Spring Break

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Spring Break am Panama City Beach (Florida), 2006

Spring Break bzw. Springbreak (englisch für Frühlingsferien) ist eine meist einwöchige, manchmal auch zweiwöchige Pause des Studienbetriebes (Semesterferien) an den Colleges und Universitäten der USA. Für Hochschulen mit Quartalssystem kommt die Studienpause zum Ende des Winterquartals und vor Beginn des Frühlingsquartals; für solche mit dem Semestersystem ist es oft mitten im Winter- bzw. Frühlingssemester, das meist Januar bis Mai läuft. Generell fällt der Spring Break in den Zeitraum von Ende Februar bis Mitte April. Schon Anfang September werben spezielle Spring-Break-Reiseveranstalter in den Universitäten für Reisen im kommenden Spring Break.

Während des Spring Break suchen Studenten oft warme Orte der USA, Mexiko oder die Karibik auf, um ausgiebig zu feiern. Oft kommt es bei diesen Feiern zu starkem Alkohol- und Drogenkonsum, sexueller Freizügigkeit, Promiskuität und öffentlicher Zurschaustellung von Nacktheit.[1]

Vermehrt werden seit den 2000er Jahren auch in Europa spezielle Spring-Break-Reisen und -Veranstaltungen angeboten.

Reiseziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amerika und Karibik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Fort Lauderdale in Florida war der Ausgangsort und über viele Jahre auch das Hauptziel der Spring-Break-Touristen. Als das Springbreak in Fort Lauderdale 1985 seinen Höhepunkt mit 350.000 Collegestudenten erreichte, waren die dortigen Einwohner so erbost über die Schäden, die von den Urlaubern verursacht wurden, dass die örtlichen Behörden Verordnungen verabschiedeten, die das Feiern beschränkten. Außerdem verkündete der Bürgermeister über die Fernsehshow Good Morning America (ABC): „Ihr könnt hier nicht mehr herkommen.“ Derzeit kommen jährlich noch etwa 15.000 Studenten nach Fort Lauderdale.

Die Feierwilligen wichen daraufhin in die liberalere Stadt Daytona Beach, Florida aus, bevor auch diese Stadt ähnliche Restriktionen wie Fort Lauderdale verhängte. Die Anzahl der Studenten (von über 200.000 pro Jahr in den Spitzenzeiten) sank daraufhin in den letzten Jahren wieder so stark, dass die Stadt inzwischen keine offiziellen Statistiken mehr führt. Panama City Beach, Florida und South Padre Island, Texas sind beliebte Spring-Break-Ziele, besonders für Studenten aus dem Süden und Mittleren Westen der USA.

Durch die Anhebung des Mindestalters für Alkoholkonsum auf 21 Jahre im Jahr 1984 mit einhergehenden Restriktionen in den meisten US-Staaten wurden benachbarte ausländische Ziele mit niedrigerem Mindestalter oder lockeren Kontrollen sprunghaft populärer. Die beliebtesten Spring-Break-Orte außerhalb der USA sind Acapulco, Cancún, Cabo San Lucas, Puerto Vallarta in Mexiko, sowie Jamaika und die Bahamas. Etwa 1.000.000 Studenten reisen jährlich zum Spring Break an diese Orte.[1]

Für sozial engagierte Studenten werden alternative Pauschalreisen angeboten, etwa um Menschen in ärmeren Regionen der Welt zu unterstützen oder die Natur in anderen Ländern zu erleben.

Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl bei europäischen als auch bei außereuropäischen Jugendlichen werden Ziele in Europa zunehmend beliebter. Während diese früher vor allem schlicht als Jugendreisen, Abiturfahrten oder Abschlussreisen beworben wurden, sprechen die Veranstalter heute auch von Partyreisen oder saisonal von Spring Breaks. So werden u. a. Lloret de Mar, Magaluf, Ibiza, Mykonos, Rimini, Salou, Siófok und der Sonnenstrand für solche Reisen beworben. Der zu Novalja gehörende Strand Zrće in Kroatien ist seit den 2000ern Veranstaltungsort einer jährlich Ende Mai und Anfang Juni stattfindenden Spring-Break-Veranstaltungsreihe mit mehr als 15.000 Besuchern.[2]

In Deutschland gibt es auf der Insel Usedom seit 2012 ein Spring-Break-Festival mit dem Namen Baltic Spring Break. Es findet am Grenzstrand von Ahlbeck kurz vor Swinemünde mit etwa 50 DJs auf drei Bühnen statt, wird allerdings erst im August veranstaltet. Sie gilt als größte Strandparty Deutschlands.[3][4] Seit 2008 wird zudem an Pfingsten der Sputnik Springbreak auf der Halbinsel Pouch bei Bitterfeld veranstaltet.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spring Break – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bernd Dicks: Tanken und wanken. In: Spiegel Online, 1. April 2009.
  2. abendzeitung-muenchen.de Kroatien - Spring Break Europe: Die Mega-Strandparty, abgerufen am 4. Januar 2014
  3. Nordkurier Spring Break: Der Party-Marathon geht in die zweite Runde, abgerufen am 4. Januar 2014
  4. springbreak-parties.com, KPRN, Information zum Baltic Spring Break 2013, abgerufen am 4. Januar 2014