Störnstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Störnstein
Störnstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Störnstein hervorgehoben
Koordinaten: 49° 44′ N, 12° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Verwaltungs­gemeinschaft: Neustadt an der Waldnaab
Höhe: 449 m ü. NHN
Fläche: 10,92 km2
Einwohner: 1476 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km2
Postleitzahl: 92721
Vorwahl: 09602
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 158
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Freyung 17
92660 Neustadt a.d.Waldnaab
Webpräsenz: stoernstein.de
Bürgermeister: Markus Ludwig (SPD)
Lage der Gemeinde Störnstein im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
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Über dieses Bild

Störnstein (bairisch: Sternstoi) ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Neustadt an der Waldnaab.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Störnstein liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord in der Nachbarschaft zu Tschechien.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Störnstein hat acht Ortsteile:[2]

Zur Gemeinde gehören die Gemarkungen Lanz und Störnstein mit den Mündungen der Flüsse Girnitz und Floß in die Naab.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung der Gemeinde Störnstein ist mit der Geschichte der Burg Störnstein (frühere Schreibform Sternstein) verbunden, heute eine Ruine am Rande von Störnstein. Seit dem 12. Jahrhundert liegen urkundlich gesicherte Nachrichten zu dieser Burg vor, die im Nordgau, nördlich von Weiden in der Oberpfalz in dem sich bildenden Bistum Regensburg an einer alten Handelsstraße nach Böhmen lag. In dieser Zeit war sie namensgebender Herrschaftssitz der Reichsritter Stöhr (Stör, Stier, von Stöhren), einer Zweiglinie der Herren von Murach, die um die Burg, bei der eine Ansiedlung robotpflichtiger Bewohner in Erbuntertänigkeit bestand, eine Grundherrschaft aufbauten.

Von den Stöhr gelangten Burg und Herrschaft Sternstein an das Adelsgeschlecht der Pflugk von Rabstein und nach diesen waren die Edelfreien von Heydeck (Heideck) Inhaber der Herrschaft Neustadt an der Waldnaab-Störnstein, die seit 1355 als Kronlehen dem Königreich Böhmen angegliedert und damit reichsunmittelbar war. Wegen ihrer Beteiligung am Schmalkaldischen Bund wurden die Heideck enteignet. Die Guttenstein-Vrtba folgten als Inhaber des Lehens und der dazugehörigen Einkünfte aus den erbuntertänigen Orten. Im Jahre 1575 erhielt Ladislav Popel von Lobkowitz vom Kaiser bzw. der Krone von Böhmen die Herrschaft für zehn Jahre zu Lehen. Im Jahre 1641 während des Dreißigjährigen Krieges kam Sternstein mit Neustadt an der Waldnaab, Waldau, Waldthurn, Schönsee und einer Reihe von Dörfern als Gefürstete Grafschaft Störnstein in den erblichen Besitz des in den Fürstenstand erhobenen Hauses der Lobkowitz. Seit dem Jahr 1653 hatten die Lobkowitz Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat und seit 1742 im bayerischen Reichsrat. Im Jahre 1806 wurde die gefürstete Reichsgrafschaft Sternstein aufgehoben und 1807 mit dem Verwaltungssitz Neustadt an der Waldnaab an das Königreich Bayern unter den Wittelsbachern verkauft.

Als Ergebnis einer Verwaltungsreform entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Lanz mit den Ortsteilen Lanz, Oberndorf, Wöllershof, Reiserdorf und der Einöde Ernsthof nach Störnstein eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 0873 Einwohner
  • 1970: 0926 Einwohner
  • 1987: 1181 Einwohner
  • 1991: 1254 Einwohner
  • 1995: 1369 Einwohner
  • 2000: 1410 Einwohner
  • 2005: 1490 Einwohner
  • 2010: 1495 Einwohner
  • 2015: 1476 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Markus Ludwig (SPD). Er wurde im Jahr 2014 Nachfolger von Boris-Michael Damzog (SPD).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahl im März 2014 ergab diese Sitzverteilung: [4]

  • Freie Wähler: 4 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • Freie Bürgerliste: 2 Sitze
  • CSU: 2 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Störnstein
Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt mit drei, zwei zu eins gestellten, sechsstrahligen goldenen Sternen, geteilt von Silber und Rot, einem Löwen in wechselnden Farben.“[5]
Wappenbegründung: Der Löwe in Silber und Rot wurde von den Herren von Stör übernommen. Die drei goldenen Sterne sind das Redende Wappen der Grafschaft Störnstein. Das Wappen wird von der Gemeinde Störnstein seit 1979 geführt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik in Störnstein als Arbeitsort in der Land- und Forstwirtschaft 14, im produzierenden Gewerbe 153 und im Bereich Handel und Verkehr und sonstigen Erwerbsbereichen 235 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. An selbständigen Unternehmen hatte Störnstein 1998 zwei Betriebe im verarbeitenden Gewerbe und drei Betriebe im Bauhauptgewerbe. Im Jahr 1999 waren achtzehn landwirtschaftlich-bäuerliche Produktionsstätten mit einer Fläche von 672 Hektar, davon 523 Hektar als Ackerfläche genutzt, erwerbstätig.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen in Störnstein. (Stand: 2010):

  • Kindergarten St. Franziskus mit 25 Kindergartenplätzen und die Kinderkrippe Sonnenschein mit 12 Krippenplätzen.
  • Weiterführende Schulen in Weiden in der Oberpfalz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sternstein (Störnstein). In: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder, Die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 6. Auflage. Verlag C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-44333-8, S. 631.
  • Fürsten von Lobkowitz, Herzöge von Raudnitz. In: Die Wappen des Böhmischen Adels, J. Siebmachers großes Wappenbuch. Band 30, Neustadt an der Aisch 1979, ISBN 3-87947-030-8, S. 196 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. bayerische-landesbibliothek-online.de
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 538.
  4. http://www.stoernstein.de/index.php/rathaus/gemeinderat
  5. Eintrag zum Wappen von Störnstein in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte .

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Störnstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien