Sponsheim

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Sponsheim
Koordinaten: 49° 55′ 15″ N, 7° 55′ 16″ O
Höhe: 95 (87–126) m ü. NN
Einwohner: 1684 (1. Jul. 2017)
Eingemeindung: 22. April 1972
Postleitzahl: 55411
Vorwahl: 06721
Sponsheim (Rheinland-Pfalz)
Sponsheim

Lage von Sponsheim in Rheinland-Pfalz

Sponsheim ist ein Stadtteil von Bingen am Rhein in Rheinland-Pfalz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil liegt im Süden des Stadtgebiets unweit der Nahe.

Nachbarorte sind: Laubenheim, Grolsheim, Dromersheim und Dietersheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuersteinwerkzeuge aus der Vorzeit lassen darauf schließen, dass hier schon in der Steinzeit Menschen lebten. Auch die Römer siedelten hier. Sie bauten damals oberhalb der Römischen Straße, die von Worms kam, eine Villa rustica.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Sponsheim stammt von 745. Sponsheim gehörte am Ende des Alten Reichs zur Kurpfalz.[1]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Einnahme des linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen wurde die Region 1793 von Frankreich annektiert.

Verzögert durch die Koalitionskriege wurde die Annexion erst nach 1797 konsolidiert, Sponsheim gehörte ab 1798 zum Département Donnersberg und dem dortigen Kanton Bingen. Gerichtlich war im Bereich des Kantons für die Zivilgerichtsbarkeit das Friedensgericht Bingen zuständig, für die Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit bestanden Notariate.[2]

Aufgrund 1815 auf dem Wiener Kongress getroffener Vereinbarungen und eines 1816 zwischen dem Großherzogtum Hessen, Österreich und Preußen geschlossenen Staatsvertrags kam Rheinhessen, und damit auch Sponsheim, zum Großherzogtum Hessen, das dieses neu erworbene Gebiet als Provinz Rheinhessen organisierte. Nach der Auflösung der Kantone in der Provinz 1835 lag Sponsheim im neu errichteten Kreis Bingen.

Bei einem großen Brand an Allerheiligen im Jahr 1859 wurde fast das ganze Dorf zerstört.

Das bis dahin für Sponsheim zuständige Friedensgericht Bingen wurde 1879 aufgelöst und durch das Amtsgericht Bingen ersetzt.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Gemeinde zur französischen Besatzungszone und wurde 1946 Teil des neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Am 22. April 1972 wurde Sponsheim mit 665 Einwohnern nach Bingen eingemeindet.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Georg

Die Pfarrkirche Sankt Georg wurde um 1500 errichtet. 1863 wurde sie wegen Baufälligkeit abgerissen und in den Jahren 1864–65 wieder aufgebaut.[5]

In der Liste der Kulturdenkmäler in Bingen am Rhein sind für Sponsheim vier Einzeldenkmale aufgeführt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 61 befindet sich mit ihrem Autobahndreieck Nahetal in der Nähe. Durch das Dreieck kann man auch die Bundesautobahn 60 günstig erreichen. Sie ist mittels einer Abfahrt erreichbar. Des Weiteren führt die Bundesstraße 50 durch Sponsheim.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhart Auener: 1250 Jahre Sponsheim. 745–1995. Hrsg.: Heimat- und Kulturpflegekreis Sponsheim e.V. Sponsheim 1995, S. 95.
  • Anja Korndörfer, Gerhard Remmet: Findbuch zum Personenstandsregister der Gemeinde Grolsheim, Tabellarische Auswertung ab 1798, mit Sponsheim von 1808 bis 1817. ISBN 978-94-6386-534-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrea Kraft: Ortsverzeichnis zur Historischen Karte der Pfalz und Rheinhessens 1789. Landesarchiv Speyer 2009, S. 17.
  2. Friedrich Lehne: Historisch-statistisches Jahrbuch des Departements vom Donnersberge für das Jahr 9 der fränkischen Republik. Pfeiffer, Mainz 1801, S. 174. ("pages":[254,"panX":0.465,"panY":0.889,"view":"info","zoom":0.309} Digitalisat]).
  3. Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f.
  4. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 171 (PDF; 2,6 MB).  Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  5. Vgl. Die Kirche St. Georg in Sponsheim. Abgerufen am 17. November 2009.