Spike Milligan

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Terence Alan „Spike“ Milligan KBE (* 16. April 1918 in Ahmadnagar, Indien; † 27. Februar 2002 bei Rye in East Sussex) war ein irischer Komiker, Schriftsteller, Dichter, Schauspieler und Jazz-Musiker (Trompete und Gitarre).

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spike Milligan wurde als Terence Alan Milligan in Indien geboren. Sein Vater war ein irischer Offizier in der britischen Armee. Obwohl er den Großteil seines Lebens in Großbritannien gelebt hat und in der britischen Armee diente, wurde er 1960 für „staatenlos“ erklärt und erlangte 1962 durch seine Abstammung väterlicherseits die irische Staatsbürgerschaft, welche er bis zu seinem Lebensende behielt.

Während der 1930er-Jahre trat er in erster Linie als Jazz-Trompeter auf, hin und wieder aber auch als Komiker.

Im Zweiten Weltkrieg (eingezogen 1940, Dienst bis Kriegsende) erlangte er den Rang eines Lance Bombardiers der Royal Artillery und diente in den Nordafrika- und Italien-Feldzügen. Noch in Italien wurde er schließlich wegen einer „Kriegsneurose“ (PTBS) hospitalisiert. Danach wurde er aus dem Militärdienst ehrenvoll entlassen und schloss sich als Gitarrist mit Bill Hall (Violine) und Johnny Mulgrew (Bass) zur Jazz-Comedy-Gruppe „The Bill Hall Trio“ zusammen. Anfangs trat die Gruppe vor allem für die Truppen auf, später auch auf öffentlichen Bühnen.[1]

Anfang 1948 wechselte Milligan zu den „Central Pool of Artists“ und begann Parodien zu schreiben, die später zum Hauptbestandteil der Goon Show wurden. Milligan war zwischen 1951 und 1960 sowohl Hauptautor als auch Hauptdarsteller der erfolgreichen Goon Show. In weiten Kreisen gilt er als der Vater der modernen britischen Komödie, der viele andere Komiker beeinflusst hat – darunter auch Monty Python. Mit der Vorbereitung und Umsetzung einer Show pro Woche war er jedoch überfordert. Er erlitt mehrere Nervenzusammenbrüche; einmal soll er Peter Sellers mit einem Messer gejagt haben.

Bei einer Umfrage der British Broadcasting Corporation im August 1999 wurde Milligan zur „lustigsten Person der letzten 1000 Jahre“ gewählt.[2] Von der britischen Krone wurde er 1992 zum Commander of the Most Excellent Order of the British Empire ernannt (Namenszusatz CBE). Im Jahr 2000 erhielt er die Ehrung des Knight Commander, die zweithöchste Stufe (Großkomtur) des Most Excellent Order of the British Empire. Seither trägt er auch den Namenszusatz „KBE“. Für britische Staatsbürger geht letztere Auszeichnung mit der Erhebung in den Adelsstand einher, dies bedeutet unter anderem die künftige Anrede mit „Sir“. Milligan hatte allerdings trotz seines Militärdienstes in der British Army nie die Staatsbürgerschaft erhalten und erhielt beide Auszeichnungen daher „ehrenhalber“. Der Order of the British Empire ist der einzige Verdienstorden des Vereinigten Königreiches, der auch an Ausländer verliehen wird.

Milligan trat in über 70 Filmen, wie beispielsweise Peters Sellers’ Filmkomödie Magic Christian, und (Fernseh-) Serien auf; sein 1963 veröffentlichter und zum Bestseller avancierter Roman Puckoon wurde im Jahr 2002 von Terence Ryan verfilmt.

Zeit seines Lebens litt er an einer bipolaren affektiven Störung („manisch-depressive Erkrankung“). 1994 hatte Milligan einen Gastauftritt als er selbst in der erfolgreichen schottischen BBC-Miniserie Takin’ Over the Asylum, deren ebenfalls manisch-depressive Hauptfigur Campbell Bain (David Tennant) den Prominenten erfolgreich für eine medienwirksame Spendenaktion für den neuen Klinikradiosender gewinnen kann.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A Truly Remarkable Interview: The comic Tony Brown interviews British/Irish Spike Miligan. Jazz Professional, 1970 (Transkript). Abgerufen am 27. November 2017.
  2. The funniest person of the last thousand years: Spike Milligan. BBC, 1999. Abgerufen am 27. November 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]