Sprengstoffanschläge in Dresden 2016

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Fatih Camii
Spuren des Anschlags an der Eingangstür der Moschee

Die Sprengstoffanschläge in Dresden 2016 waren zwei Explosionen am Abend des 26. September 2016. Diese fanden in Dresden vor der Fatih-Moschee und vor dem Kongresszentrum (ICC) statt.

Tatabläufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 21:53 MESZ explodierte vor der Fatih-Moschee im Dresdner Stadtteil Cotta ein damals so bezeichneter Sprengkörper. Die Moschee ist eine Einrichtung der türkisch-islamischen Religionsgemeinschaft DITIB. Der Imam der Moschee, seine Frau und seine Söhne befanden sich zwar in dem Haus als es zur Explosion kam, blieben jedoch unverletzt. Durch die Druckwelle der Explosion dieses Sprengkörpers wurde die Eingangstür nach innen gedrückt. Die Polizei Sachsen fand später Reste davon vor dem Gebäude.[1]

Die von einer Explosion betroffene Freiterrasse mit den Glasquadern im Jahr 2011

Etwa eine halbe Stunde später, um 22:19 Uhr Ortszeit,[2] explodierte ein weiterer „Sprengkörper“ auf der Terrasse des Internationalen Congress Centers Dresden . Auch dort wurden dessen Reste gefunden. Die Druckwelle zerstörte die Seite eines Glasquaders auf der Terrasse vor dem Gebäude. Die Polizei evakuierte die Hotelbar.

Ermittlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Polizei Sachsen informierte die Öffentlichkeit am 27. September um 8 Uhr mit einer Pressemitteilung über die beiden Anschläge in der Stadt und nannte ermittlungstaktische Gründe für die verzögerte Mitteilung.

Am Nachmittag des 30. September 2016 steuerte die Generalstaatsanwaltschaft eine Öffentlichkeitsfahndung mithilfe vorhandenen Bild- und Videomaterials von einem Tatverdächtigen aus.[3][4] Dieser wurde am 8. Dezember 2016 als ein 30-jähriger Tatverdächtiger festgenommen, dessen DNS an den Tatorten gesichert wurde. Der Festgenommene war im Sommer 2015 auch als Redner bei einer Pegida-Veranstaltung aufgetreten.[5][6]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spruchband der Nachbarschaft am Eingangstor der Moschee

Nach den – unmittelbar danach so bezeichneten – Anschlägen entschied die sächsische Regierung, die Sicherheitsmaßnahmen für die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit vorzeitig in Kraft zu setzen. Innenminister Markus Ulbig (CDU) sagte am Tag nach den Anschlägen, dass der Kontrollbereich für das Festgelände früher eingerichtet werde.

„Wir gehen davon aus, dass zumindest der Anschlag auf die Moschee einen fremdenfeindlichen Hintergrund hat“

Horst Kretzschmar, Polizeipräsident von Dresden

[7]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hintergründe sind - objektiv betrachtet - nicht bekannt. Zwar werde von einer rechtsterroristischen Tätergruppe ausgegangen, so erste Meldungen am 26. September 2016.[8] Die Zeitung Neues Deutschland wies darauf hin, dass der 26. September der 36. Jahrestag des rechtsterroristischen Anschlags auf das Oktoberfest 1980 war. Damals war die Bombe, die 13 Menschen das Leben kostete, und mehr als 200 weitere verletzte, ebenfalls gegen 22:19 Uhr detoniert.[9] Weitere Hintergründe sind objektiv seit September 2016 bis Januar 2017 nicht bekannt geworden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polizeischutz für islamische Einrichtungen nach Sprengstoffanschlägen
  2. Pressebericht MDR mit Tatortphotos
  3. Die Zeit online: Pressebericht vom 30. Sept. 2016
  4. Pressebericht Focus online, mit der Einblendung des Überwachungsvideos des Tatverdächtigen
  5. Mutmaßlicher Bombenleger von Dresden gefasst. In: mdr.de, 9. Dezember 2016, abgerufen am 9. Dezember 2016.
  6. Redebeitrag von Nino. Pegida Dresden, 13.07.2015 auf YouTube
  7. Anschläge in Dresden: „Hier wurde bewusst der Tod von Menschen in Kauf genommen“. In: sueddeutsche.de. ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 27. September 2016]).
  8. Z. B. Süddeutsche hier. Abgerufen am 27. September 2016.
  9. Dresden: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nach Anschlägen, Neues Deutschland 27. September 2016