Spullersee

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Spullersee
Spullersee a03.JPG
Blick von Norden über den Spullersee, im Hintergrund Nenizgastalm und Verwall
Geographische Lage Lechquellengebirge, Vorarlberg
Abfluss Spullerbach
Orte oder Städte am Ufer Lech
Daten
Koordinaten 47° 9′ 20″ N, 10° 4′ 38″ OKoordinaten: 47° 9′ 20″ N, 10° 4′ 38″ O
Spullersee (Vorarlberg)
Spullersee
Höhe über Meeresspiegel 1826 m
Fläche 1,04 km²
Länge ca. 1400 mdep1
Breite ca. 900 mdep1
Volumen 16.9 Millionen m³dep1

Besonderheiten

für das Kraftwerk nutzbarer Speicherinhalt: 15.7 Millionen m³

Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-FLÄCHEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEEBREITEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-VOLUMEN
Karte des Spullersees und seiner Umgebung
Der Spullersee gesehen vom Reutlinger Weg

Der Spullersee ist ein ursprünglich natürlicher Hochgebirgssee in Vorarlberg. Er wurde 1919 bis 1925 von den Österreichischen Bundesbahnen anlässlich der Elektrifizierung der Arlbergbahn aufgestaut und seither zur Energieerzeugung genutzt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist im Lechquellengebirge (nördliche Kalkalpen) zwischen dem Klostertal und einem Ausläufer des Lechtales auf der Rhein-Donau-Wasserscheide gelegen. Der See, der früher nach Süden, zum Rhein hin, entwässerte, wird nunmehr gegen Süden wie gegen Norden hin durch eine Mauer aufgestaut. Nördlich des Sees entspringt der Spullerbach, der ein Quellfluss des Lechs ist.

Der See ist im Sommer ein beliebter Angelsee. Bekannt ist er für seine Forellen.[1] Zwischen Dezember und Februar ist wegen der Vereisung kein Fischen möglich.

Speicherkraftwerk Spullersee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Speicherseen dienen der Wasserrückhaltung in den Alpen. Dadurch können die Hochwasserspitzen gedämpft werden und Hochwasserschäden begrenzt werden.[2] Der Spullersee dient als Stausee des gleichnamigen Wasserkraftwerkes in Wald am Arlberg, das Bahnstrom erzeugt.

Das Kraftwerk Spullersee wurde unter großem Aufwand an händischer Arbeitskraft mit vielen Entbehrungen errichtet. Dies führte dazu, dass 1920, 1921, 1922 und 1923 während der Bauarbeiten für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne gestreikt wurde.[3]

Drei oberirdische Triebwasserleitungen mit einem Durchmesser von 950 mm bis 650 mm führen im Speicherkraftwerk Spullersee das Wasser als Kraftabstieg mit einer Länge von jeweils 1.395 Meter und einer Druckhöhe von bis zu 811 Meter dem Krafthaus Spullersee zu. Die Ausbauwassermenge beträgt 6 m³/s bei 36 MW und einer Jahreserzeugung von 46,7 GWh. Das Stauziel liegt bei 1.829,6 m und das Krafthaus bei 1.019,0 m. In den Jahren 2002 bis 2005 wurde eine Sanierung der Talsperre durchgeführt, bei der zirka drei Viertel der Ansichtsfläche der Talsperren aus Beton hinter der natürlichen Schüttung verschwanden, die dann von der alpinen Flora erobert wurde. Dies war ein wesentlicher Beitrag zum Landschaftsschutz.[4]

Zwischen 2012 und 2014 sollte eine zusätzliche Beileitung zur Erweiterung des Einzugsgebietes errichtet werden.[5] Die Vorarlberger Alpgemeinschaft Pazüel-Tritt hat am 24. März 2011 einstimmig entschieden, ihre Wasserrechte zu einem Ausbau des ÖBB-Kraftwerks Spullersee nicht abzutreten. Die ÖBB prüfte alle Optionen in Ruhe und verwarf 2015 die Pläne.[6][7]

Bis 2021 soll das Kraftwerk und die Druckrohrleitung um mehr als 25 Millionen Euro saniert werden. Die bisher oberirdisch verlegten Druckrohrleitungen werden zu einer Leitung zusammengefasst und unterirdisch verlegt. Durch die Sanierung ist keine Leistungserhöhung geplant.[8][9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arlbergbahn#Kraftwerk Spullersee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spullersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spullersee wissenswertes.at
  2. Analyse und Bewertung der Rahmenbedingungen für die Wasserkraftnutzung in der Schweiz – Massnahmen zu deren Verbesserung. (PDF) Kommission Hydrosuisse des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbandes, S. 4 und 14.@1@2Vorlage:Toter Link/www.netzwerkwasser.ch(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: www.netzwerkwasser.ch)
  3. Werner Dreier: Zwischen Kaiser und 'Führer' – Vorarlberg im Umbruch 1918–1938. Fink’s Verlag, Bregenz 1986, ISBN 3-900438-18-8, S. 126.
  4. Kraftwerk Spullersee – Talsperrensanierung 2002 – 2005. (ptu.at (Memento vom 9. Oktober 2007 im Internet Archive), (PDF), abgerufen 26. Oktober 2010)
  5. Spullersee - Beileitung Ost. (oebb.at (Memento vom 30. September 2011 im Internet Archive))
  6. Umwelt : Spullersee: Eigner geben Wasserrecht nicht ab orf.at 27. März 2011, zuletzt abgerufen 11. November 2017.
  7. Vorarlberger Nachrichten vom 1. September 2015
  8. Vorarlberger Nachrichten. 28. Dezember 2017, S. A6.
  9. Kraftwerk Spullersee: Sanierung für 31 Millionen Euro. In: vorarlberg.orf.at. 18. November 2019, abgerufen am 18. November 2019.