St. Anna (Hellenthal)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
St. Anna in Hellenthal

St. Anna ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Hellenthal im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen.

Die Kirche ist der hl. Mutter Anna geweiht.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchengebäude befindet sich im Ortskern von Hellenthal an der Ecke Kölner Straße (B 265) / Hardtstraße. Der Alte Chor ist geostet, der neue Chor zeigt Richtung Norden. Nördlich der Pfarrkirche fließt der Fluss Olef. Direkt östlich befindet sich der Kath. Kindergarten und nördlich das Pfarrheim.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hellenthal gehörte ursprünglich zu zwei Pfarreien, der eine Teil gehörte zu Schleiden und der andere Teil zur Pfarre Reifferscheid. Bereits 1260 wurde ein Gotteshaus in Hellenthal erwähnt, über das nichts näheres bekannt ist. Im Schleidener Teil ließ Anfang des 16. Jahrhunderts das Kloster Steinfeld eine Kapelle erbauen; das Kloster hatte zu dieser Zeit Besitztümer in Hellenthal. Im Schleidener Teil von Hellenthal konnte sich 1561 zunächst die Reformation durchsetzen, was zur Einführung des lutherischen Bekenntnisses führte. Erst um 1620 wurde der Schleidener Teil im Zuge der Gegenreformation rekatholisiert. Demhingegen blieb der Reifferscheider Ortsteil Hellenthals beim katholischen Bekenntnis.[1] Im Jahr 1697 erreichten die Einwohner des Schleidener und Reifferscheider Teils Hellenthals gemeinsam, dass in der Kapelle an Sonn- und Feiertagen eine Messe gehalten wird. 11 Jahre später, 1708, erhielt Hellenthal mit Johann Peter Bock einen eigenen Vikar. Im Jahr 1802 wurde im Zuge der französischen Pfarrumschreibungen Hellenthal in die Pfarre Blumenthal umgepfarrt, wodurch Hellenthal nun nicht mehr in zwei Pfarrgemeinden aufgeteilt war. Zu dieser Zeit gehörte der Ort zum Bistum Lüttich. 1821 kam Hellenthal als Filiale der Pfarre Blumenthal zum wiedererrichteten Erzbistum Köln. Am 29. August 1834 wurde Hellenthal schließlich von der Pfarre Blumenthal abgetrennt und durch den Kölner Erzbischof Ferdinand August von Spiegel zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Seit 1930 gehört die Pfarrgemeinde zum Bistum Aachen.[2]

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine erste Kapelle in Hellenthal bestand bereits im 13. Jahrhundert. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde eine neue Kapelle erbaut. Dabei handelte es sich um eine zweijochige Saalkirche aus Bruchsteinen mit einem Glockenturm, fünfseitigem Chorschluss und Kreuzrippengewölben die 1834 zur Pfarrkirche erhoben wurde. Aufgrund der angestiegenen Bevölkerungszahl wurde dieses Gotteshaus Ende des 19. Jahrhunderts zu klein und ein Neubau beschlossen. 1903 wurde diese Kirche schließlich bis auf den Chor abgerissen. Der Chor dient seitdem als Friedhofskapelle.

1886 erwarb die Pfarre ein Grundstück zum Bau einer neuen Kirche. Die Pläne zum Neubau fertigte der Bonner Architekt Gerhard Franz Langenberg an. Er schuf eine neugotische Saalkirche mit vorgebautem Glockenturm im Westen und einem fünfseitig geschossenem Chor im Osten. Die Grundsteinlegung erfolgte am 25. September 1892 und bis 1894 war die neue Pfarrkirche fertiggestellt, sodass am 4. Oktober 1894 die neue Pfarrkirche konsekriert wurde.

Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurde die neue Pfarrkirche am 12. und 13. Oktober fast vollständig zerstört. Nur der Glockenturm und die Chormauern blieben erhalten. 1951 begann man mit dem Neubau der Kirche, in den Chor und Glockenturm integriert wurden. Die neuen Bauteile wurden aus ortstypischen Bruchsteinen errichtet. Die Planung des neuen Gotteshauses lag in Händen des Rheydter Architekten Alfons Leitl. Der Neubau wurde als Saalkirche quer zum zerstörten Kirchenschiff gestellt, wodurch der alte Kirchturm und der alte Chor nun als Querschiff dienen. Die Weihe erfolgte am 22. August 1954 durch den Aachener Weihbischof Friedrich Hünermann.[3]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kirche befindet sich eine moderne Ausstattung. Erwähnenswert sind die Gemälde auf den Flügeltüren der Orgel sowie an der Orgelempore, die der Bonner Künstler Egbert Verbeek in den 1980er Jahren geschaffen hat. Von ihm stammt auch das Altarkreuz.

Die Orgel ist ein Werk der ortsansässigen Firma Weimbs Orgelbau aus dem Jahr 1986. Das Schleifladen-Instrument hat 32 Register auf drei Manualwerken und Pedal. Die Traktoren sind mechanisch.[4]

I Hauptwerk C–g3
1. Bourdon 16'
2. Prinzipal 8'
3. Rohrflöte 8'
4. Octave 4'
5. Blockflöte 4'
6. Superoctave 2'
7. Cornet III 223'
8. Mixtur V 113'
9. Trompete 8'
II Positiv C–g3
10. Gedeckt 8'
11. Gemshorn 4'
12. Principal 2'
13. Larigot II 113'
14. Sesquialtera II 223'
15. Cromorne 8'
Tremulant
III Schwellwerk C–g3
16. Wittflaut 8'
17. Viola di Gamba 8'
18. Vox coelestis 8'
19. Flaut travers 4'
20. Principal 4'
21. Nasard 223'
22. Flaut harmonique 2'
23. Terz 135'
24. Mixtur V 2'
25. Hautbois 8'
26. Voix humaine 8'
Tremulant
Pedalwerk C–f1
27. Subbaß 16'
28. Gedackt 8'
29. Violoncello 8'
30. Holzoctave 4'
31. Bombarde 16'
32. Posaune 8'
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
  • ‘’Effektregister:’’ Cymbelstern

Die Buntglasfenster wurden nach Entwürfen des Architekten Alfons Leitl 1953 angefertigt.[5][6]

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Glockenturm befinden sich fünf Bronzeglocken von zwei verschiedenen Gießern.[7]

Nr.
 
Name
 
Gießer
 
Gussjahr
 
Durchmesser
(mm)
Masse
(kg, ca.)
Schlagton
(HT-1/16)
1 Wolfgang Hausen-Mabilon, Glockengießerei Mabilon, Saarburg 1983 - - es1
2 Karl Otto, Fa. F. Otto, Hemelingen 1894 - - ges1
3 Wolfgang Hausen-Mabilon, Glockengießerei Mabilon, Saarburg 1983 - - as1
4 Karl Otto, Fa. F. Otto, Hemelingen 1894 - - b1
5 Wolfgang Hausen-Mabilon, Glockengießerei Mabilon, Saarburg 1983 - - des2

Pfarrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Pfarrer wirkten bislang an St. Anna als Seelsorger:[8][9]

von – bis Name
1906–1936 Heinrich Klösgen
1936–1941 Leonhard Bauer
1941–1945 Josef Conrads
1945–1974 Heinrich Klais
1975–1983 Bernhard Frohn
1983–1991 Josef Witt
1991–2009 Lothar Tillmann
Seit 2009 Philipp Cuck

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte. In: Internetauftritt der Pfarrgemeinde. Abgerufen am 23. August 2017.
  2. Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, herausgegeben vom Bischöflichen Generalvikariat, Aachen 1994, S. 530.
  3. Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, herausgegeben vom Bischöflichen Generalvikariat, Aachen 1994, S. 531.
  4. Informationen zur Orgel (gesehen am 31.05.2018)
  5. Unsere Pfarrkirche St. Anna in Hellenthal. In: Internetauftritt der Pfarrgemeinde. Abgerufen am 23. August 2017.
  6. Hellenthal, Kath. Kirche St. Anna. In: Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts e.V. Abgerufen am 23. August 2017.
  7. Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, herausgegeben vom Bischöflichen Generalvikariat, Aachen 1994, S. 531.
  8. Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, herausgegeben vom Bischöflichen Generalvikariat, Aachen 1994, S. 531.
  9. Katholische Kirche: Am Ende ihrer Kräfte. In: Kölner Stadt-Anzeiger. 9. März 2009, abgerufen am 23. August 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 50° 29′ 28,3″ N, 6° 26′ 17,7″ O