Störklappe

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Tragflügel einer Boeing 737-800 mit ausgefahrenem Spoiler
(die nach oben stehenden Klappen)
Spoiler an einer Boeing 747-400 bei der Landung

Störklappen (englisch: spoiler) sind bewegliche Klappen auf der Oberseite der Tragflächen von Flugzeugen. Sie dienen zur Verstärkung eines Sinkflugs, zur schnelleren Bremsung nach der Landung und teilweise zur Unterstützung des Kurvenflugs.

Funktion bei Sinkflug und Landung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim teilweisen (symmetrischen) Ausfahren im Flug verringern sie den Auftrieb der Tragflächen und ermöglichen durch Verschlechterung des Gleitwinkels ein Sinken, ohne Gefälle im Passagierraum zu erzeugen. Wird dabei der Anstellwinkel erhöht, hält das Flugzeug die Höhe und baut Geschwindigkeit durch den höheren Luftwiderstand ab. Im Gegensatz zu manchen anderen Formen von Luftbremsen erhöht sich der Luftwiderstand allerdings nur in geringerem Umfang.

Nach dem Aufsetzen auf der Landebahn werden die Spoiler augenblicklich voll ausgefahren, um den Auftrieb der Tragflächen stark zu reduzieren und gleichzeitig den Luftwiderstand zu erhöhen. Durch den umgehend zusammenbrechenden Auftrieb an den Tragflächen sorgt diese Maßnahme für eine maximale Belastung der Fahrwerksräder mit der Flugzeugmasse, so dass die Fahrwerkbremsen stärker verzögern können. Außerdem wird damit ein „Springen“ des Flugzeugs während der Landung vermieden.

Störklappen zur Querruderunterstützung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spoiler werden außerdem zur Unterstützung der Flugsteuerung um die Längs-(Roll-)achse verwendet. Zum Erzeugen einer Rollbewegung, z. B. zum Einleiten des Kurvenfluges, schlägt das Querruder der nach unten gehenden Tragfläche nach oben, das der steigenden Fläche nach unten aus. Damit jedoch erhöht sich der Widerstand der steigenden, kurvenäußeren Tragfläche, was zu einem negativen Wendemoment führt, also einem Giermoment um die Hochachse, das der angestrebten Kurvenrichtung entgegenwirkt. Aus diesem Grund wird ein Teil der vorhandenen Störklappen der hängenden Fläche beim Kurvenflug mitbetätigt, und zwar aus zwei Gründen: Die so entstehende einseitige Luftwiderstandszunahme auf der Kurveninnenseite kompensiert das negative Wendemoment und durch die Auftriebsverschlechterung der hängenden Fläche wird der notwendige Querrudereinsatz insgesamt reduziert.

Bauarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man unterscheidet zwischen Flight Spoiler (der Teil der Spoilerklappen, der als Luftbremse und zur Querruderunterstützung im Flug aktiv ist, oft nur ein bis zwei Segmente auf jeder Tragflächenseite) und dem Ground Spoiler, dieser wird nur nach dem Aufsetzen auf dem Boden verwendet (meist alle vorhanden Spoilerklappen). Ein versehentliches oder verfrühtes Ausfahren der Ground Spoiler in der Luft muss zuverlässig unterbunden werden, in der Regel wird der Ground Spoiler (zusammen mit der Schubumkehr) von einem Belastungssensor im Fahrwerk (Air/Ground Sensor) freigegeben oder automatisch aktiviert. Die Summe aller Störklappen nennt man irritierenderweise Speed Brake System (Luftbremsensystem).

Störklappen wurden ursprünglich als Sturzflugbremsen von Hans Jacobs entwickelt, um nach dem Verlust der Kontrolle über das Flugzeug nach z. B. Einflug in eine Wolke ein Überschreiten der maximalen Fluggeschwindigkeit im Sturzflug zu verhindern, was in den dreißiger Jahren vielen Segelflugpiloten durch Luftzerleger das Leben gekostet hatte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Götsch, Ernst: Luftfahrzeugtechnik. 3. Auflage. Motorbuchverlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02006-8.