St.-Gallus-Kirche (Altenesch)

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St.-Gallus-Kirche, Altenesch

Die St.-Gallus-Kirche in Lemwerder-Altenesch ist eine einschiffige Backsteinkirche, die dem heiligen Gallus, einem Missionar aus Irland, geweiht wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche wurde 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Der älteste Teil der Kirche ist das Kirchenschiff. Der polygonale Chor wurde später angebaut, der hölzerne Turm 1720 errichtet.[1] Die Glocke stammt aus dem Jahr 1790.[2]

An der Stelle der Kirche stand bereits ein Vorgängerbau, der während der Schlacht bei Altenesch von 1234 verbrannt wurde. In einer Tiefe von ca. 1,80 Meter unter der Kirche ist das Feldsteinfundament dieser Vorgängerkirche noch vorhanden. Es wird vermutet, dass an dieser Stelle nach der Schlacht die Opfer in einem Massengrab beerdigt wurden.[1]

Die Kirche wurde zwischen 1998 und 2004 umfangreich saniert.

Die St.-Gallus-Kirche ist das größere von zwei Gotteshäusern der Ev.-luth. Kirchengemeinde Altenesch/Lemwerder. Der zweite Bau ist die Kapelle am Deich in Lemwerder.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine frühgotische Marienstatue unbekannter Herkunft stammt vermutlich bereits aus dem Vorgängerbau. Der Beichtstuhl datiert aus dem 15. Jahrhundert. Im angebauten Chorraum befindet sich ein polygonaler Holzbaldachin aus der Renaissance. Ludwig Münstermann schuf 1619 die Kanzel mit Darstellungen der Evangelien und des Namenspatrons der Kirche. 2004 erfolgte eine Restaurierung.

Die Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert stellen das Weltgericht und den Hl. Christophorus dar. Das Altarretabel ist im Stil des Klassizismus gefertigt.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelmi-Orgel von 1795

Die Orgel wurde 1794/95 von dem Orgelbauermeister Georg Wilhelm Wilhelmy (Stade) erbaut und ist vermutlich sein letztes derart erhaltenes Instrument. Die Orgel ist fast vollständig erhalten. Sie wurde zuletzt 2007/2008 durch Winold van der Putten umfassend restauriert, wobei bei den original erhaltenen Registern zwei Töne ergänzt wurden. Das Instrument verfügt über 18 Register auf zwei Manualen und Pedal. Alle Werke haben die Kurze Oktave, so dass das große Cis in allen Stimmen fehlt. Der Subbass 16′ stammt aus dem 19. Jahrhundert. Dieses Register wurde auf einer separaten Lade hinterständig aufgestellt.[3]

I Hauptwerk CD–c3
1. Principal 8′
2. Quinta Dena 16′
3. Gedackt 8′
4. Octav 4′
5. Quinta 3′
6. Octav 2′
7. Mixtur IV
8. Trompete 8′
II Brustwerk CD–c3
9. Quinta Dena 8′
10. Octav 4′
11. Flöte 4′
12. Sesquialtera II
13. Dulcian 8′
Tremulant
Pedalwerk CD–d1
14. Subbass 16′
15. Octav 8′
16. Octav 4′
17. Posaune 16′
18. Trompete 8′

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Bernd Rödiger, Waldemar Reinhardt: Friesische Kirchen – Rüstringen, Friesische Wehde, Butjadingen, Stedingen und Stadt Wilhelmshaven, Band 4. Verlag C. L. Mettcker & Söhne, Jever 1982, S. 108.
  • Wilhelm Gilly: Mittelalterliche Kirchen und Kapellen im Oldenburger Land. Baugeschichte und Bestandsaufnahme. Isensee Verlag, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-126-6, S. 146 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St.-Gallus-Kirche Altenesch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Die St.-Gallus-Kirche Altenesch
  2. Gemeinde Lemwerder, Sehenswürdigkeiten
  3. Orgel in Altenesch, abgerufen am 4. Februar 2018.

Koordinaten: 53° 7′ 38,8″ N, 8° 37′ 24,6″ O