Spruz

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Das Wort Spruz geht etymologisch vermutlich auf „spritzen“ zurück. Es bezeichnet in manchen süddeutschen Regionen (etwa der Oberpfalz und Teilen Frankens) einen „Spritzer“ – also eine kleine Menge – von Flüssigkeit.

In der Gastronomie wird das Wort ähnlich verwendet wie Schnitt, eine Getränkemenge, die das verwendete Glas nur teilweise – meist zur guten Hälfte – füllt. Insbesondere Bier, das vom Fass gezapft wird, kann der Gast in manchen fränkischen Gastwirtschaften, deren Standardmaß das Seidel von 0,5 l ist, auch als (kostengünstigeren) Spruz bestellen – jedoch meist nur als letztes Getränk, nachdem er bereits mindestens ein vollständiges konsumiert hat. Dabei wird das Glas bis zum Rand gefüllt, allerdings hauptsächlich mit Schaum, indem es nicht schräg gehalten wird; dies ergibt, nachdem sich der Schaum gelegt hat, ein etwa halbvolles Glas Bier.

Angeblich gab es früher die Sitte, dass ein Kneipenwirt seine letzten Gäste des Abends mit einem kostenfreien Spruz Bier auf den Heimweg schickte (dies erzählt man sich allerdings weitaus häufiger unter Wirtshausgängern denn unter Wirten).

Der Spruz oder Schnitt bezeichnet stets ein frisch eingeschenktes Getränk. Dies unterscheidet ihn vom weitaus unbeliebteren Noagerl bzw. Naacherla oder „Neucherl“ (von „Neige“), wie in Österreich und Bayern bzw. Franken eine übriggebliebene, abgestandene Getränkemenge bezeichnet wird.

In Teilen Westsachsens drückt man mit „Spruz“ die Kohlensäurehaltigkeit eines Getränks aus: Eine Wasserflasche oder Limonadendose „hat Spruz“, oder: „Da ist Spruz drauf“.

In Österreich (Region Burgenland) wird unter Spruz ein Gespritzter – für Deutschland: Weinschorle – bezeichnet.