St. Bernhard (Karlsruhe)

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Koordinaten: 49° 0′ 31,8″ N, 8° 25′ 12,4″ O

St. Bernhard

Die Kirche St. Bernhard ist eine römisch-katholische Pfarrkirche im neugotischen Stil in Karlsruhe. Sie befindet sich in der Oststadt am Durlacher Tor, wo 1893 auf einer Aufschüttung der Grundstein für sie als dritte katholische Pfarrkirche der Stadt gelegt wurde. Der aus rotem Sandstein bis 1901 errichtete Sakralbau spiegelt zum einen das Bemühen des Großherzogs Friedrich I. von Baden um konfessionellen Ausgleich wider, indem er der im 19. Jahrhundert gestiegenen Bedeutung des Katholizismus im traditionell protestantischen Landesteil von Baden (Linie Baden-Durlach) in der Landeshauptstadt Ausdruck verleiht.[1] Zum anderen bildet der Bau samt 86 m hohem, zur Innenstadt ausgerichtetem Turm den weithin sichtbaren baulichen Abschluss der Kaiserstraße im Osten. Die Kirche am Durlacher Tor korrespondiert damit stadtmorphologisch der Christuskirche am Mühlburger Tor im Westen der Stadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchenbau wurde von 1893 bis 1901 nach den Plänen des erzbischöflichen Bauinspektors Max Meckel errichtet. Zuvor hatte Großherzog Friedrich I. ein über 5200 m2 großes Grundstück des Hofküchengartens als Bauplatz für die dritte Pfarrkirche der Stadt ausgewiesen. Der Bau weist einen kreuzförmigen Grundriss auf und zitiert den architektonischen Formenschatz der Gotik, namentlich der zwischen 1235 und 1283 erbauten Deutschordenskirche St. Elisabeth in Marburg. Als Einturmfassade orientiert er sich zudem am Freiburger Münster.[1] Sieben Glocken wurden im Jahr 1902 von der Gießerei B. Grüninger in Villingen gegossen. Sechs davon wurden im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt, wurden aber schließlich wiedergefunden und zusammen mit einer weiteren 1947 zurückgeführt.[2]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standbild Bernhards II. von Baden

St. Bernhard, nach St. Stephan die zweite katholische Hauptkirche der Stadt, ist eine dreischiffige Basilika mit dem höchsten Kirchturm der Stadt. Zu ihren Ausstattungsstücken gehört der 1905 vollendete Hochaltar mit Kreuzigungsgruppe.[1] St. Bernhard wird als bedeutender neugotischer Sakralbau des ehemaligen Großherzogtums Baden betrachtet. Ein Standbild des Patrons der Kirche, Markgraf Bernhard II. von Baden, prägt die Westseite des Turms auf 21 m Höhe. Es wurde von Fridolin Dietsche geschaffen.[3]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Kirche 1959 eine neue Orgel als Ersatz für das Instrument, welches im Krieg zerstört worden war.

Die Orgelbaufirma Mühleisen (Leonberg) baut eine neue Orgel mit 59 Registern (darunter 10 transmittierte und extendierte Stimmen) auf drei Manualwerken und Pedal. Die Orgel soll im Frühsommer 2018 vollendet werden.[4]

II Hauptwerk C–a3
1. Prinzipal 16′
2. Principal 8′
3. Flöte 8′
4. Rohrflöte 8′
5. Viola da Gamba 8′
6. Octave 4′
7. Spitzflöte 4′
8. Quinte 223
9. Superoktave 2′
10. Mixtur major 2′
11. Mixtur minor 113
12. Cornett V (ab g0) 8′
13. Trompete 16′
14. Trompete 8′
II Schwell-Positiv C–a3
15. Bourdon 16′
16. Principal 8′
17. Gedeckt 8′
18. Salicional 8′
19. Oktave 4′
20. Rohrflöte 4′
21. Nasard 223
22. Doublette 2′
23. Terz 135
24. Larigot 113
25. Mixtur IV 113
26. Fagott 16′
27. Trompete 8′
28. Vox humana 8′
29. Clarinette 8′
Tremulant
III Schwellwerk C–a3
30. Bordun (= Nr. 15) 16′
31. Diapason 8′
32. Flute 8′
33. Bourdon 8′
34. Gambe 8′
35. Voix celeste (ab c0) 8′
36. Viole 4′
37. Flute 4′
38. Octavin 2′
39. Plein Jeu IV 223
40. Octavin 2′
41. Trompete 16′
42. Hautbois 8′
43. Clairon 4′
Tremulant
Pedalwerk C–g1
44. Subbass (Ext. Nr. 47) 32′
45. Principal 16′
46. Violon 16′
47. Subbass 16′
48. Bourdon (= Nr. 15) 16′
49. Octave 8′
50. Violon (Ext. Nr. 46) 8′
51. Gedacktbass (Ext. Nr. 47) 8′
52. Bourdon (= Nr. 33) 8′
53. Octave (Ext. Nr. 49) 4′
55. Mixtur IV 223
55. Kontraposaune 32′
56. Posaune 16′
57. Fagott 16′
58. Trompete 8′
59. Trompete (Ext. Nr. 58) 4′

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Bernhard (Karlsruhe) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Annette Ludwig, Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Bernhard Schmitt: Karlsruhe – Architektur im Blick. Ein Querschnitt. Röser, Karlsruhe 2005, ISBN 3-9805361-2-2, S. 85.
  2. Heinrich Alois Schillinger, Regina Speck: Katholische Kirche St. Bernhard (Stadt Karlsruhe, Denkmaltag 2010)
  3. Werner Wolf-Holzäpfel: Der Architekt Max Meckel 1847–1910. Studien zur Architektur und zum Kirchenbau des Historismus in Deutschland. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg 2000, ISBN 3-933784-62-X, S. 192.
  4. So wird die neue Orgel werden. Kath. Pfarrgemeinde St. Bernhard, abgerufen am 31. Mai 2018.