Spondylodese

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Spondylodese (Wirbelkörperverblockung) ist eine Operation zur Versteifung von zwei oder mehr Wirbelkörpern an der Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Die Operation dient der Behebung oder der Verhütung einer Instabilität der Wirbelsäule, wie sie z. B. bei instabilen Brüchen (Fraktur) oder beim Wirbelgleiten (Spondylolisthese) auf Grund einer Spaltbildung im Wirbelbogen vorliegt.

Um Festigkeit zu garantieren, werden Schrauben in die Wirbelkörper eingesetzt, die über Stangen oder Metallplatten miteinander verbunden sind. In den Bandscheibenzwischenraum werden dabei oft Knochenspäne eingebracht, um die knöcherne Verbindung der Wirbelkörper herbeizuführen. Eventuell werden zusätzlich besondere Implantate in den Zwischenwirbelraum eingefügt, wie z. B. Titankäfige (Cage), die den Abstand der Wirbelkörper zueinander halten, bis die knöcherne Heilung erfolgt ist.

Eine Besonderheit bei der Röntgenbildgebung nach Spondylodese ist, dass in der Computertomografie durch die Metallimplantate viele Artefakte auftreten, die die Beurteilbarkeit der Bilder erschweren können. Werden Stahlimplantate eingesetzt, ist die Magnetresonanztomographie (MRT) nicht durchführbar. Es stehen jedoch auch Titanimplantate zur Verfügung, mit denen eine MRT-Untersuchung möglich ist.

Die Abbildung zeigt einen Zustand nach Spondylodese der zwei untersten Lendenwirbelkörper (LWK4 und LWK5) mit dem ersten Sakralwirbel (SWK1) zwei Jahre nach der Operation. Der Zwischenwirbelraum zwischen dem vierten und dem fünften Lendenwirbelkörper ist bereits knöchern überbrückt (ankylosiert); beim Übergang vom fünften Lendenwirbelkörper zum ersten Sakralwirbel fehlt diese knöcherne Durchbauung. Wenn alle verblockten Wirbelkörper stabil knöchern miteinander verbunden sind, kann das Spondylodesematerial entfernt werden.

Als Alternative zur Versteifung gewinnen bewegungserhaltende Verfahren zunehmend an Bedeutung. Bei der flexiblen Wirbelsäulenstabilisierung z.B. handelt es sich um ein dynamisches Implantat, das bei spinalen Stenosen zum Einsatz kommt. Im Vergleich zur Versteifung schützt diese Operationsmethode Nachbarsegmente vor Verschleiß. Aufgrund der ausbleibenden Lastenübertragung auf benachbarte Wirbelsegmente treten Rückenschmerzen seltener auf.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Hoc, Siegfried: Wirbelsäulen-Chirurgie: Schonende Eingriffe bei hoher Präzision. Dtsch Arztebl 2004; 101(36): A-2366 / B-1990 / C-1918 (pdf)
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