St. Bonifatius (Heidelberg)

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St. Bonifatius

St. Bonifatius ist eine katholische Kirche in der Weststadt von Heidelberg. Sie wurde von 1899 bis 1903 nach Plänen von Ludwig Maier als stilreine neuromanische Basilika mit Querhaus und repräsentativer Doppelturmfront errichtet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heidelberg, einem Zentrum der Reformation, war bis zum 19. Jahrhundert die Jesuitenkirche das einzige katholische Gotteshaus. Ende des 19. Jahrhunderts wurde westlich der Altstadt ein neues Wohngebiet erschlossen. Diese heutige Weststadt wurde durchdacht geplant, und von Anfang an wurden eine evangelische und eine katholische Kirche vorgesehen, jeweils mit einem markanten Platz vor der Kirche.

St. Bonifatius wurde am 19. Oktober 1903 geweiht. Erst 1909 wurde die Kuratie zur Pfarrei erhoben. Der erste Pfarrer war August Dietrich, der bis 1950 die Gemeinde leitete.

Bis 1925 war die Gemeinde auf über 8000 Mitglieder angewachsen, sodass 1934 die neue Gemeinde St. Albert (Bergheim) abgetrennt wurde. 1962 folgte St. Michael (Südstadt) als eigenständige Gemeinde. Seit 2005 bildeten die drei Gemeinden wieder unter gemeinsamer Leitung eine Seelsorgeeinheit, seit 2015 wieder eine Gemeinde. Priester des Oratoriums des hl. Philipp Neri leiten die Seelsorge – daher der Name Gemeinde Philipp Neri.

1976 wurde eine Innenrenovation der Bonifatiuskirche durchgeführt, 2005 bis 2009 folgte eine Außensanierung. Dabei wurde besonders der Kontrast von hellem Kalkstein und rotem Buntsandstein wieder zur Geltung gebracht, der den Bau außen und innen reizvoll gliedert.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dreischiffige Basilika lehnt sich an Vorbilder der rheinischen Romanik an, beispielsweise St. Kastor in Koblenz. Der Außenbau wird durch den Wechsel zwischen roten Buntsandsteinquadern und hellem Kalksteinmauerwerk strukturiert. Das Langhaus ist außen und innen in vier Joche gegliedert. Innen bestimmt eine reich verzierte und bemalte Kassettendecke nach dem Vorbild der Michaelskirche in Hildesheim den Raumeindruck des Hauptschiffs, des Vierungsoktogons, von Chor und Querhaus. Seitenschiffe und Apsis sind mit einem Gewölbe versehen.[1]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel von St. Bonifatius wurde im Jahre 1964 von der Orgelbaufirma Mönch Überlingen erbaut und in den Jahren 1991–92 durch die Erbauerfirma überholt. Das Instrument hat 52 Register (3536 Pfeifen).[2]

I Rückpositiv C–

1. Bordunalflöte 8′
2. Salicet 8′
3. Principal 4′
4. Blockflöte 4′
5. Nazard 223
6. Doublette 2′
7. Terz 135
8. Larigot 113
9. Mixtur IV 113
10. Cromorne 8′
11. Krummhornregal 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–
12. Bourdon 16′
13. Principal 8′
14. Bourdon 8′
15. Gemshorn 8′
16. Octave 4′
17. Spillflöte 4′
18. Quinte 223
19. Superoctave 2′
20. Mixtur IV 2′
21. Cymbel III 12
22. Trompete 8′
III Bombardewerk C–
23. Quintaton 16′
24. Flûte harm. 8′
25. Bourdon 8′
26. Gambe 8′
27. Voix celeste 8′
28. Flûte octav. 4′
29. Cornettino III 223
30. Trompete 16′
31. Trompette harm. 8′
32. Clairon harm. 4′
Tremulant
IV Brustwerk C–
33. Holzgedackt 8′
34. Viole 8′
35. Praestant 4′
36. Rohrflöte 4′
37. Sesquialter II 223
38. Waldflöte 2′
39. Flageolet 1′
40. Scharff IV 1′
41. Hautbois 8′
Tremulant
Pedalwerk C–d1
42. Principal 16′
43. Subbaß 16′
44. Quintbaß 1023
45. Octavbaß 8′
46. Gedacktpommer 8′
47. Choralflöte 4′
48. Sesquialter III 315
49. Hintersatz VI 223
50. Bombarde 16′
51. Trompetbaß 8′
52. Clarine 4′

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Gercke: Katholische Pfarrkirche St. Bonifatius Heidelberg. Regensburg 2006, S. 5
  2. Zur Mönch-Orgel

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sabine Bruss: Das Werk des Architekten Ludwig Maier (1848–1915). Kiel 1999. ISBN 3-933598-04-4. S. 70–87
  • Hans Gercke: Katholische Pfarrkirche St. Bonifatius Heidelberg. Regensburg 2006. ISBN 978-3-7954-4888-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Bonifatius (Heidelberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 24′ 14″ N, 8° 41′ 15″ O