Spiez

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Spiez
Wappen von Spiez
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Frutigen-Niedersimmentalw
BFS-Nr.: 0768i1f3f4
Postleitzahl: 3700 Spiez
3646 Einigen
UN/LOCODE: CH SPZ
Koordinaten: 617445 / 170260Koordinaten: 46° 41′ 0″ N, 7° 40′ 0″ O; CH1903: 617445 / 170260
Höhe: 607 m ü. M.
Fläche: 16.78 km²
Einwohner: i12'713 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 758 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
7,8 % (2009)[2]
Gemeindepräsident: Jolanda Brunner (SVP)
Website: www.spiez.ch
Luftaufnahme

Luftaufnahme

Karte
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Spiez ['ʃpiət͡s][3] ist eine Einwohnergemeinde im Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental des Schweizer Kantons Bern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über die Spiezer Bucht

Spiez liegt am Südufer des Thunersees. Die Gemeinde Spiez erstreckt sich von einer Höhe von 558 m ü. M. (Seehöhe) bis auf 852 m ü. M. (Hondrichhügel).

Bahnhof mit Hondrichhügel

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname geht womöglich auf althochdeutsch spioz «Spiess» zurück und hätte damit ursprünglich den Gebirgsvorsprung oder die Landzunge bezeichnet, worauf der Ort liegt (nach Ernst Förstemann). Eine Rückführung auf das Keltische, wie von Johann Ulrich Hubschmied postuliert, ist rein spekulativ.[4]

Der Geländerücken war schon in der frühen Bronzezeit besiedelt. 1280 ist der Ort als Reichslehen bezeugt, als König Rudolf I. dem zu Fusse der hochmittelalterlichen Burg liegenden Städtchen einen Wochenmarkt zugestand. 1308 wurde Freiherr Johannes von Strättligen mit Spiez belehnt, welcher Burg, Stadt, Kirchensatz und mehrere umliegende Dörfer 1338 Johann II. von Bubenberg, Schultheissen von Bern, verkaufte. Nach dem Aussterben der Bubenberger gelangte die Freiherrschaft Spiez 1506 an die von Diesbach und 1516 an die von Erlach, unter deren Herrschaft sie bis 1798 stand.

Ab 1856 entwickelte sich Spiez zum Luftkurort, und bis heute bildet der Tourismus einen wichtigen Wirtschaftszweig.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Von 36 Sitzen entfallen auf:

Die Einwohnergemeinde besteht aus fünf sogenannten Bäuerten: Spiez, Einigen, Hondrich, Faulensee und Spiezwiler (früher Wyler). Jede dieser Teilgemeinden war für die genossenschaftliche Nutzung der den Bäuerten gehörenden Allmenden, Pflanzland, Rebland und Waldungen verantwortlich. Jede Bäuert musste auch ein Schulzimmer oder ein Schulhaus zur Verfügung stellen und unterhalten. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden die Aufgaben der Bäuerten der Einwohnergemeinde (politischen Gemeinde) Spiez übertragen.

1977 wurde die Gemeindeversammlung durch ein Parlament (Grosser Gemeinderat) mit 36 Mitgliedern abgelöst. Die links stehende Grafik zeigt die Sitzverteilung im Grossen Gemeinderat nach den Wahlen vom 6. November 2016.[5]

Die Exekutive besteht aus 7 Mitgliedern. Gemeindepräsidentin ist Jolanda Brunner (Stand 2016).

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2015 betrugen: SVP 31.3 %, SP 18.4 %, BDP 13.4 %, EVP 8.2 %, FDP 7.8 %, GPS 7.4 %, glp 6.6 %, EDU 3.4 %, CVP 1.4 %.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptsehenswürdigkeit ist das Schloss Spiez mit Repräsentationsräumen des 13. bis 18. Jahrhunderts. Auch der ausgedehnte Schlosspark und die über 1000-jährige frühromanische Schlosskirche ziehen viele Touristen an.

Das Heimat- und Rebbaumuseum ist in einem typischen Simmentalerhaus aus dem Jahre 1728 untergebracht. Zu besichtigen gibt es die Darstellung eines bäuerlichen Haushalts, eine vollständige Küferwerkstatt, «Trüel» mit Traubenpresse und eine Ausstellung zu den Arbeiten im Rebberg und im Keller.

Das Hotel Belvédère in Spiez war während der Fussballweltmeisterschaft 1954 Quartier der deutschen Nationalmannschaft. Der dort unter den Spielern entstandene Geist von Spiez wird als wichtiger Faktor beim Gewinn der Weltmeisterschaft angesehen.

Spiez besitzt einen der höchstgelegenen Rebberge nördlich der Alpen, auf denen «Spiezer Wein» produziert wird.

Ergänzt wird das Kulturangebot mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen das ganze Jahr hindurch.

Die 1974 eingeweihte Kirche der Pfarrei Bruder Klaus ist eine einzigartige Mehrzweck-Kirche, die seit 1994 unter Denkmalschutz steht; Architekt ist Justus Dahinden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Spiez befindet sich das Labor Spiez, die international anerkannte, schweizerische Fachstelle für den Schutz der Bevölkerung vor atomaren, biologischen und chemischen Bedrohungen und Gefahren.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spiez – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Mitarbeiter: Gemeindesuche. Bevölkerung. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (Eingabe Spiez).
  3. Hans Bickel, Christoph Landolt: Duden. Schweizerhochdeutsch. Hrsg. vom Schweizerischen Verein für die deutsche Sprache. Dudenverlag, Mannheim/Zürich 2012, S. 88; Bruno Boesch: Die Aussprache des Hochdeutschen in der Schweiz. Eine Wegleitung. Hrsg. im Auftrag der Schweizerischen Siebs-Kommission. Spiegel, Zürich 1957, S. 25 und 39.
  4. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 847.
  5. http://www.spiez.ch/wAssets/docs/Gemeindewahlen2016/Resultate_GGR_2016.pdf
  6. http://www.sta.be.ch/sta/de/index/wahlen-abstimmungen/wahlen-abstimmungen/wahlen/wahlen_2015.html abgerufen am 12. November 2015