Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln

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Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln
Hölderlin-Gymnasium, Köln.JPG
Schulform Gymnasium mit bilingualem Zweig Englisch
Schulnummer 166625
Gründung 1912
Adresse

Graf-Adolf-Straße 59

Ort Köln, Stadtteil Mülheim
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 57′ 26″ N, 7° 0′ 23″ OKoordinaten: 50° 57′ 26″ N, 7° 0′ 23″ O
Träger Stadt Köln
Schüler etwa 750
Lehrkräfte 71
Leitung Siegfried Feldmar
Website www.shg-koeln.de

Das Städtische Hölderlin-Gymnasium (umgangssprachlich: „HöGy“) ist ein Gymnasium im Kölner Stadtteil Mülheim, Graf-Adolf-Straße 59. Es wurde 1912 eröffnet, ist heute als Halbtagsgymnasium mit Betreuungsangebot drei- bis vierzügig und wird von rund 750 Schülern besucht. Ein bilingualer Zweig mit der Partnersprache Englisch besteht ab Jahrgangsstufe 7, als weitere Profilklassen werden Kunst-Musik-Kultur und MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) angeboten.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule wurde am 28. März 1912 als „Königliches Gymnasium zu Mülheim am Rhein“, ein staatliches humanistisches, also altsprachliches, Gymnasium für Jungen eingeweiht, und zwar bereits am heutigen Standort, der damaligen Domstraße in der Stadt Mülheim am Rhein. Es ging durch Teilung hervor aus dem städtischen Reformrealgymnasium, dem heutigen Rhein-Gymnasium, und sollte aus finanziellen Gründen in staatlicher und nicht städtischer Trägerschaft geführt werden.[2]

Der Bau begann im Herbst 1909 auf einem Grundstück, das die Stadt Mülheim ursprünglich für den Neubau einer höheren Mädchenschule erworben hatte. Die städtische Bauabteilung hatte am 18. April 1909 einen Entwurf für ein Gebäude in „modernisiertem Barockstil“ vorgelegt. Der Haupttrakt zwischen dem Mülheimer Stadtpark und der (heutigen) Graf-Adolf-Straße entlang der (heutigen) Sonderburger Straße besteht bis heute. Das Gebäude enthielt neun Klassen plus drei Reserveklassen, Aula, Sporthalle, Räume für die Naturwissenschaften und musischen Fächer und war für 280 Schüler ausgelegt. Als Kosten waren 475.000 Mark veranschlagt, zuzüglich 90.000 Mark für das Grundstück. Aus Kostengründen wurde das Gebäude nicht in Sandstein, sondern in Putzbauweise ausgeführt. Der Rohbau war am 31. Dezember 1910 fertig. Am 28. März 1912 wurde das Gebäude bezogen. In einem Festzug zogen Schüler und Lehrer vom bisherigen Schulstandort in der Adamstraße zur neuen Schule, wo um 11 Uhr ein Festakt stattfand, an dem auch der Oberpräsident der Rheinprovinz, Freiherr Georg von Rheinbaben, teilnahm. Erster Schulleiter wurde der bisherige Leiter des Reformrealgymnasiums, Direktor Geheimrat Dr. Felix Brüll. Damals besuchten etwa 260 Schüler die Schule und wurden von 15 Lehrern unterrichtet.[3]

Im Ersten Weltkrieg fielen etwa 40 Schüler und Lehrer. Die Frontseite der Aula wies nach dem Ersten Weltkrieg ein monumentales Wandgemälde „Die Erhebung im August 1914“ des Berliner Malers Otto Heinrich Engel auf, das 1944 als Folge der Fliegerangriffe zerstört wurde. Es zeigte einen Zug von Soldaten vor der Kulisse Kölns, der von der Bevölkerung bejubelt wird. Die Schule hatte in den Jahren auch ein „Anstaltslied“ mit dem Refrain: „Wir sind Deutschlands Jugend, frisch und fromm, fröhlich und frei, deutsch sei uns're Tugend, deutsch sei uns're Treu.[4]

Seit 1919 bestand an der Schule die Gruppe „St. Anno“ im Bund Neudeutschland (seit 1971 Katholische Studierende Jugend). Sie löste sich nach der Pensionierung des langjährigen Gruppengeistlichen Rolf Buschhausen 2002 auf.[5]

Die Schule in der Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1934 wurde das Gymnasium als „Deutsche Oberschule“ geführt, nach dem Zweiten Weltkrieg als Staatliches Gymnasium.

Nach einer Durchsicht der erhaltenen Schriften aus dem Schularchiv für die Jahre 1933 bis 1945 kommt Schulleiter Heinz Windmüller zu der Erkenntnis, dass in der Schule „auch in der Zeit von 1937–1945 es den Umständen und Zeitläuften entsprechend eher gemäßigt nationalsozialistisch zuging“; die meisten Lehrer dürften Mitläufer, wenn auch fast ausnahmslos Mitglieder des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB) gewesen sein. Es müsse nach den Archivalien aber auch einige aktive und überzeugte Nationalsozialisten im Lehrerkollegium gegeben haben. Direkte Maßnahmen gegen einzelne Juden können nicht nachgewiesen werden, es habe weder jüdische Schüler noch jüdische Lehrer gegeben.[6] Einige Lehrer scheinen die ab 1934 für alle Fächer verpflichtende Behandlung von „Erblehre, Rassenkunde, Rassenpflege und Familienkunde“ nur zögerlich umgesetzt zu haben; auf der Lehrerkonferenz vom 23. März 1934 ermahnte der Schulleiter – pflichtgemäß – fünf Lehrer in diesem Sinne.[7]

Anfang Juni 1937 gehörten 82,7 % der Schüler der Hitlerjugend (HJ) an, 3,6 % waren Mitglied in einem katholischen Jugendverband und 13,7 % waren in keinem Verband. 1939 wurde der Schule die Verleihung der „HJ-Fahne“ verweigert, weil nicht die geforderte Zahl von 95 % der Schülerschaft erreicht wurde.[8]

Rückblickend stellt Heinz Windmüller fest, das Gymnasium dürfe „selbst in der Zeit des Nationalsozialismus eine katholisch geprägte Schule genannt werden“. 1936 waren von 286 Schülern 239 katholisch, 46 evangelisch, und ein Schüler war „deutsch-gottgläubig“. Sonntags feierte der katholische Religionslehrer Wilhelm Redding um 8 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche eine Heilige Messe, die ausdrücklich für das Staatliche Gymnasium Köln-Mülheim angekündigt und von Lehrern und Schülern gut besucht wurde. Anton Knabben spielte dabei die Orgel. Eine große Zahl von Schülern und Lehrern nahm an der jährlichen Fronleichnamsprozession teil, die von der Liebfrauenkirche ausging. Die Gruppe wurde angeführt von drei Primanern mit Schulmützen, die das Banner des Gymnasiums trugen. Die Nationalsozialisten verstanden dies als Provokation und verboten ab 1936 die geschlossene Teilnahme von Schulgruppen an Fronleichnamsprozessionen in der Stadt Köln.[9] Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe „HÖLDERLIN-Forum“ 50 Jahre nach Kriegsende lud das Hölderlin-Gymnasium 1995 sieben Ehemalige zum Gespräch ein, die während der NS-Zeit die Schule besucht hatten.

Ab 1939 nahm das Gymnasium drei Schülerinnen auf, die Ostern 1940 das Abitur ablegten.[10]

Nach Kriegsbeginn am 1. September 1939 trat bald Lehrermangel ein, da die jüngeren Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen wurden. Pensionierte Lehrer wurden reaktiviert, später durften Referendare vermehrt selbständig Unterricht erteilen. Die Schüler der unteren Klassen wurden im Rahmen der Kinderlandverschickung evakuiert. Immer jüngere Jahrgänge wurden mit Notabitur oder „Reifevermerk“ zu Arbeitsdienst, Wehrdienst oder als Luftwaffenhelfer eingezogen. 39 Schüler und ein Lehrer fielen im Krieg oder wurden vermisst, ein Lehrer beging Selbstmord.[11]

Bei einem Luftangriff am 28. Oktober 1944 wurde die Schule stark zerstört, ein weiter Schulbetrieb war erst wieder ab November 1945 mit 7 Lehrern und 48 Schülern im Städtischen Lyzeum, danach in wechselnden Notunterkünften möglich; 1946/47 wurde ein „Sonderlehrgang zur Erlangung der Hochschulreife“ für solche Schüler durchgeführt, die kriegsbedingt ihre Schullaufbahn unterbrechen mussten.

Entwicklung bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1949 bezog die Schule ihr angestammtes Gebäude mit 13 Klassen in der Graf-Adolf-Straße und erreichte 1957 die volle Zweizügigkeit, nachdem 1952 auch das Dachgeschoss ausgebaut wurde. Die Aula wurde 1953 festlich wieder eingeweiht. Sie verfügte bis zum Umbau im Jahre 1978 über eine Orgel, erbaut von der Orgelbaufirma Ernst Seifert junior in Bergisch Gladbach. Diese sollte auf Initiative von Direktor Paul Tischbier als „tönendes Ehrenmal für die gefallenen und verstorbenen Lehrer und Schüler der Anstalt“ erklingen. 1966 wurden deren Namen auf zwei Tafeln rechts und links vom Orgelprospekt dokumentiert, die der Kunsterzieher Leonhard Welkens gestaltete. Im Schuljahr 1969/70 wurde erstmals in der Schulgeschichte eine koedukative Klasse gebildet, in der unter Leitung von Oberstudienrat Hans Kagelmann Mädchen und Jungen gemeinsam unterrichtet wurden. Als Parallelklasse wurde weiterhin eine reine Jungenklasse gegründet, bis ab dem Jahr 1972 alle Züge koedukativ unterrichtet wurden. Ab dem Schuljahr 1975/76 gab es eine Oberstufen-Kooperation mit dem Genoveva-Gymnasium, um das Kursangebot für die Schülerinnen und Schüler beider Schulen zu verbessern. Wegen der viel zu kleinen Turnhalle wurde ab dem Schuljahr 1970/71 die Bühne der Aula für den Schulsport mitbenutzt, z. B. zum Aufbau eines Trampolins. Darunter litt die Orgel. Beim Umbau zeigte es sich, dass eine Überarbeitung des Instruments, Ausbau, Einlagerung und Wiedereinbau an anderer Stelle mit geändertem Prospekt nicht wirtschaftlich sein würden, so dass die Schule ihre Pfeifenorgel verlor. Zwei Register konnten zur Erweiterung einer anderen Orgel verkauft werden, den Spieltisch nahm die Orgelbaufirma zurück und viele Pfeifen wurden zugunsten eines neuen elektronischen Instruments auf einem Schulfest verkauft.[12]

1962 wurde die „Vereinigung ehemaliger Schüler, Freunde und Förderer“ der Schule als Förderverein gegründet, 2009 kam ein Förderverein „Hölderlin-Medien e.V.“ hinzu, durch den Lehrer, Eltern und Sponsoren aus der Wirtschaft die Medienausstattung der Schule unterstützen. Ab dem Schuljahr 1962/63 wurde dem humanistischen Gymnasium ein neusprachlicher Zweig mit Französisch als dritter Fremdsprache angegliedert. 1963 wurde es, angeregt von Schulleiter Bruno Rech und nach Beschluss des Lehrerkollegiums, nach dem Dichter Friedrich Hölderlin benannt und wurde zum „Staatlichen Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim, altsprachliches Gymnasium mit neusprachlichem (romanischem) Zweig“.

1974 ging die Schulträgerschaft auf die Stadt Köln über. Von 1978 bis 1982 wurde die Schule wegen einer gründlichen baulichen Um- und Neugestaltung in das ehemalige Gebäude des Dreikönigsgymnasiums am Thürmchenswall in der Kölner Innenstadt ausgelagert. Der Trakt mit Aula und Turnhalle wurde abgerissen und durch einen erweiterten Neubau ersetzt, der mit dem bisherigen Hauptgebäude verbunden wurde. Seit 1985 schmückt ein Wandbild der Künstlerin Rune Mields Die Schachlegende vom Weizenkorn die Fassade der Schule an der Sonderburger Straße. Es zeigt auf der Grundlage eines Schachbretts die Umrisse der Kulturlandschaften Eurasiens und Nordafrikas und bezieht sich auf eine Legende.[13] 2002 wurde die Sporthalle saniert, und 2004 wurde der gesamte Innenbereich einer Renovierung unterzogen; die Flure und Türen bekamen einen Anstrich, der sich an einem stockwerksbezogenen Farbcode orientiert. Seit 2008 stehen neu eingerichtete naturwissenschaftliche Fachräume zur Verfügung; 2007 erhielt die Schule Fördermittel im Rahmen des Bayer-Schulförderprogramms zur Schaffung moderner Labor-Ausstattungen.[14]

2012 beging die Schule ihr hundertjähriges Jubiläum mit einer mehrteiligen Veranstaltungsfolge.

Im Schuljahr 1972/73 hatte die Schule 423 Schüler, davon waren 32 Mädchen und 391 Jungen. Bis 1987/88 stieg die Schülerzahl auf 905 Schüler: 435 Mädchen und 470 Jungen.[15]

Schulprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schule beschreibt ihre Ziele wie folgt:

„Das HÖLDERLIN-Gymnasium möchte seine Schülern und Schülerinnen in einem umfassenden Sinne studierfähig machen und möglichst individuell fördern. Dies geschieht sowohl durch eine intensive Begleitung während der Erprobungsstufe als auch durch die Profilierung der Mittelstufe.

  • Individuelle Förderung
  • Erweiterung sozialer Kompetenzen
  • Stärkung einer positiven Grundhaltung“
Homepage der Schule[16]

Seit 2013 bietet die Schule eine dreifache Profilierung an:

  • englisch-bilingual
  • mathematisch-naturwissenschaftlich
  • künstlerisch-kulturell.

Die Profilbildung beginnt durch eine Differenzierung der Profilklassen in der Jahrgangsstufe 7.[17]

Die monolingualen Klassen erhalten in der Sekundarstufe I eine verstärkte Förderung in Mathematik. Einen weiteren didaktischen Schwerpunkt setzt das Hölderlin-Gymnasium mit der Nutzung der Informationstechnologie im Unterricht.

Fremdsprachen-Unterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Schuljahr 1962/63 wurde dem humanistischen Gymnasium mit der Sprachenfolge Latein – Englisch – Griechisch ein neusprachlicher Zweig mit Französisch als dritter Fremdsprache angegliedert. Ab 1972 konnte Englisch alternativ zu Latein als erste Fremdsprache gewählt werden. Das Sprachenlernprogramm wurde seit Anfang der 1970er-Jahre in Zusammenarbeit mit dem Genoveva-Gymnasium um Russisch erweitert (erste Abiturprüfung 1978), 1982 um Italienisch und 2000 um Spanisch; in den 1950er- und 1960er-Jahren hatte es auch vereinzelt Hebräischkurse gegeben. Der Griechischunterricht wurde in den 1980er-Jahren aufgegeben.

2006 begann der Aufbau einer bilingualen Zweigs Englisch. Er ersetzte „das Primat der alten Sprachen durch ein Bekenntnis zu der Sprache, die in Wirtschaft und Wissenschaft weltweit die Rolle der 'lingua franca' übernommen hat“.[18] Nach zwei Jahren erweiterten Englischunterrichts mit je sechs Wochenstunden setzt in der 7. Klasse der bilinguale Sachfachunterricht ein; das Fach Erdkunde wird dreistündig auf Englisch unterrichtet, in der 8. Klasse das Fach Geschichte, und in Klasse 9 werden beide Fächer zweistündig englisch unterrichtet. Hinzu kommt einen einwöchige Fahrt nach England, um in Gastfamilien das Erlernte in alltäglichen Situationen zu erproben.[19] Bereits 2007 wurde der Schule das Europäische Sprachensiegel für bilingualen Unterricht zuerkannt.

Die Anfangssprache ist heute Englisch, die weiteren Fremdsprachen sind Latein und Französisch wahlweise ab Klasse 6 und Spanisch ab der 8. Klasse.

Medienkompetenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Computer erhielt das Gymnasium 1978. In dem 1982 bezogenen renovierten Gebäude wurden ein Sprachlabor und ein Computerraum eingerichtet. Ein 2012 von der Schulkonferenz beschlossenes Medienkonzept fördert die kritisch-kreative Medienkompetenz der Schüler, die Einbeziehung des Internets in den Unterricht und die Arbeit mit Laptops. Für die Sekundarstufe I stehen vier Laptopwagen mit jeweils 16 Notebooks zur Verfügung, die Schüler der Sekundarstufe II arbeiten mit eigenen Geräten, die in der Schule aufbewahrt und aufgeladen werden können. Es gibt zwei Computerräume mit jeweils 25 PC-Arbeitsplätzen, weitere PC-Plätze sind im Selbstlernzentrum und in der Schülerbibliothek. In allen Klassenräumen, Lehrerzimmern und Bibliotheken, im Schülerselbstlernzentrum und im Pausenzentrum ist Internetzugang über ein schulinternes geschlossenes WLAN-Netz möglich. Das Konzept war in enger Zusammenarbeit von Lehrern und Eltern erarbeitet worden und wurde von der Stadt Köln als Pilotprojekt für andere Schulen anerkannt und gefördert. Bald begann auch die Installation von Whiteboards, die die Schiefertafeln und andere Mediengeräte nach und nach ablösten. Unterstützt wird das Projekt auch von Sponsoren aus der Wirtschaft, die sich mit Eltern und Lehrern im Förderverein „Hölderlin-Medien e.V.“ engagieren.[20]

Musik und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Umbau 1978 war die Aula mit der Orgel der Ort regelmäßiger Feierstunden und Konzerte. Einschließlich der Empore fanden etwa 400 Zuhörer Platz. Schulchor, Schulorchester und Schüler als Instrumentalsolisten boten jährlich ein Weihnachtskonzert im Dezember und einen Musikabend vor den Sommerferien, unterstützt gelegentlich durch Mitglieder des Mülheimer Kammerchors, den der Musiklehrer der Schule, Arnold Haas, seit 1947 dirigierte. Umgekehrt sang der Schulchor in den 1960er-Jahren auch einmal bei der Aufführung der Bachschen Matthäus-Passion durch den Kammerchor mit. Ab 1972 kam es einige Male zu einer Zusammenarbeit mit dem WDR, der im Rahmen seiner Schulfunkreihe „Schulen musizieren“ Beispiele aus dem Hölderlin-Gymnasium sendete; zweimal wirkten Schüler der Schule bei Spielfilmen musikalisch mit. Die Jugendoper Des Kaisers neue Kleider von Eberhard Werdin wurde 1957 aufgeführt und dann wieder 1988 zum 75-jährigen Bestehen der Schule. Im Jubiläumsjahr wirkten bei einem Festkonzert auch mehrere ehemalige Schüler mit.

Nach dem Umbau 1978 standen Aula und Orgel nicht mehr zur Verfügung, und der komplexer gewordene Stundenplan ließ gemeinsame Proben verschiedener Jahrgangsstufen nicht mehr zu, so dass sich der Schwerpunkt der musikalischen Arbeit in die Musikkurse vor allem der Oberstufe und in unterschiedliche Chöre und Ensembles verlagerte, die manchmal mit externen Gruppen zusammen auftraten. In den 1980er-Jahren wurde eine Big Band gegründet, erstmals im Januar 1986 gab es ein Jazzkonzert und in der Folge häufig Aufführungen von Rock und Pop, Folklore und Musicals – so 2004 ein Kölsch Musical. 1999 fand auch noch einmal ein Kirchenkonzert mit Musik der Klassik in der St.-Josephs-Kirche in Dellbrück statt.[21]

Theateraufführungen spielten im Rahmen des Literaturunterrichts am Hölderlin-Gymnasium oft eine große Rolle, die gezeigten Stücke reichten von einer Bühnenfassung von Hölderlins Roman Hyperion (1996) über Die kahle Sängerin von Eugène Ionesco (1995), Unsere kleine Stadt von Thornton Wilder (1987) bis zu Der eingebildet Kranke von Molière (2009). Die Ermittlung von Peter Weiss wurde 1990 über zwölf Mal aufgeführt, dazu zweimal 1991 im Rahmen von Kölner Schultheaterprojekten auf städtischen Bühnen. Immer wieder präsentierte die schuleigene AG Kölsch Thiater kölsche Stücke oder Bearbeitungen von Klassikern in kölscher Mundart. Auch die AG Latein trat wiederholt mit szenischen Abenden an die Öffentlichkeit, so 2011 „Catull meets Ovid“.[22]

Schulbegleitende Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals 1988 absolvierten die Schüler der Jahrgangsstufe 9 ein dreiwöchiges Betriebspraktikum, für das ab 1990 zehn Jahres lang auch Praktikumsplätze in England zur Verfügung standen, bis Strukturänderungen bei den englischen Partnerschulen dies nicht mehr zuließen. 2003 wurde für die Jahrgangsstufe 11 ein dreiwöchiges Sozialpraktikum eingeführt. Der Nachmittagsunterricht, der 2009 für die Sekundarstufe I eingeführt wurde, machte das Angebot von Beköstigung in der Mittagspause notwendig. Für Kinder der Jahrgangsstufen 5–7 besteht einer Übermittagsbetreuung bis 16 Uhr in Kooperation mit dem Kolping-Bildungswerk. Sie ging hervor aus einer Hausaufgabenbetreuung, die es ab 2003 gab.[23]

Streitschlichtung durch Schülerinnen und Schüler wird am Hölderlin-Gymnasiums seit dem Schuljahr 2000/2001 praktiziert. In jedem Jahr werden Schüler der Jahrgangsstufe 9 hierzu ausgebildet. Auf dem Schulhof sind sie an Schlüsselbändern mit der Aufschrift „HöGy Streitschlichter“ erkennbar.[24]

Die Schule hatte immer wieder – häufig in Zusammenarbeit mit Sportvereinen – erfolgreiche Schulmannschaften im Sport. Bereits 1926 wurde in Kooperation mit dem Mülheimer Wassersport erstmals eine Ruderriege gegründet, an der 12 Schüler teilnahmen. Sie wurde kriegsbedingt aufgelöst, 1962 wurde die Tradition mit dem RTHC Bayer Leverkusen fortgesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine vielfach siegreiche Handballmannschaft. In den 1960er- und 1970er-Jahren war die Volleyballmannschaft dreimal Kölner Stadtmeister, und die Basketballmannschaft war lange Zeit nicht zu schlagen. Die Tennismannschaft errang 1987 die Kölner Stadtmeisterschaft und verpasste knapp die Landesmeisterschaft Nordrhein-Westfalen.[25]

Erstmals 1959 wurde für die Schüler der Mittelstufe eine Skifahrt angeboten, zunächst ins Sauerland, seit 1963 in den Schwarzwald, wo meist die Jugendherberge Hebelhof am Feldberg das Ziel war. Später ging es auch nach Südtirol. Klassen- und Kursfahrten führen für die unteren Klassen ins Bergische Land und in die Eifel, für die Älteren nach Griechenland (erstmals 1965), Malta oder Italien, oft nach Großbritannien und in die europäischen Hauptstädte.[26]

Seit 1977 beteiligt sich die Schule in nahezu jedem Jahr mit einer Gruppe an den Kölner Schull- un Veedelszöch und an einem Karnevalszug in Mülheim bzw. Dellbrück. Das Motto wird in der Regel durch einen Schülerwettbewerb ermittelt, die Vorbereitungen mit einheitlichen Kostümen für die an die hundert Zugteilnehmer werden von Schülern, Eltern und Lehrern gemeinsam getroffen.[27]

Schulpartnerschaften wurden seit den 1980er-Jahren begründet mit Schulen in Turin (Albert-Einstein-Gymnasium), Lille, Rosmalen, Prag und South Benfleet (Essex, Großbritannien).

Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitraum Schulleiter / Schulleiterin
1912–1921 Geheimrat Dr. Felix Brüll
1921–1932 Professor Johannes Lipphausen
1932–1934 Heinrich Monzel
1935–1936 Dr. Norbert Leineweber
1936–1938 Dr. Max Lenkewitz (vertretungsweise)
1938–1945 Aloys Weber
1945–1947 Dr. Friedrich Marx (vertretungsweise)
1948–1957 Paul Tischbier
1957–1971 Dr. Bruno Rech (wegen Auslandsaufenthaltes von 1960 bis 1963 vertreten durch Dr. Richard Dumath)
1971–1973 Dr. Herbert Höhl
1973–1996 Heinz Windmüller
1996–2011 Anne Hauser
2011–2016 Hans-Peter Passmann
seit 2016 Dr. Siegfried Feldmar

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (Hrsg.): Festschrift 1983. zum Einzug in das erweiterte Schulgebäude des Städt. Hölderlin-Gymnasiums. Köln 1981 (192 S., Redaktion: Hans-Ulrich Eysler, Dr. Marion Klett, Bernhard Kohnen, Heinz Windmüller).
  • Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987 (298 S., Redaktion: Marion Klett, Bernhard Kohnen, Heinz Windmüller).
  • Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012 (202 S., Redaktion: Wolfgang Huppertz).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage der Schule, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  2. Paul Brüggemann: Die Wurzeln des heutigen Hölderlin-Gymnasiums zu Köln-Mülheim. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 23-43, hier S. 34, 39.
  3. Paul Brüggemann: Die Wurzeln des heutigen Hölderlin-Gymnasiums zu Köln-Mülheim. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 23-43, hier S. 39 ff.
    Frauke Müller-Wenk: Zur Geschichte des HÖLDERLIN-Gymnasiums. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 38–43, hier S. 38.
  4. Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 56 bzw. 48.
  5. Frauke Müller-Wenk: Zur Geschichte des HÖLDERLIN-Gymnasiums. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 38–43, hier S. 38.42.
  6. Heinz Windmüller: Schuldokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 51-68, hier S. 51ff.
  7. Windmüller, Schuldokumente, S. 54
  8. Windmüller, Schuldokumente, S. 61.
  9. Franz Schnellbächer: Schüler der Anstalt von 1933 bis 1941. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 74-82, hier S. 75 (Hl. Messe und Fronleichnamsprozession); die S. 80 ff. sind Anmerkungen von Heinz Windmüller, hier S. 80 f. (konfessionelle Zusammensetzung, Verbot der Gruppenteilnahme)
  10. Anmerkungen von Heinz Windmüller in: Franz Schnellbächer: Schüler der Anstalt von 1933 bis 1941. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 74-82, hier S. 80.
  11. Windmüller, Schuldokumente, S. 59.
    Frauke Müller-Wenk: Zur Geschichte des HÖLDERLIN-Gymnasiums. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 38–43, hier S. 39.
  12. Bernhard Kohnen: 50 Jahre Musikleben am HÖLDERLIN-Gymnasium. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 52–55, hier S. 53.
    Frauke Müller-Wenk: Zur Geschichte des HÖLDERLIN-Gymnasiums. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 38–43, hier S. 39.
  13. Rune Mields: 264-1. Die Schachlegende vom Weizenkorn. DuMont Buchverlag, Köln 1980; siehe dazu: Heinz Windmüller: Kunst am Bau. In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 94 ff.
  14. Bayer AG: Bayer-Stiftung fördert Naturforschungs-Projekte. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 114f.
  15. Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 266.
  16. shg-koeln.de
  17. Schulprospekt "HÖLDERLIN. Das Leitbild - das Schulprogramm - das Schulprofil". Köln o. J. (2014/15).
  18. Wolfgang Huppertz: Weichenstellung für die Zukunft. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 154ff., hier S. 152f.
  19. Michael Stephan: Passport to global career. Der Bilinguale Zweig. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 154ff.
  20. Raimund Hick: Hölderlin-Medien e.V. und E-Learning – ein neues Feld in der Bildungslandschaft. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 140 bzw. 158–161.
  21. Benhard Kohnen: 50 Jahre Musikleben am HÖLDERLIN-Gymnasium. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 52–55.
    Ulrich Quodbach und Rainer Landgraf: Das Musikleben am HÖLDERLIN-Gymnasikum von 1986 bis 2011. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 56f.
  22. Theater am HÖLDERLIN von 1987 bis 2011 In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 58–62.
  23. Frauke Müller-Wenk: Zur Geschichte des HÖLDERLIN-Gymnasiums. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 38–43, hier S. 42f.
    Michael Stephan: Passport to global career. Der Bilinguale Zweig. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 154ff., hier S. 154.
    Elke Trüper-Liekenbrock: Offener Ganztag am HÖLDERLIN. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 167.
  24. Tina Krämer: Die Streitschlichtung am HÖLDERLIN-Gymnasium. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 132.
  25. Erdmann Dortschy: Vereins- und Schulsport ergänzen sich: In: Städtisches Hölderlin-Gymnasium, Köln (80)-Mülheim (Hrsg.): 75 Jahre Städtisches Hölderlin-Gymnasium Köln-Mülheim. Köln 1987, S. 177 f.
  26. Michael Schwenk: Skilauf bis zum Abwinken. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 70–75.
    Übersicht über die mehrtägigen Fahrten.In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 76f.
  27. Angela Bengel: Mer funkele am Bildungshimmel und dat zick hundert Johr. In: Städtisches HÖLDERLIN-Gymnasium, Köln-Mülheim (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift Hölderlin 1912 2012 Hundert Jahre Hölderlin. Köln 2012, S. 143.