Sportwagen-Weltmeisterschaft 1964

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Bob Bondurant beim selben Rennen im AC Cobra

Die Sportwagen-Weltmeisterschaft 1964, auch Internationale-Meisterschaft für GT-Hersteller und Prototypen-Trophy, war die zwölfte Saison dieser Meisterschaft. Sie begann am 16. Februar und endete am 11. Oktober 1964.

Meisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch 1964 war die Weltmeisterschaft ein Championat für GT-Fahrzeuge. Zu den Wertungen der diversen GT-Divisionen wurde auch eine Prototypen-Trophy ausgefahren, die das 12-Stunden-Rennen von Sebring, die Targa Florio, das 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring und das 24-Stunden-Rennen von Le Mans umfasste. Insgesamt erhielten 20 Rennen den Status eines Weltmeisterschaftslaufes, darunter neben den erwähnten Sportwagenrennen, vier Bergrennen und Tour de France für Automobile.

Die Rennen der Protoypen-Trophy wurde von den erwarteten Duellen der Rennsportwagen von Ferrari und Porsche geprägt. Das 12-Stunden-Rennen von Sebring endete mit dem Erfolg von Mike Parkes und Umberto Maglioli im Werks-Ferrari 275P. Ferrari verzichtete auf einen Werkseinsatz bei der Targa Florio, somit gab es einen Sieg von Antonio Pucci und Colin Davis im Porsche 904 GTS. Auf dem Nürburgring und in Le Mans blieb dann wieder die Scuderia Ferrari siegreich. Durch das Fehlen der Scuderia bei der Targa Florio wurde Ferrari am Ende der Saison disqualifiziert und verlor den Gesamtsieg der Prototypen-Trophy an Porsche.

Die diversen GT-Endwertungen wurden von Porsche, Ferrari und Abarth gewonnen.

Punktevergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon nach dem Ende der beiden voran gegangenen Saisons, wurde die für Außenstehende unübersichtliche Divisionseinteilung kritisiert. 1964 wurde zusätzlich ein Koeffizient bei der Vergabe der Weltmeisterschaftspunkte eingeführt. Für die ersten Sechs er jeweiligen Klassen wurde die Punkte in der Reihenfolge 9-6-4-3-2-1 vergeben. Die Rennen erhielten jedoch Koeffizienten von 2.0 (Le Mans) bis 1.0 (z. B. Bergrennen). Dazu gab es 1.6 (z. B. Sebring und die Targa Florio) und 1.3 (z. B. die RAC Tourist Trophy). Während der Sieger von Le Mans dadurch die doppelte Punktezahl erhielt, gab es für den Erfolg bei Bergrennen nur normale Punkte. Beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring erhielt der Sieger durch den Koeffizienten 1,6 die Punktezahl 14,4 usw.

Rennkalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Datum Rennname /
Rennstrecke
Team Gesamtsieger Fahrzeug Meisterschaft
1 16. Februar Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 2000-km-Rennen von Daytona
(Daytona International Speedway)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten North American Racing Team Mexiko 1934Mexiko Pedro Rodríguez
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Phil Hill
Ferrari 250 GTO/64 GT
2 21. März Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 12-Stunden-Rennen von Sebring
(Sebring International Raceway)
ItalienItalien SEFAC Ferrari Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Parkes
ItalienItalien Umberto Maglioli
Ferrari 275P Prototypen
3 26. April ItalienItalien Targa Florio
(Piccolo circuito delle Madonie)
DeutschlandDeutschland Porsche System Engineering ItalienItalien Antonio Pucci
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Colin Davis
Porsche 904 GTS Prototypen
4 3. Mai ItalienItalien Großer Preis von Monza
(Autodromo Nazionale Monza)
ItalienItalien Abarth ItalienItalien Franco Patria Abarth-Simca 1300 Bialbero GT
5 17. Mai BelgienBelgien 500-km-Rennen von Spa-Francorchamps
(Circuit de Spa-Francorchamps)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Maranello Concessionaires Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Parkes Ferrari 250 GTO/64 GT
6 24. Mai ItalienItalien Bergrennen Consuma
(Passo della Consuma)
ItalienItalien Odoardo Govoni Maserati Tipo 60 GT
7 31. Mai DeutschlandDeutschland 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring
(Nürburgring)
ItalienItalien SpA Ferrari SEFAC ItalienItalien Ludovico Scarfiotti
ItalienItalien Nino Vaccarella
Ferrari 275P Prototypen
8 31. Mai DeutschlandDeutschland Bergrennen Rossfeld
(Roßfeldhöhenringstraße)
DeutschlandDeutschland Porsche System Engineering DeutschlandDeutschland Edgar Barth Elva Mk.7 GT
9 20. – 21. Juni FrankreichFrankreich 24-Stunden-Rennen von Le Mans
(Circuit des 24 Heures)
ItalienItalien SpA Ferrari SEFAC FrankreichFrankreich Jean Guichet
ItalienItalien Nino Vaccarella
Ferrari 275P Prototypen
10 5. Juli FrankreichFrankreich 12-Stunden-Rennen von Reims
(Circuit de Reims-Gueux)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Maranello Concessionaires Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill
SchwedenSchweden Joakim Bonnier
Ferrari 250LM GT
11 9. August DeutschlandDeutschland Bergrennen Freiburg-Schauinsland
(Schauinslandstraße)
DeutschlandDeutschland Porsche System Engineering DeutschlandDeutschland Edgar Barth Porsche 718 RS Spyder GT
12 16. August ItalienItalien Coppa Cittá di Enna
(Autodromo di Pergusa)
ItalienItalien Abarth DeutschlandDeutschland Hans Herrmann Abarth-Simca 2000 GT GT
13 29. August Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich RAC Tourist Trophy
(Goodwood Circuit)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Maranello Concessionaires Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill Ferrari 330P GT
14 30. August SchweizSchweiz Bergrennen Sierra-Montagna
(Crans-Montana)
SchweizSchweiz Scuderia Filipinetti ItalienItalien Ludovico Scarfiotti Ferrari 250LM GT
15 6. September DeutschlandDeutschland 500-km-Rennen auf dem Nürburgring
(Nürburgring)
ItalienItalien Abarth DeutschlandDeutschland Hans Herrmann
DeutschlandDeutschland Klaus Steinmetz
Abarth-Simca 1300 Bialbero GT
16 6. September ItalienItalien 3-Stunden-Rennen von Monza
(Autodromo Nazionale Monza)
NiederlandeNiederlande Ben Pon NiederlandeNiederlande Rob Slotemaker Porsche 904 GTS GT
17 11. – 20. September FrankreichFrankreich Tour de France für Automobile
(Lille-Nizza)
BelgienBelgien Ecurie Francorchamps BelgienBelgien Lucien Bianchi
BelgienBelgien Georges Berger
Ferrari 250LM GT
18 19. September Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 500-km-Rennen von Bridgehampton
(Bridgehampton Race Circuit)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ed Weschler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Joe Buzzetta
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bill Wuesthoff
Porsche 904 GTS GT
19 20. September Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 500-km-Rennen von Bridgehampton
(Bridgehampton Race Circuit)
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mecom Racing Team Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Walt Hansgen Scarab MK.IV GT
20 11. Oktober FrankreichFrankreich 1000-km-Rennen von Paris
(Autodrome de Linas-Montlhéry)
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Maranello Concessionaires Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Graham Hill
SchwedenSchweden Joakim Bonnier
Ferrari 330P GT

Marken-Weltmeisterschaft für Konstrukteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GT-Wagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GT-Wagen Division I bis 1,3-Liter-Hubraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Position Konstrukteur 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Gesamt
1 ItalienItalien Abarth-Simca 14,4 11,7 9 14,4 (9) (9) 9 14,4 72,9
2 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Triumph 3 14,4 6,4 23,8
3 ItalienItalien Alfa Romeo 9,6 11,7 21,3
4 FrankreichFrankreich Alpine 6,4 7,8 14,2
5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus 4,8 3,9 4 12,7
6 ItalienItalien Fiat-Abarth 2,6 6 (1) 2 10,6
7 FrankreichFrankreich Automobiles René Bonnet 9,6 9,6
8 DeutschlandDeutschland Glas 4,8 3 7,8
9 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Austin-Healey 5,2 5,2
10 DeutschlandDeutschland NSU 4,8 4,8
11 JapanJapan Honda 4 4
12 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Marcos 1 1

GT-Wagen Division II bis 2-Liter-Hubraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Position Konstrukteur 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Gesamt
1 DeutschlandDeutschland Porsche (11,7) 14,4 14,4 (11,7) 14,4 9 18 (9) (1,3) (4) (11,7) 14,4 (11,7) 14,4 99
2 ItalienItalien Alfa Romeo 6,4 6,4 4 (2,6) (1,3) 3,2 5,2 4,8 30
3 ItalienItalien Abarth-Simca 2,6 (1) 11,7 9 3,9 27,2
4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich MG 4,8 4,8
5 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus-Ford 3,2 3,2
6= SchwedenSchweden Volvo 2,6 2,6
6= Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Sunbeam 2,6 2,6
8 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lotus 1,6 1,6

GT-Wagen Division III über 2-Liter-Hubraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Position Konstrukteur 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Gesamt
1 ItalienItalien Ferrari 11,7 (4,8) 14,4 11,7 14,4 12 (9) 6 (3,9) (3) 14,4 84,6
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Shelby 3,9 14,4 9,6 (1,3) (1,6) 18 9 11,7 (9) 11,7 78,3
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jaguar 4 2,6 6,6
4 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich AC Cars 4 4
5 ItalienItalien Lancia 1,6 1,6

Prototypen-Trophy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prototypen bis 3-Liter-Hubraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Position Konstrukteur 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Gesamt
1 DeutschlandDeutschland Porsche 4,8 14,4 9,6 6 34,8
2 FrankreichFrankreich Alpine 9,6 9,6
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Austin-Healey 1,6 1,6

Prototypen über 3-Liter-Hubraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Position Konstrukteur 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Gesamt
1 DeutschlandDeutschland Porsche 14,4 14,4 14,4 18 61,2
2 FrankreichFrankreich Alpine 3,2 9,6 12 24,8
3 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Austin-Healey 4,8 4,8 4 13,6

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alain Bienvenu: Endurance. 50 ans d’histoire. Band 1: 1953–1963. Éditions ETAI, Boulogne-Billancourt 2004, ISBN 2-7268-9327-9.
  • Peter Higham: The Guinness Guide to International Motor Racing. A complete Reference from Formula 1 to Touring Car. Guinness Publishing Ltd., London 1995, ISBN 0-85112-642-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sportwagen-Weltmeisterschaft 1964 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien