Städtische Verbindungsbahn Frankfurt am Main

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Städtische Verbindungsbahn Frankfurt am Main
Diesellok auf der Verbindungsbahn am Eisernen Steg
Diesellok auf der Verbindungsbahn am Eisernen Steg
Strecke der Städtische Verbindungsbahn Frankfurt am Main
Verlauf der Verbindungsbahn
Streckennummer (DB): 3626
Kursbuchstrecke (DB): %
Streckenlänge: 7,9 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Betriebsstellen und Strecken[1]
BSicon .svgBSicon STR.svg
Main-Lahn-Bahn von Frankfurt-Höchst S1 S2
BSicon .svgBSicon BHF.svg
Frankfurt-Griesheim
BSicon .svgBSicon ABZlf.svg
nach Frankfurt Außenbahnhof
BSicon .svgBSicon ABZlf.svg
Main-Lahn-Bahn nach Frankfurt Hbf S1 S2
BSicon STRrg.svgBSicon ABZrf.svg
-1,25
BSicon STR.svgBSicon ABZlf.svg
nach Frankfurt-Niederrad
BSicon SBRÜCKEa.svgBSicon SBRÜCKEe.svg
Europabrücke, A 5
BSicon DST-L.svgBSicon DST-R.svg
Frankfurt (Main) Abstellbahnhof
BSicon KRZhl.svgBSicon KRZhr.svg
Strecke Niederrad–Griesheim
BSicon KRZhl.svgBSicon KRZhr.svg
Strecke Niederrad–Außenbahnhof
BSicon KRZhl.svgBSicon KRZhr.svg
Flughafenschleife Frankfurt S8 S9
BSicon KRZhl.svgBSicon KRZhr.svg
Mainbahn, zur Riedbahn
BSicon KRZhl.svgBSicon KRZhr.svg
Strecke Niederrad–Gutleuthof S7
BSicon STR+GRZq.svgBSicon STR.svg
0,01 Grenze DB/HFM
BSicon dBS2c1.svgBSicon BS2+rc.svgBSicon dSTRl+4h.svg
nach Frankfurt Hbf
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
zum Stromhafen Gutleuthof
Bahnhof ohne Personenverkehr
Frankfurt-Griesheim Übergabebf
Planfreie Kreuzung – unten
Main-Neckar-Bahn
Planfreie Kreuzung – unten
Frankfurt-Bebraer-Bahn
Bahnübergang
Gutleutstraße
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
vom Westhafen und Kraftwerk
Bahnübergang
Verlauf innerhalb der Speicherstraße
Straßenbrücke
Friedensbrücke, B 44
Straßenbrücke
Untermainbrücke
   
U-Bahn-Tunnel A-Strecke U1 ~ U3 U8
Haltepunkt, Haltestelle
Eiserner Steg (für Museumszüge)
   
Fahrtor
Straßenbrücke
Alte Brücke
Straßenbrücke
Ignatz-Bubis-Brücke, B 3
Straßenbrücke
Flößerbrücke, B 3
Kreuzung mit Tunnelstrecke
City-Tunnel Frankfurt S1 ~ S6 S8, S9
BSicon BS2+l.svgBSicon eBS2+r.svg
Neutrassierung (links)
BSicon STR.svgBSicon exDST.svg
Großmarkthalle
BSicon HST.svgBSicon exSTR.svg
Europäische Zentralbank
BSicon KRZu.svgBSicon xKRZu.svg
Deutschherrnbrücke, Frankfurt-Hanauer-Bahn
BSicon SBRÜCKE.svgBSicon exSBRÜCKE.svg
Honsellbrücke (seit Neutrassierung)
BSicon BUE.svgBSicon exBUE.svg
Intzestraße
BSicon BST.svgBSicon exHST.svg
Hist. Eisenbahn Ffm/Riederhöfe
BSicon BS2l.svgBSicon eBS2r.svg
Tunnel – Anfang
Ratswegkreisel, A 661, B 8/B 40
   
von Osthafen 1 - Unterhafen
Tunnel – Ende
BSicon d.svgBSicon BS2l.svgBSicon dSTR3h+l.svg
von Frankfurt (Main) Ost Umschlagbahnhof
BSicon exSTRrg.svgBSicon eKRZu.svg
Lahmeyerbrücke (heute Fußgängerbrücke)
BSicon exSTR.svgBSicon DST.svg
Bahnhof Osthafen
BSicon exSTRlf.svgBSicon eABZlg.svg
ehem. Industriebahn Seckbach
BSicon .svgBSicon ABZlg.svg
von Osthafen 2 - Oberhafen

Die Städtische Verbindungsbahn (kurz: Verbindungsbahn) ist eine Eisenbahninfrastruktur im Eigentum der Stadt Frankfurt am Main und wesentlicher Teil der Hafenbahn Frankfurt.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindungsbahn kurz vor dem Osthafen, Blick nach Westen

Die ersten Eisenbahnen, die Frankfurt am Main erreichten (die Taunus-Eisenbahn, die Main-Neckar-Bahn, die Main-Weser-Bahn und die Hanauer Bahn), endeten jeweils in eigenen Kopfbahnhöfen am damaligen Stadtrand – die drei erstgenannten Linien in den Frankfurter Westbahnhöfen, die Eisenbahn von Hanau im Osten der Stadt. Die Verkehrspolitik der Freien Stadt Frankfurt war zunächst einem historisch überkommenen Konzept verhaftet, nämlich die Verbindung der Bahnen zwischen Ost und West nicht zu fördern, sondern analog zu einem Stapelrecht die Wirtschaft der Stadt zu fördern, indem die Waren hier umgeladen werden mussten. Dies hatte zur Folge, dass der durchgehende Waren- und Personentransport nur nach zweimaligem Umladen oder Umsteigen möglich war und das Verkehrsaufkommen in der Stadt stark belastete. Außerdem setzte diese Politik die Stadt der Gefahr aus, ins Abseits gedrängt zu werden, sobald durchgehende Eisenbahnverbindungen, die diese West-Ost-Verkehrsleistung zu erbringen in der Lage waren, in benachbarten Staaten in Betrieb gingen.

1854 erreichte die bayerische Ludwigs-West-Bahn den Anschluss an die Hanauer Bahn, die damit zu einer Fernbahn aufstieg und deren Verkehrsaufkommen sich entsprechend erhöhte. Damit stieg die Belastung für den innerörtlichen Verkehr Frankfurts. 1858 wurde der Betrieb auf der Rhein-Main-Bahn der Hessischen Ludwigsbahn-Gesellschaft (HLB) im benachbarten Großherzogtum Hessen aufgenommen. Die Strecke führte von Mainz über Darmstadt nach Aschaffenburg und leistete damit genau den durchgehenden Fernverkehr, den Frankfurt bisher verweigerte.

Um nicht ins Abseits zu geraten, musste die Freie Stadt Frankfurt nun eine eigene Verbindung zwischen dem Hanauer Bahnhof und den Westbahnhöfen schaffen. Dies geschah mit der Verbindungsbahn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Juli 1859 wurde die damals circa sechs Kilometer lange Strecke, die weitgehend am nördlichen Mainufer entlangführt, dem Verkehr übergeben. Den Betrieb führte zunächst die Frankfurt-Hanauer Eisenbahn-Gesellschaft (FHE). Nachdem die Betriebsführung 1863 bereits an die Hessische Ludwigsbahn übergegangen war, übernahm diese die FHE 1872 schließlich komplett.

Nach der Annexion der Freien Stadt Frankfurt durch das Königreich Preußen 1866 in der Folge des Preußisch-Österreichischen Krieges blieb die Verbindungsbahn aber in kommunalem Eigentum – im Gegensatz zu den Frankfurter Anteilen an den beiden Kondominalbahnen Main-Neckar- und Main-Weser-Bahn.

Bis zum 1. Juni 1869 fand auf der Strecke nur Güterverkehr statt. Nachdem Ende 1868 die Frankfurt-Bebraer Eisenbahn durch die Preußische Staatseisenbahn fertiggestellt worden war, die Steinheimer Mainbrücke bei Hanau aber noch nicht, wurde der Verkehr dieser Strecke über die Verbindungsbahn bis zu den Westbahnhöfen weiter geführt. Damit fuhren hier erstmals auch Personenzüge, unter anderem auch Schnellzüge. Dieser Verkehr endete 1873, als die Steinheimer Mainbrücke in Betrieb ging und die Frankfurt-Bebraer Eisenbahn nun auf dem linken Mainufer verkehrte und über den Bebraer Bahnhof (heute: Frankfurt (Main) Süd) in die Westbahnhöfe geleitet wurde.

Im Jahre 1880 wurde die Verbindungsbahn um 1,7 Kilometer nach Westen verlängert und erhielt damit Anschluss an die Main-Lahn-Bahn. Diese wurde von der Hessischen Ludwigsbahn seit 1877, die zwischen Limburg an der Lahn und den Frankfurter Westbahnhöfen fuhr, betrieben. Damit bestand eine durchgehende Infrastruktur in der Hand der HLB von der Main-Lahn-Bahn über die Verbindungsbahn zur Hanauer Bahn. Die Hessische Ludwigsbahn nutzte das, um auch im Personenverkehr durchgehende Züge verkehren zu lassen. Im innerstädtischen Bereich wurde dazu der Haltepunkt Frankfurt (Main) Fahrtor eingerichtet. Betriebliches Problem dabei war, dass der Hanauer Bahnhof in Frankfurt für solche Züge nur mit einer Sägefahrt zu erreichen war.

Blick von der Lahmeyerbrücke auf den Osthafen-Bahnhof

Am 1. April 1897 wurde die HLB verstaatlicht und dadurch Teil der Preußisch-Hessischen Eisenbahnbetriebs- und Finanzgemeinschaft. Der Personenverkehr blieb zunächst bestehen, endete aber am 1. April 1913, als die Bahnstrecke Frankfurt–Hanau über den neu errichteten Ostbahnhof über die Deutschherrnbrücke mit dem Südbahnhof verbunden wurde. Zugleich erreichte die Verbindungsbahn mit der Eröffnung des Frankfurter Osthafens 1913 einen erheblichen Bedeutungszuwachs als Frankfurter Hafenbahn.

Die Stadt Frankfurt gründete als Eigenbetrieb die Städtische Hafenbahn als Eisenbahninfrastruktur- und Eisenbahnverkehrsunternehmen. Deren Bedeutung für die neu entstehenden Hafenanlagen, Industriegebiete an der Hanauer Landstraße und die Großmarkthalle wuchs bis zum Zweiten Weltkrieg ständig an, der durch die Luftangriffe auf Frankfurt am Main erhebliche Beschädigungen an den Anlagen verursachte.

Als nach Kriegsende 1945 alle Eisenbahnbrücken über den Main zerstört waren, erlangte die Verbindungsbahn erneut Bedeutung für den überörtlichen Verkehr: Sie stellte die einzige benutzbare Eisenbahnverbindung zwischen den westlichen und den östlichen Gleisanlagen der Stadt dar. So kam auch ein bescheidener Personenverkehr wieder zustande: Die Kleinbahn Frankfurt–Königstein führte ihre Züge vom 13. Juli bis zum 30. September 1945 aus dem Taunus über die Stationen Frankfurt-Höchst, Fahrtor, Großmarkthalle und Riederhöfe bis zum Bahnhof Frankfurt-Mainkur.[2]

Heutige Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonderzug der HEF am Eisernen Steg

Heute verkehren auf der Verbindungsbahn werktäglich Übergabefahrten der HFM Managementgesellschaft für Hafen und Markt mbH im Güterverkehr und im Personenverkehr gelegentlich historische Personensonderzüge der Historischen Eisenbahn Frankfurt (HEF).

Im Zuge der Neugestaltung des Areals der ehemaligen Großmarkthalle und des Neubaus der Europäischen Zentralbank sowie der Gestaltung der verbleibenden Flächen als öffentliches Gelände wurde das Hauptgleis der Verbindungsbahn zwischen den als Denkmal erhaltenen Ladekränen und der Honsellbrücke neu trassiert. Zudem wurden an der östlichen und der westlichen Grenze des Sicherheitsbereichs Fallgruben für Kraftfahrzeuge eingebaut, die ein Befahren des Sicherheitsbereichs verhindern sollen. Ferner wurde das alte Gleis in der Lindleystraße aufgegeben und stattdessen eins der Gleise direkt am Nordbeckenkai des Osthafens zwischen Honsellbrücke und Schwedlersee saniert. Im April 2015 ist für Personenzüge zusätzlich der Haltepunkt an der EZB hinzugekommen.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Städtische Verbindungsbahn Frankfurt am Main – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.
  2. Die Kopie eines entsprechenden Fahrplans war in der Ausstellung 150 Jahre Hafenbahn am 11. und 12. Juli 2009 im Bahnhof Osthafen zu sehen.
  3. Marvin Christ, Wilfried Staub: Newsletter der Historischen Eisenbahn Frankfurt (HEF) Nr. 75. Hrsg.: Historische Eisenbahn Frankfurt e. V.. Frankfurt 13. Mai 2015, S. 5–6.