St.-Giragos-Kathedrale

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Ansicht der zerstörten St-Giragos-Kirche in Diyarbakır 2008

Die St.-Giragos-Kathedrale (armenisch Սուրբ Կիրակոս եկեղեցի) ist eine 1371 erbaute armenisch-apostolische Kirche in der türkischen Stadt Diyarbakır und die größte armenische Kirche des Nahen Ostens. Sie wurde nach einer Restauration[1] am 22. Oktober 2011 wieder eröffnet.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Verrostetes Eingangsschild

Die St.-Giragos-Kathedrale wurde 1371 erbaut. Während des Völkermords an den Armeniern 1915/16 unter Gouverneur Mehmed Reschid wurde die Kirche geschlossen und ihr 29 m hoher Kirchturm zerstört. Die Kathedrale diente 1913–1918 der deutschen Armee als örtliches Hauptquartier und wurde später, auch nach der Gründung der Republik Türkei 1923, als Warenhaus und Fabrik genutzt.

In den 1950er Jahren wurde die Kathedrale der Generaldirektion für Stiftungen (Vakıflar Genel Müdürlüğü) unterstellt und 1960 der armenischen Gemeinde zurückgegeben. Bis 1980 feierte man hier Gottesdienste, obwohl die armenische Gemeinde wegen der Auswanderung in den 1970er und 1980er Jahren nahezu erlosch.[3]

Trotz sporadischer Bemühungen von der nun in der Diaspora lebenden armenischen Gemeinde aus Diyarbakır war die Kirche vernachlässigt und bis 2009 dem Zerfall überlassen, als wenige in Diyarbakır geborene, jedoch in Istanbul lebende Armenier ein Stiftungsdirektorium unter Schirmherrschaft des Konstantinopler Patriarchats gründeten - mit dem Ziel des Wiederaufbaus der Kirche und der Rückgewinnung der enteigneten Ländereien.[1]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Die Kathedrale hatte sieben Altäre. Der Gebäudekomplex mit einer Fläche von über 3.200 m² umfasst Priesterhäuser, Kapellen und eine Schule. Das ursprüngliche Dach war mit Erde aus der Region bedeckt. Bei der Renovierung wurde es erneut verwendet.[1]

Nach der Kirche zum Heiligen Kreuz auf Aghtamar in Van galt sie als wichtigste Kirche Westarmeniens.

Galerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: St.-Giragos-Kathedrale – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Armenian Surp Giragos Church ready for Holy Mass, Ararat News & Publishing, 18. September 2011
  2. Wooing Christians. In: The Economist, 2. Dezember 2010. 
  3. Surp Giragos Kilisesi üç kavmin barış dualarıyla açıldı, Artikel der Radikal vom 23. Oktober 2011 (Türkisch)

37.9107240.23875Koordinaten: 37° 54′ 39″ N, 40° 14′ 20″ O