Sporttherapie

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Die Sporttherapie bedient sich der Mittel und Methoden des sportlichen Trainings im Rahmen von Vorbeugung und Rehabilitation[1] und stellt heute einen Faktor der nichtmedikamentösen Behandlung und Rehabilitation dar. Die Ursprünge der Sport- und Bewegungstherapie reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück.[2]

Der Deutsche Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie definierte Sporttherapie als „eine bewegungstherapeutische Maßnahme, die mit geeigneten Mitteln des Sports gestörte körperliche, psychische und soziale Funktionen kompensiert, regeneriert, Sekundärschäden vorbeugt und gesundheitlich orientiertes Verhalten fördert. Sie beruht auf biologischen Gesetzmäßigkeiten und bezieht besonders Elemente pädagogischer, psychologischer und soziotherapeutischer Verfahren ein und versucht, eine überdauernde Gesundheitskompetenz zu erzielen.“[3]

Die Sporttherapie (auch Trainingstherapie)[4] soll Patienten helfen, körperliche, psychische oder soziale Beeinträchtigungen mithilfe von Sport zu überwinden, indem die Körperwahrnehmung verbessert sowie die Koordination und Kondition gesteigert werden. Neben medizinischen und psychotherapeutischen Bereichen finden sporttherapeutische Maßnahmen in der Pädagogik, Rehabilitation und im Bereich der Geriatrie Anwendung. Sie ist nicht auf den Leistungssport ausgerichtet, sondern soll den Patienten durch Sport aktivieren und zu einem angenehmen Körpergefühl führen.

Sporttherapie wird in Deutschland auch als Nebenfach zum Studiengang Sportwissenschaft – Bewegungsbezogene Gesundheitsförderung an der Universität Freiburg angeboten. Die Berufsbezeichnung Sporttherapeut/in ist bislang (Stand 2009) noch nicht anerkannt.[5][6] Sie wird von Sportwissenschaftern, Physiotherapeuten mit Zusatzqualifikation (Sportphysiotherapeuten) bzw. von Sportlehrern mit zusätzlicher Ausbildung auf medizinischem Gebiet durchgeführt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • K.-H. Arndt (Hrsg.): Sportmedizin in der ärztlichen Praxis. J. A. Barth, Heidelberg/ Leipzig 1998, ISBN 3-335-00542-2.
  • W. Hollmann (Hrsg.): Lexikon der Sportmedizin. J. A. Barth, Heidelberg/ Leipzig 1995, ISBN 3-335-00411-6.
  • Arnd Krüger: Geschichte der Bewegungstherapie. In: Präventivmedizin. Springer Loseblatt Sammlung, Heidelberg 1999, 07.06, S. 1–22.
  • Valentin Z. Markser, Karl-Jürgen Bär (Hrsg.): Sport- und Bewegungstherapie bei seelischen Erkrankungen. Forschungsstand und Praxisempfehlungen. Schattauer, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-7945-2993-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Sporttherapie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berufsfelder des Schwerpunktes. (Memento vom 29. Februar 2008 im Webarchiv archive.is) Deutsche Sporthochschule Köln (Institut für Rehabilitation und Behindertensport), abgerufen am 21. Mai 2009.
  2. Arnd Krüger: Geschichte der Bewegungstherapie. In: ders.: Präventivmedizin. Springer, Heidelberg 1999, 07.06, S. 1–22.
  3. K. Schüle, H. Deimel: Gesundheitssport und Sporttherapie-eine begriffliche Klärung. In: Gesundheitssport und Sporttherapie. 1 (6), 1990, S. 3. Definition vom Deutschen Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS).
  4. Fokus-Diagnostik, abgerufen am 9. Mai 2011.
  5. www.studiengang-verzeichnis.de: Sporttherapie an der Uni Freiburg studieren. (online); zuletzt eingesehen am 21. Mai 2009.
  6. Universität Freiburg: Studiengang Information - Sporttherapie. (pdf); zuletzt eingesehen am 21. Mai 2009.