Sportverletzung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Sportverletzungen sind Verletzungen, die sich Freizeit- und Leistungssportler bei der Ausübung ihres Sports zuziehen. Es wird hierbei zwischen akuten Sportverletzungen (meist Unfällen) und chronischen Sportverletzungen (Über- bzw. Fehlbelastungsschäden) unterschieden.[1]

Die häufigsten akuten Verletzungen sind Prellungen und Verstauchungen (35,5 %). Es folgen Knochenbrüche und Verrenkungen (28,4 %), sowie Verletzungen von Sehnen, Bändern und Muskeln (22,5 %). Einige Sportarten implizieren bestimmte Risiken.

Man unterscheidet zwischen endogenen Verletzungen, die sich der Sportler ohne äußere Einwirkung zuzieht (zum Beispiel durch fehlerhaftes Training oder Überanstrengung im Wettkampf) und exogenen Verletzungen, die dem Sportler vom Gegner zugefügt werden.

Das Gesamtbild von Sportverletzungen unterscheidet sich erheblich von dem der Verletzungen, wie sie etwa im Straßenverkehr oder bei Arbeitsunfällen vorkommen. 20 % aller Unfälle in Deutschland sind Sportunfälle. Mit der Behandlung chronischer Beschwerden (zum Beispiel Tennisarm, Periostitis) und der Nachsorgebehandlung schwerer Verletzungen (zum Beispiel Achillessehnenriss) befasst sich die Sportmedizin.

Ein Sporthelm und Schutzkleidung können das Verletzungsrisiko erheblich vermindern.

Statistisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sammelt und veröffentlicht unter anderem Daten zu Unfallverletzungen in Heim- und Freizeitbereich. Dabei stützt sie sich auf Schätzungen bzw. Hochrechnungen des Robert Koch-Institutes (RKI) auf Befragungsdaten (GEDA und KiGGS).

Ihre Statistik weist für 2011 u. a. folgende Zahlen für Deutschland aus:

3,1 Millionen Freizeitunfälle, davon 7.796 tödliche Unfälle (von insgesamt 20.406 tödlichen Unfällen – das sind 38,2 Prozent).[2]

Dass Kaugummi kauen während des Sports das Verletzungsrisiko signifikant erhöht ist statistisch nicht belegt. Das Risiko beträgt nicht Null[3] ist aber tatsächlich so gering, dass es in wissenschaftlichen Verletzungsstatistiken keine Erwähnung findet[4]. Bei den meisten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wäre es zudem sehr schwierig die Luftröhre komplett zu blockieren. Durch einen sehr großen Klumpen Kaugummi wäre es jedoch möglich. Die Luftröhre kann dann durch ein Heimlich-Manöver wieder befreit werden. Probleme kann es bei Kindern unter 5 jahren geben, bei denen der Mund und die Luftröhre kleiner sind und damit ein größeres potenzielles Erstickungsrisiko haben[5].

Gegenmaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Prophylaxe ist die sportliche Betätigung dem körperlichen Allgemeinzustand anzupassen. Gymnastische Übungen, das sogenannte Aufwärmen, vor Training und Wettkampf vermindern die Verletzungsgefahr. Bei zahlreichen Sportarten ist eine angemessene Ausrüstung von großer Bedeutung, zum Beispiel beim Inlineskaten Sturzprotektoren. Bei einer Verletzung der Extremitäten soll nach dem PECH-Schema verfahren werden: Pause, Eis (Kühlung), Compression (zum Beispiel Druckverband), Hochlagern.

Gesellschaftliche Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurde und wird immer wieder zur Diskussion gestellt, die durch Sportverletzungen entstehenden Kosten durch Zusatzzahlungen oder Zusatzversicherungen von Sportlern abzufangen (siehe auch Verursacherprinzip). Zum Beispiel könnte in jedem Skipass (Tageskarte o. ä.), die ein Skifahrer kauft, eine Umlage / Versicherung für diese Kosten enthalten sein. Da jedoch nur ca. 0,8 % der Gesamtkosten im Gesundheitswesen den Sportverletzungen zuzuschreiben sind (2010), scheint der gesundheitliche Nutzen des Sports deutlich größer zu sein.[6]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Artur Wechselberger, Karin Gruber: Sportverletzungen. Vorbeugen, erkennen, behandeln. Verlagshaus der Ärzte, Wien 2005, ISBN 3-901488-56-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Sportverletzung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arnd Krüger, Helmut Oberdieck: Kleiner Ratgeber für Leichtathletikverletzungen. Bartels & Wernitz, Berlin 1975, ISBN 3-87039-955-4.
  2. baua.de (Memento des Originals vom 1. Januar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.baua.de
  3. Guardian Staff: Brazilian discovers chewing gum and playing football don't mix. In: The Guardian. 26. August 2009, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 2. Februar 2019]).
  4. Berenike Seither: Sportverletzungen in Deutschland - Eine repräsentative Studie zu Epidemiologie und Risikofaktoren. Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München, 2008, abgerufen am 4. Februar 2019.
  5. Dev K. Mishra: Chewing Gum Or Chewing Mouthguard? Take Your Pick. In: Sideline Sports Doc. 23. August 2016, abgerufen am 2. Februar 2019 (englisch).
  6. http://www.budoten.org/wp-content/uploads/2010/09/arag-sportunfaelle.pdf, aufg. 1. November 2016.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!