Sprachinsel

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Der Schönhengstgau war eine deutsche Sprachinsel in der ehemaligen Tschechoslowakei.

Unter Sprachinsel wird eine verhältnismäßig kleine geschlossene Sprach- und Siedlungsgemeinschaft verstanden, die sich in einem größeren fremden Sprachgebiet befindet.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung von Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zuwanderung einer dominanten Sprachgruppe und der darauf folgenden fast vollständigen Assimilation – bis auf wenige Sprachgemeinschaften – der ursprünglichen Bevölkerung (Beispiel: die Sorben in Ostdeutschland)
  • Aussterben der Sprache in der Zwischenregion zum Verbreitungsgebiet (Beispiel: Viöler Dänisch)

Entscheidend für die Bezeichnung Sprachinsel ist, dass die Sprache im Ursprungsland noch gesprochen wird. Viele Sprachinseln sind heute bedroht oder bereits untergegangen. Die Überlebensfähigkeit einer Sprachinsel ist entscheidend von ihrer Isolierung abhängig. Die äußere Bedrohung durch das Wirtsland in politischer, kultureller, religiöser und/oder sprachlicher Hinsicht ist ein ebenso entscheidender Motor für den Erhalt der Sprachinsel, wie seine evtl. geographische Isolierung, z. B. in einem abgelegenen Gebirgstal oder auf einer Insel. Der Wegfall solcher Bedrohungen, wie wir sie nach Auflösung der Sowjetunion erlebten, führte in kurzer Zeit zu fast vollständiger Auflösung auch der Sprachinseln. Insbesondere religiöse Tendenzen können ein entscheidender Motor für die Isolierung der Sprachinsel von ihrer Umwelt und dem Erhalt ihrer Sprache und kulturellen Identität sein.

Deutsche Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Sprachinseln in Mitteleuropa 1901

Bedingt durch verschiedene Siedlungsbewegungen, die im Mittelalter begannen (siehe Deutsche Ostsiedlung) und erst Mitte des 19. Jahrhunderts ihr Ende fanden, gab es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, in wenigen Fällen auch bis heute, deutsche Sprachinseln, die über große Teile Ost- und Ostmitteleuropas verstreut waren bzw. sind. Bei den kleinsten dieser Sprachinseln handelt es sich lediglich um einzelne kleine Dörfer, bei den größten um fast geschlossen deutsche Sprachlandschaften (z. B. Siebenbürgen) inmitten fremdsprachiger Gebiete. Diese Sprachinseln fanden sich in weiten Teilen Polens, des Baltikums, Weißrusslands, der Ukraine, der böhmischen Länder, der Slowakei, Ungarns, Rumäniens, Sloweniens und Kroatiens. Einige Sprachinseln befanden sich auch auf dem Gebiet des heutigen Serbiens.

Darüber hinaus gab es deutsche Sprachinseln im Gebiet des Kaukasus, in der Nähe von Sankt Petersburg sowie an einigen Stellen im Ural und in Sibirien.

Auch bei der Besiedlung der Neuen Welt taten sich häufig deutsche Auswanderergemeinschaften zusammen, die jeweils einem bestimmten Herkunftsgebiet entstammten und die im Zielgebiet relativ geschlossen siedelten. Insbesondere im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten, im Westen Kanadas, im Süden Brasiliens und in Südchile finden sich noch heute verschieden gut erhaltene deutsche Sprachinseln.

Infolge des Ersten Weltkriegs und schließlich noch einmal im Laufe des Zweiten Weltkriegs entstand in den deutschen Siedlungsgebieten Nordamerikas die Notwendigkeit, die Loyalität zur neugefundenen Heimat u. a. auch dadurch zu bekunden, dass man sich nicht mehr der deutschen Hochsprache oder der verschiedenen deutschen Dialekte bediente. Dies führte dazu, dass die überwiegende Mehrzahl an deutschen Sprachinseln in Nordamerika heute nur noch relikthaft vorhanden sind, indem spätestens seit den vierziger Jahren das Deutsche aus der Öffentlichkeit und aus den meisten Familien verdrängt wurde.

Sprachinseln im deutschen Sprachraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

außerhalb des geschlossenen deutschen Sprachraums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen in Österreich-Ungarn aus: Distribution of Races in Austria-Hungary Historical Atlas, William R. Shepherd, 1911

Der geschlossene deutsche Sprachraum erstreckt sich heute über Deutschland, Österreich, die Deutschschweiz, Liechtenstein, Südtirol, Luxemburg und die deutschen Sprachgebiete in Belgien und Dänemark.

Aserbaidschan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner der seit 1818 bestehenden deutschen Kolonien schwäbischer radikaler Pietisten in Aserbaidschan wurden 1941 deportiert.

Dänemark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Jütland siedelten sich 1759/61 Pfälzer Familien an, die bis 1870 deutsche Kirche und Schule beibehielten:

Dort siedelten die so genannten „Kartoffeldeutschen(Kartoffeltyskere).

In Südostjütland geht auf die Ansiedlung einer Herrnhuter Brüdergemeine im Jahre 1772 die Gründung von

Georgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewohner der seit 1818 bestehenden deutschen Kolonien schwäbischer radikaler Pietisten in Georgien wurden 1941 deportiert.

Irland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Sprachinseln in Norditalien: 1 Gressoney; 2 Issime; 3 Rimella; 4 Kampell; 5 Formazza; 6 Dreizehn Gemeinden; 7 Sieben Gemeinden; 8 Lusern; 9 Fersental; 10 Pladen; 11 Zahre; 12 Tischelwang; 13 Kanaltal
Walserische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der autonomen Region Aostatal

  • Gressoney:[4] Gressoney-La Trinité, walserdeutsch Greschune-Oberteil, Gressoney-Saint-Jean, walserisch Greschunei Onderteil òn Méttelteil. (Eigentlich Sprach-Halbinseln, da an den deutschsprachigen Teil des Wallis grenzend. Deutsch ist in der älteren und mittleren Generation noch weit verbreitet, in der jüngeren nicht mehr.)
  • Niel. (Sprachinsel erloschen.)
  • Issime,[4] walserisch Eischeme. (Deutsch ist in der älteren und mittleren Generation noch weit verbreitet, in der jüngeren nicht mehr.)

in der Provinz Vercelli

  • Alagna Valsesia[4], walserdeutsch Im Land oder Lanja. (Eigentlich Sprach-Halbinsel, s. unter Gressoney; Deutsch in der älteren Generation noch teilweise verbreitet.)
  • Rima, walserdeutsch In d Arimmu. (Sprachinsel erloschen.)
  • Rimella,[4] walserdeutsch Remmalju. (Deutsch noch verbreitet benutzt, jedoch generell starker Bevölkerungsschwund.)
  • Riva Valdobbia, walserdeutsch Rifu. (Sprachinsel längst erloschen.)

in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola (eigentlich außer Campello Monti und Ornavasso Sprach-Halbinseln, s. unter Gressoney)

  • Agàro, walserdeutsch Ager. (Sprachinsel erloschen.)
  • Ausone, walserdeutsch Ogschtu. (Sprachinsel erloschen.)
  • Campello Monti,[4] walserdeutsch Ggampel. (Sprachinsel erloschen.)
  • Formazza,[4] walserisch Pomatt. (Deutsch ist in der älteren und mittleren Generation noch weit verbreitet, in der jüngeren nicht mehr.)
  • Macugnaga, walserischdeutsch Maggana. (Deutsch bei wenigen alten Leuten noch im Gebrauch.)
  • Salecchio, walserdeutsch Salei. (Sprachinsel erloschen.)
  • Ornavasso, walserdeutsch Urnafasch. (Sprachinsel längst erloschen.)
Zimbrische Sprachinseln (Italien)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Siehe auch: Zimbern

Hochebene östlich von Rovereto (Provinz Trient, Region Trentino-Südtirol):

  • 1 Luserna,[4] deutsch Lusern: am besten erhaltene und aktivste Sprachinsel; 90 % der Einwohner sprechen im Alltag zimbrisch.
  • 2 Folgaria, zimbrisch Folgrait, deutsch Vielgereuth: Sprachinsel heute nicht mehr aktiv, zuletzt in den Weilern Carbonare (Kohligen) und San Sebastiano (Sankt Sebastian)
  • 3 Lavarone, zimbrisch Lavròu, deutsch Lafraun (Sprachinsel seit dem 20. Jh. nicht mehr aktiv)

Daran angrenzende Täler, in denen bis ins 19. Jh. deutsch/zimbrisch gesprochen wurde:

Fersental (Valle dei Mòcheni)[4] (Provinz Trient, Region Trentino-Südtirol):

Gemeinden, in denen ehemals (teilweise) fersentalerisch gesprochen wurde:

Sieben Gemeinden,[4] zimbrisch Siben Komoin, ital. Sette Comuni (Provinz Vicenza, Region Venetien):

  • 1 Asiago, zimbrisch Sleghe, deutsch Schlege
  • 2 Gallio, zimbrisch Gelle/Ghel, deutsch Gelle
  • 3 Roana, zimbrisch Robàan, deutsch Rovan
  • 4 Fozza, zimbrisch Vüsche/Vütsche
  • 5 Enego, zimbrisch Ghenebe, deutsch Jeneve
  • 6 Rotzo, zimbrisch Rotz
  • 7 Lusiana, zimbrisch Lusaan, deutsch Lusian

Das Zimbrische in den Sieben Gemeinden führt nur noch ein Nischendasein in Roana und dessen Ortsteil Mezzaselva (Mittewald).

Dreizehn Gemeinden,[4] italienisch Tredici Comuni (Provinz Verona, Region Venetien):

Das Zimbrische in den Dreizehn Gemeinden wird nur noch in Giazza/Ljetzan gesprochen.

Cansiglio (Provinz Belluno, Region Venetien):

  • In den Weilern Farra d’Alpago und Tambre (Sprachinsel nicht mehr aktiv)
Deutsche Sprachinseln in Venetien und Friaul[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kasachstan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Siedlungsschwerpunkt um Astana

Die meisten Kasachstandeutschen sind inzwischen nach Deutschland ausgewandert.

Kirgisistan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Kirgisistandeutschen sind inzwischen nach Deutschland ausgewandert.

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch Deutsche Minderheit in Polen.

In der Zeit der Zugehörigkeit von Westpreußen zum Deutschen Reich gab es dort

  • Schwäbische Kolonien von Familien aus Württemberg in Culm, Culmsee, Gniewkowo, Spital, Wonorze, Slawsk, Olsza u. a., 1782–1786 durch Friedrich II. von Preußen in deutsch- oder polnischsprachiger Umgebung angesiedelt, erloschen

Rumänien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1918 gab es etwa 3.300 geschlossene, weitgehend konfessionell und ethnisch einheitliche deutsche Siedlungen in Russland. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Jahr 1941 ließ Stalin die meisten Russlanddeutschen in den asiatischen Teil der Sowjetunion deportieren.

In folgenden Regionen leben auch heute noch deutschstämmige Minderheiten:

Der überwiegende Teil der in Russland lebenden Deutschen ist in den letzten Jahren nach Deutschland ausgewandert.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Slowakei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pressburg
  • Hauerland
  • Zips (Sprachinsel nur in den Dörfern Hopgarten (Chmeľnica) und Metzenseifen (Medzev- hier nur noch als Sprachminderheit) noch erhalten.)

Slowenien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spanien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iglauer Sprachinsel

Bis zur Vertreibung des größten Teils der deutschsprachigen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei bestanden mehrere deutschsprachige Sprachinseln in tschechischsprachigem Gebiet:

Ukraine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Übersee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andere Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albanische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Arbëresh

Griechenland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arabische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iran[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Usbekistan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zypern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aramäische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irak[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iran[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Syrien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aserbaidschanische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iran[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zahlreiche aserbaidschanische Gemeinden außerhalb der iranischen Region Aserbaidschan

Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baltische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weißrussland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berberische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Finnische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franko-Provenzalische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Französische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland wurde Französisch bzw. altfranzösische Dialekte in Wallonen-, Hugenotten- und Waldensergemeinden teilweise noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg gesprochen. Lange Zeit wurde in Gottesdiensten wenigstens einmal im Monat noch auf Französisch gepredigt. In Louisendorf bei Marburg ist das Französische z. B. erst um 1990 ausgestorben.

Ansiedlungen der Wallonen, Hugenotten und Waldenser bestanden besonders in den Territorien

Kanada[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Quebecer Französisch

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 13. und 14. Jahrhundert bestanden im südlichen Donauraum vom Salzkammergut bis zum Wienerwald Ansiedlungen altfranzösischsprachiger Waldenser, die nach Verfolgungen durch die Inquisition im 14./15. Jahrhundert wieder verschwanden.

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Wilcze Gardło wurden ab 1948 polnische Bergmannsfamilien aus Lothringen, die aus Frankreich ausgewiesen worden waren, angesiedelt. Es entstand zeitweise eine französische Sprachinsel „Maly Paryz“ (= „Klein-Paris“).

Südafrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franschhoek, um 1690 angesiedelt, schon um 1730 wieder ausgestorben, aber in zahlreichen Familiennamen erhalten

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friesische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Griechische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georgien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Italien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Griko

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Türkei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jiddische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die nationalsozialistische Vernichtungspolitik sind die früheren großen geschlossenen jiddischen Sprachinseln der „Schtetl“ in Ostmittel- und Osteuropa (Polen und Ukraine (Galizien), Weißrussland, Litauen (Wilna), Moldawien, Rumänien, Jüdische Autonome Oblast in der Sowjetunion), Ungarn (Pester Elisabethstadt), Tschechien (Prager Josefstadt), auch Deutschland (Berliner Scheunenviertel in der Spandauer Vorstadt, Grindelviertel in Hamburg) und Österreich (Wiener Leopoldstadt) weitgehend erloschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg steht die jiddische Sprache unter den Emigranten in den USA (New York, bes. Lower East Side in Manhattan und Williamsburg in Brooklyn), Kanada (Montreal, Toronto), Israel (Tel Aviv, Me'a Sche'arim in Jerusalem), Argentinien (Stadtteil Balvanera in Buenos Aires), Brasilien, Uruguay, Großbritannien (London), Belgien (Antwerpen) oder auch Deutschland unter starkem Assimilationsdruck, wird aber heute zunehmend wieder gepflegt. Bei Sprachkursen oder jiddischsprachigen Kulturveranstaltungen bilden sich auch heute wieder temporäre Sprachinseln.

Ende der 1970er Jahre entstand mit Kiryas Joel im Bundesstaat New York eine Siedlung chassidischer Juden, die heute etwa 20.000 Einwohner aufweist, von denen etwa 90 % jiddischsprachig sind.

Katalanische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreolische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Palenquero; spanischbasierte Kreolsprache in Kolumbien

Kroatische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederländische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spanische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plautdietsche Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Artikel zur Sprache Plautdietsch

Polnische und masurische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rumänische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Okzitianische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Slawische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Türkische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tschechische Sprachinseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pirna, Anfang des Dreißigjährigen Krieges von böhmischen protestantischen Exulanten begründet, später Übersiedlung nach Dresden, 1650 bis 1999 bestand eine Evangelisch-Lutherische Gemeinde Böhmischer Exulanten zu Dresden (heute Stiftung), 1748 Druck eines tschechischen Gesangbuchs in Dresden,[5] Erlöserkirche in Striesen, Sprachinsel Mitte des 19. Jahrhunderts erloschen
  • Zittau in der Oberlausitz, ab 1623 Aufnahme böhmischer und mährischer Exulanten, wie Lauban (Lubań) in der heute polnischen Oberlausitz Druckort zahlreicher tschechischer Bücher, Sprachinsel Mitte des 19. Jahrhunderts erloschen
  • Berlin-Friedrichstadt, ab 1732 Niederlassung von böhmischen protestantischen Exulanten, für die 1737 die Bethlehemskirche errichtet wurde (1943 zerstört), Sprachinsel Anfang des 19. Jahrhunderts erloschen, bis 1937 bestand die Böhmisch-reformierte Bethlehemsgemeinde
  • Berlin-Böhmisch-Rixdorf im heutigen Bezirk Berlin-Neukölln, ab 1737 nach vorübergehendem Aufenthalt in Niederschlesien (Gerlachsheim (Grabiszyce) bei Mark Lissa (Leśna)) und der Oberlausitz (Herrnhut, Großhennersdorf-Schönbrunn, Cottbus) Niederlassung von böhmischen protestantischen Exulanten, die meisten von ihnen ursprünglich aus Bömisch-Rothwasser (Horní Čermná), bis etwa 1820/30 war Tschechisch in Rixdorf Umgangssprache, Sprachinsel Anfang des 20. Jahrhunderts erloschen, bis 2005 bestand die Evangelisch-böhmisch-lutherische Bethlehemsgemeinde
  • Nowawes (tschechisch Nová Ves, deutsch Neuendorf bei Potsdam) im heutigen Stadtteil Potsdam-Babelsberg, ab 1751 Ansiedlung evangelischer Weber und Spinner aus Böhmen im sogenannten Weberviertel, 1752/1753 Errichtung der Friedrichskirche (Babelsberg) für Gottesdienste in tschechischer und deutscher Sprache, Sprachinsel Anfang des 19. Jahrhunderts erloschen
  • Münsterberg (Ziębice) in Niederschlesien, ab 1742 Ansiedlung protestantischer Böhmen unter Führung von Johann Liberda (1700–1742)
  • Niesky in der Oberlausitz, 1742 von böhmischen Emigranten als Kolonie der Herrnhuter Brüdergemeine gegründet, tschechisch nízký bedeutet auf Deutsch „niedrig“, bereits 1748 wurde Deutsch Verhandlungssprache, Gottesdienste (Versammlungen) wurden abwechselnd in Deutsch und Tschechisch gehalten
  • Hussinetz, benannt nach Jan Hus, (heute Gęsiniec) bei Strehlen (Strzelin) in Niederschlesien, ab 1749, Sprachinsel 1945/46 erloschen
  • Friedrichs-Tabor in Balin bei Wartenberg (Syców) in Niederschlesien, ab 1744 bzw. 1749, Sprachinsel Anfang des 20. Jahrhunderts erloschen
  • Banater Tschechen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Sprachinsel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bei den „Pfälzern“, die der Große Kurfürst in Preußen ansiedelte, handelte es sich teilweise um zuvor aus Frankreich oder den Spanischen Niederlanden in die Pfalz geflohene reformierte Glaubensflüchtlinge („Jungpfälzer“), teilweise um mittel- oder rheinfränkisch sprechende Flüchtlinge des Pfälzischen Erbfolgekrieges.
  2. Werner Metzger: Albvereinsblätter – Festrede 125 Jahre Albverein. Hrsg.: Schwäbischer Albverein Stuttgart. S. 3.
  3. Zu Pleißne Burladingen siehe Werner Metzger: Festrede 125 Jahre Schwäbischer Albverein. In: Blätter des Schwäbischen Albvereins 2013, Stuttgart, 4. Mai 2013.
  4. a b c d e f g h i j k l m Die historischen deutschen Sprachinseln. Einheitskomitee der historischen deutschen Sprachinseln in Italien, 12. November 2012, abgerufen am 7. Juli 2013 (PDF 1,39 MB, italienisch, deutsch, englisch).
  5. Georg Petermann: Hospodina Srdcem y Rty Chwáleni, aneb Pisně Duchownj. Johann Wilhelm Harpeter, Dresden 1748 (Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt).