Spiegelndes Laichkraut

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Spiegelndes Laichkraut
Spiegelndes Laichkraut (Potamogeton lucens)

Spiegelndes Laichkraut (Potamogeton lucens)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Froschlöffelartige (Alismatales)
Familie: Laichkrautgewächse (Potamogetonaceae)
Gattung: Laichkräuter (Potamogeton)
Art: Spiegelndes Laichkraut
Wissenschaftlicher Name
Potamogeton lucens
L.

Das Spiegelnde Laichkraut (Potamogeton lucens), auch Glänzendes Laichkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Laichkräuter (Potamogeton) innerhalb der Familie der Laichkrautgewächse (Potamogetonaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Flora Batava, Volume 11
Habitus und Laubblätter
Blütenstand
Der Mittelnerv des Blattes endet in einem Horn bzw. Schnabel (mehrere mm lang).

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiegelnde Laichkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze[1] mit verzweigtem unterirdischen Rhizom.

Die Laubblätter sind. Die immer untergetaucht bleibenden, wechselständig Blätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der kurze Blattstiel ist geflügelt. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 30 Zentimetern sowie einer Breite von bis zu 4,5 Zentimetern länglich-eiförmig und spitz (linealisch). Die Hauptblattadern verlaufen bogig vom Blattgrund zur Spitze, die Quernervatur ist dagegen sehr zart. Die Blattspreite ist leicht durchsichtig und ihre Oberfläche ist glänzend. Die Blattränder sind fein gesägt und rau. Die relativ kleinen Nebenblätter sind zu schmalen Häutchen umgebildet, deren Basis die Stängel umfasst.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die allseitswendige, ährige Blütenstand ragt zur Blütezeit aus dem Wasser. Die zwittrigen Blüten aus jeweils vier Staubblättern und Fruchtblättern bestehen, Die Blüten sind kronblattlos. Zum Schutz der Fortpflanzungsorgane entwickeln sich jedoch an den Konnektiven der Staubbeutel gelbgrünliche Anhängsel, die einer vierblättrigen Blütenkrone ähneln.[2]

Die einsamigen Früchte sind stumpf gekielte Nüsschen und bilden eine Sammelsteinfrucht.[1]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 13; es liegt Tetraploidie vor, also eine Chromosomenzahl von 2n = 52[3].[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiegelnde Laichkraut ist eine flutende oder submerse Wasserpflanze.

Die Bestäubung erfolgt durch den Wind.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet reicht von den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel bis zu den Philippinen.[4]

Das Glänzende Laichkraut gedeiht in der tropischen Zone Ostasiens und von der meridionalen bis zur borealen Zone Europas und Westasiens. Es wächst in nährstoffreichen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern in Tiefen von 1,5 bis 3,0 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt es am Freibergsee bei Oberstdorf bis in eine Höhenlage von 928 Meter auf.[5]

Das Glänzende Laichkraut ist eine Charakterart des Potamogetonetum lucentis aus dem Verband Potamogetonion.[3]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Potamogeton lucens erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum.[6]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen. Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2.
  • Rudolf Schubert, Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 6. Auflage. Band 3: Atlas der Gefäßpflanzen, Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012536-8.
  • Jindřich Krejča: Aus unserer Natur: Pflanzen, Gesteine, Minerale, Fossilien. (aus dem Slowakischen übersetzt von Irmtraud Kasperl, Oskar Kasperl). Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1978.
  • Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold: Handwörterbuch der Pflanzennamen. Begründet von Robert Zander. 12. Auflage. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1980.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Spiegelndes Laichkraut bei BiolFlor der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
  2. Urania Pflanzenreich, Höhere Pflanzen, Band 2. Urania, Leipzig/Jena/Berlin 1976, S. 336.
  3. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 105.
  4. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Potamogeton lucens - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 16. August 2016.
  5. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW-Verlag, Eching bei München, 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 131.
  6. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 126 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D126%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spiegelndes Laichkraut (Potamogeton lucens) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien