St. Alexander und Theodor (Ottobeuren)

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Die Basilika St. Alexander und Theodor
Der Kirchengrundriss
Ansicht von Norden

St. Alexander und Theodor ist die Kirche der oberschwäbischen Benediktinerabtei Ottobeuren im Landkreis Unterallgäu. Das Gotteshaus der ehemaligen Reichsabtei gehört durch seine spätbarocke Ausstattung zu den Höhepunkten der Oberschwäbischen Barockstraße. Im Gegensatz zu vielen anderen Kirchen ist St. Alexander und Theodor nicht geostet, sondern nach Süden ausgerichtet. Die seit 1804 dem Land Bayern gehörende Kirche erhielt 1926 von Papst Pius XI. den Ehrentitel Basilica minor. Die Kirche ist dem Heiligen Theodor Tiro und dem Märtyrer Alexander von Rom, einem Mitglied der thebaischen Legion, geweiht.

Bekannt wurde die Basilika vor allem durch die Ottobeurer Konzerte, von denen einige im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Wallfahrten waren früher eine wichtige Einnahmequelle der Benediktiner, sind aber heute nicht mehr von Bedeutung.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche steht auf einem sanft ansteigenden Hügelrücken westlich des Marktplatzes des oberschwäbischen Marktes Ottobeuren. Sie ist weithin über das Tal der Westlichen Günz zu sehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Kirche muss mit der Klostergründung im Jahr 764 erbaut worden sein. 1089 ist ein Neubau belegt.[1] Bereits 1204 ist ein weiterer Neubau mit einem Michaelschor im Westen in Angriff genommen worden. Unter dem Michaelschor befand sich eine Ursulagruft. 1525 wurde das Kloster samt Kirche im Bauernkrieg geplündert. 1553 wurde mit der Erneuerung der gotischen Kirche begonnen. Zuerst wurde der Michaelschor mit der Ursulagruft abgebrochen und durch einen breiteren Mönchschor ersetzt. Der damalige noch geostete Hochchor wurde mit einer Krypta versehen. Die achteckigen Abschlüsse der beiden Osttürme wurden mit Zwiebelhauben gekrönt. Am 21. September 1558 wurde die im Renaissancestil erneuerte Kirche eingeweiht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche samt Kloster zwischen 1630 und 1635 mehrmals verwüstet. Im Jahre 1682 wurde der Neubau eines barocken Klosters geplant, der 1686 mit der Barockisierung der alten Kirche begann. Dieser Umbau wurde jedoch kurz darauf eingestellt. Ab 1711 wurde die gesamte Klosteranlage Stück für Stück abgebrochen und durch einen neuen, barocken Bau ersetzt. Die Klosterkirche wurde zwischen 1737 und 1766 neu erbaut. 1802 wurde die Reichsabtei im Zuge der Säkularisation aufgelöst, die Kirche ging in den Besitz des Kurfürstentums Bayern, später in das Königreich Bayern über. Einigen der damals 48 Mönche wurde erlaubt, das Klosterleben im oberschwäbischen Ottobeuren fortzuführen, was nur unter schwierigen Bedingungen möglich war. So blieb auch die Klosterkirche weiterhin als solche bestehen. Ab 1834/1835 wurden Kloster und Klosterkirche als abhängiges Priorat der Benediktinerabtei Augsburg weitergeführt. Am 25. Januar 1926 verlieh Papst Pius XI. der Abteikirche mit dem Apostolischen Schreiben Refert ad Nos den Titel Basilica minor.[2] Zwischen 1960 und 1964 erfolgte eine umfassende Innen- und Außenrenovierung der Basilika. Die größte Sanierung der Kirche begann 2004 und wurde 2010 abgeschlossen. Dabei wurden auch der gesamte Dachstuhl und die Türme der Kirche saniert. Bis 2014 soll der Innenraum saniert sein.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in das Hauptschiff der Kirche
Der Kreuzaltar mit romanischen Kruzifix und der Hochaltar im Hintergrund

Als Hausarchitekt erstellte der Prior des Klosters P. Christoph Vogt im Jahre 1711 die ersten Pläne für eine neue Kirche im Typus der Kollegienkirche in Salzburg. Ab 1720 bewarben sich mehrere Architekten um den Bau der Kirche, zunächst Donato Giuseppe Frisoni, Kaspar Radmiller und Andrea Maini, später auch so bedeutende wie Dominikus Zimmermann und Joseph Schmuzer. Doch erst Simpert Kramer konnte sich mit seinen Plänen von 1736 durchsetzen und die Leitung für den Kirchenbau übernehmen. Er orientierte sich stark an der Basilika Weingarten, die 1724 eingeweiht worden war. Am 27. September 1737 wurde der Grundstein zum heutigen Kirchenbau durch Abt Rupert II. gelegt. Nach dessen Tod am 20. Oktober 1740 entzog sein Nachfolger, Abt Anselm Erb, Baumeister Kramer 1744 die Bauleitung. Der Münchner Hofbaumeister Joseph Effner musste die Pläne überarbeiten. Effner entschied sich für einen geraden Abschluss des Chores. Wegen seines Todes im Jahre 1745 wechselte die Bauleitung ein weiteres Mal. Der Münchner Architekt Johann Michael Fischer übernahm 1748 den noch in den Fundamenten steckenden Bau. In den folgenden fünf Jahren wurde die alte Kirche abgebrochen und der Rohbau der heutigen Kirche erstellt. Der riesige Dachstuhl wurde 1753 unfallfrei auf den vollendeten Rohbau gesetzt.

Bei der Bewerbung um die Innenausstattung setzte sich 1755 Johann Michael Feuchtmayer gegen seinen Cousin und Konkurrenten Joseph Anton Feuchtmayer durch. Das Künstlerteam um Feuchtmayer konnte ebenfalls für die Innenausstattung gewonnen werden. Gleichzeitig wurde der erste Vertrag mit dem Bildhauer und Stuckplastiker Johann Joseph Christian bezüglich des Chorgestühls geschlossen. Im Mai 1755 waren die Maurerarbeiten an den Gewölben beendet. Zur selben Zeit wurden vermutlich die ersten Verträge mit den Tiroler Malern und Freskanten Johann Jakob Zeiller und Franz Anton Zeiller für die Gewölbefelder geschlossen. Beide freskierten später, teilweise gemeinsam, die Gewölbefelder. Ein Jahr später begannen die Innenarbeiten mit der Freskierung der Gewölbe und der Anfertigung der ersten Stuckplastiken. 1758 wurde ein zweiter Vertrag mit J.M. Feuchtmayer über Stuckarbeiten geschlossen. Ein Jahr später waren die Steinskulpturen an der Fassade fertig. Die dortigen Vergoldungen stammten von Johann Jakob Kleindorffer aus Mindelheim.

Die beiden Türme wurden 1760 vollendet. Die Turmkreuze vergoldete Martin Knoblauch aus Söflingen bei Ulm. Im selben Jahr wurden die Fresken in den Hauptgewölben fertiggestellt. Der Hochaltar wurde 1761 gefasst, mit ihm begann die Ausstattung der Kirche mit der mobilen Inneneinrichtung, welche erst 1777 abgeschlossen wurde. Die beiden Chororgeln wurden 1766 vollendet. Zur Einweihung des Gotteshauses veranstaltete man eine achttägige Feier, die am 28. September 1766 begann. Mit dieser Einweihung feierte das Kloster sein 1000-jähriges Jubiläum nach, das man wegen der noch nicht fertiggestellten Kirche um zwei Jahre verschoben hatte. 1767 starb der Bauherr Abt Anselm Erb. Kleinere Veränderungen beim Mobiliar wurden noch des Öfteren vorgenommen, jedoch stammt der Großteil der erhaltenen Gegenstände aus der Erbauungszeit. 2004 wurde mit einer groß angelegten Sanierung des Dachstuhles begonnen, die 2010 abgeschlossen sein soll.

Baubeschreibung und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ottobeurer Basilika
Ansicht vom Marktplatz

Außenbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Außenbau der Kirche ist gegliedert durch die zwei 82 Meter hohen Zwiebeltürme, welche das, sich im Norden befindliche Eingangsportal flankieren. Hinter den Türmen verborgen schließt sich das etwa 30 Meter lange nördliche Hauptschiff mit seinen Seitenkapellen an. Danach folgt das Querhaus, welches etwa 27 Meter breit ist und etwa 27 weit nach außen ragt, bevor sich die Außenansicht wieder auf die Breite des Langhauses verschlankt und nach etwa 41 Meter in die übrigen Klostergebäude endet.

Das Eingangsportal ist halbmondförmig und in Breite und in Höhe dreigliedrig gestaltet. In der Mitte des unteren Teiles befindet sich das große Hauptportal, links und rechts davon jeweils eine kleinere Eingangstüre. Im Mittelteil gliedern drei große Fenster die Nordseite. Über dem Hauptportal steht Haus Gottes und Himmels Porten, darüber ist eines der drei Fenster. Über dem Fenster ist eine Statue des Erzengels Michael zu sehen. Des Weiteren thront im oberen Teil der Höhengliederung der Heilige Benedikt in einer gemauerten Nische am Giebel des Hauptportals. Flankiert wird er von zwei Figuren an dem Ende der Dachschräge, welche die Märtyrer Alexander und Theodor darstellen. Als Dachfirst ist eine runde Form gewählt, auf welchem in der Mitte ein vergoldetes Dreieck mit Auge angebracht ist. Über den kleineren Seitenportalen ist das Wort Heilig zu lesen.

Innenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Innenraum ist spätbarock ausgestattet. Er gliedert sich in Eingangshalle, Hauptschiff mit östlichem und westlichem Seitenschiff, westliches und östliches Querschiff, und den Chor.

Eingangshalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mittelfresko in der Eingangshalle

In die Eingangshalle der Kirche führen drei Eingänge. Die Decke der Eingangshalle ist der Untergrund der Empore für die Marienorgel, sie ist in drei Gewölbe gegliedert, von denen jedes mit einem Fresko bemalt ist. Das mittlere ist das größte der drei. Es zeigt die Vertreibung der Geldwechsler und Händler aus dem Tempel und hat einen trapezförmigen Zuschnitt. Die Mitte des Freskos liegt zentral im Kreuzgewölbe, der Rand ist mit einem Goldrahmen und Stuck verziert.[3] Das westliche Deckenfresko ist birnenförmig und zeigt das Opfer der armen Witwe, das östliche ist ebenso geformt und zeigt das Gleichnis von Pharisäer und Zöllner.[4] Beide Seitenfresken sind in Gold gefasst und mit Stuck verziert. Ein 1792 geschmiedetes, klassizistisches Eingangsgitter trennt den Hauptraum von der Eingangshalle. Auf dessen Säulen sind geschmiedete und vergoldete Töpfe mit Blumenschmuck angebracht. An den Emporenstützsäulen sind zwei Wappen zu sehen. Das linke ist das Wappen von Papst Pius XI., das rechte das von Papst Benedikt XVI. Über der Eingangshalle befindet sich die Empore für die Marienorgel.

Mittelschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gruftplatte der Äbte von Ottobeuren im nördlichen Teil des Hauptschiffes

Das Mittelschiff hat eine Länge von 89 Metern, eine Höhe von 36 Metern und besitzt pro Seite 10 Marmorsäulen, welche das Hauptschiff von den Seitenschiffen trennen. In der Vierung steht an jeder der vier Ecken je ein einem Heiligen geweihter Altar. Die Decke ist über drei große Kuppeln gegliedert.

Nördlicher Teil

Durch das Eingangsgitter betritt man über die Eingangshalle den nördlichen Teil des Hauptschiffes. Die darüber liegende Empore wird von zwei Marmorsäulen getragen, welche sich durch Atlanten verlängern, die die Empore tragen. Links und rechts sind an der Turmwand je ein kleiner Balkon sowie je ein Prospektteil der Marienorgel zu sehen. Über der Empore ist ein großes Jubiläumsfresko zum 1000-jährigen Bestehen der Abtei angebracht. Das Laiengestühl beginnt fast direkt am Anfang des Hauptschiffes. Links und rechts wird an den Säulen der Seitenschiffe auf Tafeln an die Ruhe im Kirchenraum hingewiesen. Im Fußboden des Mittelganges ist die Gruftplatte einiger Äbte von Ottobeuren eingelassen.

Mittlerer Teil

Der mittlere Teil des Hauptschiffes wird vom großen Deckenfresko dominiert. Dieses zeigt die Glorie des hl. Benedikt und seines Ordens.[5] An den vier Ecken des Deckenfreskos ziehen sich kleine Eckfreskos zu den Pfeilern. Darunter sind Stuckfiguren angebracht. Das nordöstliche Eckenfresko zeigt Benedikt mit Stiftern.

Südlicher Teil

Der südliche Teil des Langhauses ist durch die Vierung mit den vier Heiligenaltären geprägt.

Ostschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ostschiff hat eine Länge von 89 Metern. Es wird vom östlichen Querhaus durchbrochen. Der nördliche Teil ist einstöckig, nach der Vierung ist er zweistöckig.

Nördlicher Teil

Der nördliche Teil des Ostschiffes wird für zwei Seitenaltäre genutzt.

Südlicher Teil

Der südliche Teil des Ostschiffes ist für die Öffentlichkeit verschlossen. Es ist zweigeteilt, das Erdgeschoss wird als Sakristei genutzt. Im ersten Stock befindet sich die Heilig-Geist-Orgel.

Westschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Westschiff hat eine Länge von 89 Metern. Wie das Ostschiff wird auch das Westschiff durch das Querhaus durchbrochen.

Nördlicher Teil

Das nördliche Teilstück wird für zwei Seitenaltäre genutzt.

Südlicher Teil

Das südliche Teilstück ist doppelstöckig und durch Deckengewölbe zweigeteilt. Im unteren Teil verläuft ein öffentlicher Durchgang von der Kirche zum Klostergebäude. Den ersten Stock nimmt die Dreifaltigkeitsorgel ein.

Östliches Querhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das östliche Querhaus hat eine Länge von 58 Metern und eine Breite von 18 Metern. Der an der Ostfront stehende Altar ist den heiligen Kirchenpatronen Alexander und Theodor sowie dem heiligen Sebastian geweiht. In der zentralen Nische unterhalb des Altarbilds wurde das Wallfahrtsbild „Unsere Liebe Frau von Eldern“ aufgestellt, die kleine Statue einer sitzenden Madonna mit Kind; diese wurde einst im 1803 aufgehobenen Kloster Eldern verehrt und fand 1841 nach der Wiedererrichtung des Klosters Ottobeuren in der Klosterkirche ihren Platz. Sie ist auch heute noch Ziel einer Wallfahrt. Nach dem Gnadenbild wird das östliche Querhaus auch als Eldern-Kapelle und der Altar auch als Eldern-Altar bezeichnet.

Westliches Querhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das westliche Querhaus hat eine Länge von 58 Metern und eine Breite von 18 Metern. Der an der westlichen Front stehende Altar ist der Marienaltar der Basilika.

Chor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Chorraum wird vom hochaufragendem Hochaltar bestimmt. An den Seiten gruppiert sich das Chorgestühl, der Abtstuhl sowie die Prospekte der Chororgeln.

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klosterkirche verfügt über insgesamt drei Orgeln. Zwei davon, die Heilig-Geist-Orgel und die Dreifaltigkeitsorgel, stammen aus dem Jahr 1766 und sind beinahe vollständig original erhalten. Die Marienorgel, die eigentliche „Hauptorgel“, wurde erst 1957 erbaut.

Chororgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreifaltigkeits- und die Heilig-Geist-Orgel wurden bald nach der Fertigstellung der barocken Kirche durch den aus Ottobeuren stammenden und in Frankreich sehr erfolgreich gewordenen Orgelbauer Karl Joseph Riepp erbaut und 1766 fertiggestellt. Sie waren ursprünglich als Chororgeln vorgesehen und fanden daher ihren Standort auf Emporen links und rechts des Altarraumes. Zur Erbauung einer Hauptorgel auf der Empore des Langschiffes, zu der Riepp bereits detaillierte Pläne ausgearbeitet hatte, kam es indes wegen finanzieller Schwierigkeiten des Klosters nicht mehr. Erst 1957 erhielt die Klosterkirche die Marienorgel.

Die Chororgeln Riepps sind stark durch seine jahrzehntelange Wirkungszeit in Frankreich geprägt und durch und durch nach französischen Bauprinzipien konstruiert. Es handelt sich also quasi um genuin französisch-klassische Orgeln, errichtet durch einen deutschstämmigen Orgelbauer in Deutschland.

Die kleinere Heilig-Geist-Orgel verfügt über 27 Register auf zwei Manualen und Pedal, während die Dreifaltigkeits-Orgel 49 Register auf vier Manualen und Pedal besitzt. Beide sind vollkommen typisch nach den Dispositionsprinzipien des klassischen französischen Orgelbaus disponiert und intoniert, so dass sich Orgelliteratur des französischen Barock auf ihnen ideal darstellen lässt. Beide Orgeln wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Orgelbaufirma Steinmeyer in für damalige Verhältnisse höchst ungewöhnlich pietätvoller Weise restauriert (Dreifaltigkeitsorgel 1914, Heilig-Geist-Orgel 1922) und sind dadurch bis auf den heutigen Tag in außergewöhnlich originalem Zustand erhalten.

Heilig-Geist-Orgel

Blick auf die Heilig-Geist-Orgel
I Positiv

1. Copel 8′
2. Flauta 8′
3. Prestant 4′
4. Flet 4′
5. Quint 3′
6. Doublet 2′
7. Cornet III (ab g0)
8. Mixtur IV
9. Schalmey 8′
II Hauptwerk
10. Copel 16′
11. Prinzipal 8′
12. Copel 8′
13. Flauta 8′
14. Gamba 8′
15. Salicet 8′
16. Oktav 4′
17. Flet 4′
18. Doublet 2′
19. Mixtur IV
20. Cimbal III
21. Cromorne 8′
Pedal
22. Prinzipal 16′
23. Copel 16′
24. Flauta 8′
25. Flet 4′
26. Quint 3′
27. Fagot 8′
  • mechanische Schleifladen

Dreifaltigkeits-Orgel

Spieltisch der Dreifaltigkeits-Orgel
I Positiv C–d3
1. Principal 16′ (D)
2. Flauta 8′ (B/D)
3. Copel 8′ (B/D)
4. Octav 4′ (B/D)
5. Flet 4′
6. Gamba 4′ (B/D)
7. Nazard 3′ (B/D)
8. Quart 2′ (B/D)
9. Tertz 112 (B/D)
10. Quint 112 (B/D)
11. Forniture V-VI 1′ (B/D)
12. Trompet 8′ (B/D)
13. Cromorne 8′ (B/D)
14. Vox humaine 8′ (B/D)
15. Clairon 4′ (B/D)
II Hauptwerk C–d3
16. Copel 16′
17. Prinzipal 8′
18. Copel 8′
19. Flauta 8′
20. Gamba 8′
21. Salicet 8′
22. Prestant 4′
23. Flet 4′
24. Tertz (ext. Nr. 27) 3′
25. Quint 3′
26. Waldflet 2′
27. Tertz 112
28. Cornet V (ab c0)
29. Mixtur IV 3′
30. Cimbal IV-VI 1′
31. Trompet 8′
32. Clairon 4′
III Recit C–d3
33. Cornet Resi V (ab g0) 8′

IV Echo C–d3
34. Copel 8′ (B/D)
35. Flet 4′ (B/D)
36. Larigot II 3′ + 2′ (D)
37. Quint 3′ (B)
38. Quart 2′ (B)
39. Tertz II 112′ + 1′ (D)
40. Tertz 112 (B)
41. Hoboi 8′ (B/D)
Pedal C–d1
42. Prinzipal 16′
43. Copel 16′
44. Octav 8′
45. Gamb 8′
46. Quint 6′
47. Flet 4′
48. Mixtur III 3′
49. Bombarde 16′
50. Trompet 8′
51. Trompet 4′
  • mechanische Schleifladen

Marien-Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Marienorgel
eine der Balkonorgeln

Die Marienorgel erhielt die Klosterkirche schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg durch eine Spende des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Sie wurde durch die Firma Steinmeyer erbaut und 2002 durch die Orgelbaufirma Klais renoviert und erweitert. Das Instrument hat derzeit 90 Register auf 5 Manualen und Pedal. Eine Besonderheit sind die beiden "ausgegliederten" Balkonorgeln, die jeweils mit einem eigenen Pedalwerk ausgestattet sind.[6]

I Positiv C–g3
1. Bordun 16′
2. Prinzipal 8′
3. Rohrflöte 8′
4. Gamba 8′
5. Oktave 4′
6. Koppelflöte 4′
7. Quinte 223
8. Oktave 2′
9. Terz 135
10. Mixtur V 113
11. Trompete 8′
12. Cromorne 8′
II Hauptwerk C–g3
13. Prinzipal 16′
14. Prinzipal 8′
15. Doppelflöte 8′
16. Gedackt 8′
17. Gemshorn 8′
18. Oktave 4′
19. Hohlflöte 4′
20. Quinte 223
21. Oktave 2′
22. Großmixtur III-IV 2′
23. Mixtur IV-V 113
24. Bombarde 16′
25. Trompette 8′
26. Clairon 4′
III Brustwerk C–g3
27. Koppelgedackt 8′
28. Salicet 8′
29. Praestant 4′
30. Blockflöte 4′
31. Nazard 223
32. Waldflöte 2′
33. Terz 135
34. Larigo 113
35. Flageolett 1′
36. Scharfcymbel IV 1′
37. Musette 16′
38. Vox humana 8′
Trompeteria C–g3
72. Cornet V 8′
73. Tuba magna 16′
74. Tuba mirabilis 8′
75. Fanfare 8′
76. Clairon fanfare 4′
IV Balkonorgel links – Récit C–g3
39. Bourdon 16′
40. Montre 8′
41. Flûte harmonique 8′
42. Quintade 8′
43. Salicional 8′
44. Unda maris 8′
45. Prestant 4′
46. Flûte octaviante 4′
47. Octavin 2′
48. Septimenkornett III-V 223
49. Plein jeu V 2′
50. Basson 16′
51. Trompette harmonique 8′
52. Clairon harmonique 4′

Pedal (Recit) C–f1
53. Subbaß 16′
54. Flûte 8′
55. Fagott 16′
V Balkonorgel rechts – Echo C–g3
56. Prinzipal 8′
57. Bourdon doux 8′
58. Viola da Gamba 8′
59. Vox angelica 8′
60. Venezianerflöte 4′
61. Viola d’amore 4′
62. Nachthorn 2′
63. Viola piccola 2′
64. Harmonia aetheria IV 223
65. Cymbel III 1′
66. Dulcian 16′
67. Hautbois 8′
68. Regal 8′
 

Pedal (Echo) C–f1
69. Salicet-Bass 16′
70. Violoncello 8′
71. Flûte 4′
Pedal C–f1
77. Prinzipal-Untersatz 32′
78. Prinzipal 16′
79. Subbass 16′
80. Octave 8′
81. Gedeckt 8′
82. Violon 8′
83. Octave 4′
84. Choralflöte 2′
85. Hintersatz V 223
86. Contra-Bombarde 32′
87. Bombarde 16′
88. Posaune 16′
89. Trompette 8′
90. Clairon 4′
  • Koppeln
    • Normalkoppeln: I/II, III/II, IV/II, V/II, III/I, IV/I, V/I, I/III, IV/III, V/III, V/IV, I/P, II/P, III/P, IV/P, V/P
    • Trompeteria: an I, II, III, IV, V, P
    • Suboktavkoppeln: IV/IV, V/V
    • Superoktavkoppeln: IV/IV, V/V, IV/P

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Glocken werden 1439 erwähnt. Dabei wurde die große und die kleine Hosannaglocke gegossen. 1577 wurden zwei weitere Glocken von der Biberacher Glockengießerei Joachim Vohner I. gekauft. Diese beiden existieren noch heute. Die Elfuhrglocke ist heute im Ostturm aufgehängt, die andere wurde 1948 an die Pfarrei Lamerdingen verkauft. Die nächsten Glocken wurden 1784 von der Memminger Glockengießerei Johann Georg Ernst gekauft. Es könnte sich dabei um die 1864 erwähnte Antlaßglocke gehandelt haben.[7] Die große Hosannaglocke wurde vom Freistaat Bayern 1902 an die Kirche von Wald im schweizerischen Kanton Appenzell Ausserrhoden verkauft, wo sie 1902 für ein neues Geläut eingeschmolzen wurde. Bis 1864 bestand das Ottobeurer Geläut aus lediglich drei Glocken. 1864 wurden zum 1100-Jahr Jubiläum des Klosters drei Glocken aus der Memminger Glockengießerei Johann Hermann gekauft. Die zwei kleineren wurden im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen. 1929 wurden drei neue Glocken als Ausgleich von der Lauinger Glockengießerei Radler gekauft. Bis zum Zweiten Weltkrieg waren auf dem Westturm die Hoasanna- und die Preciosaglocke aufgehängt, auf dem Ostturm hing die kleine Hosanna, die Elfuhrglocke, die Zwölfuhrglocke, die Marienglocke und die Benediktusglocke. Während des Zweiten Weltkrieges mussten alle Glocken, bis auf die Benediktusglocke abgegeben werden. Eingeschmolzen wurden die Marienglocke, die kleine Hosanna, die Preciosa und die Hosanna. Die anderen Glocken wurden auf dem Glockenfriedhof in Hamburg eingelagert. Die neuen Glocken, welche nach dem Zweiten Weltkrieg angeschafft wurden, kosteten 12.500 Reichsmark.

Das heutige Abteigeläute zählt mit seinen sieben Glocken, welche in beiden Türmen aufgehängt sind, zu den tontiefsten Glockenensembles in Bayern.[8][9]

Nr.
 
Name
 
Gussjahr
 
Gießer
 
Gewicht
(kg)
Nominal
(16tel)
Turm
 
1 Hosannaglocke 1947 Glockengießerei Johann Hahn, Landshut 4.995 g0 Westturm
2 Preciosaglocke 1948 3.032 b0
3 Kleine Hosannaglocke (auch Scheidungsglocke) 2.000 c1 Ostturm
4 Elfuhrglocke 1.422 d1
5 Zwölfuhrglocke 1986 Glockengießerei Bachert, Bad Friedrichshall 1.122 f1
6 Immaculataglocke (auch alte Zwölfuhrglocke) 1577 Joachim Vollmer, Biberach 613 g1
7 Benedictaglocke 1948 Glockengießerei Johann Hahn, Landshut 423 a1

Westturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westturm hängen folgende Glocken:

  • Die Hosannaglocke ist auf den Ton g0 gestimmt, besitzt ein Gewicht von 4995 Kilogramm und wurde 1947 von der Glockengießerei Johann Hahn aus Landshut gegossen. Sie besitzt ein Bildnis, welche die Allerheiligste Dreifaltigkeit zeigt. Die Inschrift lautet Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango nomen meum Hosanna (dt. Die Lebenden rufe ich, die Toten beklage ich, die Blitze breche ich, mein Name ist Hosanna). Die Umschrift Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango wird seit dem 15. Jahrhundert häufig an Glocken angebracht. Einen hohen Bekanntheitsgrad erreichte sie, als Friedrich Schiller sie als Motto seinem berühmten Gedicht „Das Lied von der Glocke“ voranstellte. Schiller hatte den Spruch von einer Glocke in Schaffhausen übernommen. Des Weiteren ist ein Chronogramm eingraviert, welches lautet: DIro beLLo absVMpta tertIo nasCor pIe sVaVIterqVe CantatVra sanCtae trInItatI qVae propItIe astItIt ottenbVrae (dt.: Durch den grausamen Krieg hinweggenommen, erstehe ich zum dritten Mal, um fromm und lieblich der heiligen Dreifaltigkeit zu lobsingen, die Ottobeuren gnädig zur Seite stand.). Das Chronogramm ergibt die Zahl 1946 in römischen Ziffern.
  • Die Preciosaglocke ist auf den Ton b0 gestimmt, besitzt ein Gewicht von 3032 Kilogramm und wurde 1948 von der Gießerei Hahn aus Landshut gegossen. Sie zeigt das Bildnis der Kirchenpatrone St. Theodor und St. Sebastian. Die Inschrift lautet Pretiosa in conspectu Domini mors sanctorum eius (dt.: Kostbar ist in den Augen des Herrn der Tod seiner Heiligen.). Des Weiteren ist ein Chronogramm eingraviert. Dieses lautet MortIs pretIosae obtentV qVa sanCtI PatronI obIerVnt ChrIstVs reX paroChIanos IVgIter Donet CopIosa gratIa (dt.: Im Hinblick auf den kostbaren Tod der heiligen Patrone möge Christkönig die Pfarrgemeinde stets mit reicher Gnade beschenken.). Das Chronogramm beinhaltet die Zahl 1946.

Ostturm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ostturm hängen folgende Glocken:

  • Die kleine Hosannaglocke oder Scheidungsglocke ist auf den Ton C' gestimmt, besitzt ein Gewicht von 2000 Kilogramm und wurde 1948 von der Gießerei Hahn aus Landshut gegossen. Auf ihr ist ein Bildnis des heiligen Josef und eines Pelikans zu sehen. Die Inschrift lautet Aus dem Feuer bin ich geflossen; Johann Hahn aus Landshut hat mich gegossen.. Des Weiteren ist ein Chronogramm eingraviert, welches LIbens IVgIter patroCInare pIe sanCte Ioseph eCCLesIae CoenobIo abbatI, VIVIs MorIentIbVs, VInCLo CorporIs soLVtIs (dt.: O gütiger heiliger Josef, schütze immerdar gern Kirche, Kloster und Abt, die Lebenden, die Sterbenden und die, die schon befreit sind von der Fessel des Leibes.) lautet. Auch dieses Chronogramm ergibt 1946.
  • Die Elfuhrglocke ist auf den Ton d' gestimmt, besitzt ein Gewicht von 1422 Kilogramm und wurde 1948 von der Gießerei Hahn aus Landshut gegossen. Auf der Glocke ist ein Bildnis des kreuztragenden Jesus zu sehen. Die Inschrift lautet Ecce crucem Domini fugite partes adversae vicit leo de tribu Juda radix David (dt.: Seht das Kreuz des Herrn, fliehet feindliche Mächte, gesiegt hat der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids.). Diese Inschrift wird nach der Legende, dass der heilige Antonius einer Frau gegen die Versuchungen des Teufels dieses exorzistische Gebet empfohlen habe, Motto des heiligen Antonius genannt. Papst Sixtus V. hat das Gebet auf der Basis des Obelisken auf dem Petersplatz in Rom einmeißeln lassen.
  • Die Zwölfuhrglocke ist auf den Ton f gestimmt, besitzt ein Gewicht von 1122 Kilogramm und wurde 1986 von der Glockengießerei Bachert aus Bad Friedrichshall gegossen. Auf ihr ist das Bildnis des romanischen Kruzifixes des Kreuzaltars der Basilika zu sehen. Die Inschrift lautet Jesus Nazarenus rex Judaeorum titulus triumphalis defendat nos (dt.: Jesus von Nazareth, König der Juden, dieser siegreiche Ehrenname schütze uns!).
  • Die Immaculataglocke oder alte Zwölfuhrglocke ist die älteste noch erhaltene Glocke der Basilika. Sie ist auf den Ton g' gestimmt und hat ein Gewicht von 613 Kilogramm. Sie wurde 1577 von Joachim Vollmer aus Biberach gegossen. Auf ihr ist ein Bildnis einer Kreuzigungsgruppe mit dem knienden Abt Kaspar Kindelmann und dem Wappen des Klosters zu sehen. Die Inschrift lautet Jesus Nazarenus rex Judaeorum titulus triumphalis defendat nos (dt.: Jesus von Nazareth, König der Juden, dieser siegreiche Ehrenname schütze uns!).
  • Die Benedictaglocke ist auf den Ton a' gestimmt, besitzt ein Gewicht von 423 Kilogramm und wurde von der Gießerei Hahn 1948 gegossen. Auf ihr ist das Bildnis des heiligen Benedikt zu sehen. Die Inschrift lautet Benedictus Deus in Sanctis suis (dt.: Gepriesen sei Gott in seinen Heiligen).

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist heute Hauptkirche des Dekanats Ottobeuren. Gottesdienste finden täglich statt. Die Kirche ist auch Konzertsaal für die Ottobeurer Konzerte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gabriele Dischinger: Ottobeuren – Bau- und Ausstattungsgeschichte der Klosteranlage 1672-1802. Kommentar – Planzeichnungen – Quellen und Register (= Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige; 47). EOS Verlag, St. Ottilien 2011, ISBN 978-3-8306-7467-2.
  • P. Ulrich Faust OSB: Abtei Ottobeuren – Geschichtlicher Überblick 764 bis heute. 2. Auflage. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2007, ISBN 978-3-89870-189-1.
  • Josef Edwin Miltschitzky: Ottobeuren: ein europäisches Orgelzentrum. Orgelbauer, Orgeln, und überlieferte Orgelmusik. Dissertation, Universität Amsterdam 2012 (Volltext) – mit ausführlicher Beschreibung der Orgeln der Basilika und ihrer Geschichte
  • P. Rupert Prusinovsky OSB: Benediktinerabtei Ottobeuren – Basilika St. Alexander und Theodor. Hrsg.: Benediktinerabtei Ottobeuren. Ottobeuren 2008.
  • Paul Smets: Die Orgelgeschichte der Abtei Ottobeuren. Rheingold-Verlag, Mainz 1959.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prusinovsky, Seite 6
  2. Pius XI.: Litt. Apost. Refert ad Nos, in: AAS 18 (1926), n. 6, p. 214s.
  3. Fresko Nr. F1 im Grundriss
  4. Westliches Fresko Nr. F2, östliches Fresko Nr. F3 im Grundriss
  5. F38 im Kirchengrundriss
  6. zur Disposition
  7. Die Ottobeurer Glockengeschichte. Abgerufen im 9. März 2009.
  8. Das Glockengeläut von Ottobeuren (Memento vom 30. September 2007 im Internet Archive)
  9. Hörbeispiel auf Youtube. Abgerufen im 7. März 2009.

Koordinaten: 47° 56′ 29″ N, 10° 17′ 53″ O