Sportschule der Bundeswehr

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Sportschule der Bundeswehr
— SportSBw —
Das heutige Verbandsabzeichen der Sportschule der Bundeswehr, im aktuellen Design. Öl- und Eichenzweig umhüllen wie ein Kranz ein aufrechtstehendes Schwert

internes Verbandsabzeichen
Aufstellung 5. Feb. 1957
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Streitkräfte Bundeswehr Kreuz.svg Bundeswehr
Organisationsbereich Bundeswehr Kreuz.svg Streitkräftebasis
Unterstellung COA SKA.svg Streitkräfteamt
Standort DE Warendorf COA.svg Warendorf
Auszeichnungen Flag of North Rhine-Westphalia.svg Fahnenband
Nordrhein-Westfalen (1998)
Kommandeur
Jetziger
Kommandeur
Oberst Michael Maul
Detailskizze eines ersten Entwurfs des Verbandsabzeichen der Sportschule der Bundeswehr des Feldwebels Josef Fröhlich aus dem Jahr 1957

Die Sportschule der Bundeswehr (SportSBw) in Warendorf ist eine Dienststelle der Streitkräftebasis. Ihr Kernauftrag ist die Ausbildung der Sportausbilder der Bundeswehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer der Schule waren die Heeressportschule Wünsdorf bei Berlin (gegründet 1914), die Marinesportschule in Flensburg-Mürwik (gegründet 1924) sowie die Luftwaffensportschule in Berlin-Spandau (gegründet in den 1930er Jahren). Besagte Schulen engagierten sich stark hinsichtlich der Olympischen Sommerspiele 1928 und der Olympischen Sommerspiele 1936.[1] Die Marinesportschule existiert noch heute und gehört zur Marineschule Mürwik.

Gründung der Sportschule der Bundeswehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sportschule der Bundeswehr wurde am 5. Februar 1957 in Sonthofen im Allgäu eröffnet und war dort beheimatet, bis sie im Jahr 1978 an ihren heutigen Standort, ins westfälische Warendorf verlegt wurde. Auf dem Gelände der ehemaligen Wehrkreis-Reit- und Fahrschule entstand seit der Grundsteinlegung durch den damaligen Verteidigungsminister Georg Leber am 15. November 1974, die „neue“ Sportschule der Bundeswehr. Nach vier Jahren Bauzeit konnte der erste Lehrgang in einer der modernsten und größten zusammenhängenden Sportanlagen Deutschlands durchgeführt werden. Am 6. Juli 2017 wurde die Liegenschaft in Warendorf nach ihrem Grundsteinleger in Georg-Leber-Kaserne benannt.[2] Eine Außenstelle der Sportschule ist bis heute in Sonthofen geblieben.[3]

Auftrag und Angebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das aktuelle Ausbildungsangebot umfasst 38 unterschiedliche Lehrgänge, an denen jährlich bis zu 3000 Offiziere und Unteroffiziere teilnehmen. Das Angebot reicht von Lehrgängen für Übungsleiter, mit Anerkennung durch den Deutschen Olympischen Sportbund, bis hin zu Lehrgängen für Fachsportleiter in Sportarten wie Fußball, Handball, Schwimmen und Rettungsschwimmen, Ski-Alpin und vielen weiteren.

Auf einer Fläche von 40 Hektar befinden sich u. a. ein Fußball- und Leichtathletikstadion mit Flutlichtanlage für 8000 Zuschauer, zwei Schwimmhallen mit bis zu 600 Zuschauerplätzen, eine Leichtathletikhalle sowie viele weitere Hallen, Sportplätze und Spielfelder.

Neben der lehrgangsgebundenen Ausbildung für Sportausbilder der Bundeswehr umfasst der Auftrag auch die Ausrichtung von Militärweltmeisterschaften und die Unterstützung der ortsansässigen Sportvereine. Aufgrund dieses Auftrags steht die Infrastruktur der Sportschule täglich den Vereinen aus Warendorf zur Verfügung.

Auf dem Gelände der Sportschule der Bundeswehr befinden sich auch eine Sportfördergruppe der Bundeswehr, das Sportmedizinische Institut der Bundeswehr, das dem Sanitätsamt der Bundeswehr unterstellt ist, sowie der Olympiastützpunkt Westfalen.

Kommandeure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1956–1958: Oberst Helmut Ballhorn
  • 1958–1961: Oberstleutnant Walter Gruber
  • 1961–1967: Oberstleutnant Paul Söllner
  • 1967–1979: Oberst Willi Rieke
  • 1979–1982: Oberst Ernst-Otto Engelhardt
  • 1982–1990: Oberst Adolf Rathgeber
  • 1990–1996: Oberst Klaus Kuhn
  • 1996–2000: Oberst Hans-Robert Gareißen
  • 2000–2004: Oberst Jörg Udo Keck
  • 2004–2008: Oberst Reinhard Lerch
  • 2008–2010: Oberst Michael Teckentrup
  • 2010–2011: Oberst Michael Rondé[4]
  • 2011–2015: Oberst Bernd Grygiel[5]
  • seit Dezember 2015: Oberst Michael Maul

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die regelmäßig durchgeführten Weltmeisterschaften des Internationalen Militärsportverbandes (CISM) finden in unterschiedlichen Sportarten statt.

Übersicht der durchgeführten Militärweltmeisterschaften (CISM)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1960 - 14. Militärweltmeisterschaft Schwimmen, Wasserball und Springen (in Sonthofen)
  • 1966 - 03. Militärweltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf
  • 1974 - 10. Militärweltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf
  • 1977 - 12. Militärweltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf
  • 1978 - 21. Militärweltmeisterschaft im Fechten
  • 1981 - 16. Militärweltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf
  • 1982 - 26. Militärweltmeisterschaft Schwimmen, Wasserball und Springen
  • 1985 - 28. Militärweltmeisterschaft Schwimmen, Wasserball und Springen
  • 1987 - 33. Militärweltmeisterschaft in der Leichtathletik
  • 1988 - 17. Militärweltmeisterschaft im Judo
  • 1989 - 28. Militärweltmeisterschaft im Fechten
  • 1991 - 23. Militärweltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf
  • 1992 - 18. Militärweltmeisterschaft im Volleyball
  • 1997 - 10. Militärweltmeisterschaft im Handball
  • 1998 - 44. Militärweltmeisterschaft im Boxen
  • 2000 - 08. Militärweltmeisterschaft im Hockey
  • 2001 - 33. Militärweltmeisterschaft im Modernen Fünfkampf
  • 2004 - 16. Militärweltmeisterschaft Taekwondo
  • 2005 - 41. Militärweltmeisterschaft Fußball
  • 2006 - 50. Militärweltmeisterschaft Boxen, 15.–25. September 2006
  • 2008 - 29. Militärweltmeisterschaft Volleyball 20.–29. Juni 2008
  • 2010 - 44. Militärweltmeisterschaft im Schwimmen und Rettungsschwimmen 24.–28. August 2010

Übersicht der durchgeführten Militäreuropameisterschaften (CISM)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2013 - 1. integrative Militäreuropameisterschaft in der Leichtathletik

Übersicht der durchgeführten Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 50 Jahre Sportschule der Bundeswehr – Schriftenreihe Sport in der Bundeswehr (Hrsg.: Sportschule der Bundeswehr), Warendorf 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Athletik, Emotion, Technik, Die Sportschule Bundeswehr, Sport hat Tradition (PDF), Seite 14; abgerufen am: 9. August 2015
  2. Markus Hein: Ein Name zum 60. Geburtstag. In: Presseportal.de. news aktuell GmbH, 6. Juli 2017, abgerufen am 7. Juli 2017.
  3. Außenstelle Sonthofen
  4. 50 Jahre Sportschule der Bundeswehr - Schriftenreihe Sport in der Bundeswehr (Hrsg.: Sportschule der Bundeswehr), Warendorf 2007, S. 141 f.
  5. Die Glocke online: Bundeswehr-Sportschule hat neuen Chef

Koordinaten: 51° 58′ 3″ N, 7° 59′ 41″ O