgift anlässlich der Heirat der Amelie von Zweibrücken-Bitsch mit Philipp I. von Leiningen-Westerburg an diese Familie. Spätestens zu diesem Zeitpunkt schied Sparsbach aus dem Einflussbereich der Grafschaft Hanau-Lichtenberg endgültig aus.[6]

In Nachfolge der Leininger wurden die Landgrafen von Hessen-Homburg und zu einem geringeren Teil die schwedische Adelsfamilie der Freiherren von Sinclair im 17. Jahrhundert Herren der Herrschaft Oberbronn. Durch die Reunionspolitik Frankreichs fielen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch die Herrschaft Oberbronn und das Dorf Sparsbach unter französische Oberhoheit. Der hessen-homburgische Teil ging in der Mitte des 18. Jahrhunderts an die Familie Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein über, der Sinclair’sche Anteil an die ebenfalls schwedisch stämmige Familie derer von Lewenhaupt.[7] Hohenlohe musste die Herrschaft 1793 an Frankreich abtreten und wurde dafür später mit Gebieten des säkularisierten Bistums Würzburg abgefunden.[8] In den Verwaltungsreformen in Folge der Französischen Revolution wurde die Herrschaft Oberbronn aufgelöst. Sparsbach war nun französisch.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 153 156 164 157 152 191 251 261

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forstwirtschaft und Fischzucht sind die ansässigen Wirtschaftszweige in Sparsbach. Touristisch wirbt man mit den gastronomischen Spezialitäten Forellen und Flammkuchen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean-Claude Brumm: Quelques dates importantes dans l’histoire …. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 10f.
  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Freddy Gutbub und Ernst Hallenberger: Rothbach – Histoire d'un village des Vosges du Nord / Geschichte eines Dorfes in den Nordvogesen. 1991. ISBN 2-9505842-0-9 (Bilingual: in französischer und deutscher Sprache)
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.
  • Peter Karl Weber: Lichtenberg. Eine elsässische Herrschaft auf dem Weg zum Territorialstaat. Soziale Kosten politischer Innovation. Heidelberg 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sparsbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eyer, S. 51, 53.
  2. Eyer, S. 238.
  3. Eyer, S. 79.
  4. Brumm, S. 11.
  5. Weber, S. 37, Anm. 59.
  6. Matt, S. 7.
  7. Waltz und Rudolph.
  8. Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder. Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 7. Auflage. München 2007. ISBN 978 3 406 54986 1. S. 481: Stichwort: Oberbronn (Herrschaft).