St.-Leonhards-Krypta in der Wawel-Kathedrale

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Die St.-Leonhards-Krypta mit dem Sarkophag von König Johann III. Sobieski

Die St.-Leonhards-Krypta unter der Wawel-Kathedrale in Krakau ist eine romanische Krypta, die um 1038/1039 unter Kasimir I. Karl, Herzog von Polen von 1034 bis 1058 errichtet wurde, als dieser Krakau zu seiner Residenz und damit zu Hauptstadt Polens machte. Sie ist der am besten erhaltene romanische Innenraum in Polen und dient als Grablege für polnische Herrscher und Nationalhelden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Leonhards-Krypta ist der älteste erhaltene Teil der früheren romanischen Kathedrale, die erst etwa 100 Jahre später fertiggestellt und im Jahre 1142 geweiht wurde. Sie wurde als „Hermanovska“ bezeichnet, was darauf hindeutet, dass sie im Auftrag von Władysław I. Herman, Herzog von Polen von 1079 bis 1102, errichtet wurde. Hinweise auf das Aussehen der Kathedrale sind einem Siegel des Domkapitels aus dem 13. Jahrhundert zu entnehmen, wo die Kirche dargestellt wurde. Baureste aus dieser Zeit sind bis heute erhalten, so auch im unteren Teil des Silberglockenturms.

Die rechteckige Krypta, deren Gewölbe von acht Steinsäulen getragen wird, ist dem Heiligen Leonhard von Limoges, († 559/620)[1] geweiht und wurde früh als Grablege verwendet. Die erste überlieferte Beisetzung erfolgte im Jahre 1118, also noch vor Fertigstellung des Kirchenbaus, als Bischof Maurus (1110–1118) (französischer Herkunft) in der Krypta beerdigt wurde, wobei bei Grabungen im Jahre 1938 wertvolle Beigaben, u. a. eine Patene und ein Messkelch aus dem Grab geborgen wurden.[2] An ihn erinnert heute eine in den Boden eingelassene Inschrift.

Grabstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit befinden sich in der St.-Leonhards-Krypta die Grabstätten aus einer viel späteren Epoche.[3]

Sarkophag von König Michael I. Wiśniowiecki von Polen)
Sarkophag von Fürst Josef Poniatowski
Sarkophag von Władysław Sikorski

Die Kapelle erinnert auch an Papst Johannes Paul II. (Karol Józef Wojtyła ), der in der Krypta am Altar des Heiligen Leonhard nach seiner Priesterweihe am 2. November 1946 seine erste Messe zelebrierte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hiltgart L. Keller: Reclams Lexikon der Heiligen und der biblischen Gestalten, S. 332
  2. Der Kelch und Patene aus dem Grab des Bischofs Maurus" Symposium Krakau, 1992
  3. Theresa Czerniewicz-Umer (Hauptautorin) „Vis - A – Vis Krakau“ Seite 71; Dorling Kindersley Verlag; London, Auflage 2015/16 ISBN 978-3-7342-0083-0