Störsender.tv

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Störsender.tv ist ein satirischer deutscher Internetfernsehsender. Er präsentiert seit Ende März 2013 alle zwei Wochen ein 20- bis 40-minütiges Video-Magazin zu kritisch betrachteten Themen unter Mitwirkung bekannter Kabarettisten. Mitbegründer und zentrale Figur des „Störsenders“ war Dieter Hildebrandt.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Idee und Konzept für das Internetmagazin entwickelte Ende 2011 der Journalist und PR-Berater Stefan Hanitzsch,[1] Sohn von Dieter Hanitzsch, in Gesprächen mit Dieter Hildebrandt. Im Mittelpunkt sollte von vornherein der seinerzeit bereits 84-jährige Kabarettist stehen und zugleich für den „Störsender“ werben.[2][3]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Dezember 2012 wurde das Projekt „Störsender“ der Presse vorgestellt, um über ein Crowdfunding mit der Plattform Startnext die Finanzierung der ersten zwanzig Folgen abzusichern. Bereits am 25. Januar 2013 war der anvisierte Betrag von 125.000 Euro gesammelt und um 30.000 Euro übertroffen worden.[4][2]

Frank-Markus Barwasser, Erfinder der Figur „Erwin Pelzig“, und Urban Priol und andere spendeten dem „Störsender“ je 2222 Euro und treten wie die meisten anderen Kabarettisten ohne Gage auf. Denn diese Form der Finanzierung erlaubt lediglich den Bezug eines festen Gehalts von Redaktionsleiter Hanitzsch sowie die Honorierung der Kameraleute.[5][6]

Konzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Störsender.tv definiert sich als Crossover-Medium, das „Kabarett, Journalismus und politisches und soziales Engagement zu einer Kampagnen-Plattform“ verbinde.[7] Unter „Soziales Engagement“ werden „Störereien aller Art, online und offline“ verstanden, zudem will stoersender.tv „Alternativen aufzeigen“.[8] Nach eigener Einschätzung gebe es inhaltliche Gemeinsamkeiten mit der Internetplattform „Generation Solidarität“ des Fernsehsenders Arte, auf der stoersender.tv mit einem Blog vertreten ist.[9][10][11]

Der „Störsender“ will mehr Menschen zu politischem Engagement bewegen, „Gegenöffentlichkeit zum Fernsehen schaffen“[12] und Menschen und Organisationen „stören, die ihrerseits die Demokratie stören“. Zu den Inhalten des alle 14 Tagen erscheinenden IPTV-Magazins, das auch über Vimeo und YouTube verbreitet wird, heißt es: „Politiker aller Parteien nehmen wir auf den Arm, Extremisten aller Couleur nehmen wir aufs Korn und Aktivisten aller Art nehmen wir ins Programm.“[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschlandradio Kultur bezeichnete Störsender.tv als „Spielwiese des subversiven Geistes“ und befand nach der ersten Episode: „Scharf, ironisch, analytisch, oft heiter anarchisch“.[13] Focus Online fragt hingegen: „Stört das wirklich irgendwen?“[14] Das Magazin ist sich einig mit der Wochenzeitung der Freitag, dass Stefan Hanitzsch einen Großteil der ersten Folge in „ganz spaßfreien Gesprächen“ mit dem Erfurter Ökonomieprofessor Helge Peukert bestritten habe – da bleibe „der Lachfaktor gering, der Informationsfaktor hingegen hoch“.[7][14] Ein „leidlich lustiges Lied über Angies Lächeln von Konstantin Wecker, ein uninspirierter Cartoon über die Kumpanei von Bundesregierung und Bankern und ein platter Einspieler über Merkels neues nordkoreanisches PR-Team – das ist flach und oberflächlich.“[7] Und anstatt dass Dieter Hildebrandt „Aufregenderes, Verstörenderes“ beiträgt, wirkten seine Intermezzi wie „‚Löwenzahn‘ für mündige Bürger“.[14]

Abrufbare Sendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Episode, 28. März 2013: Klappe, die erste! Finanzkasinokapitalismus! (40:09 min)
  • 2. Episode, 14. April 2013: Wasser marsch! (37:53 min)
  • 3. Episode, 28. April 2013: Die Herren der Welt (23:30 min)
  • 4. Episode, 15. Mai 2013: Brauner Dunst (31:42 min)
  • 5. Episode, 5. Juni 2013: Benefizgala Teil 1 (56:35 min)
  • 6. Episode, 24. Juni 2013: Benefizgala Teil 2 (40:09 min)
  • 7. Episode, 11. Juli 2013: Altersarmut & Pflegenotstand (45:11 min)
  • 8. Episode, 25. Juli 2013: NSA-Spione & Große Brüder (19:53 min)
  • 9. Episode, 30. Juli 2013: Neuer HVB-Skandal – Rudolf Schmenger im Interview... (26:56 min)
  • 10. Episode, 11. August 2013: Lobby-Fotobombing! (19:47 min)
  • 11. Episode, 6. September 2013: Stoertalk – „Ausreden“ (88:10 min)
  • 12. Episode, 13. September 2013: Demo „UmFAIRteilen“ (60:32 min)
  • 13. Episode, 28. September 2013: Das organisierte ERbrechen und die DADA-Wiesn (23:35 min)
  • 14. Episode, 2. November 2013: Aufruf zur Revolte (43:34 min)
  • 15. Episode, 14. November 2013: Planet Merkel (16:43 min)
  • 16. Episode, 24. Dezember 2013: Ausreden II, der Stoertalk (105:31 min)

Das Datum bezieht sich auf den Upload der jeweiligen Sendung, die Angaben in Klammern auf deren Dauer.[15]

Stör-Aktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. April 2013 verlieh der „Störsender“ in München dem Apple-Konzern die russische Staatsbürgerschaft ehrenhalber – „für besondere Verdienste beim Schlupfen in Steuerlöchern“.[16] Apple zahle außerhalb der USA nur 1,9 Prozent Steuern. Die Urkunde überreichte Wladimir Kaminer, begleitet von Dieter Hildebrandt, Stefan Hanitzsch und der Münchner Express Brass Band in russischen Militäruniformen, an einen Manager des lokalen Apple-Store.[16]

Mitwirkende und Unterstützer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Projektseite zu Störsender.tv werden u. a. folgende Personen gelistet:[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzvita von Stefan Hanitzsch auf startnext.de
  2. a b Jörgen Camrath: Ein Störsender gegen die Ungerechtigkeit der Welt in The Wall Street Journal vom 28. März 2013
  3. Richard Gutjahr: Stör langsam – Dieter Hildebrandt goes Web-TV, Interview mit Dieter Hildebrandt und Stefan Hanitzsch auf gutjahr.biz
  4. Geschafft! Réalisé! (Memento des Originals vom 7. März 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gensol.arte.tv Beitrag im Arte-Journal „Generation Solidarität“ am 28. Januar 2013
  5. Max Muth: Dieter Hildebrandt kommt, um zu stören., siehe Seite 2: Schramm, Polt, Butzko, Barwasser, alle helfen ehrenamtlich. in Der Tagesspiegel vom 30. März 2013
  6. stoersender.tv mit Dieter Hildebrandt, Pinnwand auf startnext.de zu Störsender.tv, abgerufen am 24. April 2013
  7. a b c Nils Markwardt: Dieter Hildebrandt 2.0 in der Freitag vom 4. April 2013
  8. a b c stoersender.tv mit Dieter Hildebrandt, Projektbeschreibung im Blog zum „Störsender“ auf startnext.de
  9. Stefan Hanitzsch: Störsender – hier darf jeder mitmischen (Memento des Originals vom 21. April 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gensol.arte.tv im Arte-Journal „Generation Solidarität“
  10. Die Kamera läuft … dank Euch!, Störsender.tv im Arte-Journal vom 16. Januar 2013, ab Minute 3:00 von 4:13 Minuten
  11. Andre Zantow: Neues Projekt für alten Störenfried in Deutschlandradio Kultur am 28. März 2013
  12. Kabarett im Internet: Hildebrand hat Startkapital für seinen Störsender zusammen, Süddeutsche Zeitung, 29. Januar 2013
  13. Beitrag in Deutschlandradio Kultur am 2. April 2013
  14. a b c Sandra Zistl: Stört Dieter Hildebrandts neuer Sender? in Focus Online vom 2. April 2013
  15. Hinweis und Links auf derzeit abrufbare Sendungen unter stoersender.tv (Memento des Originals vom 30. April 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stoersender.tv. Neben den kostenpflichtigen Ausgaben in optimierter Qualität, finden sich hier auch jeweils kostenfreie Links zu YouTube-Versionen.
  16. a b Wolfgang Görl: Satireprojekt „Störsender.tv“: Absurdistan marschiert gegen Apple, Süddeutsche Zeitung, 23. April 2013