Spontane Emission

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Die spontane Emission, in älterer Literatur auch quantenhafte Emission genannt, ist eine quantenmechanische Erscheinung. Sie bezeichnet die Aussendung von Photonen beim Übergang zwischen Zuständen mit unterschiedlichem Energieinhalt von Atomen oder Molekülen. Die spontane Emission findet, anders als die stimulierte Emission, ohne äußere Einwirkung statt. Sie gehört also zu den Zerfallsprozessen bzw. den Zufallsprozessen.

Die Grundidee wurde zuerst von Albert Einstein in den Jahren 1916 und 1917 publiziert.[1][2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Die spontane Emission findet ohne äußere Einwirkung statt. Der genaue Zeitpunkt, zu dem ein energetisch angeregtes System ein Photon emittiert, ist nicht vorhersagbar. Stattdessen erlaubt die Quantenphysik lediglich die Angabe einer Wahrscheinlichkeit dafür, dass innerhalb einer bestimmten Zeitspanne eine Emission stattfindet. Sie lässt sich beispielsweise über die Halbwertszeit charakterisieren, nach der in einem Ensemble von angeregten Atomen oder Molekülen gerade die Hälfte der Teilchen je ein Photon emittiert hat, oder auch über die so genannte Lebensdauer des angeregten Zustandes.

Im Rahmen der Quantenmechanik, die unter anderem die Struktur von Atomen und Molekülen beschreibt, lässt sich die Absorption eines Photons sowie die stimulierte Emission gut verstehen. Beide werden durch Einstrahlung einer elektromagnetischen Welle ausgelöst und unterscheiden sich in ihrer mathematischen Beschreibung nur durch ein Vorzeichen. Die spontane Emission ist dagegen zunächst nicht zu verstehen. Entgegen der Intuition ist nach den Regeln der Quantenmechanik bei Abwesenheit äußerer Störungen auch ein Zustand höherer Energie stabil.

Der Mechanismus der spontanen Emission wurde daher erst im Rahmen der Quantenelektrodynamik verstanden, die auch die Erzeugung und Vernichtung von Photonen beschreiben kann. Danach ist das Vakuum von gewissen Vakuumfluktuationen des elektromagnetischen Felds erfüllt. Diese Schwingungen entsprechen dessen energetischem Grundzustand und lassen sich daher prinzipiell nicht durch Absorption vernichten. Das Phänomen der spontanen Emission lässt sich nun qualitativ und quantitativ letztlich auf eine stimulierte Emission zurückführen, die durch diese Vakuumfluktuationen ausgelöst wird.

Mathematische Beschreibung[Bearbeiten]

Die Anzahl der spontanen Emissionen pro Volumen und Zeit ist proportional zur Teilchenzahldichte im angeregten Zustand.

 \frac{\partial N}{\partial t} \propto nV

N ist die Anzahl der angeregten Teilchen, n die Teilchenzahldichte, V das Volumen. [3] Allerdings ist bei ausreichender Menge an Teilchen die Gesamtintensität unabhängig von der Zahl der Teilchen, weil emittierte Photonen durch nichtangeregte Teilchen absorbiert werden. Bei ausreichender Menge halten sich Emission und Absorption die Waage, so dass die Intensität (einschließlich der stimulierten Emission) nach der Planckformel nicht überschritten wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Albert Einstein: Zur Quantentheorie der Strahlung. In: Physikalische Gesellschaft Zürich. Mitteilungen. 16, 1916, S. 47–62.
  2.  Albert Einstein: Zur Quantentheorie der Strahlung. In: Physikalische Zeitschrift. 18, 1917, S. 121–128.
  3.  D. Meschede: Gerthsen Physik. 23 Auflage. S. 577.