Sportschau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Originaltitel Sportschau
Logo der ARD Sportschau.png
Produktionsland Deutschland
Jahr(e) seit 1961
Produktions-
unternehmen
WDR
Länge 105 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
samstags + sonntags
Genre Sportsendung
Titelmusik Topsy von Werner Müller
Moderation siehe unten
Erstausstrahlung 4. Juni 1961 auf ARD 2

Die Sportschau ist eine regelmäßige Sportsendung der ARD, die vom WDR in Köln produziert und im Fernsehsender Das Erste seit 4. Juni 1961 ausgestrahlt wird. Neben der Samstagsausgabe, in der Zusammenfassungen der Spiele der Fußball-Bundesliga gezeigt werden, gibt es auch eine Sonntagsausgabe, die über aktuelle Sportereignisse aus verschiedenen Sportarten berichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung der Sportschau fand am 4. Juni 1961 auf ARD 2 statt. Über Fußball wurde in den ersten acht Wochen überhaupt nicht berichtet, und erst mit dem Start der Fußball-Bundesliga 1963 wurde die Sendung auf den Samstag verlegt. Am Sonntag gab es eine zweiteilige Sportschau, in der Sportarten wie Pferderennsport, Reiten, Handball, Volleyball und Tischtennis im Mittelpunkt standen. Lange Zeit galt Sachlichkeit als oberstes Ziel, was unter anderem durch die Wahl zum Tor des Monats seit 1971 etwas aufgelockert wurde. Erster Sieger war Gerhard „Gerd“ Faltermeier, dessen Tor vom 28. März 1971 als bestes ausgewählt wurde.

Hauptinhalt der anfangs um 17:45 Uhr am Samstag ausgestrahlten Sportschau war die 1. Fußball-Bundesliga. Das Filmmaterial wurde anfangs mit Motorrädern zur Aufbereitung nach Köln oder in ein nahegelegenes Fernsehstudio transportiert. Durch den zu geringen Zeitabstand vom Spielende um 17:20 Uhr zum Sendebeginn wurde dieser auf 18:00 Uhr verlegt, um die Bearbeitungszeit des Sendematerials zu vergrößern. Allzu oft wurde deshalb auch über die Heimspiele des nur wenige Kilometer entfernt spielenden 1. FC Köln berichtet, wo es diese enge Vorlaufzeit nicht gab.[1] Seit 1984 wurde der Konkurrenzdruck der gerade gestarteten Privatsender immer stärker. Im Jahre 1988 verlor die Sportschau die bisher für 18 Millionen DM erworbenen Übertragungsrechte an den Kölner Privatsender RTL, der dem DFB hierfür pro Saison 135 Millionen DM bezahlte.[2] In den nächsten Jahren erwarb RTL die Übertragungsrechte für die mit Entertainment-Elementen versehene Sendung Anpfiff, bis mit Beginn der Saison 1992/1993 der Fernsehsender Sat.1 die Erstverwertungsrechte an der Bundesliga erhielt. Seit der Saison 2003/2004 überträgt die Sportschau wieder als erster Free-TV-Sender Bilder vom aktuellen Spieltag am Samstag. In der Zeit zwischen 1992 und 2003 gab es samstäglich nur eine halbstündige Sendung um 17.30 Uhr, die Nachrichten aus der Fußball-Bundesliga der vergangenen Woche beleuchtete.

Die Titelmelodie der Sportschau ist Topsy, stammt aus der Feder von Werner Müller und wurde ursprünglich als B-Seite der Single Schaufenster Deutschland veröffentlicht. In den 1980er Jahren wurde das Lied „Tour de France“ von der Band Kraftwerk für die Rubrik „Tour de France“ verwendet.

Seit dem 4. Januar 2011 ist eine Sportschau-App für iPod touch und iPhone und auch für Android-Systeme, Windows Phone und Windows 8 erhältlich, mit deren Hilfe unter anderem Sportnachrichten, Liveticker und ähnliche Information abrufbar sind. Nach der Tagesschau-App ist dies die zweite App der ARD.

 Logo der Sportschau bis 31. Mai 2016
Logo der Sportschau bis 31. Mai 2016

Am 31. Mai 2016 erhielt die Sendung anlässlich der Fußball-EM 2016 ein Redesign der Firma BDA Creative mit neuem On-Air-Design, neuem Corporate Design und einer neuen Homepage.

Moderatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner Zimmer (2009)
Monica Lierhaus (2008)
Heribert Faßbender (2009)
Anne Will
Reinhold Beckmann (2007)

Die in der Ausgangsansicht alphabetisch nach Name sortierte Tabelle ist durch Klick auf die Symbole bei den Spaltenüberschriften sortierbar.

Moderator/-in

Sender Geschlecht
von
bis
Adler, Dieter Dieter Adler WDR m 1966 1984
Antwerpes, Michael Michael Antwerpes SWR m 1998 heute
Basche, Arnim Arnim Basche WDR m 1964 1965
Beckmann, Reinhold Reinhold Beckmann WDR m 1988
2003
1992
heute
Bentheim, Alexander von Alexander von Bentheim SFB m 1967 1967
Böschen, Silke Silke Böschen w 2005 2006
Bommes, Alexander Alexander Bommes NDR m 2011 heute
Boßdorf, Hagen Hagen Boßdorf ORB m 2000 2000
Kurt Brumme WDR m 1965 1966
Delling, Gerhard Gerhard Delling NDR m 1990 heute
Deutschendorf, Heinz Heinz Deutschendorf SFB m 1968 1970
Emig, Jürgen Jürgen Emig HR m 1990 2004
Faßbender, Heribert Heribert Faßbender WDR m 1982 1998
Furler, Addi Addi Furler WDR m 1961 1995
Gundel, Okka Okka Gundel WDR w 2008 heute
Walter Hahn m 1963 1963
Hartelt, Sabine Sabine Hartelt WDR w
Hartmann, Waldemar Waldemar Hartmann BR m 1990 2008
Huberty, Ernst Ernst Huberty WDR m 1961 1982
Kindermann, René René Kindermann MDR m 2011 heute
Fritz Klein NDR m 1975 1986
Wolfgang Klein NDR m 1966 1966
Klose, Oskar Oskar Klose BR m 1967 1969
Kottkamp, Volker Volker Kottkamp SWF m 1975 1983
Kuhlins, Wolfhard Wolfhard Kuhlins hr m 1966 1987
Peter Langer m 1963 1964
Lierhaus, Monica Monica Lierhaus w 2004 2009
Lufen, Claus Claus Lufen WDR m 1997 heute
Lux, Werner Werner Lux m 1961 1970
Meier-Röhn, Gerhard Gerhard Meier-Röhn SWR m 1991 1996
Michel, Rudi Rudi Michel SWF m 1965 1966
Mohren, Wilfried Wilfried Mohren MDR m 1992 1995
Murero, Hugo Hugo Murero WDR m 1965 1966
Wolfgang Nadvornik BR m 2007 2011
Obermann, Holger Holger Obermann hr/SDR m 1971 1984
Opdenhövel, Matthias Matthias Opdenhövel m 2011 heute
Rath, Volker Volker Rath m 1966 1966
Rauschenbach, Hans-Joachim Hans-Joachim Rauschenbach hr m 1968 1989
Riedel, Ines Ines Riedel w
Rubenbauer, Gerd Gerd Rubenbauer BR m 1992 2005
Scharf, Julia Julia Scharf BR w 2014 heute
Schenk, Franziska Franziska Schenk MDR w 2012 2014
Scholt, Ralf Ralf Scholt WDR/hr m 1995 2014
Schwarze, Klaus Klaus Schwarze WDR m 1978 1996
Senne, Karl Karl Senne m 1961 1962
Siefarth, Günter Günter Siefarth WDR m 1961 1964
Simon, Steffen Steffen Simon SFB m 1994 1998
Sprentzel, Jochen Jochen Sprentzel SFB m 1988 1994
Stanjek, Eberhard Eberhard Stanjek BR m 1971 1985
Vorderwülbecke, Manfred Manfred Vorderwülbecke m 1975 1988
Wellmer, Jessy Jessy Wellmer RBB w 2014 heute
Will, Anne Anne Will SFB w 1999 2001
Wölbert, Günter Günter Wölbert SDR m 1971 1975
Wontorra, Jörg Jörg Wontorra RB m 1984 1992
Zimmer, Werner Werner Zimmer SR m 1966 1993

Stand: April 2016

Sondersendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportschau überträgt die Bundesliga

Die ARD überträgt Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, sowie Fußball-Weltmeisterschaften und Fußball-Europameisterschaften in einer Sportschau live (stets im Wechsel mit dem ZDF). Ebenfalls wurden UEFA-Cup-Spiele der deutschen Mannschaften live übertragen. Bis zur Saison 2008/09 übertrug die Sportschau Spiele deutscher Mannschaften im Wettbewerb jedoch nur bis zum Achtelfinale. Außerdem wird ein Spiel pro Spieltag im DFB-Pokal exklusiv live im Free-TV gezeigt. Bis zur Saison 2011/12 hatte die ARD die Spiele im Wechsel mit dem ZDF übertragen, welches für die Rechteperiode 2015/16 wegen der Übertragung der UEFA Champions League nicht mehr mitgeboten und die Übertragungsrechte komplett der ARD überlassen hat. Gelegentlich werden in der Sportschau auch DFB-Pokalspiele ausgelost. Zudem wird das Finale des DFB-Pokals der Frauen in der ARD ausgestrahlt.

Liveübertragungen von Ereignissen in anderen Sportarten, wie beispielsweise bei den olympischen Spielen, werden ebenfalls im Rahmen einer Sportschau live übertragen.

Auch im Motorsport ist Das Erste aktiv, die ARD ist seit der Saison 2005 exklusiver TV-Partner der DTM und überträgt damit alle Qualifyings und Rennen der jeweiligen Saison im Rahmen von Sportschau Live. Zuvor (2000–2004) hatte die ARD die Rennen der DTM im Wechsel mit dem ZDF übertragen, welches nach der Saison 2004 ausgestiegen ist und die Übertragungsrechte komplett der ARD überlassen hat.

Moderatoren und Reporter von Sondersendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportart Moderator Reporter
Fußball Matthias Opdenhövel (WDR)
Reinhold Beckmann (WDR)
Gerhard Delling (NDR)
Claus Lufen (WDR)
Alexander Bommes (NDR)
Tom Bartels (SWR)
Steffen Simon (WDR)
Gerd Gottlob (NDR)
Bernd Schmelzer (BR)
Handball Gerhard Delling (NDR) Florian Naß (HR)
Basketball Claus Lufen (WDR)
Markus Othmer (BR)
Andreas Witte (RBB)
Boxen Alexander Bommes (NDR) Andreas Witte (RBB)
Jens-Jörg Rieck (SWR)
DTM Claus Lufen (WDR) Philipp Sohmer (SWR)
Leichtathletik Claus Lufen (WDR) Ralf Scholt (HR)
Wilfried Hark (NDR)
Schwimmen Ralf Scholt (HR) Tom Bartels (SWR)
Alexander Bleick (NDR)
Radsport Michael Antwerpes (SWR) Florian Naß (HR)
Triathlon Ralf Scholt (HR) Dirk Froberg (HR)
Biathlon Michael Antwerpes (SWR) Christian Dexne (RBB)
Wilfried Hark (NDR)
Skispringen Matthias Opdenhövel (WDR)
Valeska Homburg
Tom Bartels (SWR)
Ski alpin Julia Scharf (SWR)
Markus Othmer (BR)
Bernd Schmelzer (BR)
Tobias Barnerssoi (BR)
Nordische Kombination René Kindermann (MDR) Torsten Püschel (MDR)
Eisschnelllauf Franziska Schenk (MDR) Ralf Scholt (HR)
Bob/Rennrodeln/Skeleton Claus Lufen (WDR)
Franziska Schenk (MDR)
Valeska Homburg
Eik Galley (MDR)
Peter Grube (WDR)
Langlauf Andrea Otto (BR) Jens-Jörg Rieck (SWR)

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Live-Sendung der Sportschau von der IFA 2005 in Berlin

Die Sportschau darf – trotz starker Bemühungen des Pay-TV-Senders Sky, die Free-TV-Erstberichterstattung auf den späten Abend zu verschieben – auch in den kommenden Jahren in ihrer Sendung am Samstag von der Bundesliga berichten. Seit Januar 2008 beginnt die Sportschau um 18:00 Uhr. Da man laut Vertrag die Bundesliga allerdings erst ab 18:30 Uhr (Ausnahme: Finden sieben Samstagsspiele statt, darf bereits fünf Minuten eher berichtet werden.) zeigen darf, wird in der Zeit von 18:00 Uhr bis zum Beginn der Zusammenfassungen u. a. von den beiden Samstagsspielen der 2. Bundesliga und (meist drei) Spielen der 3. Liga berichtet.

In der Sonntagsausgabe der Sportschau um 18:00 Uhr finden auch Berichte über andere bedeutende Sportereignisse ihren Platz.

Zudem gibt es seit der Saison 2013/14 sonntags in den regionalen dritten Programmen eine 20-minütige Sportschau am Sonntag, in der die Bundesligaspiele vom Sonntag zu sehen sind. Gesendet wird diese Sportschau am Sonntagabend um 21:45 Uhr (Bayerisches Fernsehen, hr-fernsehen, NDR Fernsehen, Radio Bremen TV, SWR Fernsehen und WDR Fernsehen) sowie ab 22:00 Uhr (MDR Fernsehen und rbb Fernsehen).

Ebenfalls zu Beginn der Saison 2013/14 startete die Sportschau vor acht. In dem fünfminütigen Magazin am Freitag um 19:45 Uhr erfolgt ein kurzer Ausblick auf den aktuellen Spieltag der Fußball-Bundesliga und auf weitere sportliche Höhepunkte des Wochenendes.

Für das der Sendung zu Grunde liegende Paket an Bundesliga-Übertragungsrechten zahlt die ARD laut Verhandlungskreisen für die vier Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 420 Millionen Euro. Der Sender macht zur Höhe der Ausgaben keine Angaben.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2016: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie "Bester Sportjournalismus für Geheimsache Doping: Im Schattenreich der Leichtathletik und Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sportschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Tagesspiegel vom 30. Juli 2003, Das mythische Schwarz-Weiß der „Sportschau“
  2. Klaus Schmeh, Titel, Tore, Transaktionen – Ein Blick hinter die Kulissen des Fußball-Business, 2005, S. 82 f.
  3. Hans-Peter Siebenhaar: Finanzielle Höchstleistungen. In: Handelsblatt. Nr. 18, 25. Januar 2013, S. 59.