Sporting Arms and Ammunition Manufacturers’ Institute

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Das Sporting Arms and Ammunition Manufacturers' Institute (kurz SAAMI) ist eine amerikanische Organisation von Waffenherstellern, deren Hauptaufgaben in Sicherheit und Normung für waffentechnische Belange liegen.

Verwendung des Organisationsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Organisationsname wird im Fachjargon der Waffentechnik nahezu ausschließlich die Kurzform SAAMI genutzt. Die korrekte Langversion des Namens ist wenig bekannt. Obwohl ohne Beachtung der Groß- Kleinschreibung Verwechselungsgefahr mit einer der möglichen Schreibweisen für die finnischen Ethnie der Samen (Volk) besteht, wird zumeist die Kurzform genutzt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das SAAMI wurde 1929 auf ausdrückliche Empfehlung der US-amerikanischen Behörden gegründet, um als Organisation der Waffenhersteller für Sicherheit und Normung eine zuständige Stelle zu schaffen. Entsprechend dieser Aufgabenstellung veröffentlicht das SAAMI bis heute Publikationen, die Standards zu Feuerwaffen und Munition enthalten. Seit der Gründung haben sich Aufgaben und Fokus des SAAMI weiterentwickelt. Das SAAMI arbeitet im 21. Jahrhundert als akkreditierter Entwickler für Standards bei dem American National Standards Institute (ANSI) und wirkt als Lobby der Waffen- Munitions- und Sprengmittelproduzenten, Händler und Anwender bei US-amerikanischen Behörden und den Vereinten Nationen beratend bei der Entwicklung der Gesetzgebung.[2]

SAAMI Komitees und Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgaben des SAAMI sind in verschiedenen Komitees und Gremien aufgeteilt.[2]

Beschusswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Technical Committee deckt den Hauptaufgabenbereich des SAAMI ab. Dazu werden Normen für Munition und Schusswaffen erarbeitet und publiziert. Zur internationalen Harmonisierung dieser Normen wird mit der C.I.P. und mit der ANSI zusammengearbeitet.[3]

Logistik und Lagerwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Logistics and Regulatory Affairs Committee (kurz: SLARAC) erarbeitet Richtlinien zum Transport und zur Lagerung von waffentechnischem Material. Hauptaugenmerk dieses Aufgabenbereiches liegt in Weiterbildung von Organisationen und deren Personal. Nennenswert sind Zusammenarbeit und Mitgliedschaft folgender (US-amerikanischer) Organisationen:[4]

  • International Code Council
  • International Fire Code
  • National Fire Protection Association
  • Dangerous Good Advisory Council
  • International Society of Explosive Engineers

Waffen- und Sprengstoffrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das SAAMI „Legal and Legislative Affairs Committee“ verfolgt und unterstützt mit den maßgeblichen Behörden wie dem Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives die Entwicklung der gesetzlichen Bestimmungen und betreibt Lobbyismus im Interesse der Mitglieder des SAAMI.[5]

Internationale Aufgaben und United Nations[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der internationalen Aufgaben berät das SAAMI als akkreditierter technischer Ansprechpartner die Vereinten Nationen bei verschiedenen Arbeitsgruppen der UN. Sie hat dabei den Status einer „United Nations ECOSOC Non-Government Organization (NGO)“ mit beratender Funktion.[6]

Das SAAMI ist seit 1996 stimmberechtigtes Gründungsmitglied des World Forum on the Future of Sport Shooting Activities (WFSA), das die Belange der privaten Waffenbesitzer bei allen UN-Kleinwaffenkonferenzen als Nichtregierungsorganisation mit Beraterstatus unterstützt.

Mitglieder des SAAMI[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Unternehmen sind stimmberechtigte Mitglieder des SAAMI:[7]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verbindlichkeit Normen:
    Das SAAMI Standards sind für deren Mitglieder bindend und stellen keine amtliche Regelung zur Normung für Feuerwaffen und Munition wie für die Mitgliedsstaaten der vergleichbaren Organisation C.I.P. dar.
  • Mangelhafte Harmonisierung der Normen:
    Durch mangelhafte Harmonisierung der Normen existieren unterschiedliche Vorgaben für einige Kaliber von SAAMI und C.I.P. was zur unsicheren Kombinationen von Waffen und Munition aus amerikanischer und europäischer Fertigung führen kann. Diese Probleme sind unter der Thematik Delta L Problem (Δ-L) bekannt.[8]
  • Mangelhafte Harmonisierung der Messmethoden
    Die unterschiedlichen Vorgaben von SAAMI und C.I.P. zur Messung für Gasdrücke von Munition führen zu Abweichungen der gemessenen Werte für Patronen. Die Differenz der Messwerte entsteht durch unterschiedliche Positionierung der Gasdruckmessfühler.[9]
  • Lücken der Normen:
    Werte für die mit P+ gekennzeichnete Munitionssorten, die mit höheren als in den Normen festgeschriebenen Gasdrücken operieren, sind nicht in den Normungen des SAAMI enthalten.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Universität Leipzig, Wortschatzabfrage: SAAMI (durchgeführt am 19. September 2010)
  2. a b SAAMI offizielle Website der Organisation (eingesehen am 10. September 2010)
  3. SAAMI „Sets Product Standards for Firearms and Ammunition“ (eingesehen am 10. September 2010)
  4. SAAMI, „Regulatory Affaris“" (eingesehen am 10. September 2010)
  5. SAAMI, „Legal & Legislative committee“ (eingesehen am 10. September 2010)
  6. SAAMI, „International & United Nations“ (eingesehen am 10. September 2010)
  7. Mitgliedsunternehmen des SAAMI (eingesehen am 10. September 2010)
  8. Triebel Büchsenmacherhandbuch 3-Delta-L PDF-Datei (eingesehen am 10. September 2010)
  9. FrFrogspad, „Miscellaneous Questions“ (eingesehen am 10. September 2010)
  10. Dan Johnson, Demystifying +P (eingesehen am 10. September 2010)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]