Spullersee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Spullersee
Blick über den Spullersee
Blick über den Spullersee
Geographische Lage Lechquellengebirge, Vorarlberg
Abfluss Spullerbach
Orte am Ufer Lech
Daten
Koordinaten 47° 9′ 20″ N, 10° 4′ 38″ O47.15555555555610.077222222222Koordinaten: 47° 9′ 20″ N, 10° 4′ 38″ O
Spullersee (Vorarlberg)
Spullersee
Karte des Spullersees und seiner Umgebung

Der Spullersee ist ein Hochgebirgssee in Vorarlberg. Er wurde 1919 bis 1925 von den Österreichischen Bundesbahnen anlässlich der Elektrifizierung der Arlbergbahn angelegt und wird zur Energieerzeugung genutzt.

Geografie[Bearbeiten]

Im Lechquellengebirge (nördliche Kalkalpen) in einem Ausläufer des Lechtales nahe der Rhein-Donau-Wasserscheide gelegen, ist er der „Haus-See“ von Lech. Aus dem See entspringt der Spullerbach, der ein Quellfluss des Lechs ist.

Der See ist im Sommer ein beliebter Angelsee. Bekannt ist er für seine Forellen.[1] Zwischen Dezember und Februar ist wegen der Vereisung kein Fischen möglich.

Speicherkraftwerk Spullersee[Bearbeiten]

Speicherseen dienen der Wasserrückhaltung in den Alpen. Sie dämpfen daher die Hochwasserspitzen und begrenzen dadurch Hochwasserschäden.[2] Der Spullersee dient als Wasserkraftwerk der Erzeugung von Bahnstrom. Drei oberirdische Triebwasserleitungen mit einem Durchmesser von 950 mm bis 650 mm führen im Speicherkraftwerk Spullersee das Wasser als Kraftabstieg mit einer Länge von jeweils 1.395 Meter und einer Druckhöhe von bis zu 811 Meter dem Krafthaus Spullersee zu. Die Ausbauwassermenge beträgt 6 m³/s bei 36 MW und einer Jahreserzeugung von 46,7 GWh. Das Stauziel liegt bei 1.829,6 m und das Krafthaus bei 1.019,0 m. In den Jahren 2002 bis 2005 wurde eine Sanierung der Talsperre durchgeführt, bei der zirka drei Viertel der Ansichtsfläche der Talsperren aus Beton hinter der natürlichen Schüttung verschwanden, die dann von der alpinen Flora erobert wurde. Dies war ein wesentlicher Beitrag zum Landschaftsschutz.[3]

Bis zum Jahr 2013 war eine Erneuerung des Kraftabstiegs geplant.[4] Zwischen 2012 und 2014 sollte eine zusätzliche Beileitung zur Erweiterung des Einzugsgebietes errichtet werden.[5] Die Vorarlberger Alpgemeinschaft Pazüel-Tritt hat am 24. März 2011 einstimmig entschieden, ihre Wasserrechte zu einem Ausbau des ÖBB-Kraftwerks Spullersee nicht abzutreten. Die ÖBB gaben an, man nehme die Entscheidung zur Kenntnis und werde jetzt alle Optionen in Ruhe prüfen.[6]

Siehe auch[Bearbeiten]

Arlbergbahn#Kraftwerk Spullersee

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Spullersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spullersee wissenswertes.at
  2. Analyse und Bewertung der Rahmenbedingungen für die Wasserkraftnutzung in der Schweiz – Massnahmen zu deren Verbesserung. (PDF) Kommission Hydrosuisse des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbandes, S. 4 und 14; abgerufen 2. Januar 2011
  3. ptu.at (PDF) Projektbericht über die Staumauersanierung in Kombination mit einer landschaftlichen Staumauerintegration; abgerufen 26. Oktober 2010
  4. http://www.oebb.at/infrastruktur/de/5_0_fuer_Generationen/5_4_Wir_bauen_fuer_Generationen/5_4_2_Kraftwerke/Kraftwerksprojekte/Kraftwerk_Spullersee_-_Erneuerung_Kraftabstieg/index.jsp (Version vom 30. September 2011 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  5. http://www.oebb.at/infrastruktur/de/5_0_fuer_Generationen/5_4_Wir_bauen_fuer_Generationen/5_4_2_Kraftwerke/Kraftwerksprojekte/Spullersee_-_Beileitung_Ost/index.jsp (Version vom 30. September 2011 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  6. http://vbgv1.orf.at/stories/506770