Sprengstoffgesetz (Deutschland)

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Basisdaten
Titel: Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe
Kurztitel: Sprengstoffgesetz
Abkürzung: SprengG
Art: Bundesgesetz
Geltungsbereich: Bundesrepublik Deutschland
Rechtsmaterie: Wirtschaftsrecht, Gewerberecht
Fundstellennachweis: 7134-2
Ursprüngliche Fassung vom: 25. August 1969
(BGBl. I S. 1358)
Inkrafttreten am: 1. Januar 1970
Neubekanntmachung vom: 10. September 2002
(BGBl. I S. 3518)
Letzte Änderung durch: Art. 1 G vom 11. Juni 2017
(BGBl. I S. 1586)
Inkrafttreten der
letzten Änderung:
überw. 1. Juli 2017
(Art. 2 G vom 11. Juni 2017)
GESTA: B085
Weblink: Text des Gesetzes
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Das Sprengstoffgesetz (Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe) regelt den Umgang und den Verkehr mit sowie die Einfuhr und die Durchfuhr von explosionsgefährlichen Stoffen und Sprengzubehör in Deutschland. Es ist die wichtigste Rechtsquelle des deutschen Sprengstoffrechts.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgängernorm des geltenden Sprengstoffgesetzes war das Gesetz gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen vom 9. Juni 1884.[1] Es erging auf den Einfluss des englischen Gesetzes vom 10. April 1883 und erlaubte Herstellung, Vertrieb und Besitz von Sprengstoffen nur mit polizeilicher Genehmigung. Das Strafmaß bestand in Zuchthaus als Regelstrafe, bei Verursachung des Todes Todesstrafe.[2]

Nach der Klärung verschiedener Fragen zur Gesetzgebungskompetenz durch das BVerfG erging am 25. August 1969 das Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz). Anders als das Gesetz aus der Kaiserzeit war dieses kein Polizei- und Strafgesetz, sondern erfasste als gewerberechtliches Erlaubnis- und Überwachungsgesetz den Umgang und Verkehr mit explosionsgefährlichen Stoffen. Im privaten Bereich galt das SprengG von 1884 fort.[2]

Ein bundeseinheitliches Sprengstoffgesetz – „aus einem Guß“[3] – konnte erst ergehen, nachdem in das Grundgesetz eine Nr. 4a des Artikels 74 eingefügt wurde. Das Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz – SprengG) erging schließlich am 13. September 1976 (BGBl. I 2737); in der Folge wurden zahlreiche Durchführungsverordnungen erlassen. Das Gesetz war zahlreichen Änderungen unterworfen; am 17. April 1986 wurde es neu bekanntgemacht. Zur Umsetzung der Richtlinie 93/15/EWG des Rates vom 5. 4. 1993 zur Harmonisierung der Bestimmungen über das Inverkehrbringen und die Kontrolle von „Explosivstoffen“ für zivile Zwecke – „Sprengstoffrichtlinie“ – (ABl. EG Nr. L 121 S. 20, ber. ABl. EG Nr. L 79 S. 34 vom 7. 4. 1995) wurde es durch das „Gesetz zur Änderung des Sprengstoffgesetzes und anderer Vorschriften (SprengÄndG 1997)“ vom 23. 6. 1998[4] erneut geändert – die umfassendste Änderung in neuerer Zeit.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Apel, Andreas Keusgen (Hrsg.): Sprengstoffgesetz. Band 2. Heymanns, Köln, ISBN 978-3-452-18464-1 (Loseblattausgabe seit 1970).
  • Georg Erbs, Max Kohlhaas (Hrsg.): Strafrechtliche Nebengesetze. Band 1. C.H. Beck, München 2013.
  • Münchener Kommentar zum StGB. Band 5 (Nebenstrafrecht). München 2007.
  • Georg Koller: Neuregelung des Rechts der explosionsgefährlichen Stoffe. Weka-Verlag, Kissing 1977, ISBN 3-8111-4910-5.
  • Hans Schmatz, Matthias Nöthlichs (Hrsg.): Sprengstoffgesetz. 2. Auflage. Schmidt, Berlin 2011, ISBN 3-503-01546-9 (Loseblattausgabe).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Sprengstoffgesetz (1884) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RGBl. 61.
  2. a b c Joachim Steindorf: S 169. Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz – SprengG): Vorbemerkungen. In: Georg Erbs, Max Kohlhaas (Hrsg.): Strafrechtliche Nebengesetze. Band 1. C.H. Beck, München 2013, Rn. 2–9.
  3. BT-Drucks. 7/5474, S. 3
  4. BGBl. I 1530
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