St.-Johannis-Kirche (Barby)

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Südost-Ansicht

Die evangelische St.-Johannis-Kirche in Barby im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt wurde im 13. Jahrhundert im frühgotischen Stil erbaut.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 40 Meter lange und 10 Meter breite zwischen 1264 und 1271 als Klosterkirche der Franziskaner aus Bruchsteinen errichtete Gotteshaus gilt als ältestes erhaltenes Gebäude der Stadt. An der Nordseite grenzte es ursprünglich an die Klausur, daher befindet sich dort nur ein Fenster am Ostende. Die Südfassade ist in zwölf spitzbogige Fenster gegliedert, die von der Dachtraufe bis drei Meter über den Boden reichen. Darunter sind zwei rundbogige Portale eingelassen. Die Ost- und Westwände sind mit Drei-Fenster-Gruppen unterteilt, auf dem Ostgiebel befindet sich das ursprüngliche Giebelkreuz. Als Ordenskirche erhielt das Gebäude keinen Turm, dagegen trägt das Dach einen Dachreiter. Im 14. Jahrhundert fiel das Kloster einem Brand zum Opfer, wurde aber durch Veranlassung des Landesherrn Graf Günther II. wieder hergestellt. Mit der Einführung der Reformation in Barby um 1540 wurde das Franziskanerkloster aufgehoben und die Klosterkirche bis 1659 zur Schloss- und Begräbniskirche der Barbyer Grafen umgewandelt.

Nach umfangreichen Restaurierungen und Umbaumaßnahmen 1886 und 1937 unterblieben weitere Erhaltungsmaßnahmen an der Bausubstanz, sodass die Nutzung der Kirche in den 1990er Jahren gefährdet erschien. Im Herbst 1994 begann eine umfangreiche Grundinstandsetzung des Daches und des Dachreiters.

Innenausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Innere des Kirchenschiffs wird durch eine von Querbalken unterteilte flache Holzdecke abgeschlossen. Die ältesten Einrichtungsgegenstände sind die zahlreichen teilweise farbig gestalteten Grabdenkmäler der Barbyer Grafen. Die älteste Grabplatte für Graf Burkart stammt von 1271. Der Altaraufsatz ist dem Grafen Wolf I. († 1565) und seiner Familie mit einer ausführlichen Bildfolge gewidmet. Aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt eine lebensgroße steinerne Christusfigur, und um 1510 entstand eine Mondsichelmadonna aus Lindenholz. Neben mehreren Epitaphen zeigen vier Ölgemälde bedeutende Pfarrer der St. Johanniskirche aus vier Jahrhunderten (1588–1820). Den Fuß des aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts stammenden barocken Taufsteins stellt eine Schnitzfigur von Johannes dem Täufer dar, während auf der Taufschale die Verkündigung des Herrn dargestellt ist.

Die Orgel auf der Westempore aus der Werkstatt des Zörbiger Orgelbauers Wilhelm Rühlmann ist im Originalzustand von 1895 erhalten.

Drei Buntglasfenster hinter dem Altar in der Ostwand mit Szenen des Lebens Jesu wurden Ende des 20. Jahrhunderts gestiftet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Sachsen-Anhalt I. Deutscher Kunstverlag, München/ Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 78.
  • Kirchenkreis Egeln (Hrsg.): Segen auf weitem Land – Die Kirchen des evangelischen Kirchenkreises Egeln. Edition Akanthus, Spröda 2016, S. 40.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St.-Johannis-Kirche (Barby) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 58′ 7″ N, 11° 53′ 2″ O