Sprecherziehung

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Sprecherziehung ist die praxisorientierte Seite der Sprechwissenschaft, die sich mit allen Aspekten mündlicher Kommunikation beschäftigt. Sie sieht sich in der Tradition der antiken Rhetorik und unterteilt sich in Sprechbildung, Phonetik, Ästhetische Kommunikation, Rhetorische Kommunikation, Medienrhetorik, Mediensprechen und Sprechtherapie (therapeutische Kommunikation).

Das Ziel der Sprecherziehung ist es, die Rede-, Artikulations- und Gesprächsfähigkeit zu fördern.

Dabei wird interdisziplinär mit angrenzenden Fachgebieten wie Linguistik, Medizin, Pädagogik, Phonetik, Psychologie und Soziologie zusammengearbeitet.

Rhetorische Kommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhetorische Kommunikation betont als Weiterentwicklung des klassischen Rhetorik-Begriffs das gemeinsame Sprechen. Gespräche und Reden werden als echte bzw. latente Dialoge angesehen, in denen im Idealfall kooperativ über etwas gemeinsam geredet wird, das von allen Partnern gleichermaßen verantwortet wird. Einzelziele im Rahmen der Rhetorischen Kommunikation sind verständliches und anschauliches Formulieren, wirksames Präsentieren, faires Argumentieren sowie diverse Kompetenzen im Bereich der Gesprächsführung.

Sprechbildung und Elementarprozesse des Sprechens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel der Sprechbildung ist eine der jeweiligen Situation angemessene Artikulation sowie eine angenehm klingende, belastungsfähige Stimme, die variables, wirksames und ausdrucksvolles Sprechen erleichtert. Gefördert wird dabei z. B. eine entspannende und unhörbare Atmung, das Sprechen in der individuell idealen Sprechstimmlage, die Weitung der Resonanzräume oder eine deutlichere, evtl. sogar normgetreue Artikulation.

"Jeder Mensch bringt unterschiedliche Stimmvoraussetzungen mit und es gilt herauszufinden, wie der Einzelne sein Potential am besten einsetzt. <...> Lehrerinnen, die über weniger Volumen oder Melodiespielraum verfügen, können aber dennoch gut verstanden werden, wenn Sie beispielsweise dieses Manko durch eine präzisere Artikulation ausgleichen." (Zellerhoff, 2015, 39 f)

Sprechkunst (Ästhetische Kommunikation)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ästhetische Kommunikation innerhalb der Sprecherziehung beschäftigt sich mit der Theorie und praktischen Umsetzung des Sprechens von literarischen Texten (Gedichte, Reden, Schauspiel etc.). Ziel ist es, eine angemessene Interpretation und Vortragsform des jeweiligen Textes zu finden.

Die größte deutschsprachige Ausbildungsstätte für ästhetische Kommunikation ist das Institut für Sprechkunst und Kommunikationspädagogik der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart unter der Leitung von Prof. Michael Speer.

Daneben wird Sprechkunst auch an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im Studienfach Sprechwissenschaft als einer von vier Teilbereichen neben Rhetorik, Phonetik und Sprach- und Sprechstörungen gelehrt. Der Teilbereich Sprechkunst hat hier eine lange Tradition. Auf der universitätsinternen „Sprechbühne“ können die Studenten das Erlernte praktisch umsetzen.

Außerdem kann Sprechkunst als Wahlpflichtfach in der universitären achtsemestrigen Ausbildung zum/zur „Sprecherzieher/in (Univ.)“ der Universität Regensburg belegt werden.

Lehrfach an Schauspielschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Schauspielschulen oder Musikhochschulen (z.B. in der Ausbildung im Fach Operngesang) ist Sprecherziehung ein wichtiges Lehrfach. Atemtechnik, Stimmbildung, Artikulationsübungen sowie der Vortrag von Texten (Sachtexte, Prosa, Lyrik usw.) und freies Sprechen sind Inhalte der Sprecherziehung.

Studienfach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • An der Universität des Saarlandes in Saarbrücken ist das Studium als konsekutiver Zwei-Fach-Master Germanistik Hauptfach und Nebenfach mit Schwerpunkt in Sprechwissenschaft und Sprecherziehung möglich.[2]
  • An dem Institut für Slavistik, Sprechwissenschaft und Phonetik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg kann man Sprechwissenschaft in den Studiengängen Bachelor of Arts Sprechwissenschaft und Master of Arts Sprechwissenschaft studieren. Das Bachelorstudium umfasst sechs Semester und schließt mit dem Bachelor of Arts ab. Das Masterstudium umfasst vier Semester und schließt mit dem Master of Arts ab. Im Masterstudiengang Sprechwissenschaft kann zwischen den Spezialisierungen „Phonetik, Rhetorik, Sprechkunst“ und „Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen (Klinische Sprechwissenschaft)“ gewählt werden.
  • Die Universität Regensburg bietet den Weiterbildungsmaster "Speech Communication and rhetoric" in Sprechwissenschaft und Sprecherziehung an. Außerdem bietet sie eine eigene universitäre voll modularisierte achtsemestrige Ausbildung zur 'Sprecherzieherin (Univ.)' bzw. zum 'Sprecherzieher (Univ.)' (mit Diploma Supplement) an.

Nähere Informationen zum DGSS-Abschluss findet man auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung.[3] Bei dem Abschluss Sprecherzieher (DGSS) handelt es sich nicht um einen normalen universitären Abschluss als Bachelor of Arts oder Master of Arts in Sprechwissenschaft, wie er z. B. an der Universität Halle-Wittenberg zu erwerben ist, sondern um eine Prüfung vor einem Prüfungsausschuss der DGSS.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sieglinde Eberhart u. Marcel Hinderer: "Stimm- und Sprechtraining für den Unterricht. Ein Übungsbuch." Schöningh/UTB, Paderborn 2014, ISBN 3-825-24088-6
  • Heinz Fiukowski: Sprecherzieherisches Elementarbuch. 8. Auflage, de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-023373-5
  • Hellmut Geissner: Sprecherziehung. Scriptor, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-589-20788-4
  • Hellmut Geißner: Sprechwissenschaft. Scriptor, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-589-20771-X
  • Hellmut Geißner: Wege und Irrwege der Sprecherziehung. Personen, die vor 1945 im Fach anfingen und was sie schrieben. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 1997, ISBN 978-3-86110-116-1.
  • Uwe Herzog: Das Sprecherhandbuch – Ausbildung und Praxis bei Film, TV, Funk und Werbung. Kirsten Herzog Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-938604-10-6
  • Julius Hey: Der kleine Hey - Die Kunst der Sprache. Schott, 2006, ISBN 3-79578702-5
  • Marita Pabst-Weinschenk (Hrsg.): Grundlagen der Sprechwissenschaft und Sprecherziehung. Ernst Reinhardt Verlag, München/Basel 2004, ISBN 3-8252-8294-5
  • Inge Refisch: Sprechübungen mit Gedichten - Übungsvorlagen für Sprachtherapie, Sprecherziehung, Stimmschulung und Deutschunterricht. Verlag Hans Huber, Bern 2010, ISBN 978-3-456-84890-7
  • Hans Martin Ritter und Thomas von Fragstein: Sprechen als Kunst. Positionen und Prozesse ästhetischer Kommunikation, Sprache und Sprechen Bd. 22. Scriptor, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-589-21002-8
  • Hans Martin Ritter: Wort und Wirklichkeit auf der Bühne. LIT, Münster 1997, Neuauflage 2003, ISBN 3-8258-3128-0
  • Uwe Schürmann: Mit Sprechen bewegen. Stimme und Ausstrahlung verbessern mit atemrhythmisch angepasster Phonation. Verlag Ernst Reinhardt, München/Basel 2007, ISBN 978-3-497-01906-9
  • Roland W. Wagner: Grundlagen der mündlichen Kommunikation. Sprechpädagogische Informationsbausteine für alle, die viel und gut reden müssen. 9., erweiterte Auflage, BVS, Regensburg 2004, ISBN 3-922757-80-4
  • Rita Zellerhoff: "Auf die Vielfalt kommt es an". Ausbildung des Variantenreichtums der Stimmen zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer gemäß der Vielfalt der Anforderungssituationen. In: Brigitte Teuchert (Hrsg.): Mündliche Kommunikation Lehren und Lernen, Baltmannsweiler:Schneider Verlag Hohengehren, 2015, ISBN 978-3-8340-1468-9, S. 37–47.

Periodika

  • Roland W. Wagner (Hrsg.): sprechen. Zeitschrift für Sprechwissenschaft – Sprechpädagogik – Sprechtherapie – Sprechkunst. bvs verlag, Regensburg, ISSN 0724-1798.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Sprecherziehung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Studieneinrichtungen

Berufsverbände

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Institut-fuer-Sprechkunst-und-Kommunikationspaedagogik abgerufen am 29. August 2011
  2. Universität - Saarland, abgerufen am 10. November 2011
  3. dgss abgerufen am 29. August 2011