Spirit (Band)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Spirit
Allgemeine Informationen
Genre(s) Rock
Gründung 1967
Auflösung 1997
Gründungsmitglieder
Schlagzeug
Ed Cassidy († 2012)
Gitarre, Gesang
Randy California (bis 1971, ab 1973, † 1997)
Gesang, Gitarre
Jay Ferguson (bis 1971)
Bass
Mark Andes (bis 1971)
Keyboard
John Locke (bis 1972, † 2006)
Ehemalige Mitglieder
Bass
Jon Arliss (1971)
Bass, Gesang
Al Staehely (1971–1973)
Gitarre, Gesang
Chris Staehely (1971–1973)
Bass
Larry ,,Fuzzy" Knight (1978–1979)

Spirit war eine US-amerikanische Rockband.

Sie entstand aus der Band Red Rooster, welche 1965 von dem Schlagzeuger Ed Cassidy, der in den 1950er Jahren unter anderem mit Jazzgrößen wie Art Pepper, Cannonball Adderley, Thelonious Monk, Gerry Mulligan oder Zoot Sims zusammengearbeitet hatte, seinem Stiefsohn, dem Gitarristen Randy Wolfe, sowie dem Bassisten Mark Andes, der bereits auf Singleveröffentlichungen mit den Marksmen zurückblicken konnte, gegründet wurde.[1] Gemeinsam mit dem Sänger Jay Ferguson existierte die Band bis zum Frühjahr 1966. Anschließend gingen Cassidy und Wolfe nach New York, wo ersterer ein Engagement als Jazz-Drummer hatte. Dort spielte Wolfe bei Jimmy James and the Blue Flames. James, besser bekannt als Jimi Hendrix, dessen Stil ihn nachhaltig prägte, verpasste ihm den Namen Randy California, den er bis zu seinem Tod nutzte. Andes spielte während dieser Zeit zeitweilig bei Canned Heat, während Ferguson, mit dessen Bruder Matt die Western Union gründete.[1]

1967 taten sich die Red Rooster-Mitglieder mit dem Keyboarder John Locke unter dem Namen Spirits Rebellious (nach einem Buch von Khalil Gibran) zusammen. Bis 1971 produzierten sie eine Reihe vielbeachteter Alben, insbesondere Twelve Dreams of Dr. Sardonicus (1970). Ihr einziger großer Single-Hit war I Got a Line on You (1968), auch auf der LP The Family That Plays Together veröffentlicht. Während des Jahres 1969 spielten sie Konzerte zusammen mit Led Zeppelin, die für kurze Zeit den Spirit-Titel Fresh Garbage in ihr Live-Programm aufnahm.

1971 verließen Andes und Ferguson die Band, um mit Jo Jo Gunne Popmusik zu machen. Ferguson startete ab Mitte der 1970er Jahre eine Solokarriere. Es folgten diverse Besetzungswechsel, die dazu führten, dass zeitweilig kein einziges Gründungsmitglied mehr an Bord war. In den 1980er Jahren gab es nochmal ein Album in der Urbesetzung, das allerdings nicht an die ursprünglichen Werke heranreichte.

In Deutschland legendär war der Auftritt der Band am 5. März 1978 in der Grugahalle in Essen im Rahmen einer Rockpalast-Nacht. Dickey Betts und Randy California spielten dort spontan zum Konzertabschluss ein Bluesmedley.[2]

Die Band existierte in wechselnden Besetzungen bis zum tragischen Tod Randy Californias im Jahre 1997.

Aufgrund deutlicher Ähnlichkeiten eines Gitarrenlaufs von Spirits Taurus (1968) und Led Zeppelins Stairway to Heaven (1971) strebte der Nachlassverwalter von Randy California seit 2014 ein Plagiatsverfahren gegen Robert Plant und Jimmy Page an.[3] Ein Ziel der Klage ist es, daß California künftig als Mitautor von Stairway to Heaven genannt werden soll.[4] Das von einem kalifornischen Richter wegen „ausreichender Ähnlichkeit“ zugelassene Verfahren wurde im Juni 2016 vor einem Geschworenengericht eröffnet[5][6] und der Plagiatsvorwurf von diesem als nicht zutreffend erachtet.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Song Feel Good Time, der ursprünglich von Beck aufgenommen, später jedoch von Pink für den Soundtrack von 3 Engel für Charlie – Volle Power und ihr Album Try This übersungen wurde, enthält ein Sample des Spirit-Songs Fresh-Garbage aus dem Jahr 1968.[8]

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968 – Spirit
  • 1969 – The Family that plays together
  • 1969 – Clear
  • 1970 – Twelve dreams of Dr. Sardonicus
  • 1972 – Feedback
  • 1975 – Spirit of 76
  • 1975 – Son of Spirit
  • 1976 – Farther Along
  • 1977 – Future Games (A magical Kahauna dream)
  • 1977 - Live Spirit
  • 1981 – The Adventures of Kaptain Kopter & Commander Cassidy in Potatoland
  • 1984 – The Thirteenth Dream
  • 1989 – Rapture in the chambers
  • 1990 – Tent of Miracles
  • 1991 – Chronicles
  • 1995 – Live at La Paloma
  • 1996 – California Blues
  • 1997 – The Mercury Years
  • 1999 – Live At The Rainbow
  • 2000 – Cosmic Smile
  • 2002 – Sea Dream
  • 2003 – Blues From The Soul
  • 2004 – Live From The Coast
  • 2005 – Future Games/Spirit Of 84
  • 2005 – Son Of America
  • 2006 - The Original Potato Land
  • 2007 – The Euro-American Years
  • 2007 – Salvation … The Spirit Of ’74
  • 2008 – The Archive … An Introduction

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Christian Graf, Burkhard Rausch, Rockmusiklexikon(sic!) Amerika, Afrika, Australien, Asien Bd. 2, Frankfurt am Main, 1999, S. 1467f
  2. Rockpalastarchiv: Spirit
  3. Randy Lewis, Guitarist's estate says Led Zeppelin lifted 'Stairway to Heaven' part (21. Mai 2014), auf: latimes.com, abgerufen am: 20. Juni 2016 (englisch).
  4. August Brown, Planned lawsuit to claim Led Zeppelin ripped off 'Stairway' riff (20. Mai 2014), auf: bbc.com, abgerufen am: 20. Juni 2016 (englisch).
  5. Stairway to Heaven in copyright trial (12. April 2016), auf: bbc.com, abgerufen am: 20. Juni 2016 (englisch).
  6. Robert Plant und Jimmy Page von Led Zeppelin vor Gericht (15. Juni 2016), auf: tagesspiegel.de, abgerufen am: 20. Juni 2016.
  7. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/pop/led-zeppelin-gewinnt-plagiatsprozess-um-stairway-to-heaven-14304943.html
  8. Wendy Kale: INTERVIEW: Beck adjusts to new band members, prepares for Red Rocks (Memento vom 15. Januar 2006 im Internet Archive), Uwire.com