Sportfördergruppe der Bundeswehr

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Wappen der Sportfördergruppe

Die Sportfördergruppe der Bundeswehr ist eine Einrichtung des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg). Der Deutsche Bundestag hatte am 8. Mai 1968 an die Bundesregierung die Aufforderung gerichtet, „zur Förderung bundeswehrangehöriger Spitzensportler ... Fördergruppen einzurichten, die so weit wie möglich an Leistungszentren der Sportverbände angelehnt werden sollten“. Die Bundeswehr (Bw) richtete Sportfördergruppen ein und finanziert seitdem „Sportförderplätze“.

Der Bundesregierung kam es darauf an,

  • „die Repräsentanz Deutschlands bei internationalen Wettkämpfen zu gewährleisten,
  • den deutschen Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern Chancengleichheit gegenüber Sportlerinnen und Sportlern anderer Staaten einzuräumen und
  • den Anschluss an die Internationale Leistungsspitze während des Wehrdienstes zu ermöglichen.“[1]

Voraussetzung für die Aufnahme als Sportsoldat in eine Sportfördergruppe der Bw ist die Zugehörigkeit des Athleten zu einem Bundes- oder Landeskader der jeweiligen Sportart. Während in olympischen Disziplinen Auswahlsportler der Kader A, B, C oder D/C aufgenommen werden, sind die Kriterien für nichtolympische Sportarten strenger. Sportler aus Sportarten der Förderstufe I müssen dem Bundeskader A, B oder C angehören, aus Disziplinen der Förderstufe II werden nur Sportler des A-Kaders aufgenommen. Die Einzelentscheidungen treffen das Bundesministerium des Innern, der Deutsche Olympische Sportbund (bis 2006 Deutscher Sportbund) und das BMVg in Absprache miteinander. Die dazu nötigen Regelungen wurden 1971 erstmals erarbeitet und der Erlass des BMVg 1992 grundlegend modifiziert. Im Sommer 2006 wurde die Anzahl der Sportfördergruppen von 25 auf 18 reduziert.

Von 1971 bis 2008 ist die Zahl der Förderplätze von 430 auf 824 angestiegen. Die Anzahl der Stellen für Soldaten auf Zeit (SaZ) wurde deutlich erhöht. Seit Einführung einer speziellen Feldwebellaufbahn kann auch der Status eines Berufssoldaten (BS) erreicht werden.[2] In 70 Sportarten trainieren die Sportsoldaten in der Regel in der Infrastruktur der Olympiastützpunkte oder der Bundes- und Landesleistungszentren der Sportverbände.

Das BMVg gibt für diese Spitzensportförderung jährlich ca. 28 Mio. Euro aus. Dieser Betrag ist im Haushaltsplan jedoch nicht gesondert ausgewiesen.[3]

Spitzensportler und Trainer, die einer Sportfördergruppe der Bw angehören oder einmal angehörten, sind in der Kategorie:Sportsoldat (Deutschland) zusammengefasst.

Standorte der Sportfördergruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15 Sportfördergruppen (SpFördGrpBw) in Zuständigkeit der Streitkräftebasis

(*) Sportfördergruppe ausschließlich für militärische Sportart

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesrechnungshof, Bemerkungen 2009, S. 158 (PDF)
  2. Bundesrechnungshof, Bemerkungen 2009, Ziff. 28.1
  3. Bundesrechnungshof, Bemerkungen 2009, Ziff. 28

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sportfördergruppe der Bundeswehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien