Stężyca

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Stężyca
Wappen von Stężyca
Stężyca (Polen)
Stężyca
Stężyca
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Kartuzy
Geographische Lage: 54° 12′ N, 17° 57′ OKoordinaten: 54° 12′ 19″ N, 17° 56′ 57″ O
Einwohner: 2108 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 83-322
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GKA
Wirtschaft und Verkehr
Schienenweg: Kościerzyna–Gdynia
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 18 Schulzenämter
Fläche: 160,30 km²
Einwohner: 10.239
(31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 64 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2205062
Verwaltung (Stand: 2010)
Gemeindevorsteher: Tomasz Brzoskowski
Adresse: ul. 9 Marca 7
83-322 Stężyca
Webpräsenz: www.gminastezyca.pl



Stężyca (deutsch Stendsitz, früher Stendzitz, Adlig Stendsitz; kaschubisch Stãżëca) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde im Powiat Kartuski (Karthäuser Kreis) der polnischen Woiwodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt in der Kaschubischen Schweiz am Südzipfel des Radaune-Sees und am Nordufer des Stendsitzer Sees in der historischen Region Westpreußen, etwa neun Kilometer nördlich der Stadt Kościerzyna (Berent), 21 Kilometer südwestlich von Kartuzy (Karthaus) und 50 Kilometer südwestlich von Danzig.

Stendnitz zwischen dem Radaune-See und dem Stendsitzer See auf einer Landkarte von 1773

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische St.-Katharinen-Pfarrkirche (Ende 12. Jahrhundert)
Evangelische Gustav-Adolf-Kirche (eingeweiht 1906)

Wie Gräber aus der Heidenzeit belegen, die im 19. Jahrhundert in Stendsitz aufgefunden worden waren,[3] war die Region am Südufer des Rdaune-Sees schon früh besiedelt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren für den Ort mit einem adligen Gut, einer Wassermühle an der Radaune und einer katholischen Pfarrkirche die Ortsnamen Stendzitz und Stendzyc (sprich: …schitz)[4] in Gebrauch.[5][6]

Von 1308 bis 1466 hatte die Ortschaft zum Deutschordensland Preußen gehört; eine aus dieser Zeit überlieferte Ortsbezeichnung lautet Stansitz.[7] Im Jahr 1398 legen der Pfarrer Johann und die Kirchenvorsteher zu Stansitz einen Rechtsstreit bei.[8]

Danach kam der Ort bei der Zweiteilung Preußens zum westlichen Teil, später auch als autonomes Preußen Königlichen Anteils bekannt, das sich freiwillig unter den Schutz der polnischen Krone begeben hatte. Nach der ersten polnischen Teilung 1772 kam die Region zum Königreich Preußen. Von 1818 bis 1920 gehörte Sendsitz zum preußischen Kreis Karthaus.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste der größte Teil des Kreises Karthaus, darunter auch Adlig Stendsitz, aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags im Januar 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden, ohne Volksabstimmung. Im Jahr 1934 kündigte die polnische Staatsregierung das deutsch-polnische Minderheitenschutzabkommen einseitig auf. Als Folge des Polenfeldzugs, 1939, kam der Kreis Karthaus mit Stendsitz an das Reichsgebiet zurück und wurde nun dem Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Kreisgebiet im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde das Kreisgebiet mit dem Dorf Stendsitz von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen der Verwaltung der Volksrepublik Polen unterstellt. In der Folgezeit wurde die deutsche Bevölkerung von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Stendsitz vertrieben. Die evangelische Kirche stand in den Nachkriegsjahren leer.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 022 [5]
1840 277 in 38 Häusern[6]
1864 579 am 3. Dezember[9]
1905 745 [10]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde Stężyca gehören 18 Ortsteile (deutsche Namen bis 1945)[11] mit einem Schulzenamt (sołectwo):

Borucino (Borruschin, 1939–1945 Barruczyn)
Gapowo (Gapowo, 1939–1945 Krähwinkel)
Gołubie (Gollubien)
Kamienica Szlachecka (Niedeck)
Klukowa Huta (Kluckenhütte)
Łączyno (Lonschin, 1939–1945 Lonczyn)
Łosienice (Alt Losinietz, 1939–1945 Altösenitz)
Niesiołowice (Niesolowitz)
Nowa Wieś (Neudorf)
Nowe Czaple (Neu Czapel, 1939–1945 Neu Chapel)
Pierszczewo (Pierschewo, 1939–1945 Groß Pierszewo)
Potuły (Patull)
Sikorzyno (Sykorschin)
Stężyca (Königlich Stendsitz)
Stężycka Huta
Szymbark (Schönberg)
Zgorzałe (Seedorf)
Żuromino

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

Betlejem
Bolwerk
Chróstowo
Czapielski Młyn
Czysta Woda
Danachowo
Dąbniak
Dąbrowa
Delowo
Drozdowo
Dubowo
Gołubie-Wybudowanie
Kamienny Dół
Kolano
Krzeszna (Kresin)
Krzeszna-Stacja
Kucborowo
Kukówka
Łączyński Młyn
Malbork
Mała Krzeszna
Mestwin
Niebo
Nowa Sikorska Huta
Nowy Ostrów
Ostrowo
Pażęce
Piekło
Pierszczewko
Przymuszewo
Przyrowie (Thalheim)
Pustka
Pypkowo
Rzepiska (Riebenhof)
Smokowo
Stara Sikorska Huta
Stare Czaple
Stare Łosienice
Stężyca-Wybudowanie
Szczukowo
Śnice
Teklowo
Uniradze
Wieżyca
Wygoda Łączyńska
Zdrębowo

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat eine Partnerschaft mit der deutschen Gemeinde Schlangen (seit 2011).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist über den Bahnhof Gołubie Kaszubskie sowie die Haltepunkte Krzeszna und Wieżyca an der Bahnstrecke Nowa Wieś Wielka–Gdynia an das Eisenbahnnetz angebunden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 28. Juni 2017
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB); abgerufen am 29. September 2017.
  3. E. Förstemann: Das nördlichen Pommerellen und seine Alterthümer. In: Preußische Provinzial-Blätter. Andere Folge, Band 1, Königsberg 1852, S. 133–148, insbesondere S. 136.
  4. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 544, Ziffer 6.
  5. a b Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 4, Halle 1823, S. 380, Ziffer 6815.
  6. a b Eugen H. Th. Huhn: Topographisch-statistisch-historisches Lexikon von Deutschland. Band 6, Bibliographisches Institut, Hildburgshausen 1849, S. 82.
  7. Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preußen. Gotha 1858, S. 225.
  8. Heinrich Friedrich Jacobson: Geschichte der Quellen des Kirchenrechts des preußischen Staats, mit Urkunden und Regesten. Teil I: Die Provinzen Preußen und Posen. Band 1: Das katholische Kirchenrecht, Königsberg 1837, S. 118–119.
  9. Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirks Danzig (5. Kreis Karthaus). Berlin 1867, S. 34, Ziffer 200.
  10. http://wiki-de.genealogy.net/GOV:STEITZJO84XE
  11. Das Genealogische Orts-Verzeichnis